Ralph
29.12.2000, 16:26
Mitte Dezember habe ich einen Beitrag geschrieben, wonach die grosse Stärke der Amerikaner (Zuversicht in die Zukunft und Wirtschaft) vielleicht zu ihrem grössten Problem werden könnte (siehe http://www.stock-channel.net/Board/Forum3/HTML/000466.html ).
Diesen Beitrag setze ich jetzt fort und gebe einen kleinen -möglichen- Ausblick
Wenn man bei den Amerikanern von Zuversicht und Vertrauen redet, dann kommt unweigerlich der Sektor"Einzelhandel"zur Sprache. Die zuletzt bekanntgegebenen Daten zum Umsatz dieses Sektors in der Woche vor Weihnachten zeigen, dass diese um 4% zulegen konnten. Insgesamt waren die Wochen seit "Thanksgiving" die schlechtesten, die amerikanische Einzelhändler seit vier Jahren verzeichnen mussten. Für Gesamt-Dezember wird man vermutlich einen Zuwachs von 2-3% ereichen können. Vor allem die Wochen nach Weihnachten sind für den Gesamtumsatz extrem wichtig. Allerdings -wie der nachstehende Chart zeigt- befinden sich die Einzelhandelsumsätze in einer dramtaischen Phase des Rückganges.
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Den Grund wieso ich die Einzelhandelsumsätze anführe, ist der, dass diese sehr gut das Vertrauen der Amerikaner ausdrücken können. Vertrauen in den Konsum. Vertrauen in die Finanzmärkte. Vertrauen in die eigenen und Weltwirtschaft. Vertrauen in die Bilanzen des ameriknaischen Volkes. Amerika ist ein Land, das auf Selbstvertrauen aufgebaut ist.
Es gab aber auch Perioden von überschwenglichen Vertrauen, die dann durch Phasen einer Beruhigung wieder korrigiert wurden, nur um danach noch weiter anzusteigen. Es war in Rezession 1980 so, in der Rezession 1990 so und das letzte Mal 1998. Der nachfolgende Chart drückt dies vortrefflich aus.
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Der Ultimative Diskontierungs-Mechanismus
Im grossen Ganzen sind sich Volkswirtschaftler und Analysten in den USA einig, dass sich die US-Wirtschaft gegenwärtig auf dem Weg zu dem sprichwörtlichen "Soft-Landing" befinden (ob dies meine Meinung ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt). Ds Gerede um eine solche Entwicklung nimmt immer mehr zu, letztlich sind die Professionellen aber noch weit davon entfernt eine solche Entwicklung -zumindest öffentlich- zuzugeben. Das Vertrauen in die Greenspan'schen Fähigkeiten regiert zur Zeit in einem Masse, was absolut überragend ist. Was in den kommenden Monaten sowohl im Hinblick auf die Richtung der US-Wirtschaft, als auch die Reaktion der Finanzmärkte auf Zinssenkungen und Steuersenkungen, zu erwarten ist, ist absolut entscheidend, wenn man bewerten will, wie stark der wirtschaftliche Abschwung tatsächlich sein wird.
Einige Auguren vertreten die Ansicht, dass es zu früh ist, eine Rezession auszurufen. Die Implikation, dass Bärenmärkte in Aktien(dieses Mal im NASDAQ) nicht notwendigerweise zu Rezessionen führen, besitzt eine gewisse Gültigkeit. Der Bärenmarkt von 1962 wurde nicht unmittelbar von einer Rezession gefolgt. Der Crash und Bärenmarkt von 1987 wurde nicht unmittelbar von einer Rezession begleitet. Der Mini-Bärenmarkt 1998 wurde auch nicht von einer Rezession gefolgt. Das zugrundelegende Element war in jedem dieser Fälle, dass sich der Aktienmarkt relativ schnell von diesen kurzen Implosionen des Anlegervertrauens erholen konnte. Die Frage ist, ob das auch diesmal wieder so sein wird ? ..... und die Antwort liegt direkt vor uns.
Die "Leading Economic Indicators" haben sich in den letzten acht Monaten ziemlich konsistent verschlechtert.
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Im Jahr 1998 -trotz des Rückganges des Aktienmarktes- liefen die "LEI" nach oben. Dieses Mal verläuft das Ganze im Einklang. Darüberhinaus sind die Daten zum GDP in den letzten drei Quartalen mit die schlechtesten seit 1990. Hinzukommt, dass die Zinskurve inverser verläuft, als während der letzten Rezession. der Chicago PMI ist der schwächste seit 1990.
