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Vollständige Version anzeigen : Es wird wärmer


Förster
01.11.2004, 10:37
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,325881,00.html

ERDERWÄRMUNG

Polar-Eis schmilzt immer schneller

Die globale Erwärmung lässt das Eis am Nord- und Südpol schneller schmelzen als bisher erwartet. Der Anstieg der Temperaturen durch den Treibhauseffekt löst nach Warnungen von Wissenschaftlern auch immer mehr Naturkatastrophen wie jüngst die Hurrikane in der Karibik, die Taifune im Westpazifik sowie Dürren und Überschwemmungen aus.

Peking - Die Bedrohung der Ökosysteme durch den Klimawandel und die Gefahren für die Nahrungsmittelversorgung seien schon heute in vielen Regionen der Erde spürbar, stellten 60 Experten aus 26 Ländern auf einer Klimakonferenz in Peking fest. Die Fachleute hatten bis Sonntag vier Tage ihr Wissen ausgetauscht.

"Es gibt große Gefahren durch Klimaveränderungen, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden", sagte am Sonntag der Ozeanexperte und Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Er sprach von "alarmierenden Beobachtungen" am Nordpol und in der westlichen Antarktis, wo das Eis schneller als vorhergesagt wegschmelze. "Es passiert mit einer Geschwindigkeit, die vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten worden wäre." Der Meeresspiegel steige schneller, auch drohten Veränderungen der Meeresströme. Rahmstorf warnte vor einem "völligen Zusammenbruch des Nordatlantikstroms", der in Europa zu einer abrupten Abkühlung und einem Anstieg des Meeres um einen Meter führen würde.

Für die Umweltkonferenz im Dezember in Buenos Aires versuchten die Experten nach Regionen zu definieren, was dort eine "gefährliche" Störung des Klimasystems darstellt, die nach Artikel 2 der Uno-Klimakonvention von 1992 verhindert werden muss. Dabei wurden Regionen wie Grönland, wo die Erwärmung viel schneller voranschreitet, Afrika, Südasien, China, Australien, die Amazonas- Region, Russland, die Karibik und die Pazifikinseln schon bei geringen Erwärmungen von ein oder zwei Grad als besonders gefährdet eingestuft. Experten rechnen bis 2030 bereits mit einem Anstieg der Temperaturen um 1,5 bis 3,5 Grad.

Die Wissenschaftler begrüßten Russlands Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der klimagefährlichen Gase. Dies bringe den Prozess zur Verringerung der Treibhausgase endlich in Gang. Doch sei es nur ein "erster kleiner Schritt". Statt der vereinbarten Reduktion um 5 Prozent unter das Niveau von 1990 wären eigentlich 60 Prozent nötig, sagte Rahmstorf. Der Umweltexperte Atiq Rahman aus Bangladesch unterstrich, die Industrieländer müssten beim Abbau der Treibhausgas-Emissionen vorangehen, wenn künftig auch aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China mitmachen sollen.

verlustx
03.11.2004, 20:54
servus förster....bemerkenswerter u. lesenswerter bericht.....thema haben wohl schon alle eingepreist ;)

Förster
03.11.2004, 21:06
eingepreist, wie geht das? :rolleyes:

Ibykus
03.11.2004, 21:10
wen juckts? :zz

Förster
03.11.2004, 21:13
was meinst iby?

Ibykus
03.11.2004, 21:40
erzähl mal den Amis was von schmelzenden Polen - ich glaub, die verwechseln das dann mit dem Auslöschen ihrer Koalitionäre im Irak! :rolleyes:

Förster
12.11.2004, 08:47
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,327309,00.html

SCHMELZENDE GLETSCHER

Flutwellen bedrohen Dörfer im Himalaja

Die Eismassen im Himalaja gleichen tickenden Zeitbomben, warnen Forscher. Schmelzendes Eis lasse die Gletscherseen immer weiter anschwellen. Wenn deren Ränder wegbrechen, könnten gigantische Flutwellen die Täler treffen.

