Vollständige Version anzeigen : Gedankengänge - bitte unbedingt lesen!
Hi boardler,
mir sind noch in paar Gedankengänge durch den Kopf geschossen als ich Vergleiche zu damaligen Zinssenkungen rangezogen haben.
Wer sagt denn eigentl. daß es so kommen muß wie immer.
Könnte es nicht sein, dass der technologische Fortschritt unsere Schlinge im Aktienmarkt wird. Denn, ohne es jetzt genau zu wissen:
a) war mit Sicherheit das Ratio an Privatinvestoren 1929 geringer
b) es gab kein Internet - jede Ordr mußte wahrscheinlich pers. bei der Bank noch mit einem Kurier zum handelsplatz gefahren werden bzw. ab später telefonisch durchgegeben werden.
c) Kein Internet - keine Möglichkeit des Shortens seines Privatanleger
d) War es damals überhaupt Institutionellen gestattet short zu gehen? Kann es mir garnicht vorstellen - sonst hätten die damals doch nicht auf der Straße ihre großen Luxusgüter für einen Appel und Ei verscherbelt!
Zumindest die Feststellung b und c treffen auch auf die letzten Jahre der Wirtschaftsabschwächung zu und damit ist die jetzige schlimme Zeit in der wir uns befinden nicht mit irgendwas vergleichbar was vorher stattgefunden zhat.
Das Internet eröffnet uns die ganze Welt - scheint sich aber wohl auch nun als unser größter Feind zu entpuppen. Denn auch Institutionellen gerät das Ruder somit aus den Händen!
Ich würd mich mal über eine rege Diskussion zu meiner Ansicht freuen - durchaus auch konträre Meinungen erwünscht sogar erbeten!
danke
MM
PS: Der Boom des Internets hat erst 1998 begonnen...denkt mal an die Zuläufe von AOL etc.....auch in Amiland
achso - mir geht es hier mit diesem Thread nicht darum eine bearische Meinung zu vertreten. Nein vielmehr um Argumente zu sammeln weshalb es vielleicht nicht so ist. Man kann nicht alles wissen und es fehlt ein oftmals die Objektivität um frei zu handeln - in beide Richtungen.
Ich würd z.-Bsp. gerne: Jetzt investieren, auch wenn es weiter runtergeht - wenn mir nur einer sagen würde "Hey in 1/2 Jahr in der Horrotripp vorbei". Dann wäre ehrlich gesagt nu der richtige Zeitpunkt gekommen!
Nur isses so....kann man das sagen! Wenn dieses o.g. zutrifft gäbe es auch keinen sicheren Hafen im dow. Dann noch der Faktor das wahrscheinlich Russland jetzt mit einer "Zahlungsunfähigkeit" auch noch dazu kommt. Da werden auch schon erste Stimmen laut. Dies wiederum würde Europa einen Tiefschlag versetzen!
Kann es in der Tat so schlimm kommen?
danke
MM
hallo mary,
da ich heute in dikussionsstimmung bin, muss ich
natuerlich was dazu sagen...
ich werde mich einmal selber interviewen http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif
1) ein risiko ist immer vorhanden.
-ja
2) ist das risiko des totalen verlustes moeglich?
-unwarscheinlich. gerade durch die technologien wie
internet und auch durch veraenderte gesetzte an den
boersen ist eine wiederholung von damals unwarscheinlich.
3) wann ist das verlustrisiko am groessten?
-wenn die kurse am hoechsten sind.
4) wann ist das risiko am geringsten?
-wenn die kurse am tiefsten sind.
5) ->wann waren die kurse am hoechsten?
bei naz ca. 5000
6) wo sind wir jetzt?
-bei 2500 (also die haelfte)
7) wann werden die kurse am tiefsten sein?
-schlimmstenfalls bei 1250 (also nochmal die haelfte)
8) also sind wir genau in der mitte?
-das haengt davon ab, wo der boden ist. die 1250
kann ich nur als schlimmstes ziel vermuten, waehrend
der abfall von 5000 auf 2500 mit sicherheit da war.
9) wird es wieder 5000 geben? sonst lohnt sich der
gedanke gar nicht.
-ja, die frage ist nur wann. grundsaetzlich muss
der index steigen, weil "schlechte" unternehmen rausfallen
und "gute" nicht.
10) zusammenfassung:
-wenn man die chance, dass es auf 1250 heruntergeht
mit 50/50 einschaetzt, kommen wir rein rechnerisch
natuerlich nur vom risiko auf (1250+2500)/2 = 1875.
also haben wir die sicheren -50% vom hoechststand
schon in der tasche, waehrend es nach unten, bei
50/50 nur noch 25% sind. daher lohnt sich ein einstieg vom risiko her auch jetzt schon.
11) wirklich jetzt schon einsteigen?
-die schwierigkeit ist es, jetzt die richtigen unternehmen
zu finden. mit marktfuehrern kann man es jetzt schon wagen.
ulli
hallo ulli,
das mit den 1250 Punkten sehe ich ähnlich.
Ich bin weiter am brainstorming ...und möchte nochwas ergänzen:
5000 und da sind wir glaube ich alle einer Meinung war es einer positiven Hysterie zu verdanken.
Wo stehen wir jetzt bei einer Depression (sprich negativen Hysterie)? Dies noch unter Berücksichtung des technologischen Vorsprungs welchen wir dank oder evtl. leider seit dem Internet besitzen?
1250 - sorry ich glaubs je mehr ich drüber nachdenke!
Hab eben mit meiner Freundin telefoniert die über CNBC verfügt und sich die Kommentare reingezogen hat: Durch die Bank sind die "jüngeren Analysten" der Meinung, daß wir uns bald wieder erholen, spätestens im zweiten Halbjahr!
Die anderen Analysten sehen jetzt keine Rezession, gehen aber durchweg davon aus, daß der Dow dieses Jahr -/+10% erwirtschaften wird und der Nasdaq am Ende des Jahres auf diesem Stand oder gar 20% tiefer schließen wird. Auf langfristiger Sicht hin geht man allerdings von einer Erholung aus. Dieser Zeitraum könnte aber durchaus erst in 1-2 Jahren gegeben sein.
