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Vollständige Version anzeigen : Telekom....nur mal so ne Frage


Silke
15.02.2001, 11:00
Hallo,

vielleicht kann mir einer mal zu meiner nachfolgenden These ne antwort geben. ...diese Geschichte fiel mir Gestern so spontan ein, nachdem Voicestream schlechte Zahlen gemeldet hat.


telekom will ja gerne voicestream übernehmen. Voicestream Aktionäre dürfen von dem Deal zurücktreten wenn wir binnen kürzester Zeit, glaube bis März war die Frist, mit der Telekomaktie unter der 36$ notieren. Seit Gestern notieren wir bereits weit unter den 30$.

Jetzt mal ne ganz bescheidene Frage: Könnte es nicht sein, daß zur Zeit Institutionelle versuchen den Kurs der dt. Telekom mit Abverkäufen und Gerüchtestreuung extra so zu drücken, daß der doch recht teuere Deal, der im Hoch der Nasdaq im März letzten Jahres zu den doch recht teueren Kondiitionen, geschlossen wurde nicht zustande kommt. Denn die Telekom hat sich ja richtig mit dem Übernahmepreis verspekuliert. Wenn man also jetzt den Telekomkurs künstl. drückt, sprich mit Gerüchten, dann werden doch sicherlich die Voicestream-Aktionäre freiwillig zurücktreten, und somit wird eine evtl. Konventionalstrafe o.ä. nichtig gemacht!

Kann es sein - das Hauptaktionäre der Telekom vielleicht sowas im Schilde führen?.....oder ist diese These von mir total abwägig und in Wirklichkeit nicht möglich???


Denn wenn das o.g. möglich wäre, dann wäre evtl. die telekom zur Fristendung ein spekulativer Kauf. Denn die noch Telekom-Aktionäre würden ein platzen dieses unlukrativen Deals bestimmt honorieren!

Würd mich über eine Antwort sehr freuen http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif !


cu
MM

Joerg
15.02.2001, 12:03
Hallo Mary,
Deine These ist berechtigt, aber nicht ganz korrekt. M.E. war das Abkommen so, dass es neun Handelstage von fünfzehn sind, die vor der Übernahme unter 30€ sein müssen, damit die Aktionäre nachverhandeln können. Zudem ist der Termin noch nicht bekannt und infolgedessen ggf. erst im Mai absehbar ... so zumindest unser Kleinaktionärswissenstand ...

Gruß
Joerg

http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif

Silke
15.02.2001, 13:02
Danke Joerg. Nun weiß ich auch mal genau die näheren Modalitäten des Vertrages http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif !

wir beboachten weiter http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif
MM

Joerg
15.02.2001, 13:35
Hi Mary,
hier hast Du es Schwarz auf Weiß:

Expansion der Deutschen Telekom wird immer schwieriger
Von Ulrike Sosalla, Hamburg

Der Kurssturz der Telekom-Aktie belastet zunehmend die Expansionspläne von Telekom-Chef Ron Sommer.


Financial Times Deutschland


Gruß
Joerg

Sascha
21.02.2001, 10:33
ANALYSE: Hamburgische Landesbank warnt vor Einstieg bei Telekom

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hamburgische Landesbank rät den Anlegern, sich von den neuerlichen Tiefständen beim Aktienkurs der Deutschen Telekom nicht zu einem Einstieg in den Wert verlocken zu lassen. "Die Zukunft für die Branche sieht weiterhin sehr düster aus, jetzt gilt es wirklich nochmal abzuwarten", empfahl Analyst André Buse am Mittwoch im Gespräch mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX.

Gerüchte um eine Neubewertung der Immobilienwerte bei der Telekom habe es schon lange gegeben,
meinte Buse zu der am Mittwochmorgen offiziell vorgenommenen Korrektur des Jahresgewinns 2000. Der Überschuss war von 7,4 Mrd. Euro um rund ein Fünftel auf 5,9 Mrd. Euro berichtigt worden. "Wenn man sieht, dass das erste Ergebnis ohne Sondereinflüsse ja im Vergleich zum Vorjahr ohnehin recht schlecht war, ist die Korrektur natürlich sehr unangenehm."

