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mfabian
16.11.2003, 16:36
ABB Intraday

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ABB 12 Monats-Chart

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mfabian
16.11.2003, 16:40
Artikel von AFX:

PRESSE/ABB-Chef Jürgen Dormann sieht Zukunft von ABB positiv
02.11.2003 19:21:28, AWP Basic German


FRANKFURT (AWP/dpa-AFX) - Der angeschlagene Investitionsgüter-Hersteller ABB ist nach Ansicht des Unternehmenschefs, Jürgen Dormann, überm Berg. "Wir gewinnen kontinuierlich profitable Marktanteile", sagte der Konzernchef im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAZ)".

Die rund 4 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen am Kapitalmarkt
generiere, sollen Dormann zufolge nicht zur Liquiditätssicherung dienen. "Wenn die Konjunktur anspringt, müssen wir Geschäfte machen können. dazu braucht man eine entsprechende Finanzkraft". Die Liquidität sei für die nächsten 18 Monate, auch ohne an den Kapitalmarkt zu gehen, gesichert gewesen, fügte Dormann hinzu.

Durch die Kapitalerhöhung könne sich der Konzern aus der Umklammerung durch
die Banken befreien, sagte Dormann weiter. "Von jetzt an arbeiten wir wieder für unsere Aktionäre und Mitarbeiter". ABB profitiere außerdem vom Energiedesaster in Amerika. "Die Beratungsaufträge zur Verbesserung der Energietechnik haben wir bereits; daraus werden ab der zweiten Hälfte kommenden Jahres konkrete Aufträge werden. Und dafür brauchen wir die nötigen finanziellen Ressourcen."

Schwarzseher
16.11.2003, 19:04
Diese Euphorie teile ich nicht wie die anderen User!Ich bin immer noch davon überzeugt das die anhörung bei der Asbestklage mitte Dezember abgewartet werde muss bevor ein neues Investment in Frage kommt.
Ob es an der Kapitalerhöhung sehr viel zu verdienen gibt mag ich bezweifeln,da der Kurs der ABB bis jetzt sehr Widerstandsfähig ist.

Gruss Schwarzseher

Schwarzseher
17.11.2003, 11:48
Wie ich gestern schon vermutet habe die anhörung der Asbestklage wurde verschoben!

>AFX-Meldung
>
>ABB: US-Berufungsgericht
>verschiebt Anhörung über
>Asbestklagen auf 12.1.04
>17.11.2003 10:17:42, dpa-AFX
>Internet
>
>
>ZÜRICH (dpa-AFX) - Ein
>US-Berufungsgericht hat die
>Anhörung zum ABB-Plan
>zur Lösung der Asbestklagen
>vom 16. Dezember 2003 auf den
>12. Januar kommenden Jahres
>verschoben. Dies teilte ABB am
>Montag in Zürich mit.
>Die Terminänderung sei für das
>Ergebnis nicht relevant. Dr
>Konzern bleibe nach wie vor
>zuversichtlich, dass der
>Entscheid zu Gunsten von ABB
>ausfällt.
>
>Ende Juli hatte ein US-Gericht
>den Insolvenzplan für die
>ABB-Tochter
>Combustion Engineering, gegen
>die die Asbestklagen gerichtet
>sind, gemäß Kapitel 11 des
>US-Konkursgerichts akzeptiert.
>Das US-Berufungsgericht will
>innerhalb eines beschleunigten
>Verfahrens über die
>Rechtmäßigkeit der
>Entscheidung urteilen.
>Die Kosten und Rückstellungen
>für Asbestklagen sind einer
>der wichtigsten
>Gründe für die finanzielle
>Krise des Schweizer
>Technologiekonzerns.

Schwarzseher
19.11.2003, 17:54
Erfasst: 19. November 2003, 15:08 Uhr

Wirtschaft

Anleger fassen wieder Vertrauen in die ABB

Anleihe überzeichnet / Der Energie- und Automationstechnik-Konzern ABB hat eine Anleihe über 650 Millionen Euro erfolgreich platziert. Fachleute sehen darin einen weiteren Hinweis, dass die Anleger wieder an die ABB glauben.


sda. Die achtjährige Anleihe mit einem Kupon von 6,5 Prozent sei fünffach überzeichnet gewesen, gab ABB heute Mittwoch bekannt. Der Preis liege am unteren Ende der indizierten Spanne.

ABB hatte die Anleihe Ende Oktober im Rahmen einer ganzen Reihe von Massnahmen zur Stärkung der dünnen Kapitalbasis angekündigt. Das umfassende Finanzierungspaket soll dem Konzern bis ins Jahr 2006 Luft verschaffen.

Vor einer Kapitalerhöhung

Ein weiterer Teil dieser Anstrengungen ist eine umfangreiche Kapitalerhöhung. Darüber stimmen die ABB-Aktionäre morgen Donnerstag an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Zürich ab. Fachleute gehen davon aus, dass die Aktionäre zustimmen werden.

