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DAX: Neuer Angriff auf die 8.000
Geschrieben von DaxVestor
Veröffentlicht: 06:54 - 08.12.2007
Rating: 4
Die Aktienmärkte konnten sich weltweit in den letzten Tagen weiter erholen. Auslöser für diese Kursrallye ist die gesunkene Furcht vor einer Rezession in den USA. Große Hoffnungen verbinden viele Anleger vor allem mit den zu erwartenden Maßnahmen der US-Regierung gegen die Immobilienkrise. Die Regierung in Washington will den Anstieg der Zinssätze für Hypothekenkredite verhindern und so die Pleitewelle von Haushalten und die Zwangsversteigerungen bremsen. Das Problem sind vor allem die so genannten Subprime-Kredite, die an Schuldner mit geringer Bonität vergeben wurden und in der Regel mit variablen, d.h. steigenden Zinssätzen ausgestattet sind. In den nächsten zwei Jahren steht die Hochstufung von zwei Millionen Subprime-Krediten bevor.

Höhepunkt der Hypothekenkrise kommt erst noch
Das dürfte die Zahl der Kreditausfälle dramatisch anwachsen lassen. Bereits jetzt ist die Lage dramatisch und die Prognosen für die Entwicklung am Immobilienmarkt sehen noch schlechter aus. Die Analysten der Credit Suisse schätzen, dass in den nächsten zwei Jahren 775.000 Häuser mit einem Kreditvolumen von insgesamt 143 Mrd. Dollar in die Zwangsvollstreckung gehen. Die US-Regierung will daher die Zinssätze für Subprime-Kredite auf dem niedrigeren Einstiegsniveau einfrieren. Damit soll den Kreditnehmern geholfen werden, welche der höhere Zins in die Zahlungsunfähigkeit treibt. Das klingt wie der Stein der Weisen, aber wie immer wird jemand die Zeche bezahlen müssen und das sind die Besitzer der mit den Hypothekenkredite hinterlegten Anleihen, deren Kurse fallen dürften. Und so feilt die Regierung auch noch daran, die zu erwartende Klagewelle einzudämmen. Obwohl die Pläne sozial verständlich sind, eine Lösung der Kreditkrise stellen sie nicht dar. Die zuletzt in den USA veröffentlichten Konjunkturdaten sorgten ebenfalls für positive Reaktionen am Aktienmarkt. Dabei stellte sich wieder die paradoxe Situation ein, dass schlechte Zahlen als Indiz für eine Leitzinssenkung durch die US-Notenbank am 11. Dezember genommen, gute Zahlen aber ebenfalls positiv aufgenommen wurden. Tatsache ist, dass die US-Wirtschaft nach einem starken dritten Quartal voraussichtlich im vierten Quartal nur stagnieren wird.

Keine Zinssenkung der EZB
Die Börsianer in Europa zeigten sich etwas überrascht von den Äußerungen Jean-Claude Trichets nach der EZB-Sitzung am Donnerstag. Eine Änderung des Leitzinses war zwar nicht erwartet worden, aber Trichet sprach sich unerwartet deutlich gegen die Spekulationen über eine Zinssenkung aus. Offenbar schätzt er die Inflationsgefahren höher und die Wachstumsrisiken geringer ein als viele erwarteten. Tatsächlich fielen die letzten Konjunkturdaten aus Deutschland, vor allem aus der Industrie, wieder besser aus. Bisher ist nicht mehr als ein Nachlassen der Wachstumsdynamik festzustellen, aber kein Konjunktureinbruch. Indexumstellungen gibt es im MDAX und im TecDAX. Zum 27. Dezember wird der Hersteller von Werkzeugmaschinen Gildemeister Techem im MDAX ersetzen und der Dienstleister für die Solarbranche Centrotherm das Biotechunternehmen GPC Biotech. Der TecDAX wird damit noch mehr zum „Umweltindex“.

DAX: Window Dressing der Fondsverwalter?
Der Aufwärtstrend der letzten Tage könnte sich noch fortsetzen. Immer mehr rückt nun die Fed-Sitzung am Dienstag in den Blickpunkt. Die Fed dürfte den Leitzins nochmals senken, dafür sprechen die besorgten Äußerungen von Bernanke & Co. in den letzten Tagen. Hauptgrund des aktuellen Kursanstiegs ist jedoch unseres Erachtens das "Window Dressing" der Fondsverwalter. Die institutionellen Investoren wollen die Kurse vor dem Geschäftsjahresende nicht in den Keller fallen lassen, um eine gute Performance ihrer Fonds ausweisen zu können.


Erfolgreiche Investments wünscht

Ihr
Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
http://www.dax-vestor.de


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