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Vollständige Version anzeigen : Angeblich plant Nokia die Übernahme von Luce


Gert
12.12.2000, 23:18
Angeblich plant der finnische Weltmarktführer bei Handys Nokia die Übernahme von Lucent Technologies. Nachdem schon am Montag die Lucent-Aktie zu den aktivsten Papiere an der Wall Street gehörte , gehen am Dienstag 46 Mio. Stück um. Sonst werden tagesdurchschnittlich 25 Millionen Aktien gehandelt.

Eric Byrck vom Analystenhaus Wasserstein Perella bestätigt: „Es gibt Gerüchte im Markt über ein Angebot von Nokia.“ Er selbst kann zum Wahrheitsgehalt nichts sagen, meint aber, dass sich beide Unternehmen gut ergänzen würden. Andere Beobachter halten hingegen ein Zusammengehen für äußerst unwahrscheinlich. Lucent s! elbst zeigt sich zugeknöpft und lehnt einen Kommentar ab. Auch Nokia will sich nicht äußern.

Lucent befindet sich mitten in einer Umstrukturierungsphase und will Kosten sparen. Im Personalbereich geht es um etwa 10.000 Stellen, die gestrichen werden sollen. Potenzielle Interessenten könnten warten, bis die Massnahmen greifen, mutmaßen Analysten.

Eine solche Übernahme wäre zunächst einmal untypisch für Nokia. Zwar hat das Unternehmen in den letzten Jahren einige kleinere Firmen übernommen, um die Entwicklungskapazitäten zu stärken. Im angestammten Markt will Nokia erklärtermaßen durch Ausdehnung eigener Marktanteile, nicht durch Firmenkäufe wachsen.

Auf der anderen Seite sprechen zwei Punkte für einen Übernahmeversuch, der von Nokia, aber auch von anderen ausgehen könnte. Erstens ist Lucent zur Zeit ausgesprochen preiswert . Wenn das Unternehmen erst einmal saniert ist, ist es nicht mehr so billig zu haben. Zweitens ist Lucent gerade dabei, die Mikroelektronik-Sparte an die Börse zu bringen. Die Neuemission der Mikroelektronik-Sparte mit Namen Agere könnte das akquirierende Unternehmen organisatorisch und finanziell entlasten.

Nokia könnte am TK-Infrastruktur-Bereich von Lucent interessiert, um alle Fäden beim UMTS-Aufbau in der Hand zu haben. Der neue UMTS-Standard lebt von Mehrwertdiensten, von denen man heute teilweise noch gar keine konkrete Vorstellung hat. Sie betreffen aber möglicherweise Aspekte der Infrastruktur - ein Argument für Nokia, hier alle Ebenen der Mobilfunk-Hierarchie vom Netzwerk bis zum Handy in der Hand zu haben.

Gestern hatte Lucent das Spinoff von Agere bei der US-Börsenaufsicht registrieren lassen. Im ersten Quartal, wahrscheinlich im März, sollen ! zunächst 20% der Anteile, im Sommer dann der Rest angeboten werden.

Die LU-Aktie kann ihre Gewinne noch ausbauen und liegt mit 12,4% im Plus bei 18-11/16 $.

Quelle: WO

Gerthttp://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif

Joerg
13.12.2000, 13:39
Weiterer Lesestoff aus der Gerüchteküche:

Hat Nokia Interesse an Lucent?

Den Umsatz- und Gewinnwarnungen in der Hightechbranche folgen nun die Übernahmegerüchte. An der amerikanischen Börse wird gemunkelt, dass Nokia an Lucent Technologies interessiert ist. Ob die Fusion überhaupt sinnvoll ist, darüber sind sich die Analysten uneins.
Die Aktie von Lucent stieg im gestrigen New Yorker Handel deutlich an. Gleichzeitig waren die Umsätze ungewöhnlich hoch. Eric Buck von Wasserstein Perella Securities sagte, man "munkelt etwas von einem Nokia-Angebot". Er habe aber keine Erkenntnis darüber, ob dies war sei.