Die Aktien dürften zu einem Preis von 3,80 bis 4,00 Franken angeboten werden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf dem Unternehmen nahe stehende Kreise.

Die Banken haben die 960 Millionen Aktien bei einem Mindestemissionspreis von 3,40 Franken bereits fest übernommen. Sollten alle Aktien ausgegeben werden, fliessen ABB rund 3,8 Milliarden Franken zu.

Harte Restrukturierung

Das Refinanzierungspaket, zu dem auch eine Kreditlinie über eine Milliarde Dollar gehört, wäre angesichts eines Schuldenbergs und der Konjunkturschwäche noch vor wenigen Monaten undenkbar gewesen. Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Jürgen Dormann verordnete dem Unternehmen aber ein hartes Restrukturierungsprogramm.

Dazu gehören der Verkauf von Teilbereichen und der Abbau von Stellen. Darüber hinaus handelte ABB in den USA einen Vergleich mit Asbest-Klägern aus. Die Gerichte dürften ihn im kommenden Jahr endgültig absegnen.

Allerdings verzögert sich der Abschluss. Das zuständige Berufungsgericht teilte ABB Anfang Woche mit, dass eine Anhörung auf den 12. Januar verschoben worden sei. Bislang war das Hearing für den 16. Dezember geplant. Nach Angaben von ABB hat die Verzögerung aber keinen Einfluss auf den Ausgang der Anhörung.

Vertrauen bei Anlegern

Die grosse Mehrheit der Anleger vertraue dem neuen Management, sagte Andreas Willi, Analyst bei JP Morgan, zu Reuters. Trotzdem müsse die ABB-Leitung die Frage beantworten, wieso sie so viele Mittel beantrage, wo doch kein Liquiditätsengpass bestehe.

«ABB will entweder die Probleme endgültig hinter sich lassen oder vielleicht gibt es etwas, das die Investoren noch nicht wissen», sagte Willi.

Trotzdem bezweifeln Experten wie Rudi Buxtorf, Funds Manager bei der Coutts Bank, nicht, dass die Aktionäre der Kapitalerhöhung zustimmen werden. «Das wichtigste Element ist, dass dies eine neue Basis und ein neuer Start ist», sagte Buxtorf.

Schwarzseher
20.11.2003, 12:01
20.11.2003 11:15 Uhr
ABB erhöht bei Kapitalerhöhung Ausgabepreis und senkt Zahl der Aktien

ZÜRICH (dpa-AFX) - Der schweizerisch-schwedische Technologiekonzern ABB hat den Emissionspreis für die neuen Aktien bei der Ende Oktober angekündigten Kapitalerhöhung von 3,40 auf 4,0 Franken erhöht und im Gegenzug die Zahl der neuen Aktien reduziert. Bei der Kapitalerhöhung sollen 840 Millionen neue Aktien ausgegeben werden, teilte ABB am Donnerstag in Zürich mit. Ende Oktober hatte ABB die Ausgabe von 960 Millionen Aktien zu 3,4 Franken angekündigt. Der Emissionerlös liegt in beiden Fällen bei rund 3,3 Milliarden Franken (2,5 Mrd Dollar). Die Erhöhung des Ausgabepreises spiegelt nach ABB-Angaben die positive Marktreaktion auf das Umfinanzierungsprogramm des Konzerns wider.



ABB-AKTIEN IM PLUS

ABB-Aktien stiegen am Donnerstag bis 11.05 Uhr um 0,62 Prozent auf 8,08 Schweizer Franken und gehörten damit zu den größten Index-Gewinnern in der Schweiz. Der Schweizer Standardwerte-Index SMI verlor gleichzeitig 0,83 Prozent auf 5.154 Zähler. Der Ausgabepreis von 4 Franken stellt ABB zufolge einen Abschlag von etwa 50 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von 8,03 Franken am 19. November dar. Sieben neue Aktien werden Aktionären für je 10 Aktien angeboten.

Die vorgeschlagene Aktienausgabe sei vollständig durch das Bankenkonsortium bestehend aus Citigroup , CSFB, Deutsche Bank und SEB /Enskilda Securities gezeichnet. Auf der außerordentlichen Generalversammlung werden die Aktionäre an diesem Donnerstag über eine Kapitalerhöhung um insgesamt etwa 2,5 Milliarden Dollar entscheiden. Falls die Aktionäre dieser Emission zustimmen, soll der Handel mit den neuen Aktien am 10. Dezember beginnen.

ANLEIHENEMISSION

Am Mittwoch hatte ABB eine Anleihe im Volumen von 650 Millionen Euro mit einem Kupon von 6,5 Prozent platziert. Die Anleihenemission steht im Zusammenhang mit der finanziellen Umstrukturierung des angeschlagenen ABB-Konzerns. Erst im August dieses Jahres hatte ABB eine Wandelanleihe im Volumen von einer Milliarde Schweizer Franken begeben.