Desweiteren sehen die letzteren Herrn enorme Abflüsse aus den Fonds. Sie müssen, Mrd. an Liquitität aufbauen um die Kunden auszubezahlen. Das Geld allerdings wird nicht neu investiert oder fließt in Währungsfonds sowie in den sicheren Hafen!
So das nur so in groben Zügen aus zweiter Hand http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif !!
Fasse ich dies zusammen haben wir auf der Seite der Institutionellen eine wartende Haltung (sprich neutral) und auf Kleinanlegerseite auch wieder eine Depression (negative Haltung).
Für mich bergen Institutionelle mit Ihren Großinvestitionen die Basis einen sauberen Anstiegs gepaart mit der Tagesvolatilität die von den Privatanlegern an der Börse kommt. Fällt jetzt dieses Standbein weg ....dann wird es nichtmehr greifbar und gerät aus den Fugen.
Auch möchte ich wiederholen was Abby Cohen nach dem Crash im April sagte. Zur Erinnerung sie war damals der Auslöser dieser ersten kleinen Katastrophe indem sie sagte: "Das wir auf jetzigen Niveau, Februar Niveau, überbewertet seien und die Ergebnisse nicht im Verhältnis dazu stehen. Überbewertung müsse ein wenig abgebaut werden."
Nachdem wir dann binnen weniger Tage crash'ten sagte sie:"Sie war sich dem Ausmaß dieser Worte nicht ganz bewußt und hätte nicht mit dieser Hysterie gerechnet. Diese Dinge waren UNKALKULIERBAR für mich" .....wären wir wieder bei dem tollen/oder schlechten technologischen Vorsprung!
Denn früher mußte jeder Kleinanleger der bei einem Crash in Panik geriet mit der Bank telefonieren, faxen etc. um einen Verkauf zu tätigen. Hier konnten dann Fachleute teilweise beruhigend oder aufklärend auf die Marktsituation hinweisen. Nu drückt der Kleinanleger in seiner Hysterie bzw. nach seiner NUR pers. Meinungsbildung lediglich auf ein Knöpfchen!
.......all dies bestärkt mich irgendwie Gelder nach Euroland zu transferieren und die Gedanken zu sammeln!
Bitte noch mehr Meinungen
danke
MM
<font size=1>[Dieser Beitrag wurde von MaryMeeker am 06.01.2001 editiert.]</font>
<font size=1>[Dieser Beitrag wurde von MaryMeeker am 06.01.2001 editiert.]</font>
@ulli,
ich hab Dir ne boardmessage geschickt schau mal in Dein Briefkasten!
danke
MM
Ohoh! Tschuldigung, wenn ich da mal so reinpfusche. Aber die Ähnlichkeit mit dem Chrash von '29 ist verblüffend. Auch damals ging es um die Steigerung der Mobilität und die absolute Wissenschaftsgläubigkeit . Das wir nun noch schnellere Techniken benutzen können (dazu hab ich im chill-out schon was gerade geschrieben: von wegen 3rd wave) heißt im Endffekt, daß wir uns nur noch schneller wirtschaftlich (1929 war es zuerst sozial) abwürgen können. Natürlich sind die Sicherungssysteme der Wirtschaften besser geworden, aber den Grund für 1929 kennt man bis heute nicht. Das bedeutet, daß die Sicherheitssysteme "aus blauen Dunst" entstanden sind (z.B. magische Viereck; Nachfragetheorie nach Keynes, usw.). Ob sie gegen so eine Wucht von Rezession ankommen können, mag ich bezweifeln. Diesmal werden wir aber nicht so extrem hungern, sondern die Amis. Die Art und Weise, wie die Wirtschaftssubjekte handeln, unterscheidet sich kaum von damals. Auch ist die "Ratio" (wie Du es so schön ausgedrückt hast MM http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif ) keine Begründung .... ich muß sagen, solche Argumente sind auch gefährlich (nicht politisch, da glaube ich doch wohl, daß Du das nicht so gemeint hast, MM; sondern droht doch mehr die Gefahr des Übersehens von Indifferenten, oder anders: Überschätze den heutigen Menschen nicht!!! Er handelt wie vor 80 Jahren und orientiert auch seine Erwägungen nach dem Strickmuster der damaligen Wirtschaftssubjekte).
Ich hoffe ein bißchen zur Erklärung beigetragen zu haben und nicht nur Schnatterei losgelassen habe http://www.stock-channel.net/Board/smilies/rolleyes.gif
Exor
Wenn nun schon die Fonds abbauen müssen, wo werden wir dann bald landen http://www.stock-channel.net/Board/smilies/confused.gif. Rezession ist in Amiland in Sicht, aber aus diesem Grund fällt auch nicht auf, das sich auch die europäische Wirtschaft verlangsamt, bitte nicht übersehen bloss weil die amis schneller fallen http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smilewinkgrin.gif.
Irgendwie ist es anders, und zweitens als man denkt! Ich glaube, das wir irgendwann alle dumm aus der Wäsche gucken werden was da passiert und mit uns gemacht wird http://www.stock-channel.net/Board/smilies/throwupen.gif
Matze
Ich halte eine jahrelange Baisse für durchaus möglich. Und kein Analyst und keiner von uns kann voraussagen, ob es tatsächlich so kommt oder ob die Talfahrt doch bald ein Ende haben wird.
Ich halte es absolut nicht für sinnvoll, unter diesen Umständen Long-Positionen einzugehen, weder im Amiland noch in Europa oder sonstwo. Das Jahr 2000 hat uns gezeigt, dass jeder Versuch den Boden abzufischen in Verlusten endet. Fatal ist es, wenn man sich bei Anzeichen einer Erholung immer wieder in den Markt locken lässt... ich denke dabei z.B. an den Sommer, als die Nasdaq aus ihrem Abwärtstrend nach oben auszubrechen schien... oder an die Gewinnwarnung von Intel, als das Nichtabstürzen der Aktie als Zeichen für eine Bodenbildung des Marktes gedeutet wurde... oder die Zinssenkung diese Woche... es gab etliche solcher trügerischer Positiv-Signale. Und wenn man immer wieder darauf reinfällt, ist der finanzielle Ruin nicht weit (so geschehen bei mir).
