Gert
30.10.2000, 20:26
Intel rückt von Rambus ab
Intel (Nasdaq: INTC) geht immer mehr zu Rambus (Nasdaq:
RMBS) auf Distanz. "Wir haben stark auf Rambus gesetzt,
aber es hat sich nicht ausgezahlt," sagte CEO Craig
Barrett vor einigen Tagen. Rückblickend betrachtet sei es ein
Fehler gewesen, sich bei einer die Performance so bestimmenden
Angelegenheit von einem Dritten abhängig zu machen. Intel hätte
einen Technologiepartner gebraucht, nicht ein Unternehmen, das sich auf
das Eintreiben von Gebühren bei anderen Firmen konzentriert.
Diese
Äußerung ist bemerkenswert, ist doch Intel selbst für seine
Klagen -zuletzt gegen Broadcom- bekannt.
Rambus versucht -wie
mehrfach berichtet - durch ein breit angelegtes System
von Patenten nicht nur mit der eigenen Rambus-Technologie Lizenzen
zu verdienen, sondern am gesamten Markt moderner dynamischer RAMs
zu partizipieren.
Intel hat mittlerweile Pläne eingestampft, bestimmte CPU-Varianten nur
für Rambus-Speicher auszulegen. Erst musste die Markteinführung des i820-Chipsatzes
(Camino) wegen Problemen mit DRDRAMs verschoben werden, dann erweiterte
man das Bauteil so, dass es auch mit SDRAMs
zusammenarbeiten sollte. Das ging erst einmal schief und führte
zu einer Image-schädigenden Rückrufaktion. Tinma, ein Prozessor für Billig-PCs
und DRDRAMs wurde schließlich ganz eingestellt.
Ein erster Schritt der
Distanzierung deutete sich schon im Juli an, als Intel
die Performance der Rambus-Speicher endlich praxisnah testete und dabei
zu einem ähnlichen Ergebnis kam, wie Micron Technologie ein
halbes Jahr zuvor. Konkurrierende Konzepte zeigten sich
in den meisten Fällen überlegen, von den Kosten ganz
abgesehen.
Für Rambus kann eine endgültige Verabschiedung Intels von DRDRAMs
äußerst gefährlich werden, insbesondere auch deshalb, weil mit der
Antitrust-Klage von Micron Technology die übrigen Patente des Unternehmens
auf den Prüfstand gestellt werden .
Rambus konnte
zwar gute Quartalszahlen melden, bisher ist die
eigene Speichertechnologie aber noch nicht richtig in Fahrt gekommen.
Sie wird in Spielekonsolen, wie jetzt auch in der
sehr erfolgreich anlaufenden PlayStation2 von Sony eingesetzt, findet sich
in einigen Desktop-PCs und Servern. Auch Vitesse Semiconductor hat
Netzwerkchips mit einem entsprechenden Interface angekündigt. Schließlich spielt der
Pentium 4, der noch in diesem Jahr eingeführt werden
soll, bei der Frage nach der Durchsetzung des Standards
eine nicht unwesentliche Rolle.
Advanced Micro Devices wird DRDRAMs
nicht unterstützen, sondern auf die DDR-Technologie setzen.
Die RMBS-Aktie
verliert mehr als 3 Prozent auf 55-1/4 Dollar. 52-Wochen
Bereich zwischen 16-3/8 und 127 Dollar.
Quelle:WO
Gerthttp://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif
Intel (Nasdaq: INTC) geht immer mehr zu Rambus (Nasdaq:
RMBS) auf Distanz. "Wir haben stark auf Rambus gesetzt,
aber es hat sich nicht ausgezahlt," sagte CEO Craig
Barrett vor einigen Tagen. Rückblickend betrachtet sei es ein
Fehler gewesen, sich bei einer die Performance so bestimmenden
Angelegenheit von einem Dritten abhängig zu machen. Intel hätte
einen Technologiepartner gebraucht, nicht ein Unternehmen, das sich auf
das Eintreiben von Gebühren bei anderen Firmen konzentriert.
Diese
Äußerung ist bemerkenswert, ist doch Intel selbst für seine
Klagen -zuletzt gegen Broadcom- bekannt.
Rambus versucht -wie
mehrfach berichtet - durch ein breit angelegtes System
von Patenten nicht nur mit der eigenen Rambus-Technologie Lizenzen
zu verdienen, sondern am gesamten Markt moderner dynamischer RAMs
zu partizipieren.
Intel hat mittlerweile Pläne eingestampft, bestimmte CPU-Varianten nur
für Rambus-Speicher auszulegen. Erst musste die Markteinführung des i820-Chipsatzes
(Camino) wegen Problemen mit DRDRAMs verschoben werden, dann erweiterte
man das Bauteil so, dass es auch mit SDRAMs
zusammenarbeiten sollte. Das ging erst einmal schief und führte
zu einer Image-schädigenden Rückrufaktion. Tinma, ein Prozessor für Billig-PCs
und DRDRAMs wurde schließlich ganz eingestellt.
Ein erster Schritt der
Distanzierung deutete sich schon im Juli an, als Intel
die Performance der Rambus-Speicher endlich praxisnah testete und dabei
zu einem ähnlichen Ergebnis kam, wie Micron Technologie ein
halbes Jahr zuvor. Konkurrierende Konzepte zeigten sich
in den meisten Fällen überlegen, von den Kosten ganz
abgesehen.
Für Rambus kann eine endgültige Verabschiedung Intels von DRDRAMs
äußerst gefährlich werden, insbesondere auch deshalb, weil mit der
Antitrust-Klage von Micron Technology die übrigen Patente des Unternehmens
auf den Prüfstand gestellt werden .
Rambus konnte
zwar gute Quartalszahlen melden, bisher ist die
eigene Speichertechnologie aber noch nicht richtig in Fahrt gekommen.
Sie wird in Spielekonsolen, wie jetzt auch in der
sehr erfolgreich anlaufenden PlayStation2 von Sony eingesetzt, findet sich
in einigen Desktop-PCs und Servern. Auch Vitesse Semiconductor hat
Netzwerkchips mit einem entsprechenden Interface angekündigt. Schließlich spielt der
Pentium 4, der noch in diesem Jahr eingeführt werden
soll, bei der Frage nach der Durchsetzung des Standards
eine nicht unwesentliche Rolle.
Advanced Micro Devices wird DRDRAMs
nicht unterstützen, sondern auf die DDR-Technologie setzen.
Die RMBS-Aktie
verliert mehr als 3 Prozent auf 55-1/4 Dollar. 52-Wochen
Bereich zwischen 16-3/8 und 127 Dollar.
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