paule2
25.04.2003, 22:38
Suchmaschine
ist Informations-Goldgrube
für US-Geheimdienste
[...]
Nach Angaben der aus Deutschland stammenden Forschungschefin von Google, Monika Henzinger, werden etwa 40 Prozent aller Suchanfragen im Internet von den Rechnern der Firma Google beantwortet, die außerdem auch noch die Suchmaschinen der Portale Yahoo und AOL beliefern. Google beantwortet damit mehr Fragen als irgendein anderes Unternehmen der Welt.
Während Amerikas konservative Wirtschaftspresse darin aber nur eine weitere glorreiche Episode des alten David-gegen-Goliath-Motivs sieht, gibt es auch immer mehr Stimmen, die Google für gefährlich halten. "Google ist eine Zeitbombe für unseren Datenschutz" warnt David Brandt, ein Verleger, der sich seit zwanzig Jahren mit Geheimdienst-Themen befasst und seit einiger Zeit die Website google-watch.org herausgibt.
"Google hat zwar das Image eines alternativen Unternehmens, das niemanden mit Werbebannern belästigt", sagt Brandt, "tatsächlich hat Google aber nicht den geringsten Respekt für die Privatsphäre seiner Nutzer und ist schon längst eine potentielle Informations-Goldgrube für amerikanische Geheimdienste." Die Liste seiner Vorwürfe ist üppig: Googles extrem langlebige Cookies würden unnötigerweise die IP-Identifizierunsnummer eines Surfers abfragen und sämtliche Suchbegriffe samt Datum abspeichern, der Google-Searchbar, der sich in den Internet Explorer integrieren lässt, stehe in ständiger Verbindung mit den Google-Servern und darüber hinaus speichere Google auch sämtliche frühere Suchanfragen seiner Nutzer ab, ohne dabei den zukünftigen Verwendungszweck dieses schnell wachsenden Datenberges preisgeben zu wollen.
Nach Ansicht Brandts ist eine solche Datensammlung hochinteressant für die Inlands- und Auslandsspionage. Auch ein Jurist der Electronic Frontier Foundation, Lee Tien, hält diese Befürchtung für berechtigt. "Jede Website, die eine solche Datenmenge umwälzt ist für Regierungen interessant", sagte Tien gegenüber der Fachpublikation SearchengineWatch. Tien glaubt allerdings, dass ein Geheimdienst weniger an den alten Datensammlungen Googles interessiert wäre, als vielmehr an einer Echtzeit-Überwachung der eingehenden Suchanfragen aus aller Welt, die sich ja aufgrund der via Cookie abgefragten IP-Nummern meist bis auf die jeweilige Stadt hinab lokalisieren lassen.
Die Versuchung für Google, den Geheimdiensten gegen Bezahlung den Echtzeit-Zugriff auf 150 Millionen Fragen aus aller Welt zu gewähren ist sicher sehr groß und technologisch leicht zu bewerkstelligen", sagt Brandt. Nach seinen Informationen sucht Google auch schon seit längerem Programmierer, die über die begehrte "Government Security Clearance", also den sorgfältigen Background-Check für eine etwaige Geheimdiensttätigkeit, verfügen.
Um seine Theorie noch weiter zu untermauern, erinnert Brandt auch daran, dass die beiden wichtigsten Kapitalgeber Googles, Sequoia Capital und Kleiner-Perkins, engste Kontakte zur amerikanischen Regierung pflegen. Der Kleiner-Perkins-Partner Floyd Kvamme, eine republikanische Silicon-Valley-Legende, ist der Technologie-Berater von Präsident Bush. Sein Sohn Mark Kvamme arbeitet für Sequoia Capital und hat persönlichen Kontakt zu Verteidigungsminister Rumsfeld.
Derartige Regierungskontakte sind im Silicon Valley aber noch längst kein Indiz für Geheimdienstnähe, schließlich beschäftigt Apple Computer mit Al Gore neuerdings sogar einen ehemalige US-Vizepräsidenten und musste sich deshalb noch längst nicht der Inlandsspionage bezichtigen lassen.
Kritik erntet Google aber auch nicht mehr nur von Datenschützern, sondern zunehmend auch von Website-Betreibern: Je größer das Internet wird, desto häufiger kommt es inzwischen vor, dass eine Webpage nicht mehr von Googles Suchsoftware erfasst wird und damit so gut wie nicht existiert. In diesem faktischen Suchmonopol Googles liegt wohl eine größere Gefahr als in etwaiger Geheimdienstnähe. Die Übernahme des Google-Konkurrenten Inktomi durch Yahoo und der Aufkauf von Altavista durch den Linksponsoring-Pionier Overture lassen aber vermuten, dass die Tage von Googles Alleinherrschaft ohnehin bald wieder vorbei sind.
