Ralph
14.10.2000, 17:10
Stehen Fiber-Optic Werte vor einem Peak im Wachstum ?
Wenn man sich vor Augen führt, dass der Fiber-Optic-Sektor den Absturz des restlichen Technologiesektors eigentlich unbeschadet überstanden hat, fragt man sich, wie lange das Wachstum so weiter gehen kann.
Werte wie Corning, Ciena, Juniper Networks etc. gehören mit zu den Werten, die am Glasfaser-Firmament mit am hellsten strahlen. Wenn man sich aber die Investitionspläne der 60 grössten amerikanischen und europäischen Telekommunikationsanbietern anschaut, dann wird man leider feststellen müssen, dass das Wachstum der Ausgaben in diesem Sektor von 28% (2000) auf weniger als 20% (2001) zurückgehen wird.
Das mag nicht dramatisch klingen, ist es doch dasselbe was Merrill Lynch in einem ähnlichen Report auch vorhersagt. Wenn man sich den Report jedoch näher ansieht, dann wird man feststellen, dass einige graue Wolken am Horizont aufziehen :(
Der beunruhigendste Aspekt ist nicht die Mässigung des Wachstums sondern die Realität, wonach 37 aus 41 Telekommunikationsunternehmen einen negativen "Free Cash Flow" (=Operativer Cash-Flow minus Kapitalaufwendungen) generieren. Noch beunruhigender it die Tatsache, dass Unternehmen, deren "Free Cash Flow" in 1999 positiv war, mussten in 2000 miterleben, dass dieser ins negative drehte, z.B. Worldcom, AT&T, Sprint ect.
Das derzeitige Marktumfeld der Telekommunikationsunternehmen, geprägt von sich verschlechternden Finanzen, Firmenpleiten, fallende Aktienkuren, steigende Kapitalkosten ist nicht förderlich für steigende Ausgaben in diesem Bereich.
Was bedeutet das jetzt für die Fiber-Optiv-Unternehmen ?
Der Investor in solche Werte muss auf jeden Fall aufpassen, welche Qualität die Kunden der betreffenden Gesellschaft haben und ob das Umsatzwachstum stärker ist, als das der gesamten Branche ? Ein klares Bild vom Unternehmen und seinem Stand innerhalb des Sektors ist essentiell für die Bestimmung, inwieweit dieses Unternehmen einem Sturm standhalten kann, der sich möglicherweise bald über diesem Sektor zusammenbraut ..... hier sei nur auf die Chipbranche hingewiesen, wo viele Analysten auch nicht wahrhaben wollten, dass es abwärts gehen würde.
Die Debatte um die Kapitalaufwendungen in der Telekom-Industrie wird den Markt noch Monate begleiten und jeder sollte angeraten sein, genau hinzuhören, wenn die Bosse er Telekom-Multis in den Conference Calls im dritten und vierten Quartal ihres Geschäftsjahres Ausssagen zu diesem Punkt machen.
Diese Unternehmen benötigen einen "Free Cash Flow" um nicht ihre eigenen Reserven angehen zu müssen -so sie denn existieren. Aufgrund der verprügelten Aktienkurse dürfte neues Kapital mittels Kapitalmarkt ziemlich ausgeschlossen sein. Hinzu kommt das stark angestiegene Niveau der Unternehmensanleihen, die auch nur noch mit hohen Zinsen an den mann gebracht werden können.
Sollte der Rückgang der Ausgaben in diesem Sektor eintreten (man muss es leider befürchten), dann trifft es die Equipment-maker wie Nortel, Cisco etc. am ersten. Obwohl ein solcher Rückgang sich wohl erst in einigen Quartalen zeigen dürfte, wird der Markt aber relativ schnell diesen in den Kursen diskontieren ..... was das bedeutet, haben wir im Chip-Sektor gesehen.
Unternehmen wie Corning, Ciena, Juniper können es sich leisten, mit gewaltigen Multiples aufzuwarten, sitzen sie doch im Auge des Hyper-Wachstums-Hurrikan. Im Gegensatz zu Internet-Unternehmen benötigen sie keine hohen Marketingaufwendungen, weil sie an Unternehmen und weniger an Private verkaufen.
Darüberhinaus ist die Markteintrittsbarriere für Konkurrenten ziemlich gross, und die Bindung von Unternehmen an einen einmal gewählten Lieferanten ziemlich gross.
Hyper-Wachstum (= Wachstum im Umsatz von mindestens 100% jährlich) macht all dies möglich. Obwohl dieses Wachstum nicht ewig weitergehen kann, so habe ich doch erwartet, dass es wenigstens bis 2001 durch in diesem Masse anhält.
Jetzt bin ich nicht mehr so sicher .... genau wie bei den Chips.
Wer solche Aktien hält, der sollte die Strasse immer im Blickfeld haben, denn kleine "Street Bumps" können bei Tempo 100 viel Schaden anrichten
Fazit: Bereit sein, Gewinne mitzunehmen, wenn die Systemintegratoren eine Abschwächung des Umsatzwachstum im dritten und vierten Quartal erwarten. Die ehesten Signale werden von den Telkom-Unternehmen kommen ... die gilt es besonders im Auge zu behalten.