Im Gegensatz zu dem , was wir in den letzten 10 Jahren -ein paar Monate hin oder her- gesehen haben, müssen wir jetzt erstmalig ein Rückgang der Kapitalinvestitionen im Technologiebereich verzeichnen, der in 2001 seine volle "Blüte" entfalten dürfte. Entlassungen beschleunigen sich. Sehr beunruhigend ist die Zunahme der Unternehmensverschuldung (siehe z.B. XEROX). LTV denkt über eine Bankrottserklärung anch, wegen Cash-Mangel. Chrysler scheint das Geld auszugehen. AT&T kürzt die Dividende, um Cash zu konservieren. Produktionskürzungen im Autobereich (Ford, GM). Lucent und Cisco müssen für ihre Naivität dem Kunden gegenüber bitter bezahlen. Zuletzt scheint auch noch die japansiche Wirtschaft wieder in die Rezession abzugleiten. Bestenfalls ist sie "nur" ein schwaches Glied in der weltwirtschaftlichen Kette. Firmenpleiten in Japan haben 2000 ein All-Time-High erreicht.
Viele sind noch nicht bereit "Rezession" zu schreien, aber langsam fühlt es sich so an. Wie gesagt, es bedingt eine aufmerksame Beobachtung der Wirtschaftsdaten, die da so anstehen und daraus hervorgehend die Reaktion der Finanzmärkte.
Antizipation
Der Aktienmarkt -besonders der in den USA- ist nichts anderes als "Antizipation". Die "Zukunft diskontieren" scheint das einzige zu sein, um das es geht. Die Aufgabe des Investoren ist es, zu entziffern, wieviel der Zukunft bereits in den Aktienpreisen enthalten ist. Einfacher gesagt als getan. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass es keine System gibt, dass "immer" funktioniert.
Jetzt die Frage "Was wird am meisten antizipiert ?" ...... klar, Zinssenkungen seitens der FED. Diese sind in den letzten Wochen zu DEM EVENT in den letzten Jahren geworden.Wenn man den Strategen an Wall Street und den vielen Analysten zuhört, dann wird man hören, dass alles wieder gut wird, wenn nur die Zinsen gesenkt werden.
Dass diese Erwartungen bereits gewaltig sind, sieht man an den Bond-Preisen. Der nachfolgende Chart der Fed Funds signalisiert eine gewaltige Erwartungshaltung an Zinssenkungen in den nächsten Monaten.
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Gott möge dem Bondmarkt und den Playern im Fed Funds-Future beisehen, sollte es zu keiner Senkung um 100 Basispunkte in den nächsten sechs Monaten kommen. Vielleicht bin ich etwas zu simplistisch, aber angenommen, es bleibt alles beim gleich und statsich, dann bedeutet dies, dass wir trotz einer Senkung um 100 Basispunkte, immer noch eine inverse Zinsstruktur hätten !
Hat der Bondmarkt einen solch signifikanten Zinsrückgang bereits eskomptiert ? ..... und ob er das hat !
Die wirkliche Frage ist die, hat er bereits mehr als diesen Zinsrückgang eskomptiert ? Dies wird sich erst in den nächsten Moanten zeigen ! Nochmal, wiederum bin ich vielleicht etwas simplistisch ! ..... falls der Bondmarkt den Rückgang der Zinsen in korrekter Höhe vorweggenommen hat, dann hat er einen freien Fall in eine Rezession eingepreist.
Hat dies auch bereits der Aktienmarkt getan ? Ist eine Oracle für eine Rezession gepreist ? It eine GE für eine Rezession gepreist ? .... Werte wie JNPR etc. erspare ich mir jetzt. Möglicherweise hat der Bondmarkt zuviel und der Aktienmarkt zuwenig eingepreist !
Die nachfolgenden Charts demosntrieren, dass die Renditen bis auf 50 Basispunkte an den Boden 1998 herangekommen sind. Dies bedeutet eine der schärfsten Implosionen der Renditen seit Jahren ! Steht die Welt am Abgrund oder hat der Bondmarkt übertrieben ?
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Könnte die evtl. eines der grössten Beispiele von "Buy the rumor, sell the news" sein ? ..... besser ist, darauf vorbereit zu sein. Und das nicht nur für Bonds. Die obigen Einzelhandelsumsätze zeigen klar die Zurückhaltung der Amerikaner beim Konsum an.
