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Vollständige Version anzeigen : Osteuropa .... etwas zur Beimischung (why not ) !


Ralph
07.11.2000, 18:36
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Osteuropa-Fonds - Beimischung

Lateinamerika, also Mittel- und Südamerika würden nach Asien die zweitgrößte Region sogenannter Schwellenländer bieten, berichtet der FID in einem Marktausblick. Die meisten Investments der Lateinamerika-Fonds würden auf Brasilien und Mexiko entfallen, da diese die höchste Marktkapitalisierung aufweisen würden. Die beiden Aktienmärkte Argentiniens und Chiles seien weniger als halb so groß und die anderen Länder der Region dürften bei internationalen Investoren keine große Rolle spielen, da sie über kaum funktionierende Kapitalmärkte verfügen würden.

Brasilien und Mexiko seien dagegen im mehrfacher Hinsicht attraktiv. So würde Mexikos Wirtschaft von der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA profitieren, aber auch die politische Situation wäre stabil. Die gute konjunkturelle Entwicklung werde durch die liberale Wirtschaftspolitik begünstigt. Die Aktien der mexikanischen Unternehmen würden aufgrund der guten Gewinnentwicklung im Durchschnitt nur noch das acht- bis zehnfache ihrer Gewinne kosten, was im internationalen Vergleich sehr günstig wäre. Dagegen wären brasilianische Aktien zwar etwas teurer, aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zehn nicht zu teuer. Dank der Abwertung der eigenen Währung würden sich die Exporte gut entwickeln und die Inflation sinken. Daher dürften beide Länder zu den aussichtsreichen Emerging Markets gehören. Allerdings würde Gefahr bestehen aufgrund der großen Abhängigkeit von den USA und dem internationalen Kapital. So könnte es, wie in der Vergangenheit geschehen, bei Vertrauenskrisen zu einem raschen Abzug der Gelder führen, diese Gefahr dürfte noch auf Jahre bestehen. Dennoch würden sich nach Meinung des FID, Lateinamerika-Fonds als kleine Depotbeimischung in einem langfristig ausgerichteten Depot anbieten.

Die mittel- und osteuropäischen Länder des früheren Ostblockes würden eine nach der Marktkapitalisierung kleinere, aber durch unmittelbare geographische Nähe eine bekanntere Emerging Market Region bilden. Die Entwicklung in den zentraleuropäischen Staaten wären durch große Anstrengungen, möglichst bald die Kriterien für eine EU-Aufnahme zu erfüllen, geprägt. Neben kleineren Staaten wie Slowenien, den baltischen Länder hätte vor allem Ungarn einen großen Teil der Wegstrecke schon zurückgelegt. Die politischen Verhältnisse seien stabil, weiterhin würden die Banken- und Unternehmensreformen die Wirtschaft nach westlichen Maßstäben trimmen. Die Bemühungen in Polen und Tschechien würden Fortschritte zeigen, Leistungsbilanz- beziehungsweise Haushaltsdefizit wären aber noch Schönheitsfehler. Auch die Slowakei sei zuletzt auf Westkurs gegangen. Dagegen würden auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion gänzlich andere Zustände herrschen, dennoch würden Manager von Osteuropa-Fonds auch dort schon mal das ein oder andere Investment finden. Daher würden sich nach Ansicht des FID auch Osteuropa-Fonds auf dem aktuellen Niveau als eine sinnvolle Depotbeimischung anbieten.

Quelle: http://www.fondscheck.de/
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Ralph

KA111
10.03.2001, 19:35
Solange die Börsenstimmung richtig schlecht ist, sollte man sich - nicht nur aus Langeweile, sondern auch der Streuung halber mit der Langfrist-Fantasie von EU-Beitritts-Kandidaten beschäftigen. Wann denn sonst? Sparpläne für den Average-Effekt sind etwas für den wohlig-beruhigten Teddy-Bären im Bett Mein ich. Was kann man falsch machen? Wüßte nicht, was....