Schwarzseher
21.11.2003, 12:20
Analysen - Ausland

21.11.2003
ABB Kursabschläge nutzen
Wegelin & Co. www.aktiencheck.de


Nach Ansicht der Analysten von Wegelin & Co. sollten eklatante Kursabschläge der Aktie von ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) zu Käufen genutzt werden.

Die Aktionärsversammlung habe gestern der Kapitalerhöhung von ABB zugestimmt. Damit werde heute die ABB-Aktie "ex Anrecht" gehandelt. Auf dem gestrigen Schlusskurs ermittle sich ein Aktienwert "ex Anrecht" von 6,37 CHF. Bis die Kapitalerhöhung bzw. der Anrechtshandel vorüber sei, dürfte die ABB-Aktie eher etwas zur Schwäche neigen.

Mit dem Bewusstsein über die nach wie vor vorhandenen Asbestunsicherheiten (Verschiebung der richterlichen Anhörung auf Januar 2004) müssten aber die eklatante Kursabschläge von ABB zu Käufen genutzt werden, so die Analysten von Wegelin & Co.




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© 1998 - 2002, aktiencheck.de AG

Schwarzseher
22.11.2003, 09:03
ABB hält an Planzahlen für 2005 fest

Der hochverschuldete Elektro- und Anlagenbaukonzern ABB Ltd, Zürich, hält an seinen Zielen für das Jahr 2005 fest. Geplant sei ein jährliches Umsatzwachstum von 4 % zwischen 2002 und 2005 und eine operativen Marge von 8 % im Jahr 2005, bekräftigte CEO Jürgen Dormann auf der gestrigen außerordentlichen Hauptversammlung. Er gehen von einem wirtschaftlichen Aufschwung 2004 und noch stärker 2005 aus. Wachstumsregionen seien dabei die USA, China, Indien und Russland. In den USA erwartet Dormann nach den Stromausfällen erhebliche Investitionen ins Elektrizitätsnetz. Mit den geplanten Kapitalmaßnahmen seien die Finanzierungsbedürfnisse bis 2006 gedeckt. Die Gesamtverschuldung werde sich kurzfristig auf 68 % von derzeit 86 % verringern. Angepeilt ist eine Reduktion auf 50 % bis zum Jahr 2005.

Schwarzseher
24.11.2003, 20:12
24.11.2003 - 12:50 Uhr Meldung drucken
ABB: Neutral
Die Analysten von Pictet & Cie bewerten die Aktie des schweizerischen Maschinenbauers ABB mit "Neutral".

In den Wirtschaftsmedien werde über eine Klage von Stealth Energy Co. berichtet, in der ABB Vertragsbruch vorgeworfen werde. ABB habe seinen Anteil von 50 % an Jorf Lasfar für 289 Mio. Dollar verkaufen sollen, verlange nun aber 355,6 Mio. Dollar.

Beide Preise lägen deutlich unter dem von den Analysten geschätzten Preis von 500 Mio. Dollar. Da die Kapitalerhöhung ABB rund 2,5 Mrd. Dollar gebracht habe, müsse das Unternehmen seine Beteiligungen nicht mehr zu Schleuderpreisen veräußern. Dies könnte auch aktuelle Grund bei Jorf Lasfar sein. 355,6 Mio. Dollar seien aus Sicht der Analysten mehr als gerechtfertigt, angesichts der Tatsache, dass Jorf Lasfar in 2002 einen Vorsteuergewinn von 73 Mio. Dollar erwirtschaftet habe.

Quelle: Finanzen.net

http://www.swissquote.ch/fcgi-bin/stockfquote?intra=CH00122217164&K=1069702420

Schwarzseher
29.11.2003, 18:56
«Das Wort Musterknabe gefällt mir nicht»

ABB Schweiz Der alte und der neue Chef sehen die Schweiz als guten Investitionsstandort

Hanspeter Fässler übernimmt Ende Jahr von Rolf Schaumann die Führung. Ein Gespräch mit den beiden Managern zu den Wachstumsaussichten der ABB Schweiz.

Peter K. Sonderegger

Sie haben drei Jahre lang die ABB Schweiz geführt. Ihre grösste Herausforderung?

Rolf Schaumann: Dass wir ABB Schweiz auf dem hohen Rentabilitätslevel halten konnten.

ABB Schweiz gehört weiter zur kleinen Spitzengruppe im Konzern. Warum diese Hemmung, sich klar als Musterknabe im Konzern zu präsentieren? Die ebenfalls sehr rentablen Finnen haben da weniger Probleme.

Schaumann: Das Wort Musterknabe gefällt mir nicht. Das Management in der Schweiz hat einfach realisiert, dass wir nur dann langfristig überleben, wenn wir gute Margen zeigen können.

Herr Schaumann übergibt Ihnen eine rentable, restrukturierte ABB Schweiz. Herr Fässler was machen Sie jetzt noch besser?

