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Vollständige Version anzeigen : US-Wahlen - Countdown


Joerg
11.12.2000, 22:12
Endlich ist es bald soweit; die Börse nimmt schon mal alles vorweg!

Final Countdown?

Die Anwälte von George W. Bush und Al Gore konnten dem Supreme Court ihre Argumente für oder gegen eine Handauszählung der Stimmkarten in Florida vortragen. Jetzt wird mit Spannung erwartet, wie das Urteil der neun Richter ausfällt. Küren sie den neuen US-Präsidenten?


© DPA

Im Moment rechnet sich George Bush wieder die besseren Chancen aus

Washington - Die Anhörung begann um 17 Uhr MEZ und dauerte eineinhalb Stunden. Die neun Richter hörten zunächst Bushs Anwalt Ted Olson. Nach Angaben von Augenzeugen musste sich Olson teils sehr kritischen Fragen einiger der Richter stellen. Dabei ging es unter anderem darum, ob es bei dem Streit um die Stimmenauszählung überhaupt um eine Frage der nationalen Verfassung gehe und das Oberste Gericht zuständig sei.
Anschließend trug Gores Staranwalt David Boies seine Gründe für eine Fortsetzung der Handnachzählungen vor. Beide Seiten hatten je 45 Minuten Zeit. Beobachter erwarteten angesichts des Zeitdrucks ein schnelles Urteil möglicherweise noch am Montagabend (Ortszeit) oder am Dienstag. Ein Tonbandmitschnitt der 90-minütigen Anhörung wurde direkt nach Abschluss der Sitzung von den großen Nachrichtensendern ausgestrahlt. Die Obersten Richter hatten im Gegensatz zu ihren Kollegen in Florida keine Kameras während der Verhandlung erlaubt.

Gores Anwalt Boies sprach nach der Sitzung von einer "guten Anhörung". Die neun Richter seien ausgezeichnet vorbereitet gewesen und hätten zahlreiche Detailfragen gestellt. Er wollte keine Angaben über die Erfolgsaussichten der Demokraten machen, verwies aber darauf, dass die Richter in ihrer Vorentscheidung am Samstag in gewisser Weise George Bush unterstützt hätten.


© AP

Der Oberste Gerichtshof in Washington

Die meisten Experten rechneten mit einer Niederlage für Gore. Sollte er aber gewinnen, käme es für den Demokraten darauf an, die Auszählungen in Florida im Eiltempo zu beenden. Andernfalls droht ein Eingreifen des Kongresses in Florida zu Gunsten von Bush bereits vor Abschluss der Zählaktion. Das wiederum könnte zu Komplikationen im US-Kongress mit unabsehbaren politischen Auswirkungen führen.

Das höchste US-Gericht hatte am Samstag eine vom Obersten Gericht Floridas angeordnete Handauszählung von über 43.000 strittigen Stimmen in Florida gestoppt und die Gerichtsverhandlung zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der Zählaktion angesetzt. Die Richter folgten damit zwei Anträgen der Republikaner. Die Entscheidung bedeutete einen schweren Schlag für Gore, der sich von Handauszählungen die nötigen Stimmen erhofft, um den in Florida knapp vorn liegenden Bush doch noch zu überholen.

Die Zeit drängt allerdings, denn bereits an diesem Dienstag ist der Termin für die Bestimmung der 25 Mitglieder Floridas im US- Wahlmännergremium, das am 18. Dezember über den Präsidenten zu entscheiden hat. Der republikanisch beherrschte Kongress in Florida hat angekündigt, dass er eigenhändig die 25 Vertreter auswählen will, wenn der Wahlstreit bis zum 12. Dezember nicht gelöst ist. Es wäre dann klar, dass die 25 Stimmen an Bush gingen.

Würde sich nach dem 12. Dezember bei Handauszählungen dann Gore als Sieger herausstellen, könnten am 18. Dezember zwei 25-köpfige Gruppen zur Abstimmung über den Präsidenten antreten - die eine zu Gunsten von Bush, die andere für Gore. In diesem Fall müsste der US- Kongress entscheiden, welche Stimmen er akzeptiert. Wegen der dortigen Mehrheitsverhältnisse könnte der Fall dann am Ende wieder beim höchsten US-Gericht landen.

Gruß
Joerg

Joerg
12.12.2000, 12:07
Und weitere Stunden vergehen, ob wir dann endlich Gewißheit haben???

Warten auf den neuen US-Präsidenten

Die europäischen Standardwerte sind uneinheitlich in den Dienstag gestartet. Gegen 11 Uhr verliert der Deutsche Aktienindex Dax 13 auf 6.769 Punkte. Der Euro-Stoxx-50-Index mit den wichtigsten Unternehmen aus den Ländern der Europäischen Währungsunion notiert bei 4.953 Zählern - ein Minus von 18 Punkten oder 0,3 Prozent.

Händler sprechen von einem ruhigen Geschäft. "Viele institutionelle Anleger haben bereits ihre Bücher geschlossen", erklärte ein Marktbeobachter. Daher sei bis zum Jahresende nur noch mit niedrigen Umsätzen zu rechnen. Neue Impulse könnten am Nachmittag aus den USA kommen, falls das Oberste Gericht über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl entscheiden sollte.
Quelle: gatrixx.de

Gruß
Joerg