Schlechte Nachrichten erwartet der Experte auch weiterhin von der Deutschen Telekom. Neben der enormen Last beim UMTS-Aufbau würde es ihn nicht wundern, wenn demnächst der Börsengang der T-Mobil-Tochter wegen des schlechten Börsenumfelds erneut verschoben werde./aa/kh/sk

gefunden in: http://www.comdirect.de/

Na ja, haben wir ja schon gewußt, aber nun haben wir's auch noch mal schriftlich.... http://www.stock-channel.net/Board/smilies/throwupen.gif und Ronnie-Baby will ja auch schon abdanken (hat also intern schon mermals seinen Rücktritt angeboten.

Exor

Silke
21.02.2001, 11:12
auch der Chart sagt noch nein:

<IMG SRC="http://buerger.metropolis.de/marymeeker/telekom.png" border=0>

http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif
MM

Christian
21.02.2001, 15:53
...und folgende Meldungen sagen weiter NEIN:

Telekom hat sich verrechnet

Die Deutsche Telekom muss ihre Bilanz korrigieren. Weil das Immobilienvermögen weniger wert ist als bisher angenommen, fällt der Jahresgewinn 2000 um 1,5 Milliarden Euro niedriger aus.

Bonn - Insgesamt müssten Wertberichtigungen im Wert von zwei Milliarden Euro vorgenommen werden, teilte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Mittwochmorgen mit. In der Bilanz wirkt sich diese Neubewertung mit einem Minus von 1,5 Milliarden Euro aus. Der auf vorläufiger Basis veröffentlichte Konzerüberschusses 2000 müsse von zuvor 7,4 Milliarden Euro auf 5,9 Milliarden Euro korrgiert werden, erklärte Lissek. Die Wertberichtigung habe aber keinen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens.
Die Neubewertung der Grundstücke war notwendig geworden, weil die Deutsche Telekom einen erheblichen Teil ihres Immobilienvermögens verkaufen muss, um ihre Schulden zu bezahlen. Den Gesamtbuchwert des Immobilienvermögens gibt die Telekom jetzt mit 17,2 Milliarden Euro an. "Der Immobilienbestand ist damit aus bilanztechnischer Sicht konservativ bewertet. Ich gehe davon aus, dass sich deshalb nicht mehr viel ergeben dürfte", sagte Lissek zu einem möglichen weiteren Abschreibungsbedarf.

Neben den Immobilienverkäufen bringt auch die Trennung von den Sprint-Anteilen weniger Geld in die Kasse als ursprünglich kalkuliert. Die derzeit von der Telekom gehaltenen Sprint-Papiere hätten einen aktuellen Marktwert von 2,1 Milliarden Euro, hieß es in Bonn. Vor wenigen Monaten noch hatten die Telekom-Strategen mit einem Wert von rund acht Milliarden Euro gerechnet.

Auf den Börsenkurs wirkte sich insbesondere die Wertberichtigung der Immobilien verheerend aus. Die T-Aktie verlor bis zum frühen Nachmittag mehr als vier Prozent und rutschte damit unter die Marke von 26 Euro. Das Papier hatte erst in der vergangenen Woche seinen tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren markiert und sich zu Beginn dieser Woche leicht von diesem Rückschlag erholt.

I N T E R V I E W

"Es kann noch weiter runtergehen"

Bei der Telekom häufen sich die schlechten Nachrichten. Wann hat das Elend ein Ende? SPIEGEL ONLINE sprach mit Joachim Koller, Analyst beim Münchener Bankhaus Merck Finck & Co.

SPIEGEL ONLINE: Heute hat die Telekom den Wert ihres Immobilienbesitzes um zehn Prozent nach unten korrigiert. Waren Sie überrascht?
Joachim Koller: Diese Entwicklung war nicht abzusehen. Immobilienwerte nach unten zu revidieren, ist schon ungewöhnlich. Ich denke aber nicht, dass da noch etwas nachkommt. Die Änderung ist auch nicht wirklich wesentlich; sie hat mit dem operativen Geschäft nichts zu tun. Für die Anleger zählt jedoch die unmittelbare Reduzierung des gesamten Unternehmensgewinns.

