Ralph
27.10.2000, 21:31
Bedeuten die schwachen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt jetzt eine Zinssenkung ? ..... nein - nachstehend warum !
Wenn man sich die heutige Bewegung der Aktienmärkte in USA betrachtet, dann kommt man automatsich zum Schluss, dass der Aktienmarkt mal wieder mit sich alleine beschäftigt ist ..... und alles um sich herum vergisst (dass dies nur kurzfristige Erscheinungen sind, wissen wir alle seit diesem Jahr).
Die heutigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt in den USA, mit 2.7% im Q3 das niedrigste seit sehr langer Zeit, lassen bei vielen Ökonomen die Befürchtung aufkommen, dass auf die US-Wirtschaft eher ein Hard- denn ein Soft-Landing zukommt (..... ne, ich sage jetzt nicht meine Meinung dazu ;) ). Aber die bullische Reaktion der Märkte auf diese Zahl, ruft so manchen "Dauerbullen" auf den Plan, der jetzt schon mit sehr baldigen Zinssenkungen seitens der Fed rechnet .... und dies würde dem Markt helfen (so die Meinung).
Ich sage "Das können wir alle vergessen !" ..... die Fed wird die Zinsen irgendwann senken (müssen), aber nicht in Kürze !!!
Seit Mitte 1999 hat die Fed die Zinsen auf zuletzt 6.50% angehoben. Hinzukommen die ständigen Kommentare der Fed, dass immer noch ein gewisses Inflationsrisiko vorhanden ist (wann ist das eigentlich nicht der Fall ?).
Nur leider scheint die Fed die Entwicklung der Aktienmärkte weniger dramatisch sehen, als dies einige "Unverbesserliche" hoffen. Es gibt in der amerikanischen Wirtschaft im Moment noch keine klaren Anzeichen, die eine Zinssenkung zum jetzigen Zeitpunkt rechtfertigen (und damit meine nicht die nächsten sechs Monate - Zinssenkung erst ab Q2/2001). Dies wird übrigens auch von den Fed Funds so eingepreist.
Selbst vor dem Hintergrund des schwachen dritten Quartals, wächst die US-Wirtschaft immer noch um über 5% auf Jahresbasis. so auch der private Verbrauch ... lediglich die Investionsneigung der Unernehmen lässt anch (Stichwort: "Capital Expenditure" .... aber dieser Term ist ja mittlerweile in aller Ohren .... spätestens seit dem NT-Desaster).
Die Inflation scheint zwar immer noch gedrückt zu sein, aber sie ist längst nicht mehr so freundlich, wie in den vergangenen Jahren. Die Nachfrage ist immer noch sehr hoch. Dies macht eine Zinssenkung in Kürze sehr unwahrscheinlich.
Und das bisschen "Pessimismus" unter den Anlegern, ob einiger Verluste, ist mit Sicherheit kein Argument für Alan "Mr. Magoo Greenspan", den Geldhahn aufzudrehen ... im Gegenteil, die Aggregate M1, M2 und M3 zeigen sogar, dass er diesen zuzudrehen scheint, um die Effekte des Ölpreises zu konterkarieren .... ob das Sinn macht, sei mal dahingestellt.
Erst wenn ein starker Rückgang der Aktienmärkte sich deutlich in einem Abschwung des Konsumentenverhaltens, sowohl im Privat- als auch Geschäftsbereich niederschlägt, würde die Fed agieren .... aber soweit sind wir noch nicht.
Der eizige Event, der diese Haltung ändern könnte, wäre ein richtiger Crash .... ähnlich dem in 1998, als die Welt vor einer Finanzkrise (Asien, Russland, LTCM) stand. Damals war die Fed besorgt um die ganze Welt - heute scheint dies anders zus ein.
Fazit: auf den nächsten FOMC-Meetings wird wohl die ökonomische Situation noch mehr in den Mittelpunkt der Diskusion rücken, ohne aber in einem Zinsschritt zu resultieren ..... dieser dürfte frühestens Ende Q1/2001 zu erwarten sein.
Hinzukommt ja auch noch, die Tatsache, dass die Fed natürlich nicht einer neuen Regierung in die Hand spielen will und der evtl. den Drang zu Reformen mit Zinssenkungen nimmt.
