finkenberger
23.03.2009, 22:03
Ist die US Dollar-Stärke beendet ist?
Der USD konnte sich im 2. Halbjahr 2008 gegenüber dem EUR und dem CHF wieder festigen. Hauptantriebskräfte waren eine Flucht in liquide Anlagen und Repatriierungseffekte durch US-Investoren. Die Zinsdifferenz spielte in dieser Phase eine weniger starke Rolle (Grafik 2).
Diese USD Abschwächung ist sehr rasch eingetreten und mit einem aktuellen Wechselkurs von 1.42 notiert der USD derzeit viel schwächer als ich erwartet habe. Die entschiedenen Zinssenkungen und die schlechter als erwarteten Handelsbilanzzahlen verstärkten zuletzt diese Bewegung.
Mit dem anhaltenden globalen Deleveraging der Banken, weiteren USD Repatriierungen und Zinssenkungen auch diesseits des Atlantiks gehe ich allerdings nicht von einer anhaltenden USD-Abschwächung im ersten Halbjahr 2009 aus, sondern erwarte vorübergehend nochmals eine Gegenbewegung.
Allerdings stimmen mich die längerfristig wirkende Faktoren, wie z. B. die explodierende US Staatsverschuldung, vorsichtig. Nach einer deutlichen Schwächephase des EUR gegenüber dem CHF im September und Oktober 2008 hat sich der EUR/CHF-Wechselkurs seither wieder auf markant höhere Niveaus zurückentwickelt. Verschiedene Faktoren sprechen für ein insgesamt stabiles Wechselkursniveau (1.52 – 1.62) im nächsten Jahr.
Der CHF profitiert von der vergleichsweise guten fiskalpolitischen Situation und einer starken Zahlungsbilanz der Schweiz. Der EUR wird hingegen durch ein im Vergleich attraktiveres Zinsniveau unterstützt.
Das GBP setzte in den letzten Wochen die Abwertung ungebremst fort. Belastend wirken die starke Rezession und die aufgrund der aggressiven Leitzinssenkungen fehlende Zinsunterstützung.
Wegen der bereits sehr starken Abwertung des GBP in diesem Jahr (rund 25% gegenüber dem USD; 22% gegenüber dem EUR) ist die Abwertungstendenz weit fortgeschritten und ich rechne mit einer Erholung, insbesondere gegenüber dem USD, im Laufe des Jahres 2009.
Der JPY wird durch die anhaltenden Risikoreduktionen unterstützt. Carry- Trades sind nicht mehr aktuell, sondern traditionelle Bewertungen und Messungen des fairen Wertes. Obwohl die japanische Exportindustrie bereits stark leidet, erwarte ich eine anhaltende JPY-Stärke.
Die rohstoffproduzierenden Dollar- Block- Währungen – CAD, AUD, NZD -haben in den letzten Monaten massive Kurskorrekturen durchlaufen. Für die nächsten Monate bleiben diese Währungen – abgesehen von zu erwartenden Gegenbewegungen – aufgrund der globalen Wirtschaftsabschwächung und der ebenfalls aggressiven Leitzinssenkungen unter Abwertungsdruck.
Die Ausgangslagen der verschiedenen Regionen und Länder in den Schwellenländern (Emerging Markets) sind sehr unterschiedlich.
Ebenso der verfügbare geld- und fiskalpolitische Spielraum. Die Notenbanken dürften jedoch den möglichen Handlungsspielraum so weit wie möglich nutzen und aktuell nicht an starken Heimwährungen interessiert sein.
Vesten HYPO AG, Zug-
CEO Stephan Wilhelm Endler
Der USD konnte sich im 2. Halbjahr 2008 gegenüber dem EUR und dem CHF wieder festigen. Hauptantriebskräfte waren eine Flucht in liquide Anlagen und Repatriierungseffekte durch US-Investoren. Die Zinsdifferenz spielte in dieser Phase eine weniger starke Rolle (Grafik 2).
Diese USD Abschwächung ist sehr rasch eingetreten und mit einem aktuellen Wechselkurs von 1.42 notiert der USD derzeit viel schwächer als ich erwartet habe. Die entschiedenen Zinssenkungen und die schlechter als erwarteten Handelsbilanzzahlen verstärkten zuletzt diese Bewegung.
Mit dem anhaltenden globalen Deleveraging der Banken, weiteren USD Repatriierungen und Zinssenkungen auch diesseits des Atlantiks gehe ich allerdings nicht von einer anhaltenden USD-Abschwächung im ersten Halbjahr 2009 aus, sondern erwarte vorübergehend nochmals eine Gegenbewegung.
Allerdings stimmen mich die längerfristig wirkende Faktoren, wie z. B. die explodierende US Staatsverschuldung, vorsichtig. Nach einer deutlichen Schwächephase des EUR gegenüber dem CHF im September und Oktober 2008 hat sich der EUR/CHF-Wechselkurs seither wieder auf markant höhere Niveaus zurückentwickelt. Verschiedene Faktoren sprechen für ein insgesamt stabiles Wechselkursniveau (1.52 – 1.62) im nächsten Jahr.
Der CHF profitiert von der vergleichsweise guten fiskalpolitischen Situation und einer starken Zahlungsbilanz der Schweiz. Der EUR wird hingegen durch ein im Vergleich attraktiveres Zinsniveau unterstützt.
Das GBP setzte in den letzten Wochen die Abwertung ungebremst fort. Belastend wirken die starke Rezession und die aufgrund der aggressiven Leitzinssenkungen fehlende Zinsunterstützung.
Wegen der bereits sehr starken Abwertung des GBP in diesem Jahr (rund 25% gegenüber dem USD; 22% gegenüber dem EUR) ist die Abwertungstendenz weit fortgeschritten und ich rechne mit einer Erholung, insbesondere gegenüber dem USD, im Laufe des Jahres 2009.
Der JPY wird durch die anhaltenden Risikoreduktionen unterstützt. Carry- Trades sind nicht mehr aktuell, sondern traditionelle Bewertungen und Messungen des fairen Wertes. Obwohl die japanische Exportindustrie bereits stark leidet, erwarte ich eine anhaltende JPY-Stärke.
Die rohstoffproduzierenden Dollar- Block- Währungen – CAD, AUD, NZD -haben in den letzten Monaten massive Kurskorrekturen durchlaufen. Für die nächsten Monate bleiben diese Währungen – abgesehen von zu erwartenden Gegenbewegungen – aufgrund der globalen Wirtschaftsabschwächung und der ebenfalls aggressiven Leitzinssenkungen unter Abwertungsdruck.
Die Ausgangslagen der verschiedenen Regionen und Länder in den Schwellenländern (Emerging Markets) sind sehr unterschiedlich.
Ebenso der verfügbare geld- und fiskalpolitische Spielraum. Die Notenbanken dürften jedoch den möglichen Handlungsspielraum so weit wie möglich nutzen und aktuell nicht an starken Heimwährungen interessiert sein.
Vesten HYPO AG, Zug-
CEO Stephan Wilhelm Endler