Nein, es bedarf gravierender Änderungen, dass Longpositionen wieder mit einem vernünftigen Chance-Risiko-Verhältnis aufgebaut werden können. Und bis es so weit ist, kann man eigentlich nur abwarten oder daytraden. Spekulationen über die weitere Entwicklung sind natürlich möglich und auch interessant. Aber es sind halt nur Spekulationen, auf die man sich nicht verlassen kann.
Ich denke, man verpasst lieber einige Prozente wenn es mal hochgeht, als sich immer wieder der Gefahr auszusetzen, dass man nur in eine kurze Zwischenerholung rein gekauft hat.
TotalStock
06.01.2001, 15:52
Hi Mary...
habe mir auch nochmal Gedanken gemacht.
Für mich gibt es jetzt zwei Möglichkeiten:
1.
Entweder wird die Börse wieder normal laufen wie sie es die letzten 20 Jahre getan hat... der Dow macht seine PA Performance von 14% wenn es gut läuft und eher dünn dann halt 7% oder DOW und S&P gehen auch auf Tauchstation, also 30% down.
Der NAZ kommt vermutlich wieder ein seinen alten Trendkanal zurück der seit 1974 nach oben läuft. Dann sind wir derzeit noch oberhalb des Trendkanals und wir dürfen uns nicht an den Höchstkursen von Aktien und NAZ orientieren.
2.
Oder wir sehen demnächst eine Bearmarktet Rally, wenn die Ergebnisse und Aussichten doch nicht so schlecht dargestellt werden.
Was mich bedenktlich stimmt ist die Tatsache, daß in USA es sich nicht um eine normale Korrektur, die von aussen beinlußt wurde, handelt sondern möglicherweise was anderes stattfindet.
USA Problemchen wie 1987 (waren es auch die Zinsen), 1990 (IRAK), 1993-1994 (normale Recession), 1997 (Asien) 1998 (Rusland und Asien) sondern eine andere Situation haben.
Diese gesunden Korrekturen im Aufwärtstrend stellten sich im Nachhinein bisher immer als Lachnummer heraus, denke da an meine 1997 und 1998 Schock vom Salimcrash.
Nun, die letzte schwere Rezession war 1974 -75 in USA. dannach gab es in den 70ger ein maues Börsengeschehen einige Jahren dannach und man hatte durch die Inflation noch ordentlich Verluste damit eingefahren.
Nun, wie schaut es jetzt aus. Was werden die Baby Boomer in USA anstellen oder haben die schon Ihre Renten (Aktien) verkauft?
Bisher dachte ich immer daß das deutsche Rentensystem kolabieren wird (wenn es nicht schon ist) und dieses mal Trouble auslösen wird. Dann sind Unternehmensanteile besser als Rentenversprechen oder CASH auf dem Konto. Denn Unternehmensanteil (Aktien ist etwas was Menschen geschaffen haben und immer werden).
Allerdings geht das nur mit Papieren die auch eine Recession überleben werden.
Was ich immer dachte, wenn die Stimmung zur Weltuntergangsstimmung neigt waren es bisher immer die besten Kauftage. Auf N-TV sind die ersten Zweifler aufgekommen. H.D Schulz hat mal bärische Charts gezeit... usw... die Kerle raten jetzt mal nicht zu kaufen.... dann fogt jetzt die nächste Zeit vielleicht das es noch nicht zu spät zum verkaufen ist...
Diese Abfolge des Informationsgehalts von Medien waren 1997 und 1998 in den Korrekturen auch so von den Medien publiziert worden. Erst als auch die letzten Superbullen bärisch waren... wurde der Boden erreicht, also keine Kaufempfehlungen mehr ausgesprochen wurden.
So wenn jetzt noch Japan weiter absäuft, wieder ne Rußlandkrise aufkommt und die USA auch noch in Trouble kommt dann geht dem IWF schnell das Geld aus.
An 1929 glaube ich nicht... dann wird vorher der NASDAQ geschlossen oder der NYSE damit es nicht so weit kommt, aber wir hatten in unsere Welt 50 Jahre lang keinen Krieg, gabs auch noch nie zuvor, dann muß halt wenn es uns zu wohl wird irgendwie das zuviel vorhandene Geld sonstwie vernichtet werden. Wie in der Natur auch, gibt es ein Gleichgewicht in einem Ökosystem, das gibts auch in der Wirtschaft, nur wird die Verteilung immer ungleichmäßiger.
Sollten wir das irgendwie überleben, dann gehören wir zu den Gewinner das wird aber nicht leicht werden.
TotalStock
------------------
Make a good one.
TotalStock
Äh... ich möchte doch noch mal darauf hinweisen, daß wir vor einer wirtschaftlichen Umstrukturierung stehen. Was dabei herauskommt, kann in diesem Sinne niemand sagen(die USA zeigen gerade mit ihren Kursschwankungen, daß die auch noch lange nicht fertig sind mit der Umstrukturierung). Man kann die Parallelen von '29 erkennen und die daraus resultierenden Schlüsse als reine Vorbeugemaßnahmen benutzen. Die Märkte sind (wie 29) nun richtig mit Kapital vollgepumt. Der Aktienrausch ist (wie 29) in die Mittelschicht eingedrungen. Ein Abflauten der Wirtschaft wird (wie 29) als momentane Schwäche interpretiert. Die Märkte sind (wie 29) kurzweilig abgerutscht und schlagen aus......... Wie gesagt, eine fast unendliche Liste. Jede Prognose über einen Markt, dessen Struktur so unbekannt ist, wie der jetzige, ist aberwitzig. Wie 29 hat man da einen unglaublichen Mobilitätsschub und weiß nichts damit anzufangen (mit der Zinserhöhung haben die Amis ja auch wieder mal gezeigt, daß die überhaupt nicht wissen, wohin die Reise geht, da das ein monetaristisch falsches Signal war und sich jetzt alle auf die nächsten Erhöhungen einstellen und auf den big bang warten). Also raus raus raus, sich 'ne Flasche Dom gönnen (weil man immer noch rechtzeitig raus ist, solange Geld übrigbleibt http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif ) und sich 'n paar schöne Staatsanleihen holen ...... man lebt dann einfach gesünder http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biglaugh.gif (sagt doch nicht, daß Euch die paar Pfennige beim daytraden der Streß wert ist, oder ? http://www.stock-channel.net/Board/smilies/eek.gif )
Exor
<font size=1>[Dieser Beitrag wurde von Exor am 06.01.2001 editiert.]</font>
2001 Aussichten, Teil 1
Apres moi, le deluge ?