So das war's ..... Zinssenkungen können wir erstmal abhaken.
Ralph
Wenn man sich die heutige Bewegung der Aktienmärkte in USA betrachtet, dann kommt man automatsich zum Schluss, dass der Aktienmarkt mal wieder mit sich alleine beschäftigt ist ..... und alles um sich herum vergisst (dass dies nur kurzfristige Erscheinungen sind, wissen wir alle seit diesem Jahr).
Die heutigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt in den USA, mit 2.7% im Q3 das niedrigste seit sehr langer Zeit, lassen bei vielen Ökonomen die Befürchtung aufkommen, dass auf die US-Wirtschaft eher ein Hard- denn ein Soft-Landing zukommt (..... ne, ich sage jetzt nicht meine Meinung dazu ;) ). Aber die bullische Reaktion der Märkte auf diese Zahl, ruft so manchen "Dauerbullen" auf den Plan, der jetzt schon mit sehr baldigen Zinssenkungen seitens der Fed rechnet .... und dies würde dem Markt helfen (so die Meinung).
Ich sage "Das können wir alle vergessen !" ..... die Fed wird die Zinsen irgendwann senken (müssen), aber nicht in Kürze !!!
Seit Mitte 1999 hat die Fed die Zinsen auf zuletzt 6.50% angehoben. Hinzukommen die ständigen Kommentare der Fed, dass immer noch ein gewisses Inflationsrisiko vorhanden ist (wann ist das eigentlich nicht der Fall ?).
Nur leider scheint die Fed die Entwicklung der Aktienmärkte weniger dramatisch sehen, als dies einige "Unverbesserliche" hoffen. Es gibt in der amerikanischen Wirtschaft im Moment noch keine klaren Anzeichen, die eine Zinssenkung zum jetzigen Zeitpunkt rechtfertigen (und damit meine nicht die nächsten sechs Monate - Zinssenkung erst ab Q2/2001). Dies wird übrigens auch von den Fed Funds so eingepreist.
Selbst vor dem Hintergrund des schwachen dritten Quartals, wächst die US-Wirtschaft immer noch um über 5% auf Jahresbasis. so auch der private Verbrauch ... lediglich die Investionsneigung der Unernehmen lässt anch (Stichwort: "Capital Expenditure" .... aber dieser Term ist ja mittlerweile in aller Ohren .... spätestens seit dem NT-Desaster).
Die Inflation scheint zwar immer noch gedrückt zu sein, aber sie ist längst nicht mehr so freundlich, wie in den vergangenen Jahren. Die Nachfrage ist immer noch sehr hoch. Dies macht eine Zinssenkung in Kürze sehr unwahrscheinlich.
Und das bisschen "Pessimismus" unter den Anlegern, ob einiger Verluste, ist mit Sicherheit kein Argument für Alan "Mr. Magoo Greenspan", den Geldhahn aufzudrehen ... im Gegenteil, die Aggregate M1, M2 und M3 zeigen sogar, dass er diesen zuzudrehen scheint, um die Effekte des Ölpreises zu konterkarieren .... ob das Sinn macht, sei mal dahingestellt.
Erst wenn ein starker Rückgang der Aktienmärkte sich deutlich in einem Abschwung des Konsumentenverhaltens, sowohl im Privat- als auch Geschäftsbereich niederschlägt, würde die Fed agieren .... aber soweit sind wir noch nicht.
Der eizige Event, der diese Haltung ändern könnte, wäre ein richtiger Crash .... ähnlich dem in 1998, als die Welt vor einer Finanzkrise (Asien, Russland, LTCM) stand. Damals war die Fed besorgt um die ganze Welt - heute scheint dies anders zus ein.
Fazit: auf den nächsten FOMC-Meetings wird wohl die ökonomische Situation noch mehr in den Mittelpunkt der Diskusion rücken, ohne aber in einem Zinsschritt zu resultieren ..... dieser dürfte frühestens Ende Q1/2001 zu erwarten sein.
Hinzukommt ja auch noch, die Tatsache, dass die Fed natürlich nicht einer neuen Regierung in die Hand spielen will und der evtl. den Drang zu Reformen mit Zinssenkungen nimmt.
So das war's ..... Zinssenkungen können wir erstmal abhaken.
Ralph