Hanspeter Fässler: Ich bin bereits seit zwei Jahren in der Geschäftsleitung. Falls etwas versäumt worden ist, so bin ich dafür mitverantwortlich.

Also Kontinuität?

Fässler: Ich rechne mit einem Phasenwechsel. Bisher mussten wir uns an ein rezessives Umfeld anpassen. Nächstes Jahr dürfte die Konjunktur wieder anziehen. Zudem können wir uns wieder auf einen stärkeren Konzern abstützen. Bisher mussten wir sparen und restrukturieren.

Investitionen, Forschung und Entwicklung mussten gestrafft werden. Wie sehen Sie die Langzeitfolgen der zwei schwierigen Krisenjahre des ABB-Konzerns für Ihr Schweizer Geschäft?Schaumann: Wir haben in dieser kritischen Zeit in vergleichbarem Rahmen investiert. Was Produktportfolio und Zukunftssicherung betrifft, haben wir
nicht gespart.

Fässler: Die Bedrohung und der Zwang zum Handeln können sich mittelfristig auch als Stärkung erweisen.

ABB Schweiz ist solid, rentabel und verfügt traditionell über eine starke Technologiebasis. Aber ABB beschäftigt in der Schweiz trotzdem nur noch etwa einen Drittel der Leute, wie nach dem Merger vor fünfzehn Jahren.

Schaumann: Der Grossteil des Abbaus betrifft das Outsourcing von Nebentätigkeiten und den Verkauf von ganzen Geschäftsfeldern wie der Bahn- und Kraftwerksparte. Dafür sind wir jetzt vom Verkauf der Sparte Öl/Gas/Petrochemie überhaupt nicht betroffen.

Aber trotz starker Technologiebasis ist in allen ABB-Jahren in der Schweiz kein wirklich neues Geschäftsfeld mit neuen Mitarbeitenden entsanden. Warum?
Fässler: Mit der Leistungshalbleiter-Fabrik haben wir ein Kompetenzzentrum mit Weltgeltung mit 300 Mitarbeitern aufgebaut. Es sind viele innovative Produkte entstanden. Das wird von aussen nicht so wahrgenommen. Die bahnbrechenden Innovationen in der Elektroindustrie, die zu grossen neuen Geschäftsfeldern führen, die sehe ich auch ausserhalb von ABB nicht.

Schaumann: Wenn wir uns mit der Konkurrenz, mit Siemens, Alstom oder mit Schneider vergleichen, dann haben wir mindestens so viele Neuentwicklungen gemacht. Mit der Elektrotechnik sind wir in einer reifen Industrie tätig.

Und wo sehen Sie die ABB Schweiz in drei bis fünf Jahren?

Fässler: Mindestens so gross oder grösser wie heute. Wir haben die Kosten im Griff, und ich gehe davon aus, dass der Markt wieder wächst. Wir haben viele Bereiche mit einem Weltmarktanteil von 30 Prozent. Auch da können wir noch zulegen. Der Standort Schweiz ist für Investitionen gut positioniert. Drei bis fünf Jahre sind auch ein Zeitraum, wo wieder Akquisitionen möglich sein werden.

Und woher soll die Nachfrage in der Elektrotechnik kommen?

Schaumann: Aus zwei Richtungen: Wirtschaftswachstum braucht mehr elektrische Energie. In Schwellenländern muss die Stromproduktion regelmässig dem Wirtschaftswachstum vor-auslaufen. Der zweite Nachfrage-Effekt betrifft die Erneuerung bestehender Stromnetze.
Die internationale Energieagentur erwartet bis 2010 Investitionen von 1200 Mrd. Dollar in die Elektrotechnik. Steht die Branche vor einem Boom?
Fässler: Möglich, dass es zu einem grossen Nachfrageschub kommt. Die verschiedenen Blackouts haben das Bewusstsein geschärft, dass etwas gemacht werden muss. Wenn der Schub kommt, sind wir bei ABB Schweiz extrem gut aufgestellt.

Um was für Produkte geht es?

Schaumann: Die Optimierung der Energieübertragung braucht Netzleit- technik, Stationsleittechnik, Schaltanlagen, Stromwandler, Ableiter, Generatorschalter und Kraftwerkleittechnik. Wir haben zwar das Turbinen- und Generatorengeschäft an Alstom verkauft. Wir liefern aber weiter ein breites Spektrum von Kraftwerkkomponenten.

Und im Bereich alternative Energie . . .

Fässler: . . . liefern wir aus der Schweiz vor allem die Leistungselektronik für Windenergieanlagen.

ABB Schweiz soll wieder wachsen. Aber wie weit können Sie in Baden überhaupt noch über Investitionen und Akquisitionen entscheiden?

Schaumann: Wichtige Investitions- und Akquisitionsvorschläge mussten schon immer von der Konzernleitung genehmigt werden . . .