"Es ist höchste Zeit für Studien vor Ort, um die Situation abschätzen zu können", sagte Arun Bhakta Shrestha von Nepals Ministerium für Hydrologie und Meteorologie. "Ansonsten kann uns jederzeit eine große Naturkatastrophe treffen."

Shrestha warnt vor den schmelzenden Gletschern, deren Wasser immer größere Seen bilde. Seit Anfang der neunziger Jahre habe es keine systematische Erforschung des Phänomens mehr gegeben, sagte der Wissenschaftler dem Online-Nachrichtendienst der BBC. Das Leben von tausenden Menschen in der Region sei in Gefahr.

2300 der insgesamt 3300 Gletscher im nepalesischen Teil des Himalajas speisen Seen. Deren Wasserstand steigt nach Aussagen von Umweltexperten langsam, aber stetig an. Als Ursache gilt die globale Erderwärmung. Niemand wisse genau, wie viele Seenränder kurz vor dem Zerbersten stünden, beklagte Shrestha. Zudem gebe es keinerlei Warnsystem für die talwärts liegenden Dörfer.

In den vergangenen 30 Jahren kam es schon häufiger zu Überflutungen in dem Hochgebirge. So lief 1985 der Gletschersee Dig Tsho in Nepal über. Die Fluten rissen damals 14 Brücken mit und beschädigten die Baustelle eines Wasserkraftwerks. Die Flutwelle eines anderen Gletschers tötete 20 Menschen.

Bereits vor zwei Jahren hatte Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep), vor Flutkatastrophen im Himalaja gewarnt. Der Wasserpegel von 44 Gletscherseen sei so stark angestiegen, dass die Situation bedrohlich werde, erklärte Töpfer damals. Der Treibhauseffekt habe die Temperaturen in Nepal und Bhutan seit den siebziger Jahren um fast ein Grad steigen lassen.

Die Folgen sind deutlich sichtbar: Jedes Jahr schrumpfen die Gletscher in Bhutan um rund 40 Meter, in Nepal sogar um bis zu 100 Meter. Das Wasser strömt in die Bergseen, deren Pegel immer weiter steigt. So hat sich allein das Volumen des Tsho-Rolpa-Sees in Nepal seit Ende der fünfziger Jahre versechsfacht, erklärte der zuständige Unep-Regionaldirektor.

"Wir müssen dringend unsere Gletscherdaten auf den neuesten Stand bringen", sagte Shrestha. "Ansonsten können wir keine Warnungen geben, wenn eine Katastrophe bevorsteht."

Langfristig könnte die globale Erwärmung sogar bewirken, dass es zu wenig Wasser in der Region gibt, fürchten Geoforscher. 70 Prozent des Ganges-Wassers stammt aus nepalesischen Flüssen. Je mehr Gletschermasse verschwindet, desto weniger Wasser steht zur Verfügung. In den schlimmsten Szenarien sinkt die Wassermenge in manchen Flüssen um bis zu 90 Prozent.

Förster
12.11.2004, 08:49
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,327414,00.html

KLIMASCHOCK

Wenn die Erde zum Schneeball gefriert

Von Helmut Horch

Die Warnungen von Wissenschaftlern klingen immer dramatischer: Die Erde erhitzt sich rapide, die Gletscher schmelzen dahin, katastrophale Fluten drohen. Vor 750 Millionen Jahren geriet das Klima schon einmal aus den Fugen: Die Erde fror fast völlig ein.

"Die Erde sieht aus wie ein blauer Edelstein in der Finsternis des Alls!", schwärmte der amerikanische Astronaut Frank Borman während des ersten bemannten Fluges zum Mond im Dezember 1968 über den Planeten der Meere.

Doch blau war die Erde nicht immer. Anfangs wirbelte sie als feurige Kugel durchs All. Abgekühlt mag sie eine Zeit lang düster ausgesehen haben, bis sich Atmosphäre und Ozeane gebildet hatten und sie blau schimmern ließen. Manchmal aber war sie auch einfach nur glitzernd weiß - umhüllt von einem Panzer aus Eis.