"Nach mir die Sintflut!, das sagte seinerzeit Louis XV. In Wahrheit hatte er diesen Ausspruch aber von seiner Mätresse, Madame Pompadour "gestohlen". Aber er hatte Recht. Während seiner 59 Jahre Regentschaft in Frankreich ging das Land fast unter, aufgrund von jahrelangen Exzessen, Kriegen und extrem hoher Verschuldung über 59 Jahre hinweg.
Ich habe meine Einschätzung in den letzten Wochen/Monaten schon so oft abgegeben, aber in der jetzigen Zeit extremer Instabilität, will ich es nochmal tun. Dies nach allerbestem Wissen und Gewissen, auch vor dem Hintergrund, dass sich viele hier am Board sich mit dergleichen Frage auseinandersetzen.
Was wird 2001 und die Zukunft bringen ? Bekommen wir ein Softlanding hin, sind wir schon in der Rezession oder auf dem Weg in die Depression ? Was bedeutet dies für mein Portfolio ? Sollte man einsteigen oder sogar jetzt noch aussteigen ? Wo soll man anlegen ? Bin ich "Bulle" oder "Bär" oder vielleicht sogar schon "schizophren" ?
Was wir seit Mitte letzten Jahres deutlichst feststellen konnten, war ein Trendwechsel weg von Wachstumsaktien hin zu Value-Werten. Und dieser Trend scheint sich täglich weiter zu beschleunigen, woraus sich ableiten lässt, dass dieser Trend über die nächsten 4-5 Jahre dominierend sein könnte/dürfte. Dies ist in meinen Augen ein sinnvoller Weg, denn jetzige Werte lassen sich vernünftig analysieren und basieren nicht mehr nur auf der fehlerbehafteten Abschätzung zukünftigen Wachstums (schaut euch nur die "tollen" Kennzahlen an, die im Boom der Internetwerte geschaffen wurden). Vielleicht birgt diese Art der Anlage und Analyse (hier ist JEDER einzelne gefrodert) weniger Spass, aber sie ist realistischer und definitiv besser für viele Portfolios.
Dieser Trend, gepaart mit der Wirtschaft in diesem JAhr (die sicher sehr ereignisreich sein wird) wir deutliche Implikationen für das eigene Portfolio haben. Wer in den Zeiten "Irrational Exuberance" und extremer Überbewertung nicht am Markt vertreten war , der dürfte eine der grössten Parties in seinem Leben verpasst haben. Wer in den nächsten JAhren im falschen Sektor und in den falschen Anlagen vertreten ist, der wird auch diese Party verpassen und was vermutlich noch schlimmer sein wird, .... er wird seinem Portfolio schwere Schäden zufügen. Und ich glaube, dass es eine Party geben wird. Sie wird nur nicht dort stattfinden, wo sie die letzten zehn Jahre zu finden war !
Jetzt will ich mal "meine Vorhersage" umreissen. In Teil 1 schauen wir auf eine Rezession. Im Teil 2 betrachten wir die Möglichkeit eines Softlanding. In Teil 3 will ich mal "meine Vorhersage" zeigen, sowie auf das Sentiment eingehen, was kurzfristig wichtiger ist, als die Realität. Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum Aktienmarkt, Zinsen, Dollarstärke/ -schwäche und ein paar andere Bereiche, die einen in Schwierigkeiten bringen können. Wer nur die guten Nachrichten lesen will, der springt am besten gleich zu Teil 2. Aber es wird am meisten Sinn machen, der Reihe nach zu lesen. Auch wenn es einigen nicht gefallen wird.
Zuallererst möchte ich mal sagen, dass ich weder "Bulle" noch "Bär" bin. Ich bin noch nie der "Superbulle" gewesen, genausowenig wie der ""Superbär". Für mich ist es immer um das Abwägen von "Guten" und "Schlechten Daten" gegangen, denn letztlich findet man für JEDES pesönliches Profil die entsprechenden Nachrichten. Es gibt ein Sprichwort, was lautet "Es keinen einarmigen Ökonom, denn jedes Statement endet mit den Worten "... und auf der anderen Seite " !
Bevor ich jetzt loslege (für viele "schmarre" ich vielleicht nutzloses Zeug), noch eines ...... die nachfolgende Analyse ist allgemeiner Art und nicht gedacht, spezifische Investment-Ratschläge zu geben. Dies letztlich auch aufgrund der Tatsache, dass die Erwartung eines jeden an die Finanzmärkte eine spezifische ist und letztlich nur im Zusammenhang mit den Kenntnissen über die persönlichen Verhältnisse gemacht werden kann.
Also .... los geht's
Steht uns eine Rezession ins Haus ?
Wenn ja, dann sollte kein Mensch in Aktien "long" sein, ausser vielleicht um Bear-Market-Rallies zu traden. Der durchschnittliche Kursrückgang in einer Rezession ist 45%. Im S&P500 und im DOW30 sind wir gerade mal 10% vom Top entfernt, die NYSE ist fast auf ATH. Es ist nur der Technologiebereich, der sich bereits in einem voll etablierten Bärenmarkt befindet, mit Anzeichen, dass es NOCH SCHLIMMER wird. Eine Rezession wurde einen gewaltigen Flurschaden nach sich ziehen.
Wir sind jetzt Richter im "Supreme Court der Investoren" ! Gehen wir ma an die Beweisaufnahme, was für und gegen eine Rezession spricht !
Der Anwalt der "Rezession" hat zuerst das Wort.
1) Die Volkswirte der FED sagen uns, dass die inverse Zinsstruktur der zuverlässigste Indikator einer Rezession ist
Im Moment haben wir eine 45%ige Wahrscheinlichkeit, dass diese innerhalb der nächsten 9 Monate eintritt. Da die Wirtschaftsdaten heute noch schneller verfügbar sind, könnte man diese Wahrscheinlichkeit sogar leicht auf 50% erhöhen. So schlimm war dieser Indikator seit 18 Jahren nicht mehr. Es gab NIEMALS eine solche Renditekurve OHNE eine nachfolgende Rezession. Die Renditekurve sagt uns, dass es ernsthafte Probleme im Kreditmarkt gibt, die sehr wahrscheinlich in hohe Kreditausfallraten und deutlich nachlassende Kreditverfügbarkeiten münden werden. All dies sind Puzzleteile aus denen das Bild "Rezession" zusammengesetzt wird ..... es war immer so und wird auch immer so bleiben !