SPIEGEL ONLINE: Jetzt will Ron Sommer durch den Verkauf der Sprint-Anteile Schulden abbauen. Ist das eine reine Verzweiflungstat oder ein erster Schritt in die richtige Richtung?

Koller: Dieser Schritt kam überhaupt nicht überraschend. Sprint passt nicht in die Kernstrategie der Telekom. Der Verkauf wurde schon längere Zeit diskutiert - er kann rund zwei Milliarden Euro bringen.

SPIEGEL ONLINE: Sollte die Telekom jetzt noch mehr verkaufen?

Koller: Zusätzlich zu der Sprint-Beteiligung sollte das Unternehmen alle nicht geschäftsnotwendigen Immobilien und die Kabelnetze verkaufen. Insgesamt könnten so die Schulden mittelfristig um rund zehn Milliarden Euro reduziert werden. Die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's haben in der vergangenen Woche die Telekom auf ihre Watchlist gesetzt. Das heißt, dass eine Herabstufung droht. Ein Schuldenabbau bewahrt die Telekom vorerst vor einem solchen Schritt, was sich positiv auf die Bewertung der Aktie auswirken wird.

SPIEGEL ONLINE: Das Vertrauen der T-Aktionäre ist erschüttert. Was muss jetzt geschehen, damit die Telekom wieder positiv gesehen wird?

Koller: Bei der GSM-Konferenz in Cannes sollen neue Gimmicks für UMTS vorgestellt werden. Sollte es dort bahnbrechende Neuigkeiten geben, also Produkte, die großen Anklang in der Bevölkerung finden könnten, würde das der Telekom helfen.

SPIEGEL ONLINE: Wie wichtig ist der Kauf von VoiceStream für die Telekom-Aktie?

Koller: Wenn dieser Deal durchfällt, kann es sein, dass es noch weiter runtergeht. VoiceStream bedeutet für die Telekom ein großes Potenzial an Mehreinnahmen. Aber auch wenn der Kauf zustande kommt, könnte die Aktie weiter fallen. Denn viele amerikanische Fondsmanager werden nach dem Aktientausch aus der Telekom-Aktie rausgehen müssen, da sie ihren Anteil ausländischer Aktien niedrig halten müssen.

SPIEGEL ONLINE: Was raten Sie dem Anleger?

Koller: Ein Einstieg in die T-Aktie ist momentan nicht anzuraten. Von einem Ausstieg ist aber auch abzuraten. Dafür wären die Verluste momentan zu groß.


Quelle: Spiegel Online - http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,118813,00.html


....na dann schaun 'mer mal, was die Woche noch so bringt http://www.stock-channel.net/Board/smilies/eek.gif


Gruß Chris

Patrick
21.02.2001, 16:02
25€ !!!

Mehr als geviertelt vom Höchststand...

Da hat die Telekom Glück, dass der Großteil noch in Staatsbesitz ist, sonst könnte jemand interesse an einer übernahme haben...

gruß
p.

Sascha
02.03.2001, 18:04
Salomonisches Urteil der Regulierungsbehörde
Regulierer empfiehlt einen Stufenplan / Die Telekom will ihn prüfen

Stü. BONN, 1. März. In dem seit mehr als einem Jahr schwelenden Streit zwischen der Deutschen Telekom und ihren Wettbewerbern über das Inkasso hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post jetzt einen Schlichtungsvorschlag vorgelegt. Bei der Wahl der Telefongesellschaft ohne Voranmeldung (Call-by-Call) ist der frühere Monopolist verpflichtet, für die neuen Anbieter die Rechnungsstellung und das Inkasso zu übernehmen. Dafür kann die Telekom laut Schlichterspruch vom 1. März 2001 an 28 DM je 1000 Telefongespräche zuzüglich 9 Pfennig Bearbeitungsgebühr je Rechnung verlangen.

