Gert
02.01.2001, 21:32
Der Börsenauftakt ist gründlich misslungen:
Um mehr als 330 Punkte sinkt der Nemax50-Index auf 2.524 Zähler und testet neue Tiefstände. Auslöser für den 12% Sturz war eine Gewinnwarnung von Intershop, die das Vertrauen in die Wachstumswerte erschüttert. Wem kann man nun noch trauen?
Schon vor Börsenbeginn musste Intershop-Vorstandsvorsitzender Stefan Schambach seine Prognosen deutlich korrigieren . Was dann folgt, ist ein Abschlachten des E-Commerce-Software-Experten auf breiter Front. Nach Verlusten von über 70% schließt die Aktie auf 9,84 €. 143 Mio. € beträgt der Umsatz auf dem Frankfurter Parkett und im Xetra-Handel; 372 Mio. € wurden insgesamt umgesetzt. Gleichzeitig werden bei Umsätzen von insgesamt unter 20 Mio. € Brokat (- 27% auf 14,70 €) und Broadvision (-29% auf 10,40 €) mit in die Tiefe gerissen. Der Internet-Subindex verliert über 17%.
Dazu unser Hauptthema: Intershop ruiniert Vertrauen in den Neuen Markt mit einigen Originaltönen zum Thema .
Analysten stufen den ehemaligen Vorzeigewert, der bisher als ein Basisinvestment gesehen wurde, auf breiter Front ab. In einer Telefonkonferenz begründet Finanzvorstand Wilhelm Beeck das schwache Abschneiden vor allem mit sieben Projekten, die in den USA verschoben wurden. Außerdem würden d! ie Umsätze bei bereits abgeschlossenen Projekten unter Zahlungsrückständen der Kunden leiden. Der Geldbestand von 120 Mio. € würde nach den Planungen aber ausreichen, die Gewinnzone zu erreichen – und das entgegen vorherigen Meldungen von Nachrichtenagenturen noch in diesem Jahr.
Selbst SAP leidet im Deutschen Aktien Index (Dax) unter dem tief enttäuschten Vertrauen der Anleger und verliert 12% auf 131 €.
Der Nemax50 notiert nach einem Verlust von über 330 Punkten (12%) auf 2.524 Zählern. Der Nemax All Share verliert über 8% und behält 2.517 Zähler. Alle Subindices liegen zum Börsenschluss trotz dünner Nachrichtenlage im Minus. Der heutige Crash könnte noch nicht alles gewesen sein: Nicht wenige Marktteilnehmer sehen den Wachstumsmarkt kurzfristig noch deutlich tiefer.
Anscheinend läuten Intershop und Letsbuyit.com eine Phase der Übernahmen und schon angekündigter weiterer Pleiten an. So sehen die Analysten der Deutschen Bank in ihrer Abstufung den Technologiewert als Übernahmekandidaten; der erfolglose Co-Shopper hat nur noch wenig Geld in der Kasse und noch schlechtere Aussicht auf einen rettenden Engel mit einer großen Geldbörse. Mitte Dezember hatten die Niederländer - als erste Neue Markt Aktie mit einem Kurs von unter 1 € - von einem Fall des Rabattgesetzes profitiert
Quelle: WO
Gerthttp://www.stock-channel.net/Board/smilies/frown.gif
Um mehr als 330 Punkte sinkt der Nemax50-Index auf 2.524 Zähler und testet neue Tiefstände. Auslöser für den 12% Sturz war eine Gewinnwarnung von Intershop, die das Vertrauen in die Wachstumswerte erschüttert. Wem kann man nun noch trauen?
Schon vor Börsenbeginn musste Intershop-Vorstandsvorsitzender Stefan Schambach seine Prognosen deutlich korrigieren . Was dann folgt, ist ein Abschlachten des E-Commerce-Software-Experten auf breiter Front. Nach Verlusten von über 70% schließt die Aktie auf 9,84 €. 143 Mio. € beträgt der Umsatz auf dem Frankfurter Parkett und im Xetra-Handel; 372 Mio. € wurden insgesamt umgesetzt. Gleichzeitig werden bei Umsätzen von insgesamt unter 20 Mio. € Brokat (- 27% auf 14,70 €) und Broadvision (-29% auf 10,40 €) mit in die Tiefe gerissen. Der Internet-Subindex verliert über 17%.
Dazu unser Hauptthema: Intershop ruiniert Vertrauen in den Neuen Markt mit einigen Originaltönen zum Thema .
Analysten stufen den ehemaligen Vorzeigewert, der bisher als ein Basisinvestment gesehen wurde, auf breiter Front ab. In einer Telefonkonferenz begründet Finanzvorstand Wilhelm Beeck das schwache Abschneiden vor allem mit sieben Projekten, die in den USA verschoben wurden. Außerdem würden d! ie Umsätze bei bereits abgeschlossenen Projekten unter Zahlungsrückständen der Kunden leiden. Der Geldbestand von 120 Mio. € würde nach den Planungen aber ausreichen, die Gewinnzone zu erreichen – und das entgegen vorherigen Meldungen von Nachrichtenagenturen noch in diesem Jahr.
Selbst SAP leidet im Deutschen Aktien Index (Dax) unter dem tief enttäuschten Vertrauen der Anleger und verliert 12% auf 131 €.
Der Nemax50 notiert nach einem Verlust von über 330 Punkten (12%) auf 2.524 Zählern. Der Nemax All Share verliert über 8% und behält 2.517 Zähler. Alle Subindices liegen zum Börsenschluss trotz dünner Nachrichtenlage im Minus. Der heutige Crash könnte noch nicht alles gewesen sein: Nicht wenige Marktteilnehmer sehen den Wachstumsmarkt kurzfristig noch deutlich tiefer.
Anscheinend läuten Intershop und Letsbuyit.com eine Phase der Übernahmen und schon angekündigter weiterer Pleiten an. So sehen die Analysten der Deutschen Bank in ihrer Abstufung den Technologiewert als Übernahmekandidaten; der erfolglose Co-Shopper hat nur noch wenig Geld in der Kasse und noch schlechtere Aussicht auf einen rettenden Engel mit einer großen Geldbörse. Mitte Dezember hatten die Niederländer - als erste Neue Markt Aktie mit einem Kurs von unter 1 € - von einem Fall des Rabattgesetzes profitiert
Quelle: WO
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