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Welteke erhält weiter Gehalt
Ex-Bundesbank-Präsident Ernst Welteke erhält auch nach seinem Rücktritt weiter sein volles Gehalt. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Informationen aus der Bundesregierung.
Welteke erhalte weiterhin so viel Geld wie als amtierender Präsident. Zumindest bis Ablauf seines regulären Vertrages im Jahr 2007 werde Welteke rund 350.000 Euro pro Jahr bekommen.
Die Regierung wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren und verwies auf die Zuständigkeit der Bundesbank. Bundesbank-Sprecher Wolfgang Mörke sagte auf Anfrage, ihm sei nichts von einer Regelung zu Weltekes künftigen Bezügen bekannt. Die so genannten Organverträge zur Anstellung des Bundesbank-Chefs enthielten keine Festlegungen zu Zahlungen nach einer Amtsaufgabe. Sie müssten vom Vorstand bestimmt werden. Ihm sei nicht bekannt, ob dies bereits geschehen sei.
Entscheidend sei gewesen, dass Welteke zurückgetreten sei, schreibt das Blatt weiter. Hätte der Vorstand ihn entlassen, hätte das Gremium eine Abfindung mit Welteke aushandeln müssen.
Die CDU kritisierte die Weiterzahlung des Gehalts für Welteke in voller Höhe. Ihr Haushaltsexperte Dietrich Austermann sagte der "Bild"-Zeitung, der Vorgang sei "nicht zu fassen". In jedem anderen Job gebe es Abschläge, wenn man vorzeitig ausscheiden müsse.
:mecker:
Quelle (http://www.n-tv.de/5235795.html)
Zwei sind einer zu viel
Noch eine Einladung: Zum Formel-1-Rennen in Monte Carlo. Da musste Ernst Welteke aufgeben. Die CDU will jetzt Eichels Rolle dabei aufklären
von Ulrich Reitz
Noch um 14 Uhr am Freitagnachmittag wollte Ernst Welteke zunächst einmal mit dem Kanzler die Lage erörtern. Der Bundesbankpräsident sagte, er werde jetzt Gerhard Schröder anrufen. Von Rücktritt war da keine Rede. Zumindest noch nicht.
Gut eine Stunde später war es um den "Partybanker" und "Raffzahn" geschehen. Der Vorstand der Bundesbank nahm die Entscheidung von Ernst Welteke zur Kenntnis und bedankte sich artig für seine Arbeit an der Spitze der deutschen Notenbank. Das Gespräch mit dem Kanzler, der sich in Hannover auf sein Geburtstagsfest vorbereitete, muss ernüchternd gewesen sein. Vielleicht sogar kurz und knapp.
13 Tage. Dann war er gefallen. Bundesbankpräsident Ernst Welteke gab am Freitagnachmittag auf. Allein gelassen von seiner SPD. Vom Kanzler. Allein gelassen vom Finanzminister. Ein seltsam intrigantes Schauspiel, in dem klar ist: Welteke hat Fehler gemacht. In dem aber noch nicht geklärt ist, welch unrühmliche Rolle Hans Eichel spielte.
Erst die "Adlon"-Affäre, dann Monaco. Gezielt wurden Informationen gespielt. Erst die Silvesternacht auf Einladung der Dresdner Bank in Berlin. Dann das Luxus-Wochenende im Juni 2003 in Monte Carlo auf Einladung von BMW-Finanzvorstand Krause. Übernachten auf einer Yacht, Dinner in der Rothschild-Villa. Das Rennen schick vom Balkon aus beobachtet.
Das Aus, nachdem die zweite Dummheit im Leben des Ernst Welteke publik wurde.
Dabei stand es nicht so schlecht um ihn. Im Vorstand der Bundesbank hatte man sich vor ihn postiert. In der kommenden, für Mittwoch anberaumten Sitzung stand zumindest kein Amtsenthebungsverfahren für den Präsidenten auf der Tagesordnung. Wer auch immer Welteke loswerden wollte - Monaco war der K.o.-Schlag.
Welteke ist weg. Jetzt tritt die Union auf den Plan und will Klarheit. Alarmiert von einem Bericht in WELT am SONNTAG ("Welteke in der Polit-Falle"), vermutet die Union, dass die Bundesregierung den Bundesbankchef mit einer Hetzkampagne aus dem Amt zu drängen versuchte.
Zwar wiesen Hans Eichel und sein Berater die Vorwürfe inzwischen zurück, doch die Union lässt jetzt nicht locker.
"Das, was Ihre Zeitung am vergangenen Sonntag zum Thema gemacht hat, ist trotzdem, auch nach Weltekes Rücktritt, nicht vom Tisch", so der Vorsitzende des Bundestagshaushaltsausschusses, Manfred Carstens (CDU). Der Finanzminister und sein Berater Klaus Peter Schmidt-Deguelle würden, so Carstens, "voraussichtlich in der Sitzung am 28. April befragt". Den Tagesordnungspunkt "Maßnahmen des Bundesfinanzministeriums über die Umstände der Teilnahme des Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, an der Feier zur Euro-Einführung zum Jahreswechsel 2001/2002" habe er bereits auf die Agenda gesetzt. Auch eine aktuelle Stunde zu dem Thema im Bundestag schließt Carstens nicht aus.
Auch Welteke attackierte, der Schweigepflicht des Amtes entledigt, Hans Eichel. In einer persönlichen Erklärung schrieb er: "Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Bundesministerium der Finanzen und mit ist irreparabel zerstört." Seine Integrität und die der Bundesbank werde "ständig weiter mit verzerrenden und falschen Darstellungen verletzt". Noch immer wisse er nicht, "was dem BMF an anonymen Schreiben zugegangen ist und was weiterhin den Medien zugespielt wird".
Noch Anfang dieser Woche hatte Welteke sein Sekretariat zusammenstellen lassen, welche und wie viele Einladungen eingehen würden. "Drei Seiten in wenigen Tagen" seien zusammengekommen, hatte Welteke gegenüber WELT am SONNTAG gesagt. "Durchschnittlich fünf am Tag". Da ließe sich immer etwas finden.
Welteke muss zu diesem Zeitpunkt geahnt haben: Das würde er nicht überstehen. Zumal Welteke als Präsident der Deutschen Bundesbank Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) ist. Die EZB hatte im Mai 2002, nach dem Berlin-Aufenthalt, einen strengen Ehrenkodex eingeführt. Darin ist geregelt, dass Ratsmitglieder keine Geschenke annehmen dürfen.
Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter - gegen Welteke. Grund: der Verdacht auf Vorteilsnahme. "Das kann sich noch hinziehen", sagt der Frankfurter Oberstaatsanwalt Rainer Schilling. "Ein Ende der Ermittlungen ist nicht in Sicht." Aber ermittelt wird auch gegen die anonymen Briefeschreiber, die zum Stein des Anstoßes wurden.
Die Suche nach einem Nachfolger für Welteke dürfte dagegen schneller vonstatten gehen. Drei Finanzexperten stehen dabei im Mittelpunkt: Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark, der Staatssekretär im Finanzministerium, Caio Koch-Weser, und dessen Kollege im Wirtschaftsministerium, Alfred Tacke. Während sich der CDU-nahe Stark vor allem in Notenbank-Kreisen einen hervorragenden Ruf erwarb, gilt Koch-Weser als Wunschkandidat von Finanzminister Hans Eichel. "Fraglich ist nur", so ein ranghoher Bundesbanker, "ob auch der Kanzler Herrn Koch-Weser unterstützt."
Bereits als Koch-Weser vor vier Jahren als Kandidat für den Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehandelt worden sei, "hielt sich der Kanzler mit überschäumenden Sympathiebekundungen zurück". Deshalb werden auch Alfred Tacke gute Chancen für den Chefposten der deutschen Bundesbank eingeräumt. Hochrangige Unionspolitiker loben den Schröder-Vertrauten als "Finanzexperten mit überparteilicher Akzeptanz".
Ernst Welteke, der noch am Freitag in ein Hotel im Schwarzwald flüchtete und "nun erst mal vergessen will", dürfte das nur noch am Rand interessieren. "Wenn ich mir nichts zu Schulden kommen lasse", hatte er noch im vergangenen Jahr gegenüber WELT am SONNTAG erklärt, "dann mache ich weiter bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2007 und ziehe mich dann zurück." Welteke lachte.
http://www.weltamsonntag.de/data/2004/04/18/266109.html?s=1
nu isser wech - und
ich u.a. gingen ja wohl einem schönen Nebenkriegsschauplatz
auf den Leim !!
Da pupt der W. auf Kosten der Bank im Adlon die Betten voll, das ist ein Wahnsinnsskandal!! :eek:
Und bei der SPD isser/war er auch noch!! :ek
Hier fliegt einem die Welt um die Ohren und uns wird dieser Vorfall wie
Hundefutter vorgeworfen, damit wir was zu schnattern haben.
Der Ackermann und Spiessgesellen zeigen uns das Victoryzeichen, die Leute,
die Millarden an der Ausschlachtung der DDR verdient haben, die Aktionäre lang gemacht haben usw.
kichern sich eins und machen 'ne Pulle auf,
sie haben jetzt den Welteke an den Flicken, wie schön das ablenkt. :gomad
Die Beziehungen von W. und den Banken hängen doch nicht davon ab ob er mal auf deren Kosten pennt.
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um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung
(mein Freund Antoine de Saint-Exupéry ) ;)
des öfteren in den Board's ....
Es wird bei der Beurteilung eines
Sachverhalts erwogen, von welcher Poltischen
Partei (meist werden die beiden Goßen genannt)
ein Protagonist ein Parteibuch besitzt.
Reiten die nicht (beide) ein totes Pferd?
Und wissen wir das nicht längst?
Nuckeln am leeren Euter :p
Mein lieber 2003 :)
unter jede Deiner Feststellungen würde ich bedenkenlos das Siegel der Realität setzen, gleichwohl etwas im Halse stecken bleibt:
Begreift sich nicht gerade die SPD seit Lassalle und Bebel als Partei des kleinen Mannes, die immer wieder "soziale Gerechtigkeit" in den Mittelpunkt ihres Handlungs- und Meinungsspektrums stellt; nicht müde wird, ihre Distance zu Gut- und Besserverdienenden durch Umverteilungswahn und ewigen Ausgleich darzustellen, während deren Repräsentanten sich nicht scheuen, dem (gleichen) dolce vita, um im Toskana-Fraktions-slang zu bleiben, wie ihre erklärten "Gegner" nachzugehen?
Mit anderen Worten:
Wäre BuBa-Ernst CDU-Mitglied,
könnte die SPD laut aufschreien - aber so bröckelt mal wieder die Fassade der zweitreichsten Partei der Welt... :lach
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