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Ralph
05.12.2000, 12:10
Datenschützer fordern Untersuchung gegen Amazon.com

Die Geschäftsbedingungen für den Schutz von Kundendaten bei Amazon.com täuschen die Kundschaft und verstoßen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Diese Anschuldigung erhoben US-Datenschützer in einem am Montag an die US-Handelsbehörde (FTC)gerichteten Brief. Damit wenden sich die Aktivisten von EPIC gegen die revidierte Fassung der Geschäftsbedingungen bei Amazon vom September, in denen es heißt: "Im Rahmen der Weiterentwicklung unseres Unternehmens werden wir Anteile oder Unternehmen kaufen und verkaufen.
Bei solchen Transaktionen sind Kundeninformationen für gewöhnlich Teil der transferierten Geschäftsanteile." Mit anderen Worten, Kundendaten gelten fortan als Ware, so die implizierte Warnung an Amazon-Kunden.

EPIC fordert von der Handelsbehörde, die Praktiken bei Amazon zu untersuchen und den Online Retailer zu zwingen, Kundendaten zu schützen, statt sie an Dritte zu verkaufen. Die Organisation fordert weiter, dass Amazon gezwungen wird, den Nutzern eine Opt-Out-Möglichkeit zu gewähren, wenn sie persönliche Information selbst aus der Amazon-Datenbank löschen wollen. Das Unternehmen solle außerdem offen darlegen, wie die Daten verwendet werden. "In der revidierten Fassung gibt es eine Reihe von Umständen, unter denen private Information offengelegt werden können. Wir sind der Ansicht, dass dies unfaire und täuschende Geschäftpraktiken darstellen", sagte EPIC Executive Director
Marc Rosenberg. " Privacy International, eine Menschenrechtsorganisation in London, fordert eine ähnliche Prüfungen gegen Amazon durch die dortigen Datenschutzbeauftragten. Amazon war zu keiner Stellungnahme
bereit.

Im Zuge der Pleitewelle bei Dot-coms haben einige Unternehmen versucht, entgegen der Geschäftbedingungen die Kundendatenbank zu verkaufen. Datenschutzorganisationen wie EPIC und Junkbusters.com, drängen deshalb die Gesetzgeber seit geraumer Zeit, bindende Bestimmungen zu verabschieden. Ein Sprecher des FTC sagte, das keine Untersuchung gegen Amazon eingeleitet worden sei.

Amazon ist bei weitem kein Einzelfall, was die unerlaubte Weitergabe oder den Verkauf von Adressen angeht. Den absolut sicheren Datenschutz gibt es leider nicht, jeder muss sich überlegen, wo er welche persönlichen Informationen hinterlässt !

Ralph