Ich will mal einen Augenblick bei den knappen Kreditvergaben bleiben.
2) Die FED hat zu lange gewartet, die Zinsen zu senken
Es dauert mindestens sechs Monate, bis Zinssenkungen ihre Weirkung entfalten, es gibt sogar Volkswirte, die von 12-18 Monaten ausgehen ! Da nur noch zwei FED-Sitzungen im Q1/2001 anstehen, dürften die Zinssenkungen nicht ausreichend sein (ohne evtl. Inflationsgefahren herauf zu beschwören) um das Schiff "Titanic" vor der Kollission mit dem Eisberg zu bewahren.
Die Wirtschaft verlangsamt sich schneller, als es selbst vor Monaten noch für möglich gehalten wurde. Es sit sehr gut möglich, dass das Wachstum in USA im Q4/2000 deutlich unter 2% ausfallen wird. Die Litanei der schlechten Nachrichten ist lang und sehr beunruhigend. Autohersteller kappen ihre Produktion, gleichzeitg müssen Zugeständnisse gegenüber der Belegschaft gemacht werden. Das Verbracuhervertrauen stürzt immer weiter ab. Die Auftragseingänge gehen zurück. Bestellungen für PC und andere Tech-Produkte verlangamen sich dramatisch, und Ertragswarnungen gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Der Arbeitsmarkt verschlechtert sich zunehmend und die "Frühindikatoren" sind seit Monaten auf dem Rückzug.
Über Jahre hinweg sind die Gewinne um 16% gewachsen. Investoren haben wirklich an das Gerede einer "New Economy" geglaubt. Die Aktienkurse wurden für eine Perfekte Welt gepreist. Jetzt wo diese Perfektion abzubröckeln scheint, verkaufen sie die Aktien, die nicht mehr viel erwarten lassen.
Die Kredite werden knapper !
Bankinstitute werden aufgefordert ihr Kreditportfolios neu zu bewerten, und die Richtung ist ..... down, down, down. Das versteckte Problem ist die Kreditvergabe an Unternehmen, an denen quasi alle Banken beteiligt sind. Dahintger stehen gewaltige Millionen-Kredite, die bei jeder Bank zu Kreditneubewertungen führen, wenn nur eine Bank dieser Syndikate die Aufforderung bekommt, Kredite neu zu bewerten.
Euer Ehren (bitte daran denken, ihr seid der Richter hier !), jedes Mal wenn eine Bank einen Kredit herunterstuft, müssen sie mehr Kapitalreserven schaffen. Dies bedeutet, dass ihnen weniger zum Verleihen an die "guten" Klienten bleibt, da sie es ja nicht von den "schwachen" bekommen und holen können. Dies entwickelt sich zu einer ekligen Spirale.
Genauso wie Zinssenkungen, zeigen solche strengere Kreditlinien nicht unmittelbar ihr desaströses Wirken. Letztlich drückt es sich aber in einem langsameren Wachstum über Quartale hinweg aus. Die situation ist schlecht und wird noch schlimmer, so dass wir für 2001 ein sehr sc
TotalStock
06.01.2001, 19:38
Hi Ralph, thanks a lot for the kind words. TotalStock
------------------
Make a good one.
TotalStock
Hallo an Alle,
ich danke schonmal allen, die bislang ihre Gedankengänge veröffentlicht haben, recht herzlich - und das ist wirklich sehr ernst gemeint!
So kann man Stimmungen und Argumente auffangen - denn jeder denkt doch irgendwie nur begrenzt oder vergißt den einen oder anderen Faktor!
und Ralph .....Dein Text war sehr lange, zusätzlich bin ich gerade erst aus der Sauna gekommen, also eigentl. völlig fertig - aber das konnte ich mir dann doch nicht verkeifen ich hab alles intensiv gelesen!
liebe Grüße http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif
MM
my result: für mich erstmal ein paar Wochen ohne Aktien http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif
Mary, das war eine sehr gute Ide einfach mal ein paar Gedanken einzufangen. Insgesamt kann man so seinen Denkrythmus ein wenig erweitern und für sich die passende Schlüssen ziehen. Insbesonde wäre es auch interessant, wie man die Lage der anderen einschätzt, da das ja auch nicht unerheblich zum Tagesgeschäft beträgthttp://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif. Von daher sollten wir das hier so oft es geht ergänzen mit unseren Meinungen und was man sonst noch so aufgeschnappt hat woanders!
Matze
Der Privatier
07.01.2001, 03:35
Hallo liebes Board !
Hallo Totalstock http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif
Meine Meinung kennst du ja eh schon hehe - aber ich schreib das auch gerne hier hin. Hast es tatsächlich geschafft mich aufs Board zu locken http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif
Für mich persönlich sind folgende Dinge an der Börse von elementarer Bedeutung - deshalb für mich auch wichtiger als jede Markteinschätzung :
1. Ich darf als Börsianer NIE das Gefühl haben etwas zu verpassen. Nur wenn ich das verstanden habe versuche ich auch nicht irgendwelche "lows abzufischen" von denen eh keiner weiß ob es jetzt welche sind oder nicht.
2. Kapital bewahren hat oberste Priorität.
3. Es gibt jeden Tag neue Chancen. Wer das nicht versteht hat ein Problem das sich Gier oder Angst nennt.
4. Ich muß ständig Fehleranalyse betreiben um flexibel zu bleiben. Es bringt nichts sich darüber Gedanken zu machen wie man anstatt 35 % Gewinn 45 % Gewinn machen kann. Wichtiger ist sich mit den Fehlern auseinanderzusetzen die einem Kapitalverluste bescheren.