Oder sollte man glauben, dass die Amerikaner in Stimmung sind, mehr "Aktien zu konsumieren", nur weil die Zinsen gesenkt worden sind ? ..... vielleicht, dies aber nur für
Diesen Beitrag setze ich jetzt fort und gebe einen kleinen -möglichen- Ausblick
Wenn man bei den Amerikanern von Zuversicht und Vertrauen redet, dann kommt unweigerlich der Sektor"Einzelhandel"zur Sprache. Die zuletzt bekanntgegebenen Daten zum Umsatz dieses Sektors in der Woche vor Weihnachten zeigen, dass diese um 4% zulegen konnten. Insgesamt waren die Wochen seit "Thanksgiving" die schlechtesten, die amerikanische Einzelhändler seit vier Jahren verzeichnen mussten. Für Gesamt-Dezember wird man vermutlich einen Zuwachs von 2-3% ereichen können. Vor allem die Wochen nach Weihnachten sind für den Gesamtumsatz extrem wichtig. Allerdings -wie der nachstehende Chart zeigt- befinden sich die Einzelhandelsumsätze in einer dramtaischen Phase des Rückganges.
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Den Grund wieso ich die Einzelhandelsumsätze anführe, ist der, dass diese sehr gut das Vertrauen der Amerikaner ausdrücken können. Vertrauen in den Konsum. Vertrauen in die Finanzmärkte. Vertrauen in die eigenen und Weltwirtschaft. Vertrauen in die Bilanzen des ameriknaischen Volkes. Amerika ist ein Land, das auf Selbstvertrauen aufgebaut ist.
Es gab aber auch Perioden von überschwenglichen Vertrauen, die dann durch Phasen einer Beruhigung wieder korrigiert wurden, nur um danach noch weiter anzusteigen. Es war in Rezession 1980 so, in der Rezession 1990 so und das letzte Mal 1998. Der nachfolgende Chart drückt dies vortrefflich aus.
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Der Ultimative Diskontierungs-Mechanismus
Im grossen Ganzen sind sich Volkswirtschaftler und Analysten in den USA einig, dass sich die US-Wirtschaft gegenwärtig auf dem Weg zu dem sprichwörtlichen "Soft-Landing" befinden (ob dies meine Meinung ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt). Ds Gerede um eine solche Entwicklung nimmt immer mehr zu, letztlich sind die Professionellen aber noch weit davon entfernt eine solche Entwicklung -zumindest öffentlich- zuzugeben. Das Vertrauen in die Greenspan'schen Fähigkeiten regiert zur Zeit in einem Masse, was absolut überragend ist. Was in den kommenden Monaten sowohl im Hinblick auf die Richtung der US-Wirtschaft, als auch die Reaktion der Finanzmärkte auf Zinssenkungen und Steuersenkungen, zu erwarten ist, ist absolut entscheidend, wenn man bewerten will, wie stark der wirtschaftliche Abschwung tatsächlich sein wird.
Einige Auguren vertreten die Ansicht, dass es zu früh ist, eine Rezession auszurufen. Die Implikation, dass Bärenmärkte in Aktien(dieses Mal im NASDAQ) nicht notwendigerweise zu Rezessionen führen, besitzt eine gewisse Gültigkeit. Der Bärenmarkt von 1962 wurde nicht unmittelbar von einer Rezession gefolgt. Der Crash und Bärenmarkt von 1987 wurde nicht unmittelbar von einer Rezession begleitet. Der Mini-Bärenmarkt 1998 wurde auch nicht von einer Rezession gefolgt. Das zugrundelegende Element war in jedem dieser Fälle, dass sich der Aktienmarkt relativ schnell von diesen kurzen Implosionen des Anlegervertrauens erholen konnte. Die Frage ist, ob das auch diesmal wieder so sein wird ? ..... und die Antwort liegt direkt vor uns.
Die "Leading Economic Indicators" haben sich in den letzten acht Monaten ziemlich konsistent verschlechtert.
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Im Jahr 1998 -trotz des Rückganges des Aktienmarktes- liefen die "LEI" nach oben. Dieses Mal verläuft das Ganze im Einklang. Darüberhinaus sind die Daten zum GDP in den letzten drei Quartalen mit die schlechtesten seit 1990. Hinzukommt, dass die Zinskurve inverser verläuft, als während der letzten Rezession. der Chicago PMI ist der schwächste seit 1990.