. . . aber der Spielraum einer Landesgesellschaft war früher grösser?

Schaumann: Aber es ist auch vieles doppelt und unkoordiniert gelaufen. Das war unbefriedigend und teuer.Fässler: Wenn wir etwas aus der Schweiz heraus vertreten, dann können wir das in der Regel auch umsetzen. Der effektive Einfluss im Konzern hängt stark von der Glaubwürdigkeit der Personen und von der Performance einer Landesgesellschaft ab.

Die Stärken des Standorts Schweiz?

Fässler: Die Flexibilität der Mitarbeiter und des sozialen Systems und gut ausgebildete, kompetente Mitarbeiter. Auch die kontinuierlich gute Entwicklung schafft Glaubwürdigkeit. Bei Gas-isolierten Schaltanlagen, Generatorschaltern, Leittechnik, Turboladern, Leistungselektronik und Bahntransformatoren sind wir Center of Excellence für den Gesamtkonzern.

Die Nachteile?

Fässler: Die hohen Kosten zwingen uns, uns laufend auf hochwertige und/oder hochautomatisierbare Tätigkeiten zu konzentrieren . . .

. . . und Schwellenländer wie China verlangen heute mit der Projektvergabe und bei Jointventures gleich auch den Know-how-Transfer, um technologisch rasch an die Spitze zu kommen. Was bleibt da langfristig noch für Schweizer Industriearbeitsplätze?

Schaumann: Ich sehe so lange für uns keine Gefahren, wie wir uns auf unsere Grundvorteile konzentrieren. China beispielsweise ist extrem gut beim Reproduzieren. In Europa sind wir kreativer und damit auch weiter in der Lage den Chinesen einen oder zwei Schritte vorauszubleiben.

Schwarzseher
01.12.2003, 18:37
01.12.2003 um 18:34 Uhr




Wie ABB beim Einkauf spart

Von CW-Redakteur Robert Gammel.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz großer Widerstände innerhalb der weltweit agierenden Gruppe hat der ABB-Konzern ein Supplier-Extranet zur elektronischen Beschaffung eingeführt. Damit konnte er deutliche Kostensenkungen erzielen, musste aber viele für E-Procurement typische Hürden überwinden.

Die Beschaffung von indirektem, nicht produktionsrelevantem Material lag bei den rund 400 Unternehmen der ABB-Gruppe bisher in den Händen von Sekretärinnen und Abteilungseinkäufern. Wenn es um MRO-Material (Maintenance, Repair, Operations) ging, zeichneten auch die technischen Abteilungen des Konzerns verantwortlich, die ihr Material ohne hinderliche Vorschriften oder Prozesse meist in eigener Regie beschafften.


Foto: ABB

Die dabei entstandenen Partnerbeziehungen waren für den Gesamtkonzern jedoch nicht optimal. Gute lokale Insellösungen, etwa für den Einkauf von Büromaterial oder Schrauben, bildeten eine hohe Barriere für die angestrebte konzernweit zentrale Steuerung der Beschaffung. Hinzu kamen lieb gewordene Gewohnheiten: So musste das mit der Einführung einer elektronischen E-Procurement-Plattform betraute Projektteam bei der Datenerhebung feststellen, dass für die Beschaffung von Befestigungsmaterial auf 50 verschiedene Lieferanten zurückgegriffen wurde. Auch für Handwerkzeuge und IT-Verbrauchsmaterial wie Disketten, CDs oder Drucker gab es keinen Standardlieferanten.

In einem ersten Schritt war also der Status quo zu ermitteln. Allein die Datenerhebung stellte das Projektteam Schweiz um Günter Diener, Practice Manager E-Solutions IM/IT bei der ABB Schweiz AG, Process & Business Consultancy, vor erhebliche Schwierigkeiten. "Eine gesicherte Aussage über das Beschaffungsvolumen von indirektem Material war von keinem unserer 20 Unternehmen in der Schweiz zu erhalten, allenfalls gab es Schätzungen", fasst Diener die Ausgangssituation zusammen. Während für produktionsrelevante oder direkte Materialien im ERP-System Materialstämme angelegt worden waren, war für indirektes Material eine solche Pflege im SAP-Modul MM (Material-Management) der einzelnen Unternehmen naturgemäß nicht vorgesehen. Schließlich, so argumentiert Diener, sei Verbrauchsmaterial nicht mit einem Kundenauftrag verknüpft und stelle außerdem nur in ganz seltenen Fällen einen Engpass dar. Fast alle Unternehmen des Elektronikkonzerns verbuchen indirekte Materialien als Kosten direkt in der Finanzbuchhaltung FI und ordnen meist noch eine Kostenart zu. Zunächst galt es also, diese Güter so zu klassifizieren, dass das Bestellvolumen der Länderorganisationen annähernd geschätzt werden konnte.

