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Vollständige Version anzeigen : Friedhelm Busch zu den Börsenaussichten


artistin
07.11.2000, 12:57
Hi,

hatte gestern die Gelegenheit, Friedhelm Busch live zu erleben und fasse mal kurz die Thesen seines wirklich spannenden Vortrages zusammen:

1. Rezession
Der Rückgang der Konjunktur war gewollt, die weiche Landung ist gelungen. Eine grosse Rezessionsgefahr sieht er nicht.

2. Inflationsängste
Inflationsgefahren sind seiner Meinung nach vom Tisch aus folgenden Gründen:
- der Ölpreis wird wieder unter 30 $ fallen (die OPEC-Staaten sind nicht gewillt, mit einem hohen Ölpreis die Entwicklung alternativer Energien zu fördern)
- die Arbeitsproduktiovität so gestiegen ist, daß höhere Löhne gerechtfertigt sind.
- in den heute globalisierten Märkten besteht soviel Wettbewerb, daß die Preise unter Druck bleiben werden. Als Beispiel sieht er z.B. die elektronischen Einkaufsplattformen im Internet, die den Unternehmen äußerst günstige Einkaufsmöglichkeiten bieten.
- die Deregulierung der Märkte durch die Staaten (vor allem in Europa)

3. Zinserhöhungen
Auch da sieht er keine Gefahr mehr, da sich das mit Punkt 1 widersprechen würde

4. Gewinnwarnungen
Ausgelöst durch den schwachen Euro, den hohen Ölpreis und die Meinung der Amerikaner, daß nach 10 Jahren Aufschwung eine Seitwärts-/Abwärtsbewegung kommen muss, sieht er die Gewinnwarnungen der Unternehmen als berechtigt. Allerdings leiden darunter nur die Werte am Nasdaq, die bisher irrational überbewertet waren.

Seine Aussichten für die nächste Zeit:
- Die neuen Technologien werden die old economy und damit auch das Wirtschaftswachstum vorwärtstreiben
- Die Märkte in Europa werden stärker wachsen wie der amerikanische Markt. (Er sieht die Aussichten für die Nasdaq nicht so rosig). Deshalb hält er europäische Titel für sehr aussichtsreich
- Die Boombranchen der nächsten Jahre werden Informationstechnologie und Biotech sein, mit Einschränkung auch Logistik
- Von Japan, Südostasien und anderen Emerging Markets sind völlig uninteressant zur Zeit
- Er rät zu konjunkturabhängigen Branchen, vor allem Automobil- und Maschinenbauwerten (DCX, VW, Linde)
- Nicht kaufen würde er Konsumtitel (wg. des Margendrucks), Versorger und Finanztitel (wg. der hohen Personal- und Verwaltungskosten). Pikanterweise war das gestern eine Veranstaltung der Deutschen Bank....
- Vom neuen Markt rät er ab (natürlich), bedauert aber, daß im Zuge der Skandale auch hervorragende Titel unter die Räder kommen (z.B. Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften). Generell hält er den Neuen Markt für ein wichtiges Börsensegment.

Nur mal so zur Info http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif

grüsse
artistin http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif