Ralph
16.10.2000, 11:56
AUSBLICK: Inflation im Euroraum erreicht im September neue Spitze - Experten
PARIS (dpa-AFX) - Die Inflation im Euroland wird nach Ansicht von Wirtschaftsexperten im September einen neuen Höchstwert erreichen. Mit Teuerungsraten von deutlich jenseits der 2,5% werde die Europäische Zentralbank (EZB) ihr selbstgesetztes Ziel von 2% abermals klar verfehlen, sagten Volkswirte am Montag in Paris. Der Vertrag von Maastricht nennt Preisstabilität als wichtigstes Ziel der EZB. Unter 30 von der Nachrichtenagentur AFX News befragten Ökonomen liegt die niedrigste Teuerungserwartung bei 2,5% und die höchste bei 2,8%. 21 Volkswirte geben eine Rate von 2,7% an, sieben nennen 2,6%, einer 2,5% und ein weiterer Ökonom 2,8%. Im August hatte der Harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HICP) bei 2,3% gelegen. Die Zahlen für September werden am Dienstag um 11.00 Uhr veröffentlicht. Die Teuerungsraten haben in fünf der vergangenen acht Monate über 2% gelegen. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte selbst eingestanden, dass die Teuerung in den kommenden Monate weiter über dem Zielwert liegen könne. Als Hauptgrund nennen Volkswirte die deutlich gestiegenen Öl- und Benzinpreise. Alle Euro-Volkwirtschaften hatten für den September bereits hohe Inflationsdaten von mehr als 2% vermeldet. Einer der Spitzenreiter waren die Spanier mit einer Teuerung von 3,7%. Der September HICP werde nochmals als eine "Peinlichkeit" für die EZB aufgefasst werden, erklärten Experten. Die Währungshüter hatten seit dem vergangenen Jahr ihre Leitzinsen bereits um 2,25 Prozentpunkte angehoben und trotzdem keine Preisstabilität gewährleistet. Duisenberg erwartet noch für die kommenden vier bis sieben Monate Inflationsdaten jenseits der 2%. Der EZB-Monatsbericht für Oktober habe diesen Standpunkt wiederum bekräftigt, erklärten Volkswirte. EZB-Direktoriumsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa hatte erklärte, dass die gegenwärtigen Teuerungsraten absolut keine Abkehr der EZB vom Preisstabilitätsziel sei. Der zeitweilige und unkontrollierbare Anstieg des gesamten Preisindex müsse vorsichtig betrachtet werden. So gingen die Höchststände vor allem auf die Ölpreise zurück, die in der Kernrate überhaupt nicht erfasst würden./wö/av/ms
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PARIS (dpa-AFX) - Die Inflation im Euroland wird nach Ansicht von Wirtschaftsexperten im September einen neuen Höchstwert erreichen. Mit Teuerungsraten von deutlich jenseits der 2,5% werde die Europäische Zentralbank (EZB) ihr selbstgesetztes Ziel von 2% abermals klar verfehlen, sagten Volkswirte am Montag in Paris. Der Vertrag von Maastricht nennt Preisstabilität als wichtigstes Ziel der EZB. Unter 30 von der Nachrichtenagentur AFX News befragten Ökonomen liegt die niedrigste Teuerungserwartung bei 2,5% und die höchste bei 2,8%. 21 Volkswirte geben eine Rate von 2,7% an, sieben nennen 2,6%, einer 2,5% und ein weiterer Ökonom 2,8%. Im August hatte der Harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HICP) bei 2,3% gelegen. Die Zahlen für September werden am Dienstag um 11.00 Uhr veröffentlicht. Die Teuerungsraten haben in fünf der vergangenen acht Monate über 2% gelegen. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte selbst eingestanden, dass die Teuerung in den kommenden Monate weiter über dem Zielwert liegen könne. Als Hauptgrund nennen Volkswirte die deutlich gestiegenen Öl- und Benzinpreise. Alle Euro-Volkwirtschaften hatten für den September bereits hohe Inflationsdaten von mehr als 2% vermeldet. Einer der Spitzenreiter waren die Spanier mit einer Teuerung von 3,7%. Der September HICP werde nochmals als eine "Peinlichkeit" für die EZB aufgefasst werden, erklärten Experten. Die Währungshüter hatten seit dem vergangenen Jahr ihre Leitzinsen bereits um 2,25 Prozentpunkte angehoben und trotzdem keine Preisstabilität gewährleistet. Duisenberg erwartet noch für die kommenden vier bis sieben Monate Inflationsdaten jenseits der 2%. Der EZB-Monatsbericht für Oktober habe diesen Standpunkt wiederum bekräftigt, erklärten Volkswirte. EZB-Direktoriumsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa hatte erklärte, dass die gegenwärtigen Teuerungsraten absolut keine Abkehr der EZB vom Preisstabilitätsziel sei. Der zeitweilige und unkontrollierbare Anstieg des gesamten Preisindex müsse vorsichtig betrachtet werden. So gingen die Höchststände vor allem auf die Ölpreise zurück, die in der Kernrate überhaupt nicht erfasst würden./wö/av/ms
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