Schon mehrmals in ihrer Geschichte ist die Erde für Millionen Jahre zum Schneeball geworden. Während dieser Mega-Eiszeiten herrschten, so schätzen Paläoklimatologen, Temperaturen von minus 50 Grad Celsius. Daneben gab es öfter auch Vereisungen geringeren Ausmaßes: Allein dreimal in den letzten 500.000 Jahren waren Teile Nord- und Mitteleuropas, Nordasiens und Nordamerikas für jeweils Zehntausende von Jahren kilometerdick von Eis bedeckt.

Auf dem Höhepunkt des vorerst letzten dieser Eisvorstöße vor 20.000 Jahren reichten die Gletscher von Skandinavien bis in den heutigen Hamburger Raum und über Berlin hinaus. Noch weiter, bis nach Sachsen und ins Ruhrgebiet, war das Eis in den beiden vorangegangenen Eiszeiten vorgedrungen.

Nach Meinung von Experten leben wir auch derzeit noch in diesem Eiszeitalter und warten lediglich auf die nächste größere Vereisung, die wahrscheinlich in einigen tausend Jahren folgen wird.

Die noch frischen Spuren vergangenen Eises liegen in der Landschaft offen zutage: Moränen und Urstromtäler, Seenplatten, Sand- und Schotterflächen sowie unzählige Findlinge.

Das Eis hat große Mengen von Gesteinstrümmern aufgenommen und über Hunderte von Kilometern fortgetragen. In Norddeutschland zeugt eine durchschnittlich mehr als 100 Meter dicke Decke aus Sand und Ton, aus kleineren und größeren Felsbrocken von jener Zeit, als dort arktische Temperaturen herrschten. Wo immer das Eis festen Untergrund überfuhr, hat es den Fels geschliffen und geschrammt.

Auf dem Höhepunkt der jüngsten Kälteperiode waren weltweit etwa 30 Prozent aller Landflächen von Gletschern bedeckt. Heute liegen noch rund zehn Prozent des Festlandes, hauptsächlich in der Antarktis und auf Grönland, unter Eis. Aber die längste Zeit der Erdgeschichte befand sich an den Polen überhaupt kein Eis.

Nachdem es Forschern gelungen ist, weit in die klimatische Vergangenheit der Erde zurückzublicken, haben sie herausgefunden, dass das Klima immer wieder beträchtlich geschwankt hat. Meist war es wärmer als heute, aber immer wieder eben auch weitaus kälter.

Die Erklärung solcher Schwankungen stellt die Experten vor große Schwierigkeiten: Klimatologen kennen zwar zahlreiche Faktoren, die das Klima beeinflussen, doch sie sind weit davon entfernt, deren kompliziertes Zusammenwirken zu verstehen.

Je nach Beschaffenheit der Erdoberfläche wird die von der Sonne eingestrahlte Energie in ganz unterschiedlichem Ausmaß aufgenommen oder zurückgeworfen. Die Meere reflektieren nur drei bis zehn Prozent des senkrecht einfallenden Lichts, Wiesen und Felder zwölf bis 30 Prozent, eine geschlossene Wolkendecke 45 bis 80 Prozent, eine von Neuschnee bedeckte Fläche 75 bis 95 Prozent. Wasser speichert weitaus größere Wärmemengen als Land oder gar Eis - und kann deshalb auch viel mehr Wärme an die Atmosphäre zurückgeben.

Luft- und Meeresströmungen transportieren gewaltige Energiemengen aus äquatornahen Zonen in Richtung der Pole. Ohne eine derartige Zusatzheizung, ohne Golfstrom und westliche Winde, wäre beispielsweise Mitteleuropa ein unwirtliches Land wie etwa Labrador jenseits des Atlantiks auf gleicher geographischer Breite.

