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Gert
26.12.2000, 19:57
Boeing hat mit der US-Regierung ein milliardenschweres Abkommen geschlossen, wonach der weltgrößte Flugzeughersteller maßgeblich an dem noch unter Bill Clinton in Angriff genommenen Raketen-Verteidigungssystem mitarbeiten wird. Das hat das Pentagon bekannt gegeben.

Das Abkommen hat eine Laufzeit von Januar 2001 bis September 2007 und umfasst ein vorgesehenes Volumen von 6 Mrd.$. Außerdem ist eine mögliche Aufstockung bis 13 Mrd.$ für die Zeit nach 2007 ins Auge gefasst. Dabei sind im Wesentlichen Tests in der Erprobungsphase vorgesehen.

Das Anti-Raketen-System steht schon seit Jahren in den Startlöchern. Der kommende US-Präsident George W. Bush hat im Wahlkampf versichert, dass er das Programm weiterführen und die Verteidigungsausgaben erhöhen will.

Quelle: WO

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Gert
26.12.2000, 19:59
Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing bekommt Konkurrenz durch Airbus. Doch auch nach der Präsentation des europäischen Superfliegers A380 hat Boeing gute Karten im Kampf ums Firmament.

Noch vor ein paar Jahren galt Boeing als ein Sorgenkind der Börse. Während der Dow Jones zum Höhenflug ansetzte, blieb der weltgrößte Flugzeughersteller am Boden. Zu teuer und schwerfällig, waren die Argumente. In diesem Jahr dagegen sieht es umgekehrt aus. Die meisten Standardwerte im Dow fahren unterm Strich Verluste ein, auch ein Unternehmen wie Coca-Cola, das lange Zeit als solider Wachstumswerte galt, machen Anlegern keine Freude.

Boeing dagegen hat seit Jahresbeginn um 76% zugelegt. Das ist zusammen mit dem Tabakkonzern Philip Morris Rekord im Dow Jones. Gründe dafür gibt es genug. Die Umsatzentwicklung ist gut, in den vergangenen Monaten kam eine Reihe von Großaufträgen dazu. Alleine vom Großraumtyp 777 kann der Konzern im Jahr 2000 113 Stück absetzen, so viele wie nie zuvor. Die Umsatzentwicklung ist dementsprechend günstig. Lagen sie 1998 noch bei 56,2 Mrd.$, waren es im vergangenen Jahr 58 Mrd.$. Für 2000 sieht es nicht ganz so gut aus. Der Streik von Teilen der Belegschaft drückt auf die Zahlen. Doch da ein Großteil der nun eingegangenen Aufträge erst im nächsten Jahr abgerechnet wird, sieht die Bilanz schlechter aus als die tatsächlich ist.

Das Gewinnwachstum soll ebenfalls an Tempo zulegen. In den vergangenen 5 Jahren lag der durchschnittliche jährliche Gewinnzuwachs bei 10,1%. In den nächsten 5 Jahren sind knapp 16% angestrebt. Für das ablaufende Jahr rechnet man mit einem G! ewinn von 2,72$ pro Aktie, im nächsten Jahr sollen es 3,60$ sein.

Allerdings holt der schärfste Konkurrent von Boeing, die europäische Airbus, auf. Erst jüngst hat Airbus von der australischen Luftfahrtgesellschaft Quantas den Zuschlag für zwölf neue Maschinen von Typ A3XX bekommen. Insgesamt sollen schon 50 feste Bestellungen vorliegen. In den kommenden 20 Jahren will Airbus 750 Flieger dieses Typs verkaufen. A3XX, nun A380 getauft, ist das neue, noch im Planungsstadium befindliche Großraumflugzeug, dem Boeing nur das Modell 747-400 entgegenzusetzen hat. Aber die A380 löst die 747 als das wirtschaftlichste Flugzeug in seiner Klasse ab. Die Transportkosten pro Kopf liegen bei dem Airbus rund 15% niedriger.

Unterdessen sorgt der Superflieger für Streit auf politischer Ebene. US-Präsident Bill Clinton kritisiert, dass die Entwicklungskosten für den A380 zu einem Drittel mit Staatsdarlehen unterstützt werden sollen – in Amerika undenkbar. D! ie Europäer reagieren gelassen.

Die Politik wird die Schlacht der Giganten am Firmament letztlich nicht entscheiden. Und Boeing hat immer noch Trümpfe in der Hand. Der Konzern produziert neben Zivilflugzeugen für alle Klassen auch Ausrüstung für die Weltraumfahrt und Militärmaschinen. Gerade unter dem neuen Präsident George Bush, der den Verteidigungshaushalt deutlich erhöhen will, könnte Boeing hier ein gutes Stück abbekommen. Am Dienstag hat das Pentagon den Flugzeugbauern Aufträge im Wert von 6 Mrd.$ bis zum Jahr 2007 zugesichert.

Und die Zahl der Flüge wird weltweit weiter wachsen, die der produzierten Flugzeuge ebenso. Da ist durchaus Platz für zwei Flugzeugbauer.

Nicht zuletzt deshalb bleiben Analysten weiterhin bullish. Von 20 Häusern, die Boeing beobachten, empfehlen sieben den Wert mit „strong buy“, acht mit „moderate buy“ und 5 mit „hold“.

Quelle: WO

Gert