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Vollständige Version anzeigen : Amerikas Wirtschaft doch verschnupft?


Joerg
12.12.2000, 16:22
Schaut Euch mal diesen Artikel an:

60:40 dass US-Rezession kommt

Gatrixx.de Der US-Wirtschaftsmotor ist ins Stocken geraten. Die jüngsten Gewinnwarnungen der Hightechbranche sind nur ein Indiz dafür. Jetzt melden sich auch die Forscher der renomierte UCLA Anderson Business-School zu Wort: Die Chance beträgt 60 Prozent, dass die USA in eine leichte und kurze Rezession gerät.
Gestern nach US-Börsenschluss fand die Serie der Umsatz- und Gewinnwarnungen von Technologieunternehmen eine weitere Fortsetzung. Advanced Micro Devices (mehr dazu hier), Microchip Technologie, Dallas Semiconductor und der Internet-Werbevermarkter Doubleclick kündigten an, ihre ursprünglichen Planungen nicht einhalten zu können. Damit mussten innerhalb von 14 Tagen acht US-Firmen die Prognosen zurückschrauben. Ausnahmslos alle begründeten dies mit der sich abkühlenden US-Konjunktur.

Aufleuchtende Warnsignale

Zeitgleich mit den Hiobsbotschaften an der Börse veröffentlichte die angesehene Anderson Business-School der University of California ihre jüngste Studie zur Wirtschaftsentwicklung. Ihr Direktor Edward Leamer sieht die Gefahr einer Rezession auf die USA zukommen. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 60 Prozent. Die Studie sieht die dafür typischen Warnsignale bereits aufleuchten: Niedrige Unternehmensgewinne, hohe Realzinsen und ein Stillstand beim Abbau der Arbeitslosigkeit. "Ich glaube, es ist sehr offenkundig, dass diese Expansion endet", sagte Leamer in Anspielung auf die lange Zeit boomende US-Konjunktur.

Wenn man den Prognosen der Wissenschaftler glauben darf, so wird das Wirtschaftswachstum im zweiten und dritten Quartal des nächsten Jahres leicht negativ ausfallen. Für das Gesamtjahr rechnet man mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 1,1 Prozent. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 3,7 Prozent in den vergangenen neuneinhalb Jahren wäre das eine drastische konjunkturelle Abkühlung.

Unauflösbarer Widerspruch

Die US-Notenbank müßte nach Ansicht von Leamer mit Zinssenkungen reagieren, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Gleichzeitig gehen die Wissenschaftler von einem deutlich fallenden Dollarkurs aus, was wiederum die Inflationsgefahr anheizen würde. Drohende Inflation müsste aber mit steigenden Zinsen beantwortet werden, so die Experten weiter.

Licht am Ende...

Diese Entwicklung wird sich der Studie gemäß nicht weiter verstärken. Im Gegenteil: Für das Jahr 2002 rechnen die Wissenschaftler damit, dass die US-Konjunktur wieder auf die Beine kommt. Hintergrund sind die Produktivitätsgewinne, die seit 1995 das Wachstum ankurbeln und die dann wieder für Auftrieb sorgen. Außerdem bleibt ja immer noch eine 40-prozentige Chance, dass die Verlangsamung der Konjunktur erst gar nicht so extrem ausfallen wird, wie allgemein befürchtet wird.

Quelle: gatrixx.de

Gruß
Joerg

Joerg
13.12.2000, 00:06
Und dazu eine Gegenmeinung des DWS-Spezies:

DWS-Manager: "Hard Landing" der US-Konjunktur unwahrscheinlich

Frankfurt (vwd) - Die Analysten bei der DWS Investment GmbH, Frankfurt, schätzen die Möglichkeit einer "harten Landung" der US-Wirtschaft auf 25 bis 30 Prozent ein und liegen damit unter den Prognosen vieler US-Investmentbanken, die diese Wahrscheinlichkeit deutlich höher einschätzen. "Wir halten ein Wirtschaftswachstum in den USA in Höhe von drei Prozent in 2001 für möglich", sagte Rentenfondsmanager Markus Kohlenbach im vwd Interview. Das Szenario einer "Hard Landing" impliziere ein Wachstum von unter zwei Prozent.


Er gehe davon aus, dass die US-Notenbank zur Belebung der abkühlenden Konjunktur im kommenden März die Zinsen um 25 Basispunkte senken werde. Dies werde eine Versteilung der Zinskurve mit sich bringen. Nicht als ausgemacht könne dagegen eine Stärkung des Euro gegenüber dem US-Dollar bezeichnet werden. Es habe bereits im Mai und Juni zwischenzeitliche Stärkephasen des Euro gegeben, die sich als Strohfeuer entpuppt hätten.


So lange der Euro sich nicht über der Marke von 0,91 USD festsetze, könne man nicht von einer Trendwende sprechen, so der Manager des DWS Dollar-Renten Typ O weiter. Allerdings gebe es sehr klare Zeichen für eine Abschwächung der US-Konjunktur, was sich mittelfristig "nicht so positiv" auf den Dollar auswirken werde. +++ Ali Masarwah vwd/12.12.2000/maa

Quelle: vwd.de

Nachtgruß
Joerg