Für Börsianer scheint im Moment alles möglich zu sein. Die Kurse der Hightech-Aktien sind im Keller, und die Anleger flüchten sich aufgrund immer neuer Umsatz- und Gewinnwarnungen zu anderen Werten. Da sind solche aufkommenden Gerüchte ein hoffnungsvoller Lichtblick. Neben Lucent Technologies galten in den letzten Wochen auch Qualcomm und Nortel Networks als möglich Übernahme-Kandidaten der Finnen. Doch bisher bestätigte sich keine diese Annahmen - und Nokia vermied es, die Gerüchte zu kommentieren. Auch gestern wollte man sich dazu nicht äußern.

Analysten uneins

Wie eine mögliche Übernahme zu bewerten sei, darüber sind sich die Analysten uneins. Für Buck passen die beiden Unternehmen aufgrund ihrer Produkte sowie ihrer unterschiedlichen geographischen Stärken gut zueinander. Außerdem wäre Lucent im Moment sehr günstig zu haben.

Andere Analysten halten dagegen, dass Lucent mit 64 Milliarden Dollar auch für Nokia ein ziemlich großer Brocken sei. Zudem stecke das Unternehmen in einem tiefen Umstrukturierungs-Prozess. Mögliche Interessenten würden wohl eher noch abwarten, bis die Probleme beseitigt sind.

Was will Nokia?

Die Finnen sind, anders als Lucent, bisher wenig durch Übernahmen in Erscheinung getreten. In den letzten zwei Jahren wurden nur zwei kleinere Firmen zugekauft. Wobei die Verstärkung der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Vordergrund stand. Darüber hinaus hat Nokia stets betont, im Mobiltelefonbereich wachsen zu wollen - und zwar durch Hinzugewinnung von Marktanteilen und nicht durch Akquisitionen.

Die Händler in Europa scheinen auch Gefallen an den Gerüchten gefunden zu haben. In Frankfurt stieg die Lucent-Aktie bis zum Mittag um fast 4 Prozent. Dagegen tendieren Nokia-Papiere um ihren Vortagswert.

Quelle: gatrixx.de

Gruß
Joerg

Gert
09.01.2001, 19:20
Mit 128 Mio. verkauften Mobiltelefonen hat Nokia den Absatz gegenüber 1999 um 64% verbessert. Die größten Rivalen der Finnen, Motorola und Ericsson, geben im gleichen Zeitraum Marktanteile ab. Dennoch fällt die Aktie in zweistelliger Höhe..

Offenbar sind Analysten erst dann zufrieden, wenn sie das Haar in der Suppe gefunden haben. Dies trifft zumindest für den weltweit größten Handy-Hersteller Nokia zu. Die Experten begründen ihre Kritik damit, dass für das Jahr 2000 mit mindestens 135 Mio. verkaufter Nokia-Handys (Lehman Brothers) gerechnet worden sei. Ein nicht ganz einsichtiges Argument, wenn man bedenkt, dass der weltweite Markt im vergangenen Jahr mit rund 405 Mio. Geräten „nur“ um 45% gegenüber 1999 zugelegt hat. Auch hat das finnische Unternehmen - soweit bis jetzt bekannt ist - seinen Anteil auf dem weltweiten Handy-Markt im dritten Quartal! 2000 von zuvor 27,5% auf jetzt 30,6% gesteigert. Nur Siemens konnte in Sachen Wachstum in etwa Schritt halten und seine Marktbeteiligung von 5,5% auf 8,6% erhöhen. Dagegen mussten Motorola und Ericcson, die Hauptkonkurrenten von Nokia, die bisher mit 15,6% und 13,3% am Markt vertreten waren, im gleichen Zeitraum den Rückgang ihrer Quoten auf 13,3% beziehungsweise 9,7% hinnehmen.

Ob die Veröffentlichung der Verkaufszahlen – wie Nokia zum Teil unterstellt wird - dazu dient, die Erwartungen im Vorfeld der für Ende Januar ! angekündigten Geschäftsergebnisse zu dämpfen, mag dahingestellt sein. Ein solches Verhalten könnte aber zumindest mit der Angst erklärt werden, ein ähnliches Kursdebakel wie im letzten Sommer zu erleben, als die Erwartungen für das dritte Quartal vorsichtig nach unten korrigiert wurden

Quelle:WO

Gert