Steckbrief
Unternehmen: Industriekonzern mit Schwerpunkt auf Energie- und Automatisierungstechnik, in rund 100 Ländern aktiv.
Ziel: Einsparungen beim Einkauf in Höhe von 80 Millionen Dollar.
Projektumfang: Zentrale Sourcing-Plattform für 300 der insgesamt 400 Unternehmen der ABB-Gruppe.
Herausforderung: Aufwändige Datenerhebung, Überwindung interner Barrieren, elektronische Rechnungsbearbeitung.
Zeitrahmen: Seit Frühjahr 2000.
Stand heute: 200 Lieferanten mit speziell auf ABB zugeschnittenen Katalogen integriert.
Ergebnis: Bedarfsbündelung führte zu Preisreduktionen von durchschnittlich zehn Prozent.
Basis: Sourcing-Plattform von Ariba.
Realisierung: Inhouse und mit externen Beratern.



Für alle 400 ABB-Unternehmen ermittelten die Projektbeteiligten ein relevantes Einkaufsvolumen von insgesamt rund 900 Millionen Dollar, die sich auf rund 1,32 Millionen Transaktionen verteilen. Im Projektfokus waren jedoch nur 300 Töchter, so dass sich diese Werte entsprechend verringern. Mit dem so erarbeiteten und teilweise geschätzten Datenmaterial konnte nun ein Business Case erarbeitet werden, der sich auf die beiden Pfeiler "Prozesskosteneinsparung" und "Preisreduktion durch Volumenbündelung" stützte. Dabei wurde ein Erfahrungswert aus früheren Prozesskostenrechnungen von 115 Dollar pro Bestellung zugrunde gelegt. Laut Diener schienen durch die Bereitstellung eines Internet-basierenden Einkaufssystems mit standardisiertem Katalogmaterial und vorgegebenen Lieferanten 50-prozentige Einsparungen bei den Prozesskosten prinzipiell erreichbar . Bottom Line sollten davon 25 Prozent erzielt werden. Dies entspricht einer Kostenreduzierung von zirka 15 Millionen Dollar allein im ersten Jahr nach Einführung der Sourcing-Plattform.

Payback innerhalb eines Jahres

Weitere fünf bis 15 Prozent des gesamten Einkaufsvolumens sollten durch Volumenbündelung und Neuverhandlung von Lieferverträgen eingespart werden. Dies stellte für die mit der Lieferantenauswahl beauftragten Teams eine große Herausforderung dar, da viele Lieferanten bereits durch vorherige Programme zu Preisnachlässen gezwungen worden waren. Die Berechnungen ergaben hier ein Einsparpotenzial bei indirektem Material von 65 Millionen Dollar, was sich mit den 15 Millionen aus der Prozesskostenreduzierung nach erfolgter Einführung eines Internet-basierenden Beschaffungssystems auf 80 Millionen Dollar summieren sollte. "Diese Zahlen öffneten beim Management Tor und Tür", beschreibt Diener die damalige Euphorie. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung habe außerdem ergeben, dass die Einsparungen die notwendigen Investitionen nach Ablauf eines Jahres kompensieren würden.




Ein wichtiger Faktor war für ABB, dass die Steuerung der Kataloginhalte in Bezug auf Standards und Preise im eigenen Haus verblieb. Dies führte zur Errichtung einer zentralen Sourcing-Organisation für indirektes Material, die direkt dem Supply and Demand Chain Management des Konzerns zugeordnet war. Die zentrale Steuerung des Sourcing war von größter Bedeutung für den Erfolg des Projekts, entpuppte sich aber auch als erhebliche Barriere.

Internationales Preisgefälle genutzt

Nur wenige Lieferanten waren in der Lage, die ABB-Gruppe weltweit zu bedienen. Die meisten konnten nicht alle regionalen Standards, Vorschriften und Gesetze berücksichtigen. Deshalb musste der Konzern entgegen der ursprünglichen Absicht viele regionale oder sogar lokale Lieferanten einbinden. Dennoch sieht Diener deutliche Erfolge: "Wir hatten vorher sogar innerhalb einer Einheit oftmals mehr als einen Lieferanten für das gleiche Material. Mit dem neuen System konnten wir wenigstens auf Länderebene bei demselben Zulieferer einkaufen."

Die höchsten Einsparungen ergaben sich im Bereich MRO, wo das internationale Preisgefälle erheblich ist. Laut Diener lässt sich aufgrund dieser Preisdifferenzen besonders gut verhandeln, so dass bei gleich bleibender Qualität und hohem Liefervolumen signifikante Rabatte zu erzielen seien. Auch bei der IT-Beschaffung habe sich gezeigt, dass die Preise noch große Spielräume böten. Bei Büroartikeln lägen die erzielten Einsparungen jedoch nur im einstelligen Prozentbereich.

