Sascha
01.03.2001, 09:15
Wohin geht der Aktienkurs?
Die Turbulenzen mehren sich, die Spannung vor der heiß erwarteten Hauptversammlung steigt.
Düsseldorf/Duisburg - Noch nie wurde eine Hauptversammlung des Düsseldorfer Konzerns mit so viel Spannung erwartet wie das Aktionärstreffen an diesem Freitag in Duisburg. Hintergrund ist eine Erklärung des ThyssenKrupp-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwet, der Anfang Januar angekündigt hatte, bis zur Hauptversammlung Einvernehmen über eine Beendigung der in die Kritik geratenen Doppelspitze erzielen zu wollen. Seit der Fusion der beiden Ruhrkonzerne stehen Ekkehard Schulz und Gerhard Cromme gemeinsam an der Spitze des Unternehmens.
Ob Kriwet den Aktionären tatsächlich die erwartete Lösung vorlegen kann oder mit leeren Händen vor der Versammlung stehen wird, ist derzeit noch völlig unklar. In seiner Erklärung hatte der 69-Jährige zunächst einen Weg vorgezeichnet, der von vielen Beobachtern begrüßt worden war.
Kriwet hatte Rücktritt in Aussicht gestellt
Kriwet hatte dabei in Aussicht gestellt, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender "zu gegebener Zeit" zur Verfügung zu stellen, um damit einen Wechsel des bisherigen Konzernchefs Cromme an die Spitze des Kontrollgremiums zu ermöglichen. Ekkehard Schulz sollte dann als alleiniger Konzernchef die Geschäfte von ThyssenKrupp führen.
Seitdem mehren sich Gerüchte, dass die zunächst einfach erscheinenden Lösung an zahlreichen Widerständen scheitern könnte. Dabei ist auch der Aufsichtsratschef in die Kritik geraten. Kriwet selbst hatte die angestrebte personelle Neuorientierung bereits in seiner Erklärung mit dem Hinweis wieder in Frage gestellt, dass es "weder eine sachliche noch eine in den Personen liegende Notwendigkeit" für einen solchen Schritt gebe.
Zwei Jahre nach der Fusion noch immer Proporzdenken
Beobachter machen vor allem ein rund zwei Jahre nach der Fusion von Thyssen und Krupp immer noch vorhandenes Proporzdenken für Unstimmigkeiten verantwortlich. Das im Vorfeld des Zusammenschlusses sorgsam austarierte Kräfteverhältnis zwischen den beiden Altkonzernen könnte durch einen personellen Wechsel in Vorstand und Aufsichtsrat aus dem Gleichgewicht geraten - auch wenn das Proporzdenken offiziell längst als überwunden gilt. Kriwet und Schulz haben Karriere bei Thyssen gemacht. Cromme stand an der Spitze des Krupp-Konzerns.
Ein zur Hauptversammlung vorgelegter Gegenantrag eines Essener Kleinaktionärs, der Kriwet die Entlastung verweigern will, könnte vor diesem Hintergrund zum Eklat führen. Der an sich chancenlose Vorstoß könnte unversehens die Unterstützung mächtiger Aktionärsgruppen finden. Ebenso spektakulär könnte die Reaktion der Börse ausfallen, wenn am Freitag in Duisburg trotz der Ankündigung gar nichts passiert. "Keiner weiß, wo der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie dann am Freitagnachmittag steht", meinte ein Analyst.
gefrunden in: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,120221,00.html
Das Handelsblatt titelt sogar:
"Erbitterter Streit bei Thyssen-Krupp"
siehe auch Bericht: http://www.handelsblatt.com
Streit auf Kosten der (Klein-) Aktionäre http://www.stock-channel.net/Board/smilies/shakehead.gif
Exor
Die Turbulenzen mehren sich, die Spannung vor der heiß erwarteten Hauptversammlung steigt.
Düsseldorf/Duisburg - Noch nie wurde eine Hauptversammlung des Düsseldorfer Konzerns mit so viel Spannung erwartet wie das Aktionärstreffen an diesem Freitag in Duisburg. Hintergrund ist eine Erklärung des ThyssenKrupp-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwet, der Anfang Januar angekündigt hatte, bis zur Hauptversammlung Einvernehmen über eine Beendigung der in die Kritik geratenen Doppelspitze erzielen zu wollen. Seit der Fusion der beiden Ruhrkonzerne stehen Ekkehard Schulz und Gerhard Cromme gemeinsam an der Spitze des Unternehmens.
Ob Kriwet den Aktionären tatsächlich die erwartete Lösung vorlegen kann oder mit leeren Händen vor der Versammlung stehen wird, ist derzeit noch völlig unklar. In seiner Erklärung hatte der 69-Jährige zunächst einen Weg vorgezeichnet, der von vielen Beobachtern begrüßt worden war.
Kriwet hatte Rücktritt in Aussicht gestellt
Kriwet hatte dabei in Aussicht gestellt, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender "zu gegebener Zeit" zur Verfügung zu stellen, um damit einen Wechsel des bisherigen Konzernchefs Cromme an die Spitze des Kontrollgremiums zu ermöglichen. Ekkehard Schulz sollte dann als alleiniger Konzernchef die Geschäfte von ThyssenKrupp führen.
Seitdem mehren sich Gerüchte, dass die zunächst einfach erscheinenden Lösung an zahlreichen Widerständen scheitern könnte. Dabei ist auch der Aufsichtsratschef in die Kritik geraten. Kriwet selbst hatte die angestrebte personelle Neuorientierung bereits in seiner Erklärung mit dem Hinweis wieder in Frage gestellt, dass es "weder eine sachliche noch eine in den Personen liegende Notwendigkeit" für einen solchen Schritt gebe.
Zwei Jahre nach der Fusion noch immer Proporzdenken
Beobachter machen vor allem ein rund zwei Jahre nach der Fusion von Thyssen und Krupp immer noch vorhandenes Proporzdenken für Unstimmigkeiten verantwortlich. Das im Vorfeld des Zusammenschlusses sorgsam austarierte Kräfteverhältnis zwischen den beiden Altkonzernen könnte durch einen personellen Wechsel in Vorstand und Aufsichtsrat aus dem Gleichgewicht geraten - auch wenn das Proporzdenken offiziell längst als überwunden gilt. Kriwet und Schulz haben Karriere bei Thyssen gemacht. Cromme stand an der Spitze des Krupp-Konzerns.
Ein zur Hauptversammlung vorgelegter Gegenantrag eines Essener Kleinaktionärs, der Kriwet die Entlastung verweigern will, könnte vor diesem Hintergrund zum Eklat führen. Der an sich chancenlose Vorstoß könnte unversehens die Unterstützung mächtiger Aktionärsgruppen finden. Ebenso spektakulär könnte die Reaktion der Börse ausfallen, wenn am Freitag in Duisburg trotz der Ankündigung gar nichts passiert. "Keiner weiß, wo der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie dann am Freitagnachmittag steht", meinte ein Analyst.
gefrunden in: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,120221,00.html
Das Handelsblatt titelt sogar:
"Erbitterter Streit bei Thyssen-Krupp"
siehe auch Bericht: http://www.handelsblatt.com
Streit auf Kosten der (Klein-) Aktionäre http://www.stock-channel.net/Board/smilies/shakehead.gif
Exor