Quelle: heute.de
:gomad
ist Informations-Goldgrube
für US-Geheimdienste
[...]
Nach Angaben der aus Deutschland stammenden Forschungschefin von Google, Monika Henzinger, werden etwa 40 Prozent aller Suchanfragen im Internet von den Rechnern der Firma Google beantwortet, die außerdem auch noch die Suchmaschinen der Portale Yahoo und AOL beliefern. Google beantwortet damit mehr Fragen als irgendein anderes Unternehmen der Welt.
Während Amerikas konservative Wirtschaftspresse darin aber nur eine weitere glorreiche Episode des alten David-gegen-Goliath-Motivs sieht, gibt es auch immer mehr Stimmen, die Google für gefährlich halten. "Google ist eine Zeitbombe für unseren Datenschutz" warnt David Brandt, ein Verleger, der sich seit zwanzig Jahren mit Geheimdienst-Themen befasst und seit einiger Zeit die Website google-watch.org herausgibt.
"Google hat zwar das Image eines alternativen Unternehmens, das niemanden mit Werbebannern belästigt", sagt Brandt, "tatsächlich hat Google aber nicht den geringsten Respekt für die Privatsphäre seiner Nutzer und ist schon längst eine potentielle Informations-Goldgrube für amerikanische Geheimdienste." Die Liste seiner Vorwürfe ist üppig: Googles extrem langlebige Cookies würden unnötigerweise die IP-Identifizierunsnummer eines Surfers abfragen und sämtliche Suchbegriffe samt Datum abspeichern, der Google-Searchbar, der sich in den Internet Explorer integrieren lässt, stehe in ständiger Verbindung mit den Google-Servern und darüber hinaus speichere Google auch sämtliche frühere Suchanfragen seiner Nutzer ab, ohne dabei den zukünftigen Verwendungszweck dieses schnell wachsenden Datenberges preisgeben zu wollen.
Nach Ansicht Brandts ist eine solche Datensammlung hochinteressant für die Inlands- und Auslandsspionage. Auch ein Jurist der Electronic Frontier Foundation, Lee Tien, hält diese Befürchtung für berechtigt. "Jede Website, die eine solche Datenmenge umwälzt ist für Regierungen interessant", sagte Tien gegenüber der Fachpublikation SearchengineWatch. Tien glaubt allerdings, dass ein Geheimdienst weniger an den alten Datensammlungen Googles interessiert wäre, als vielmehr an einer Echtzeit-Überwachung der eingehenden Suchanfragen aus aller Welt, die sich ja aufgrund der via Cookie abgefragten IP-Nummern meist bis auf die jeweilige Stadt hinab lokalisieren lassen.
Die Versuchung für Google, den Geheimdiensten gegen Bezahlung den Echtzeit-Zugriff auf 150 Millionen Fragen aus aller Welt zu gewähren ist sicher sehr groß und technologisch leicht zu bewerkstelligen", sagt Brandt. Nach seinen Informationen sucht Google auch schon seit längerem Programmierer, die über die begehrte "Government Security Clearance", also den sorgfältigen Background-Check für eine etwaige Geheimdiensttätigkeit, verfügen.
Um seine Theorie noch weiter zu untermauern, erinnert Brandt auch daran, dass die beiden wichtigsten Kapitalgeber Googles, Sequoia Capital und Kleiner-Perkins, engste Kontakte zur amerikanischen Regierung pflegen. Der Kleiner-Perkins-Partner Floyd Kvamme, eine republikanische Silicon-Valley-Legende, ist der Technologie-Berater von Präsident Bush. Sein Sohn Mark Kvamme arbeitet für Sequoia Capital und hat persönlichen Kontakt zu Verteidigungsminister Rumsfeld.
Derartige Regierungskontakte sind im Silicon Valley aber noch längst kein Indiz für Geheimdienstnähe, schließlich beschäftigt Apple Computer mit Al Gore neuerdings sogar einen ehemalige US-Vizepräsidenten und musste sich deshalb noch längst nicht der Inlandsspionage bezichtigen lassen.
Kritik erntet Google aber auch nicht mehr nur von Datenschützern, sondern zunehmend auch von Website-Betreibern: Je größer das Internet wird, desto häufiger kommt es inzwischen vor, dass eine Webpage nicht mehr von Googles Suchsoftware erfasst wird und damit so gut wie nicht existiert. In diesem faktischen Suchmonopol Googles liegt wohl eine größere Gefahr als in etwaiger Geheimdienstnähe. Die Übernahme des Google-Konkurrenten Inktomi durch Yahoo und der Aufkauf von Altavista durch den Linksponsoring-Pionier Overture lassen aber vermuten, dass die Tage von Googles Alleinherrschaft ohnehin bald wieder vorbei sind.
Quelle: heute.de
:gomad