Auf der Suche nach einem geeigneten Softwareanbieter für die Beschaffungsplattform entschied sich ABB nach einem kurzen Evaluierungsprozess für Ariba. Die Auswahl potenzieller Lieferanten gestaltete sich dagegen weitaus aufwändiger und schwieriger als geplant. Das führte dazu, dass die technische Plattform für das ABB Supplier Network fertig war, bevor alle Lieferantenverträge fixiert waren. Da anfangs noch zu wenig Kataloge eingestellt waren, musste ABB rund ein halbes Jahr die neue Beschaffungsplattform mit den alten Prozessen koordinieren. In dieser Projektphase kämpfte Diener mit Akzeptanzproblemen bei der Anwenderschaft.

ERP-Integration war nicht zu stemmen

Mit dem neuen System stellte ABB seinen Mitarbeitern in der Schweiz ab Juni 2001 erstmals ein einheitliches Tool zur Beschaffung von indirektem Material zur Verfügung. Sukzessive folgten dann die anderen Länder. Aufgabe des Systems ist es, komplette Bestellprozesse einschließlich der Genehmigungs-Workflows zu unterstützen. Dabei verzichtete ABB vorerst sowohl order- als auch rechnungsseitig auf die volle Integration seiner vielen unterschiedlichen ERP-Systeme, darunter SAP-, Baan- und J.D.Edwards-Lösungen. Die rechnungsseitige Integration der Lieferanten in die ABB-Systeme schien unrealistisch. Der Konzern hatte zu viele unterschiedliche ERP-Systeme, als dass er seinen globalen Lieferanten hätte zumuten können, sie alle zu bedienen.

Deshalb erarbeitete ABB eine Lösung mit dem Arbeitstitel "Light Integration"; Die Bestellung erfolgt aus dem Ariba-System in der Regel über einen ABB Message Broker oder in Ausnahmefällen über das Ariba-Netzwerk zum Lieferanten. Der gesamte Prozess wird aus den oben erwähnten Gründen ohne das ERP-System des Bestellers abgewickelt.

Um die Prozesskosten senken zu können, war es ABB jedoch wichtig, dass die Bestellung im ERP-System des Lieferanten automatisch als Auftrag angelegt wird. Dazu aber ist für jede Lieferantenintegration ein kleines Projekt erforderlich. Als Message-Description-Standard dient dabei - je nach technischer Ausstattung des Lieferanten - entweder EDI, Web-EDI oder XML. Den Aufwand für diese Schnittstellen-Erstellung beziffert Diener auf 6000 bis 7400 Dollar, wobei der Zulieferer etwa die Hälfte dieser Kosten selbst trägt. Insgesamt sind mittlerweile 200 Lieferanten auf diese Weise in das System eingebunden, die Zahl aller Zulieferer konnte drastisch verringert werden. Auf die Übermittlung von Auftragsbestätigungen wurde verzichtet, da das Material nicht zeitkritisch ist.

Wesentlich komplexer gestaltet sich der Rechnungsprozess. Dabei muss die elektronische Rechnung in das jeweilige ERP-System von ABB übermittelt werden, um sie zu verbuchen und die Zahlung auszulösen. Da jedoch die Bestellreferenz nicht im ERP-System hinterlegt ist, wird die Legitimität der Rechnung bereits im Frontend-System des ordernden Anwenders geprüft. Erst wenn er Preis und Menge der Rechnung mit der Bestellung abgeglichen hat, erfolgt mit einer Okay-to-Pay-Meldung im ERP-System die Verbuchung und Zahlungsaufforderung. Für die gängigsten in den Konzerntöchtern eingesetzten Systeme wie die von SAP und Baan hat ABB Schnittstellen entwickelt, mit deren Hilfe die Verbuchung manuell ausgelöst werden könne. Probleme mit Rechtsvorschriften

Erschwerend kommen unterschiedliche länderspezifische Rechtsvorschriften hinzu. Während in den skandinavischen Ländern Vorschriften für die elektronische Verbuchung von Eingangsrechnungen locker gehandhabt werden, bestehen für Länder wie die Schweiz oder Deutschland unter anderem wegen der Verbuchung der Vorsteuer strenge Regeln. Diesen Prozess hat die EU erst im Dezember 2001 mit einer Verordnung geregelt. Die Regelung sieht die elektronische Signatur vor, die den Absender einer Rechnung eindeutig identifiziert. "Die Umsetzung dieser Verordnung wird jedoch durch den Mangel an überregionalen zertifizierten Dienstleistern stark erschwert", fasst Diener die Problematik zusammen.

Vorerst müssen die ABB-Lieferanten deshalb eine Papierrechnung als Buchungsbeleg mitschicken. Verantwortlich für die Abgleichung der elektronischen mit der Papierrechnung ist der Besteller, womit bis zur Einführung einer voll elektronischen Lösung zusätzliche Prozesskosten in nicht unerheblicher Höhe anfallen.



"Die geplanten Einsparungen von 50 Prozent bei den Prozesskosten waren im Nachhinein zu optimistisch geschätzt", zieht Diener ein nüchternes Resümee. Das liege auch daran, dass viele Abläufe bereits vorher optimiert worden seien. Deren Ablösung zugunsten des einheitlichen ABB-Beschaffungssystems habe zu erheblichen Schmerzen bei verschiedenen lokalen Einheiten geführt und die Freude am neuen System geschmälert. Einige in der Vergangenheit mit ihren Supply-Management-Prozessen besonders effiziente Einheiten hätten sogar höhere Prozesskosten in Kauf nehmen müssen.

Dieser Effekt habe allerdings leicht aufgefangen werden können, da aufgrund gebündelter Einkaufsvolumina im Schnitt Preisreduktionen von zehn Prozent erzielt wurden. Bei einzelnen Posten, beispielsweise Projektoren, konnte ABB sogar Einsparungen von bis zu 40 Prozent erreichen. Günter Diener ist offen für einen Meinungsaustausch mit Beschaffungsexperten anderer Unternehmen (Kontakt: guenter.diener@ch.abb.com).

Schwarzseher
02.12.2003, 18:57
ABB modernisiert Stromverteilung in Sri Lanka

Die Ceylon Electricity Board of Sri Lanka (CEB) hat der Mannheimer ABB AG den Auftrag erteilt, vier Schaltanlagen in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, schlüsselfertig zu errichten. Der Auftrag hat einen Wert von 23,7 Mio. Euro. Das Projekt wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert und soll im Dezember 2005 abgeschlossen sein. ABB liefert 21 gasisolierte Schaltfelder für eine Spannung von 132 Kilovolt (kV), die am Standort Hanau-Großauheim gefertigt werden. Aus dem Werk in Ratingen kommen 26 gasisolierte Schaltfelder für eine Spannung von 33 kV und 48 Schaltfelder für 11 kV. Außerdem wird ABB zwei 132 kV-Schaltanlagen erweitern, die das Unternehmen in Colombo bereits errichtet hatte, und das Engineering für die neuen Schaltanlagen übernehmen. Mit der Errichtung der neuen Schaltanlagen will CEB eine verlässlichere und bessere Stromversorgung der Millionen-Stadt Colombo und der dort ansässigen Industrie sicherstellen.

Schwarzseher
08.12.2003, 17:55
Asbestvergleich schon wieder verschoben!Die Amis wissen schon wie man künstlich Druck erzeugt :rolleyes:


HANDELSBLATT, Freitag, 05. Dezember 2003, 15:51 Uhr


Nach Bekanntwerden der Nachricht fielen die ABB-Aktien in die Verlustzone


ABB-Asbestvergleich wird noch einmal aufgeschoben


Die Anhörungen zum Asbestvergleich des Schweizer Elektrotechnikkonzerns ABB vor einem US-Bundesgericht wurde zum zweiten Mal verschoben: vom 12. Januar auf den 4. Februar 2004. Das teilte ABB am Freitag mit.


HB ZÜRICH. Der defizitäre Konzern machte administrative Gründe für den erneuten Aufschub verantwortlich. Auf das Ergebnis der Anhörung habe der Aufschub jedoch keinen Einfluss. ABB sei weiter zuversichtlich, dass das Gericht den Vergleich bestätigen werde. Ursprünglich war das Hearing auf den 16. Dezember 2003 angesetzt worden. Nach dem Bekanntwerden der erneuten Verzögerung fielen die ABB-Aktien in die Verlustzone.

Die weitere Verzögerung ist gemäß Experten für ABB zwar unangenehm, aber wirtschaftlich ohne größere Bedeutung. Denn in den vergangenen Tagen wurde ABB finanziell auf deutlich stabilere Füße gestellt. Im November hatten die Aktionäre einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Zudem legte der Konzern eine Anleihe auf und erhielt von den Banken eine neue Kreditlinie. Mit dem erhöhten finanziellen Spielraum hat sich auch die Bedrohung durch die Asbest-Klagen verringert.

ABB hatte in zähen Verhandlungen einen Vergleich im Volumen von 1,3 Milliarden Dollar mit mehr als 100 000 Klägern gegen die ABB-Tochter Combustion Engineering erarbeitet. Im Juli hatte ein US-Bezirksgericht diesen genehmigt. Gegner, etwa einzelne Krebspatienten und Versicherungen, hatten dagegen jedoch Berufung eingelegt. Ende November hatte Steven Kazan, der Anwalt der Gegner des Vergleichs, erklärt, die Einsprachen nötigenfalls bis ans höchste US-Gericht weiterziehen.

Die Beilegung der Asbest-Problematik ist für ABB wichtig, weil ein Teil des Geschäfts, das ABB zum Schuldenabbau verkaufen will, in Beziehung zu Asbest steht. Das gilt etwa für Lummus Global, die Downstream-Einheit der Division Öl, Gas und Petrochemie (OGP).