Im Gegensatz zu dem , was wir in den letzten 10 Jahren -ein paar Monate hin oder her- gesehen haben, müssen wir jetzt erstmalig ein Rückgang der Kapitalinvestitionen im Technologiebereich verzeichnen, der in 2001 seine volle "Blüte" entfalten dürfte. Entlassungen beschleunigen sich. Sehr beunruhigend ist die Zunahme der Unternehmensverschuldung (siehe z.B. XEROX). LTV denkt über eine Bankrottserklärung anch, wegen Cash-Mangel. Chrysler scheint das Geld auszugehen. AT&T kürzt die Dividende, um Cash zu konservieren. Produktionskürzungen im Autobereich (Ford, GM). Lucent und Cisco müssen für ihre Naivität dem Kunden gegenüber bitter bezahlen. Zuletzt scheint auch noch die japansiche Wirtschaft wieder in die Rezession abzugleiten. Bestenfalls ist sie "nur" ein schwaches Glied in der weltwirtschaftlichen Kette. Firmenpleiten in Japan haben 2000 ein All-Time-High erreicht.
Viele sind noch nicht bereit "Rezession" zu schreien, aber langsam fühlt es sich so an. Wie gesagt, es bedingt eine aufmerksame Beobachtung der Wirtschaftsdaten, die da so anstehen und daraus hervorgehend die Reaktion der Finanzmärkte.
Antizipation
Der Aktienmarkt -besonders der in den USA- ist nichts anderes als "Antizipation". Die "Zukunft diskontieren" scheint das einzige zu sein, um das es geht. Die Aufgabe des Investoren ist es, zu entziffern, wieviel der Zukunft bereits in den Aktienpreisen enthalten ist. Einfacher gesagt als getan. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass es keine System gibt, dass "immer" funktioniert.
Jetzt die Frage "Was wird am meisten antizipiert ?" ...... klar, Zinssenkungen seitens der FED. Diese sind in den letzten Wochen zu DEM EVENT in den letzten Jahren geworden.Wenn man den Strategen an Wall Street und den vielen Analysten zuhört, dann wird man hören, dass alles wieder gut wird, wenn nur die Zinsen gesenkt werden.
Dass diese Erwartungen bereits gewaltig sind, sieht man an den Bond-Preisen. Der nachfolgende Chart der Fed Funds signalisiert eine gewaltige Erwartungshaltung an Zinssenkungen in den nächsten Monaten.
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Gott möge dem Bondmarkt und den Playern im Fed Funds-Future beisehen, sollte es zu keiner Senkung um 100 Basispunkte in den nächsten sechs Monaten kommen. Vielleicht bin ich etwas zu simplistisch, aber angenommen, es bleibt alles beim gleich und statsich, dann bedeutet dies, dass wir trotz einer Senkung um 100 Basispunkte, immer noch eine inverse Zinsstruktur hätten !
Hat der Bondmarkt einen solch signifikanten Zinsrückgang bereits eskomptiert ? ..... und ob er das hat !
Die wirkliche Frage ist die, hat er bereits mehr als diesen Zinsrückgang eskomptiert ? Dies wird sich erst in den nächsten Moanten zeigen ! Nochmal, wiederum bin ich vielleicht etwas simplistisch ! ..... falls der Bondmarkt den Rückgang der Zinsen in korrekter Höhe vorweggenommen hat, dann hat er einen freien Fall in eine Rezession eingepreist.
Hat dies auch bereits der Aktienmarkt getan ? Ist eine Oracle für eine Rezession gepreist ? It eine GE für eine Rezession gepreist ? .... Werte wie JNPR etc. erspare ich mir jetzt. Möglicherweise hat der Bondmarkt zuviel und der Aktienmarkt zuwenig eingepreist !
Die nachfolgenden Charts demosntrieren, dass die Renditen bis auf 50 Basispunkte an den Boden 1998 herangekommen sind. Dies bedeutet eine der schärfsten Implosionen der Renditen seit Jahren ! Steht die Welt am Abgrund oder hat der Bondmarkt übertrieben ?
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Könnte die evtl. eines der grössten Beispiele von "Buy the rumor, sell the news" sein ? ..... besser ist, darauf vorbereit zu sein. Und das nicht nur für Bonds. Die obigen Einzelhandelsumsätze zeigen klar die Zurückhaltung der Amerikaner beim Konsum an.
Oder sollte man glauben, dass die Amerikaner in Stimmung sind, mehr "Aktien zu konsumieren", nur weil die Zinsen gesenkt worden sind ? ..... vielleicht, dies aber nur für