5. Risiko so weit wie möglich vermeiden. D.h. z.B. daß man sich angewöhnt nicht "vorzugreifen".
6. Für mich persönlich der wichtigste Leitspruch : Ich muß mir jeden Tag überlegen ob ich die Aktien die ich im Depot habe HEUTE KAUFEN würde. Beantworte ich diese Frage mit "Nein" dann muß ich die Aktie SOFORT VERKAUFEN.
7. Ich darf mich NIE selbst überschätzen.
Eine Einschätzung zu 2001 ist schwierig. Ich will mich da nicht festlegen. Wozu auch ? Solange man diszipliniert und ohne Emotionen an die Sache rangeht ist es egal in welche Richtung die Kurse laufen. Dafür muß man stark und ausgeglichen sein - deshalb trade ich persönlich auch nicht so viel. Das reibt einen nur auf. Andere kommen damit offensichtlich besser klar.
Voraussetzung ist natürlich die Möglichkeit shorten zu können. Wer sich täglich mehr als ca. 2 Stunden mit Börse beschäftigt und sich nicht dieser Möglichkeit bedient sollte das ändern.
Wenn man nicht shortet dann muß man eben auch mal den Mut haben sich komplett vom Markt fernzuhalten.
Ansonsten : Ich bin mir immer noch unschlüssig ob es nicht doch cleverer und einfacher ist Werte zu shorten von denen man glaubt daß sie Pleite gehen anstatt zu versuchen auf potentielle Highflyer zu setzen.
MfG
Der Privatier http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smile.gif
Trüffelschwein
07.01.2001, 04:44
Hallo Ralph,
Dein Beitrag findet auch anderswo Anklang, jedoch ohne Copyright-Hinweis.
http://www.boersenhausen.de/ubb/Forum3/HTML/001551.html
Ciao, T.
Ops,
klasse Sonntagslektüre,
danke an alle Beiträger.
@ Ralph: ich habe mal dezent im o.g. thread geantwortet ...
Joerg
der sich immer fragt, wo Ihr nur diese Zeit hernehmt
Wow wow wow!!! Da hast Du Dir aber 'ne Menge Mühe gegeben, Ralph ...... oder hattest Du nur genug von dem "Fachgesimpel" hier http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biglaugh.gif ???
Leider hab ich z.Z. nicht so viel Zeit, aber ich werde mich bemühen, das mal richtig durchzuarbeiten und auch mal was dazu zu schreiben (aber Du hast da ja auch einen ganz schön dicken Brocken hingeschmissen http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif )
(der staunende)
Exor
<font size=1>[Dieser Beitrag wurde von Exor am 07.01.2001 editiert.]</font>
TotalStock
07.01.2001, 22:57
Hi Leute, sind zwar nicht meine Gedanken aber treffen so manches...
Liebe Leser,
vorweg eine Neuerung: Ab sofort gibt es am Ende des Börsenbriefs ein Leserforum. Wenn Sie Kommentare zum Marktgeschehen oder anderen wichtigen Ereignissen haben und diese anderen mitteilen oder darüber diskutieren wollen, schicken Sie mir Ihre Meinung zu.
ich werde zur Zeit des öfteren gefragt wohin die Börse denn nun geht. Ich kann darauf immer nur eine Antwort geben: "Ich weiß es nicht!". Wir haben, insbesondere am Neuen Markt, eine zwiegespaltene Situation: Auf der einen Seite sind viele Aktien nach traditionellen Analysemethoden wieder fair bewertet, auf der anderen Seite aber ist der Markt technisch tot.
Betrachten wir auch einmal die Situation in den USA. Irgend etwas läuft hier gewaltig schief! Die Befürchtung, dass die Arbeitsmarktdaten eine US Wirtschaft signalisieren würden, die kurz vor dem Untergang steht, hat sich nicht bestätigt. Aber was hat Alan Greenspan dann zu den beiden Zinsschritten bewegt!
Eine Möglichkeit sind notleidende Kredite. Während des Internetbooms vor einem Jahr haben auch grössere Banken ziemlich sorglos hohe Kreditsummen an Hightech-Unternehmen verteilt. Nachdem sich die meisten Geschäftsmodelle jetzt als Illusion herausstellen, fehlt auf einmal das Geld die Schulden begleichen zu können. D.h. viele Banken sitzen auf faulen Krediten, deren Ausmass vielleicht höher ist, als wir es uns träumen lassen. Dafür spricht z.B. die Entwicklung des Goldpreises in den letzten Wochen. Der Chart gibt Spekulationen, dass bei der Goldpreisbildung massiv manipuliert wird, neuen Spielraum.
Denn eigentlich bietet das jetzige Börsenumfeld einen idealen Nährboden für steigende Goldpreise. Statt dessen durchbricht der Goldpreis einen Aufwärtstrend nach unten! Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Banken und Investmenthäuser grosse Shortpositionen in Gold aufgebaut haben. Vielleicht war die Kursmanipulation beim Gold der einzige Weg andere Schwierigkeiten wieder in den Griff zu bekommen!
Wie dem auch sei, ein weiteres Gerücht am Markt besagt, dass sich einige Hedge-Fonds wieder kräftig verspekuliert haben und dringend ihre Positionen zu akzeptablen Kursen auflösen müssen. Musste Alan Greenspan vielleicht deswegen so entschieden handeln?
Was mich beunruhigt ist hohe Anzahl an Verkäufen nach steigenden Kursen. Kaum erlebten die Börsen das grösste Kursfeuerwerk ihrer Geschichte, haben einige "Big-Player" die Kursanstiege dazu genutzt ihre Aktien auf den Markt zu schmeissen, obwohl eine alte Börsenweisheit besagt, man solle nie gegen die FED handeln!
Auch wenn niemand davon sprechen will. Ein Teil der amerikanischen Wirtschaften befindet sich schon in der Rezession. Denn wenn grosse Automobilhersteller ihre Werke vorübergehend schliessen müssen und sogar Porsche im Dezember einen Absatzeinbruch von 25% erleidet, egal wie die Begründung lautet, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Automobilindustrie in einer tiefen Krise steckt.