Von der Sonnenenergie angetrieben, steigt aus den Ozeanen der größte Teil der Wassermengen, die über Land niedergehen, in die Atmosphäre auf. Ausreichender Niederschläge bedarf es, damit an Land Pflanzen gedeihen können, die wiederum durch Verdunstung zu dem Wasserkreislauf beitragen. Auch das Eis der Erde braucht zu seiner Erhaltung außer Kälte Niederschläge. Mangelt es an einem von beiden, schrumpft das Eis. Denn wo kein Eis mehr gleißt, reflektiert die Landschaft weitaus weniger Sonnenenergie - was eine Erwärmung einleiten oder verstärken kann.

"Das Klima", so eine moderne Definition des Klimatologen Christian-Dietrich Schönwiese, "ist eine Folge der Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Lithosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre und Biosphäre der Erde. Neben diesen Wechselwirkungen unterliegt es externen Einflüssen." Als extern bezeichnen Klimatologen Faktoren, die das Klima einseitig, ohne Wechselwirkungen beeinflussen.

Als im 19. Jahrhundert Forscher erstmals Spuren einer Eiszeit entdeckten, mochten viele Wissenschaftler zunächst nicht daran glauben. Dabei waren die Hinweise eindeutig. Gletscherschutt ist noch nach Millionen oder gar Milliarden Jahren gut von Sedimenten zu unterscheiden, die von Wasser transportiert und abgelagert worden sind: Während von Wasser abgesetzte Sedimente meist geschichtet sind und innerhalb einer Schicht die Größe der einzelnen Teilchen in etwa übereinstimmt, hinterlassen Gletscher nach dem Abschmelzen ein Durcheinander.

Bereits damals berichteten Wissenschaftler über Vereisungen aus weit zurückliegenden Erdzeitaltern. Eiszeiten, so wurde bald klar, hat es immer wieder gegeben, die ältesten, nach heutigem Forschungsstand, vor 2,3 Milliarden Jahren. Insgesamt sind in der Chronik der Gesteine mindestens sechs Eiszeitalter vor dem derzeitigen verzeichnet.

Besonders reichlich fündig wurden die Forscher in etwa 750 bis 580 Millionen Jahre alten Gesteinen. Die Spuren dieser nach einem norwegischen Fjord benannten "Varanger-Vereisung" finden sich heute auf allen Kontinenten. Verblüfft registrierten die Wissenschaftler, wie mächtig die Ablagerungen aus Gletscherschutt teilweise sind: bis zu 700 Meter dick in Ostgrönland, bis zu 6000 Meter in Australien.

Vereist waren sogar Gebiete, die damals in der Nähe des Äquators lagen - und zwar selbst in Meereshöhe, während sich Eis in den Tropen heute nur in Höhen über 5000 Meter hält.

Dass das Varanger-Eis weltweit verbreitet war, konnte sich lange Zeit niemand vorstellen. Doch in den Sechzigerjahren ergaben Klimamodellierungen, dass die Erde zwangsläufig zum Schneeball gefriert, wenn sich die polaren Eiskappen mit ihrer extrem starken Reflexion des Sonnenlichts über den nördlichen und südlichen 30. Breitengrad hinaus ausbreiten.

Die begonnene Abkühlung wird durch die Ausbreitung des Eises immer weiter verstärkt, bis sich der Prozess von einem bestimmten Punkt an, so das Ergebnis dieser Modellierungen, unaufhaltsam beschleunigt.

Wie konnte, wenn dies zutrifft, das Eis dann aber jemals wieder abschmelzen?

Diese Frage wurde erst in den Neunzigerjahren durch eine Hypothese schlüssig erklärt - und die löste zugleich ein weiteres Rätsel: die Frage nämlich, weshalb unmittelbar über den Relikten einer extrem kalten Welt, ohne jeden Übergang und relativ schnell entstanden, dicke Schichten aus einem Kalkstein liegen, wie er heute in warmen, flachen Meeren abgesetzt wird, etwa bei den Bahamas.