Boom in Budapest

Mit Osteuropa-Fonds können Anleger von der EU-Erweiterung profitieren

Von Elke Dolle-Helms

Wir empfehlen Investoren, sich heute in Osteuropa zu positionieren und kurz vor dem EU-Beitritt Gewinne zu realisieren", sagt Jürgen Kirsch, Manager des Griffin Eastern European Fund. Das Argument des Osteuropa-Experten: Die Aktienmärkte in Ländern wie Ungarn, Polen und Tschechien dürften durch den bevorstehenden EU-Beitritt im Jahre 2004 oder 2005 einen kräftigen Schub erfahren. Zum Vergleich: Als Griechenland dem Europäischen Währungssystem 1998 beitrat, schoss der Athener Aktienindex innerhalb von drei Jahren um 500 Prozent in die Höhe.
Hinzu kommt: Nach Meinung vieler Fondsmanager profitieren die osteuropäischen Staaten auch von der politischen und ökonomischen Stabilisierung Russlands. Kirsch: "Zum ersten Mal haben wir heute in Russland einen politischen Konsens zwischen Parlament, Regierung, Präsident und Bevölkerung." Im Unterschied zu Präsident Jelzins Zeiten habe Russland heute eine handlungsfähige Regierung unter dynamischer Leitung, die auch unpopuläre Maßnahmen ergreifen könne. Das beste Beispiel sei die über Jahre hinweg diskutierte Steuerreform, die nur wenige Wochen nach Putins Amtsübernahme verabschiedet worden sei und einen Einkommensteuersatz von 13 Prozent festschreibe. Das Land weise heute insgesamt die besten fundamentalen Rahmenbedingungen seit der Gründung der Russischen Föderation im Jahr 1991 auf.
Auch Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, schätzt die wirtschaftliche Entwicklung Russlands positiv ein: "Das Land ist auf dem richtigen Weg, es gibt eine neue Bereitschaft der Regierung, über Investitionen und die Beseitigung von Investitionshemmnissen zu reden."
Bis zu fünfzig Prozent Gewinn an der Warschauer Börse
Doch vor allem Zentraleuropa wird in den nächsten Jahren wirtschaftlich schnell vorankommen, darunter an erster Stelle die drei EU-Aspiranten Ungarn, Polen und Tschechien. Fallende Zinsen, rückläufige Inflation und solide Unternehmen, deren Management westlichen Standards entspricht, sorgen für die richtigen Rahmenbedingungen. Die Fondsmanager haben diese Länder in ihrer Anlagestrategie entsprechend übergewichtet. Während Jürgen Kirsch vor allem russische Telekom-, Öl-, Metall- und Energieunternehmen favorisiert, setzt Ekaterina Svetlova, Managerin des Osteuropa-Fonds der Dresdner-Bank-Tochter DIT, auf Ungarn.
In diesem Jahr soll die ungarische Wirtschaft nach Angaben des Budapester Wirtschaftsministeriums um mehr als sechs Prozent wachsen. Spencer Jakab, Osteuropa-Analyst der Investmentbank Crédit Suisse First Boston traut der Börse in Budapest in den kommenden Monaten gar ein Plus von über 30 Prozent zu. Wirtschaftliches Potenzial sieht Jakab nicht zuletzt wegen des hohen Ausbildungsniveaus im Land. Längerfristig positiv wertet er auch den Aufbau eines neuen Mittelstandes. Denn noch heute dominieren nur fünf Aktien die Budapester Börse: der Telekommunikationsanbieter Matav, die OTP Bank, der Ölkonzern Mol, der Pharmariese Gedeon Richter und das Chemieunternehmen Borsodchem.
Rasant dürfte auch das Wachstumstempo Polens bleiben. Zwischen 30 und 50 Prozent könnte die Warschauer Börse in diesem Jahr zulegen, das Wirtschaftswachstum um weitere fünf Prozent steigen, prognostizieren Analysten. Neben Ungarn will auch Polen seine Vorbereitungen auf den EU-Beitritt bereits im kommenden Jahr abschließen. Polens Wirtschaft soll in diesem Jahrzehnt etwa doppelt so schnell wachsen wie die deutsche oder die französische. Bob Creamer von der Raiffeisen-Zentralbank in Warschau geht davon aus, dass die Zinsen im kurzfristigen Bereich in den kommenden Monaten von 19 auf 15 Prozent sinken werden. Das wäre zweifelsohne ein gutes Signal für den Aktienmarkt. Fondsmanager setzen vor allem auf den polnischen Handyriesen Elektrim oder Polens größte Privatkundenbank Pekao.
Mark Mobius, Schwellenländer-Spezialist und Manager des Templeton Eastern Europe Fund, hat derzeit 37 Prozent seines Fondsvermögens in Polen investiert. Dafür spreche nicht nur die boomende Wirtschaft, sondern auch das sehr günstige Kursniveau der Aktien. Weitere 15 Prozent des Anlegergeldes sind in Ungarn, zehn Prozent in Österreich investiert. Eher vorsichtig engagiert sich Mobius dagegen in Russland und in Tschechien.
Thomas Gerhardt von der zur Deutschen Bank gehörenden Fondsgesellschaft DWS pflichtet ihm bei. Russland habe im vergangenen Jahr stark vom Ölpreis profitiert, nun seien die Wachstumsfantasien dagegen weitgehend aus dem Markt verschwunden. Eine Ansicht, die Griffin-Fondsmanager Jürgen Kirsch und auch Markus Wassmer, zuständig für den Finter Emerging Markets Fonds, nicht teilen. Beide haben Russland-Aktien nach Auswertung der jüngsten ökonomischen Daten in ihren Fonds übergewichtet.
Für Anleger, die auch Verluste verkraften können, lohnt die Überlegung, jetzt in einen Osteuropa-Fonds einzusteigen. Nach den jüngsten Einbrüchen im vergangenen Jahr winken dort wieder ansehnliche Gewinne. Im vergangenen Jahr hatten die Investoren tatsächlich wenig Freude an ihren Anlagen. Dies hat einen einfachen Grund: Immer dann, wenn die entwickelten Märkte ins Stocken geraten - wie jüngst die USA -, leiden auch die aufstrebenden Schwellenländer. Zwar hängt Osteuropa nicht annähernd so stark am wirtschaftlichen Tropf der Amerikaner wie die aufstrebenden asiatischen und südamerikanischen Staaten, doch die Kurse stürzten auch im Osten kräftig.
Generell müssen Anleger eines bedenken: Fonds, die in die osteuropäischen Märkte investieren, sind größeren Kursschwankungen ausgesetzt als Fonds, die etwa in Nordamerika, in Westeuropa oder weltweit anlegen. Schwellenländer-Fonds bewegen sich in engen Märkten mit einem knappen Angebot an interessanten Aktien. In schlechten Zeiten haben die Fondsmanager daher nur sehr geringe Ausweichmöglichkeiten.
Wenn jedoch die Bullen an der Börse den Ton angeben, kann es auch kurzfristig gewaltige Kurssprünge geben. Fondsmanager Jürgen Kirsch rät daher, möglichst schnell zu investieren. Wenn die EU-Beitrittsfantasien erst einmal vollständig in die Aktienkurse eingepreist sind, dürfte es für Schnäppchenjäger zu spät sein.
(c) DIE ZEIT 10/2001