Entweder befindet sich die US Konjunktur wirklich an einem radikalen Wendepunkt, oder wir Übertreiben bei der Interpretation der Fakten wie schon so oft in schwierigen Börsenzeiten. Aber! Sollte das erste zutreffen, wird der Nasdaq-Index erst bei knapp über 1000 Punkten seinen Halt finden. Die Wahrscheinlichkeit dafür würde ich mit 30% beziffern und das ist mir zu hoch. Lieber mit Cash in der Hinterhand die ersten 20% einer neue Hausse verschlafen, als nachher noch mal ein halbiertes Depot hinnehmen zu müssen. Denn wie schon gesagt: Wenn Alan Greenspan die Märkte nicht wenden kann, wer oder was dann! Vielleicht Yahoo mit guten Zahlen am kommenden Mittwoch, aber wer kann das schon sagen. Mit Cisco und Oracle stehen zwei der grössten amerikanischen Unternehmen noch recht gut da. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Cisco seine Steigerungsraten im Milliardenbereich weiter fortsetzen kann. Das Unternehmen legt inzwischen kaum eigene Innovationen an den Tag! Technik, Umsätze und Gewinne werden einfach zugekauft und dann in die Bilanzen mit viel Hokuspokus integriert. Und sollte tatsächlich eine Gewinnwarnung auch noch diesen Felsen erschüttern, ist die Folge davon leicht auszumalen.
Mein Traumszenario - seien Sie mir nicht böse - ist eine Rezession in den USA. Dann bekämen wir einmalige Kaufkurse und hätten die Chance Weltmarktführer auf einem spottbilligen Niveau einzusammeln und dann richtig kräftig zu verdienen. Stellen Sie sich vor einen Call auf Millennium Pharmaceuticals bei einem Kurs von 20 USD kaufen zu können. Und eines ist sicher: In einer Wirtschaftskrise bleiben viele Firmen am Boden liegen, aber die Marktführer halten durch, stehen wieder auf wie ein Phönix aus der Asche und haben den ganzen Markt für sich allein.
Betrachten Sie hierzu die Charts. Viele Werte, allen voran die Biotechs haben noch viel Kurspotential nach unten.
amerikanische Firmen:
asiatische Riesen:
Anlagealternativen:
Der Neue Markt ist tot, es lebe der Smax. So könnte man die Situation beschreiben. Nicht alle Aktien fallen. Bei den Nebenwerten und auch im Dax gibt es einige interessante Anlagealternativen. Um diese heraus zu filtern empfiehlt sich die technische Analyse. Ich werde in einer solch angespannten Situation nur kaufen, was sich in einem Aufwärtstrend befindet.
Auffällig waren am Freitag die Kapitalströme. Das Geld fließt nach Deutschland in konservative Werte. Verlangsamt sich der Abwärtstrend an den amerikanischen Märkten, wird Kapital weiterhin in Aktien angelegt, es findet dann lediglich eine Umschichtung statt. Beschleunigt sich die Abwärtsbewegung hingegen oder behält sie ihre Geschwindigkeit bei, besteht auch die reelle Gefahr, dass Value-Stocks mit in die Tiefe gerissen werden.
Meine Favoriten im Dax.
- Degussa-Hüls: Spezialchemie, geniale technische Stärkte. Über der Aktie schwebt lediglich das Damokleschwert, dass E.ON seine hohe Beteiligung eventuell bald reduzieren wird.
- Preussag
- Thyssen Krupp: Entscheidet sich China für den Bau des Transrapid, profitiert auch Thyssen.
- E.On: Steigt regelmässig wenn die Hightechs fallen. Charttechnisch allerdings gerade sehr wackelig.
im Smax:
- Stada
- Pa Power Automation
- Löwe
- Masterflex
Die Währungen bewegen sich in sehr schönen intakten Trends. Der Euro kann gegen USD und Yen stark zulegen. Der japanische Staat ist hoch verschuldet. So hoch, dass der einzige Ausweg bald eine Inflationspolitik sein wird. Das würde bedeuten, dass der Yen erst am Anfang einer drastischen Abwertung steht.
Sie werden das Problem am Eur/JPY Chart erkennen. Wenn wir jetzt einsteigen und der Trend bricht, rasen unsere Calls in die Tiefe. Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass der Euro weiter steigt, jetzt gilt es den richtigen Einstiegzeitpunkt herauszufinden!
TradCentre-Depot:
Diese Woche hat es CAA erwischt. Die Aktie musste nach unterschreiten des Stop-Kurses zu 32 Euro verkauft werden.
Am Montag werden alle restlichen Positionen zum ersten Kurs in Frankfurt verkauft.
BB Biotech und Medigene werden sich den Vorgaben der Biotechs aus den USA nicht entziehen können. Funkwerk hat am Freitag unter der Stop-Marke geschlossen. Macropore stösst wegen der hohen Marktkapitalisierung auf wenig Gegenliebe und in Comroad sind die Fonds noch sehr stark investiert.
Auch mir ist das Prinzip des antizyklischen Handelns bekannt, genau genommen haben wir inwzwischen sogar Panik im Markt und die pessimistischen Stimmen mehren sich, aber mal ehrlich, wer hätte nicht schon bei 4000 Punkten auf eine Bodenbildung getippt. Die Unsicherheitsfaktoren am Neuen Markt sind zu gross. Kapitalerhaltung steht nun mal an erster Stelle! Sollte ich mich geirrt haben und der Markt dreht in den nächsten Tagen, dann erfolgt der Wiedereinstieg eben erst bei 30% höheren Indexständen.
Ich wünsche Ihnen bessere Depotstände, mfg
www.tradecentre.de (http://www.tradecentre.de)
------------------
Make a good one.
TotalStock
Der nachfolgende Bericht (leider auf Englsich, aber hochinteressant) reflektiert genau die Erwartung, die auch hier am Board existiert, nämlich dass Zinssenkungen gar nicht das geeignete Mittel sind ..... die Zinsen sind ja letztlich auch nicht das Problem ! .... aber lest selbst !
***********************************************************
Is the worst yet to come?
Economy may not respond to more rate cuts
OPINION
By Christopher Byron
MSNBC CONTRIBUTOR
Jan. 8 — Are we looking at something more worrisome than a plain old weakening economy? It’s too soon to say for sure. But evidence is mounting that the current weakness may soon develop into a downturn deeper and more intractable than most folks expect.
TWO FACTORS — excess capital investment and falling prices — both suggest that this time around the government’s classic economic management tools of tax cuts and interest rate reductions may have less of a stimulative effect than they have had in the past.