In zwei Jahren sollen die Preise auf 25 DM und 8 Pfennig sinken. Der Schlichter Kurt Schmidt, Vorsitzender der Beschlußkammer 3 der Behörde, bewegt sich mit seinem Vorschlag ungefähr in der Mitte zwischen den Preisvorstellungen der streitenden Parteien. Die Telekom hatte 46,99 DM je 1000 Telefonate und 27 Pfennig je Rechnung gefordert, die Wettbewerber wollten nur 13 DM zahlen. Schon früher war entschieden worden, daß die Telekom nicht verpflichtet ist, die Kunden ihrer Wettbewerber zu mahnen, die Forderungen beizutreiben und Reklamationen zu bearbeiten.

Der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, erklärte, er erwarte eine ernsthafte Auseinandersetzung der Beteiligten mit dem Vermittlungsvorschlag. Die Parteien müssen sich bis zum 15. März entscheiden, ob sie dem Vorschlag zustimmten. Da es sich um ein informelles Schlichtungsverfahren handelt, könnte eine Seite noch ein formelles Beschlußkammerverfahren beantragen.

Während die Telekom eine Prüfung des Vorschlags ankündigte, übte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) Kritik an dem Schlichterspruch. Dieser laufe auf doppelte Kosten für die Wettbewerber hinaus, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Angesichts der schmalen Margen müßten die Unternehmen genau prüfen, ob sie Call-by-Call für Sprache oder Internet überhaupt noch anbieten könnten. Gegenüber den bisherigen umsatzabhängigen Entgelten (4,5 Prozent vom Rechnungsbetrag zuzüglich 7 DM je 1000 Gespräche) hat die Behörde für einen durchschnittlichen Rechnungsbetrag von 8,80 DM bei 17 Verbindungen 10,3 Prozent Preissteigerung errechnet. Zu diesem Preis erbringe die Telekom künftig aber nur die Hälfte der bisherigen Leistung, sagte Grützner.

gefunden in: http://www.faz.de

Also, gegen der Telekom hilft wohl nicht mal mehr Knoblauch ..... http://www.stock-channel.net/Board/smilies/shakehead.gif Aber wohl noch mal mit nem blauen Auge davongekommen.

Exor

K.Dirt
04.03.2001, 17:45
Und das meint Manfred Krug zum Kurssturz:


<IMG SRC="http://www.bild.de/service/archiv/2001/mar/04/gif/krug04.jpg" border=0>


<IMG SRC="http://www.bild.de/service/archiv/2001/mar/04/bams/krug/hp5ausriss9.jpg" border=0>

etwas sprachlos
K.Dirt

Ralph
04.03.2001, 18:29
Und das hat der Krug wirklich geschrieben ? .... ich kann's nicht glauben ! http://www.stock-channel.net/Board/smilies/frown.gif

Ich meine, vom Grunde her hat er Recht, dies aber derart auszudrücken, ist absolut daneben, ..... wenn es denn stimmen sollte !

Ralph, noch zweifelnd

Christian
06.03.2001, 19:06
Das Ende der Sommer-Zeit naht. Ron Sommers Tage an der Spitze des Telekom-Riesen sind gezählt.

Als Favorit auf den Chefsessel bei der Deutschen Telekom gilt Gerd Tenzer. Der 57-Jährige soll - so wünschen es zahlreiche Arbeitnehmervertreter - interimistisch den Posten übernehmen, bis eine geeignete Person gefunden wird. Tenzer gehört seit über elf Jahren dem Vorstand an und ist seit 1994 für Einkauf, Netze und Ökologie zuständig. Zwar gilt er nicht als Medienstar vom Schlage Sommers. Wegen seiner integrativen Fähigkeiten ist er für viele Beschäftigte aber eine ideale Alternative zum arrogant und unnahbar wirkenden Sommer.

Tenzer war schon einmal als Chef der Telekom im Gespräch. Nach dem Verzicht von Helmut Ricke auf eine Fortsetzung seiner Amtszeit war das SPD-Mitglied für den Posten im Gespräch. Doch der Aufsichtsrat bestellte Sommer im Frühjahr 1995 zum Vorstandsvorsitzenden des Bonner Unternehmens.