Ralph
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Wenn man sich vor Augen führt, dass der Fiber-Optic-Sektor den Absturz des restlichen Technologiesektors eigentlich unbeschadet überstanden hat, fragt man sich, wie lange das Wachstum so weiter gehen kann.
Werte wie Corning, Ciena, Juniper Networks etc. gehören mit zu den Werten, die am Glasfaser-Firmament mit am hellsten strahlen. Wenn man sich aber die Investitionspläne der 60 grössten amerikanischen und europäischen Telekommunikationsanbietern anschaut, dann wird man leider feststellen müssen, dass das Wachstum der Ausgaben in diesem Sektor von 28% (2000) auf weniger als 20% (2001) zurückgehen wird.
Das mag nicht dramatisch klingen, ist es doch dasselbe was Merrill Lynch in einem ähnlichen Report auch vorhersagt. Wenn man sich den Report jedoch näher ansieht, dann wird man feststellen, dass einige graue Wolken am Horizont aufziehen :(
Der beunruhigendste Aspekt ist nicht die Mässigung des Wachstums sondern die Realität, wonach 37 aus 41 Telekommunikationsunternehmen einen negativen "Free Cash Flow" (=Operativer Cash-Flow minus Kapitalaufwendungen) generieren. Noch beunruhigender it die Tatsache, dass Unternehmen, deren "Free Cash Flow" in 1999 positiv war, mussten in 2000 miterleben, dass dieser ins negative drehte, z.B. Worldcom, AT&T, Sprint ect.
Das derzeitige Marktumfeld der Telekommunikationsunternehmen, geprägt von sich verschlechternden Finanzen, Firmenpleiten, fallende Aktienkuren, steigende Kapitalkosten ist nicht förderlich für steigende Ausgaben in diesem Bereich.
Was bedeutet das jetzt für die Fiber-Optiv-Unternehmen ?
Der Investor in solche Werte muss auf jeden Fall aufpassen, welche Qualität die Kunden der betreffenden Gesellschaft haben und ob das Umsatzwachstum stärker ist, als das der gesamten Branche ? Ein klares Bild vom Unternehmen und seinem Stand innerhalb des Sektors ist essentiell für die Bestimmung, inwieweit dieses Unternehmen einem Sturm standhalten kann, der sich möglicherweise bald über diesem Sektor zusammenbraut ..... hier sei nur auf die Chipbranche hingewiesen, wo viele Analysten auch nicht wahrhaben wollten, dass es abwärts gehen würde.
Die Debatte um die Kapitalaufwendungen in der Telekom-Industrie wird den Markt noch Monate begleiten und jeder sollte angeraten sein, genau hinzuhören, wenn die Bosse er Telekom-Multis in den Conference Calls im dritten und vierten Quartal ihres Geschäftsjahres Ausssagen zu diesem Punkt machen.
Diese Unternehmen benötigen einen "Free Cash Flow" um nicht ihre eigenen Reserven angehen zu müssen -so sie denn existieren. Aufgrund der verprügelten Aktienkurse dürfte neues Kapital mittels Kapitalmarkt ziemlich ausgeschlossen sein. Hinzu kommt das stark angestiegene Niveau der Unternehmensanleihen, die auch nur noch mit hohen Zinsen an den mann gebracht werden können.
Sollte der Rückgang der Ausgaben in diesem Sektor eintreten (man muss es leider befürchten), dann trifft es die Equipment-maker wie Nortel, Cisco etc. am ersten. Obwohl ein solcher Rückgang sich wohl erst in einigen Quartalen zeigen dürfte, wird der Markt aber relativ schnell diesen in den Kursen diskontieren ..... was das bedeutet, haben wir im Chip-Sektor gesehen.
Unternehmen wie Corning, Ciena, Juniper können es sich leisten, mit gewaltigen Multiples aufzuwarten, sitzen sie doch im Auge des Hyper-Wachstums-Hurrikan. Im Gegensatz zu Internet-Unternehmen benötigen sie keine hohen Marketingaufwendungen, weil sie an Unternehmen und weniger an Private verkaufen.
Darüberhinaus ist die Markteintrittsbarriere für Konkurrenten ziemlich gross, und die Bindung von Unternehmen an einen einmal gewählten Lieferanten ziemlich gross.
Hyper-Wachstum (= Wachstum im Umsatz von mindestens 100% jährlich) macht all dies möglich. Obwohl dieses Wachstum nicht ewig weitergehen kann, so habe ich doch erwartet, dass es wenigstens bis 2001 durch in diesem Masse anhält.
Jetzt bin ich nicht mehr so sicher .... genau wie bei den Chips.
Wer solche Aktien hält, der sollte die Strasse immer im Blickfeld haben, denn kleine "Street Bumps" können bei Tempo 100 viel Schaden anrichten
Fazit: Bereit sein, Gewinne mitzunehmen, wenn die Systemintegratoren eine Abschwächung des Umsatzwachstum im dritten und vierten Quartal erwarten. Die ehesten Signale werden von den Telkom-Unternehmen kommen ... die gilt es besonders im Auge zu behalten.
Ralph
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