At a minimum, this suggests that interest rates undoubtedly have a lot further to fall — by some estimates 2 to 3 full percentage points at a minimum — before the economy begins to respond. For investors, this means that bonds could well become the hot investment sector on Wall Street in the year ahead.
THE U.S. A ‘NEW JAPAN’?
But more broadly, it also raises the question of whether the economy will respond to falling interest rates much at all, raising the specter of whether the U.S. might become a kind of new Japan, where interest rates have fallen nearly to zero, yet the economy remains in a decline that has dragged on fitfully since at least the spring of 1997.
Since the end of World War II, the U.S. economy has undergone nine separate recessions, each lasting an average of 11 months. Each of these recessions was brought about by rising demand, rising consumer price inflation and rising interest rates engineered by the Federal Reserve. And each ended when interest rates fell to a point that borrowing — and economic activity — began to accelerate again.
The current situation is different from all the others in at least one critical respect: The expansion of the economy in the 1990s was accompanied by the creation of a spectacular investment bubble on Wall Street — a financial assets bubble that provided the spending power needed to extend the expansion far, far beyond the lifespan of any previous economic expansion on record.
Postwar recessions
Since the end of World War II, the U.S. economy has gone through nine recessions, averaging about 11 months each.
Recession Duration Peak jobless rate
Nov. 1948 to Oct. 1949 11 months 7.9 percent in Oct. 1949
July 1953 to May 1954 10 months 6.1 percent in Sept. 1954
Aug. 1957 to April 1958 8 months 7.5 percent in July 1958
April 1960 to Feb. 1961 10 months 7.1 percent in May 1961
Dec. 1969 to Nov. 1970 11 months 6.1 percent in Aug. 1971
Nov. 1973 to March 1975 16 months 9 percent in May 1975
Jan. 1980 to July 1980 6 months 7.8 percent in July 1980
July 1981 to Nov. 1982 16 months 10.8 percent in December 1982
July 1990 to March 1991 8 months 7.8 percent in June 1992
Source: National Bureau of Economic Research, Bureau of Labor Statistics
STOCK PRICES HOLD THE KEY
Some recent research by Bridgewater Associates Inc., the highly regarded international money management firm, shows that over the last five years the consumer economy has become far more responsive to rising or falling stock prices — in particular, prices in the tech-dominated Nasdaq Composite Index — than to relative movements in short-term interest rates.
Ray Dalio, who runs Bridgewater Associates, says that as a result of this linkage, it is now the stock market — and not the course of interest rates — that provides the best leading indicator we have regarding future economic activity. That indicator has been pointing down since last spring, and nothing the Fed has done has been able to change it. Dalio argues that, because the economy is now much more responsive to stock prices than to interest rates, it will take more — perhaps much more — in the way of interest rate cuts than even the Fed may realize, to get the economy growing again.
How much more? Research by Bridgewater shows that, on average, interest rates have fallen, peak-to-trough, by 230 basis points in each of the post-World War II recessions. That, says, Dalio, is now, in all likelihood, the absolute minimum that rates will have to fall before the current downturn bottoms out.
In fact, depending upon how long it takes for the stock market to begin responding to the Fed’s actions, rates may have to fall much more than just 230 basis points. After all, as the world saw last week, the steepest rate cut by the Fed in the last eight years generated a Wall Street rally that lasted precisely one afternoon.
And there is another troubling element that has now entered the mix. The Federal Reserve under Chairman Alan Greenspan has developed a reputation for gradualism and so-called “transparency,” meaning that it has tended to move slowly and deliberately and to telegraph its moves.
[b]Rate change history
Changes in the Federal Reserve's target for the federal funds and discount rates going back to the early 1990s, when the last recession began.
In that sense, last week’s abrupt, and startlingly large, rate cut was totally out of character for the Fed — an action that simply called attention to the apparent urgency with which Mr. Greenspan now views the economy’s troubles.
More important, the Fed’s inability to engineer a reversal in stock prices that lasted longer than an afternoon, when coupled with the seeming urgency of the need to do so, simply told the world that more — and perhaps equally large — rate cuts would be coming.
This message amounts to a telegraphed punch that will now have, almost certainly, a totally unintended consequence — anyone who had been planning to make a discretionary purchase expensive enough to require a loan or mortgage now has a powerful reason to stop, lean back and simply wait, secure in the knowledge that loan rates will be lower six or nine months from now.
WILL MORE RATE CUTS WORK?
But stepping back from the immediate problems facing the Fed, there is a larger, and ultimately more bedeviling, problem — will a sustained and deep decline in interest rates actually stir a significant renewal of economic activity?
To answer that question, economists tend to look at data such as capacity utilization figures for the nation’s mines and factories. Since 1995, those figures have been trending downward, meaning that even though the economy has been growing rapidly, more and more of the nation’s productive manufacturing capacity has been lying idle and unused.
It is hard to see why companies that are already burdened with excess capacity will be willing to add even more excess capacity, through new capital investment, as interest rates fall. Why will DaimlerChrysler want to add significant new manufacturing capacity in 2001 — no matter how low rates go — in the face of having just announced that the company plans to cut auto production by 25 percent in the year ahead?
Many economists now argue that data such as capacity utilization numbers don’t really matter as much as they once did because most of the U.S. economy is now based on service-type activities such as health care, the media, entertainment, personal services, education, auto repair and the white-collar professions.
Measuring over- or under-capacity in these fields — which collectively now account for 80 percent of the entire American labor force — is more difficult, but some basic trends are clear. In contrast to the manufacturing sector, where employment has fallen steadily for the last five months, jobs growth in the service sect
TotalStock
28.01.2001, 20:38
Hallo Ralph,
wir wissen es nicht, ob wir Japan in USA sehen werden... haben die Japaner auch nicht gewußt.
Das größte Problem IMHO sind die Konsumentenkredite.
Die Börsenkurse und k401 Konten sind etwas weniger Wert. Die Fonds wurden für Aktien und Konsumkredite beliehen.... jetzt brennts dann unter den Nägeln, Kohle wech und Kredite am Hals... ungesund.... kannste mit der Mauer von Babilon vergleichen.
------------------
Make a good one.
TotalStock
vBulletin v3.0.3, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.