Hinter dem angestrebten Wechsel von Sommer auf Tenzer steckt eine Gruppe von Führungskräften, die der SPD nahe stehen sollen. Sie suchen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" das Gespräch mit Bundesfinanzminister Hans Eichel und Kanzleramtsminister Hans Martin Bury. Die Rebellen wollen auf eine Ablösung Sommers drängen. Mit Tenzer können sie schon eine Alternative präsentieren. Als weitere Top-Personalie wird hausintern auch Vertriebsvorstand Josef Brauner gehandelt. Noch aber hält die Bundesregierung zu Sommer.

Doch so schnell wird Sommer seinen Posten nicht räumen müssen. Insider rechnen damit, dass erst der Deal mit VoiceStream abgewickelt und die Hauptversammlung im Mai abgewartet werden soll.

Für Sommer wird es eng

Gerüchte um eine bevorstehende Ablösung haben Sommers Amtszeit stets begleitet. Ernsthaft in Gefahr geriet er aber nie. Doch die Zeiten haben sich geändert. Sommer muss erstmals um seinen Posten bangen: Der Absturz des als Volksaktie stilisierten Telekom-Papiers an der Börse wird in erster Linie ihm angelastet. Dazu kommt die Neubewertung der Immobilien, die die Aktien-Talfahrt zuletzt beschleunigte. Aus der Politik mehren sich die Rufe nach seinem Rücktritt, Kleinaktionäre wollen klagen und nun noch der interne Aufstand. Insider glauben: Das überlebt der Telekom-Chef nicht.

Fahndung nach SPD-Sympathisanten

Sommer nimmt die Situation scheinbar ernst. Nach Informationen von manager-magazin.de ließ er überprüfen, wer in seinem Führungszirkel ein SPD-Handbuch in der Tasche hat und somit ein potenzieller Oppositioneller ist.

Nach außen hin wurde am Montag jegliche Existenz von einer gegen Sommer opponierenden Gruppe dementiert. Mehrere zur Gruppe von 300 führenden Managern zählenden Mitarbeiter gaben an, nichts von einer Managergruppe zu wissen, die Sommers Ablösung betreiben wolle. Es gebe "keine Revoltenstimmung" gegen den Konzernchef.

Ein Brief mit Folgen

Auslöser für die "Palastrevolution" ist ein interner Brief Sommers an die 300 Führungskräfte vom 21. Februar. In dem Schreiben mit dem Titel "Wir werden unsere Stärken offensiv kommunizieren", das manager-magazin.de exklusiv veröffentlicht, gibt Sommer den Medien am Niedergang der T-Aktie und dem schlechten Erscheinungsbild des Unternehmens die Schuld. Die Berichterstattung werde von zahlreichen Vermutungen und Halbwahrheiten geprägt, meinte er. Zugleich kündigte er an, "die Finanzkommunikation weiter" zu verstärken.

Viele Telekom-Manager sehen in dem Schreiben nur einen Beleg für Sommers Realitätsferne und werfen ihm "mangelnde Managementqualitäten" vor.

Arbeitnehmervertreter bekommen Zweifel

Auch auf Arbeitnehmerseite wächst der Unmut über den Telekom-Lenker. Die Mitarbeiter befürchten die Zerschlagung des Konzerns und haben Angst um ihre Arbeitsplätze. Sollten sich die Arbeitnehmervertreter ebenso gegen Sommer stellen, wäre er endgültig nicht mehr zu halten, glauben Beobachter.

Erwartetes Dementi

Die Reaktion des Unternehmens auf die Meldung von manager-magazin.de fiel erwartungsgemäß aus. "Das ist absurd", sagte ein Sprecher der Telekom am Dienstag. Die Spekulationen entbehrten jeder Grundlage. Der Vorstand des Unternehmens habe sich hinter die Strategie und damit letztlich auch hinter Sommer selbst gestellt. Auch Bundesregierung und Aufsichtsrat hätten Sommer in der vergangenen Woche ihr Vertrauen ausgesprochen.