Christian
14.02.2001, 15:28
Privatanleger ausgetrickst
Der durch Skandale erschütterte Neue Markt steht vor einem weiteren Eklat. Der amerikanische TV-Filmproduzent Team Communications Group hat die deutschen Anleger nicht rechtzeitig über drohende Verluste informiert. Überraschend hatte der neue Vorstandsvorsitzende der Team Communications, Michael Jay Solomon am Dienstagnachmittag in New York erklärt, dass sein Unternehmen Liquiditätsprobleme habe. Das Geschäftsjahr 2000 werde nicht mit einem Gewinn von 5 Millionen Dollar, sondern voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von bis zu 20 Millionen Dollar abschließen. Um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit stürzte die Team-Aktie daraufhin ins Bodenlose. Binnen weniger Minuten verlor das Unternehmen rund die Hälfte seines Börsenwertes. Die Leidtragenden waren die Privatanleger. Während institutionelle Investoren, die auf anderen Wegen über die Gewinnwarnung informiert waren, ihre Pakete rasch veräußerten, konnten die Kleinaktionäre auf den unerwarteten Kursverfall nicht reagieren. Denn die Ad-hoc-Mitteilung von Team Communications in Deutschland kam zu spät.
Während es in Amerika eine Ad-hoc-Mitteilung zu dem "plötzlich aufgetretenen Liquiditätsbedarf" bei Team Communications gab, blieb diese aktienrechtlich vorgeschriebene Meldung bis Börsenschluss in Frankfurt aus. Erst um 20.14 Uhr - also nach Ende der deutschen Handelszeit - kam die fatale Nachricht über die Ticker. Begründung des neuen CEO gegenüber manager-magazin.de: "Die Übersetzung eines solchen Textes braucht seine Zeit." Auffällig ist ferner, das es bereits in den Tagen zuvor hohe Umsätze in der Team-Aktie gab. Von dem Skandal betroffen ist die Frankfurter Gontard & Metallbank, die Team Communications als Konsortialführer Ende November 1999 an den Neuen Markt gebracht hatte. Gontard & Metallbank-Chef Lothar Mark erklärte gegenüber manager-magazin.de, dass auch er sich "betrogen" fühle, sollten sich die Informationen als wahr herausstellen. "Das ist schon reichlich unverschämt", kommentiert Mark die Informationspolitik des amerikanischen Filmproduzenten.
Auch die deutsche Tochtergesellschaft der Team Communications zeigte sich über die Meldungen aus Amerika erstaunt. Man sei über die Vorgänge nicht informiert worden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Stattdessen erfuhren die Münchner Mitarbeiter von dem CEO-Wechsel und der Gewinnwarnung aus dem Internet.
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Chris
Der durch Skandale erschütterte Neue Markt steht vor einem weiteren Eklat. Der amerikanische TV-Filmproduzent Team Communications Group hat die deutschen Anleger nicht rechtzeitig über drohende Verluste informiert. Überraschend hatte der neue Vorstandsvorsitzende der Team Communications, Michael Jay Solomon am Dienstagnachmittag in New York erklärt, dass sein Unternehmen Liquiditätsprobleme habe. Das Geschäftsjahr 2000 werde nicht mit einem Gewinn von 5 Millionen Dollar, sondern voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von bis zu 20 Millionen Dollar abschließen. Um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit stürzte die Team-Aktie daraufhin ins Bodenlose. Binnen weniger Minuten verlor das Unternehmen rund die Hälfte seines Börsenwertes. Die Leidtragenden waren die Privatanleger. Während institutionelle Investoren, die auf anderen Wegen über die Gewinnwarnung informiert waren, ihre Pakete rasch veräußerten, konnten die Kleinaktionäre auf den unerwarteten Kursverfall nicht reagieren. Denn die Ad-hoc-Mitteilung von Team Communications in Deutschland kam zu spät.
Während es in Amerika eine Ad-hoc-Mitteilung zu dem "plötzlich aufgetretenen Liquiditätsbedarf" bei Team Communications gab, blieb diese aktienrechtlich vorgeschriebene Meldung bis Börsenschluss in Frankfurt aus. Erst um 20.14 Uhr - also nach Ende der deutschen Handelszeit - kam die fatale Nachricht über die Ticker. Begründung des neuen CEO gegenüber manager-magazin.de: "Die Übersetzung eines solchen Textes braucht seine Zeit." Auffällig ist ferner, das es bereits in den Tagen zuvor hohe Umsätze in der Team-Aktie gab. Von dem Skandal betroffen ist die Frankfurter Gontard & Metallbank, die Team Communications als Konsortialführer Ende November 1999 an den Neuen Markt gebracht hatte. Gontard & Metallbank-Chef Lothar Mark erklärte gegenüber manager-magazin.de, dass auch er sich "betrogen" fühle, sollten sich die Informationen als wahr herausstellen. "Das ist schon reichlich unverschämt", kommentiert Mark die Informationspolitik des amerikanischen Filmproduzenten.
Auch die deutsche Tochtergesellschaft der Team Communications zeigte sich über die Meldungen aus Amerika erstaunt. Man sei über die Vorgänge nicht informiert worden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Stattdessen erfuhren die Münchner Mitarbeiter von dem CEO-Wechsel und der Gewinnwarnung aus dem Internet.
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Chris