Gruß
KA111

Mr. KnowItAll
20.03.2001, 00:39
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Mr. KnowItAll
02.05.2001, 00:53
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Ralph
30.05.2001, 11:49
Ich möchte das Thema Euro-Konvergenz nochmal nach oben bringen.

Wie seht ihr das Risiko einer Anlage in Osteuropa-Fonds im Verhältnis der Rendite, die eine erfolgreiche EU-Aufnahme verspricht. Ich meine diese Länder werden in den Verbund aufgenommen .... die Frage ist wann und nicht ob !

Die potentiellen Beitrittskandidaten könnten in drei Gruppen unterteilt (Beitritt 2004 - 2010) werden:

Gruppe 1

- Polen
- Ungarn
- Tschechien
- Estland
- Slowenien
- Zypern

Gruppe 2

- Slowakei
- Lettland
- Litauen

Gruppe 3

- Bulgarien
- Rumänien
- Malta
- Türkei

Da mit einem Näherrücken auch die Zinsen in diesen Ländern nach unten gehen (vor allem Gruppe 1) sollten je nach Risikoprofil sowohl Aktien- als auch Rentenfonds (vielleicht sogar Währungsfonds) profitabel sein, da auch ausreichend Zeit zur Positionierung besteht.

Was meint Ihr ? ...... setzt jemand von euch auf die Konvergenz ?

Ralph