Der Schlüssel zur Umkehr war Kohlendioxid - so das Szenario der US-Wissenschaftler Paul Hoffman und Daniel Schrag. Dieses Gas, mit dem die Menschheit heute durch ihre maßlose Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas den Treibhauseffekt verstärkt und so das globale Klima beeinflusst, wird auch von Vulkanen ausgestoßen. Es verbindet sich (über Zwischenschritte) normalerweise mit Kalzium - das durch Verwitterung von Gesteinen an Land freigesetzt und von Flüssen in die Ozeane gespült worden ist - zu Kalkstein. So wird das Kohlendioxid der Atmosphäre wieder entzogen.

Vulkane waren auch zur Zeit der Schneeball-Erde aktiv - und brannten sich durch den Eispanzer. Aber auf den eisbedeckten Kontinenten wurde kein Kalzium frei, mit dem sich das Kohlendioxid hätte verbinden können. So sammelte sich das Gas über viele Millionen Jahre in der Atmosphäre an. Berechnungen zufolge hat es irgendwann das 350fache des gegenwärtigen Kohlendioxid-Gehalts der Luft erreicht - und einen solchen Treibhauseffekt bewirkt, dass das erdumspannende Eis wieder auftaute.

Danach ging alles schnell. Das Eis begann zu schmelzen, und je stärker die Eisfläche schrumpfte, desto weniger Sonnenenergie wurde ins All zurückgestrahlt. Wasserdampf, ebenfalls ein starkes Treibhausgas, stieg aus den Ozeanen auf und trieb zusammen mit dem Kohlendioxid die globale Temperatur auf fast 50 Grad Celsius. Der inzwischen freigelegte Gesteinsschutt von Jahrmillionen auf den Kontinenten gab jetzt so viel Kalzium her, dass sich innerhalb weniger tausend Jahre die beobachteten mächtigen Kalksteinablagerungen über dem Gletscherschutt bilden konnten.

Ungelöst ist jedoch die Frage, was denn nun den Anstoß zu mehreren Schneeball-Vereisungen in der Zeit vor 750 bis 580 Millionen Jahren gegeben haben könnte. Dass die Sonnenstrahlung früher schwächer war - um vermutlich sechs Prozent -, kann nach Einschätzung der Experten nicht der Grund dafür gewesen sein: Schließlich hat die Sonnenenergie ja auch vor und nach der Schneeball-Periode ausgereicht, die Erde eisfrei zu halten.

Aber was führte dann zu solch extremen Vereisungen?

Allein um die vergleichsweise kleinen Klima-Eskapaden im gegenwärtigen Eiszeitalter zu begründen, sind Dutzende von Theorien aufgestellt worden. Etwa: Ist unser Sonnensystem in eine kosmische Staubwolke geraten, die Sonnenlicht abgeschirmt hat? Haben Vulkane extrem viel Asche in die Atmosphäre gespuckt? Hat eine Kollision der Erde mit Asteroiden oder Kometen zur Abkühlung geführt? War die Verschiebung der Kontinente, die Heraushebung Tibets, die Schließung einer mittelamerikanischen Meeresverbindung zwischen Atlantik und Pazifik die Ursache?

Keine dieser Erklärungen hat bislang allgemeine Anerkennung gefunden. Auch nicht die von dem serbischen Mathematiker Milutin Milanković in die Diskussion gebrachte These, geringfügige Veränderungen der Erdbahnelemente - also der Bahn der Erde um die Sonne, der Neigung ihrer Achse sowie deren Kreiselbewegung - hätten die jeweiligen Eisvorstöße ausgelöst.

Am wahrscheinlichsten ist, dass mehrere Faktoren zusammengekommen sind. Denn Klima resultiert aus vielfältigen Prozessen und komplizierten Wechselwirkungen. Klimatologen, die sich mit den leistungsfähigsten Computern bemühen, die vergleichsweise bescheidenen Auswirkungen des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts mit hinreichender Zuverlässigkeit vorherzusagen, wissen, wie ungemein komplex diese Prozesse ineinander greifen.

Auf absehbare Zeit muss also offen bleiben, weshalb die Erde einst zum Schneeball geworden ist.