artistin
27.01.2001, 15:40
Hi,
Hier also die versprochene Zusammenfassung des Alger-Vortrages. Ich stell das mal hier rein, damit es nicht im Fonds-Forum "untergeht"... http://www.abt-edv.com/Board/smilies/wink.gif
Die ganzen Details über die Vergangenheit laß ich weg, da hinlänglich bekannt und dikutiert. Seine Aussichten starten am 3. Januar mit dem Zinsschritt von A.G.
Der Markt antwortete zunächst mit einer kräftigen Rally, verfiel aber dann wieder in die alte Schwäche.Das hat mehrere Gründe:
1. Wir haben nach wie vor eine invertierte Renditekurve. Die Fed Funds rate liegt noch immer um fast 50 Basispunkte über den 30jährigen Anleihen, die zur Zeit bei 5,52% gehandelt werden - und mehr als 80 Basispunkte über den zehnjährigen, die aktuell bei 5,1% stehen.
2. Die Angst vor einer harten Landung sitzt immer noch tief. Seit dem Zinsschritt der FED sind laufend neue Daten herausgekommen, die auf ein sehr langsames Wirtschaftswachstum hindeuten.Dazu gesellen sich weniger neue Arbeitsplätze im privaten Sektor und enorme Arbeitsplatzverlust in der herstellenden Industrie.
3. Die Holzpreise sind dramatisch gesunken.
4. Der Business Index der Zentralbank von Philadelphia rutschte auf den niedrigsten Stand seit Dez. 1990. Das bestätigt, daß die Aktivität in der herstellenden Industrie so kräftig wie seit der letzten Rezesion nicht mehr nachläßt.
Die guten Daten: Wohnungsbau scheint wieder an Fahrt zu gewinnen und das Hypotheken-Refinanzierungsgechäft läßt tendenziell Geld in die Taschen der Verbraucher fließen.
Die Aussichten
Zu rechnen ist ohne Zweifel im weiteren Jahresverlauf - wahrscheinlich bis Mitte des Jahres - mit dramatischen Gewinneinbrüchen bei den Unternehmen.
Positiv sieht er die Lösung von 3 der 4 E-Probleme im letzten Quartal
- der Euro erholt sich
- der Ölpreis wird vermutlich unter 30$ bleiben. Dabei sieht er einen politischen Kurswechsel im Irak, das zur Zeit nicht fördert. Er rechnet bereits für Frühjahr mit einer Änderung dieser Situation, was den Ölpreis weiter unter Druck bringen wird.
- die Wahlen sind gelaufen und er rechnet mit einem Umsetzen der Steuersenkungspläne, die (hoffentlich) auch von den Demokraten gestützt werden. Dies dürfte sich ausgesprochen positiv auf die Konjunktur auswirken, da die Amis ja Weltmeister im Konsumieren sind.
Die jüngste Zinssenkung sieht D. Alger als Beginn einer Reihe kräftiger Zinsschritte. Er erwartet sogar eine weitere Senkung um 100 Basispunkte. Folgen: -> die Konjunktur wird angekurbelt -> Auftrieb für den Aktienmarkt
Eine Untersuchung der Auswirkungen von Zinssenkungsserien auf den Aktienmarkt (7 seit 1994) hat ergeben, daß in jedem dieser Fälle der Aktienmarkt in den folgenden 12 Monaten zulegte. Die geringste Erholung war dabei 10,7%, die kräftigste 33,5% (Dez.74). Der Durchschnitt lag bei 20,6%
D. Alger glaubt weiterhin, wir stehen am Anfang eines kräftigen M&A-Booms. Gründe:
1. Niedrige und weiter sinkende Zinsen
2. Relativ niedrige KGVs (PE’s), besonders bei Small Caps und Mid Caps, dies in Verbindung mit der Erwartung, daß die Fed eine schwere Rezession nicht zulassen wird.
3. Änderung der amerikanischen Bilanzierungsvorschriften, wonach der Goodwill nicht mehr angegeben werden muß. Das ermöglicht sehr viel mehr Akquisitionen und erleichtert die Aufsplittung von Unternehmen (spin-offs).
4. Das Justizministerium wird sich sehr viel freundlicher geben als das unter der Clinton-Administration der Fall war. Jedenfalls ist es personell stark unterbelegt.
Den S&P 500 sieht er an einem „magischen Punkt“. Noch jedes Mal, wenn die Rendite auf den S&P bei 90% der Rendite auf den Long Bond landete, folgte eine spürbare Aufwärtsbewegung im Aktienmarkt. Im Moment liegt der bei 88%, was er sehr hoch und sehr bullish bewertet. Er denkt deshalb, daß uns ein hervorragendes Börsenjahr bevorsteht. Allerdings wird sich der Markt sehr volatil und zurückhaltend geben, solange wir nicht ein klares Bild von der weiteren konjunkturellen Entwicklung haben. Er denkt aber, schon Ende Januar dürfte erkannbar werden, dass sich die Wirtschaft bis Mitte des JAhres wieder berappelt, und das wird dem Aktienmarkt kräftigen Auftrieb verleihen..... Ende.....
Seine Antwort auf eine Frage nach den südostasiatischen Märkten will ich noch wiedergeben. Er rät zur Vorsicht, da die Unternehmen stark abhängig sind von Lieferungen in die USA und deshalb ein Rückgang bei schwächerer Konjunktur möglich ist.
Pers. Anmerkung: Ganz überzeugend fand ich den Vortrag nicht und man sollte nicht vergessen, daß er vor hunderten potentieller Fondskäufer sprach. Trüffelschwein war mit mir dort und vielleicht hat er noch irgendeine Ergänzung dazu. Vielleicht kann ich auch Kostolany4 noch zu einem Statemant bewegen... http://www.abt-edv.com/Board/smilies/biggrin.gif
grüsse
artistin http://www.abt-edv.com/Board/smilies/smile.gif
Hier also die versprochene Zusammenfassung des Alger-Vortrages. Ich stell das mal hier rein, damit es nicht im Fonds-Forum "untergeht"... http://www.abt-edv.com/Board/smilies/wink.gif
Die ganzen Details über die Vergangenheit laß ich weg, da hinlänglich bekannt und dikutiert. Seine Aussichten starten am 3. Januar mit dem Zinsschritt von A.G.
Der Markt antwortete zunächst mit einer kräftigen Rally, verfiel aber dann wieder in die alte Schwäche.Das hat mehrere Gründe:
1. Wir haben nach wie vor eine invertierte Renditekurve. Die Fed Funds rate liegt noch immer um fast 50 Basispunkte über den 30jährigen Anleihen, die zur Zeit bei 5,52% gehandelt werden - und mehr als 80 Basispunkte über den zehnjährigen, die aktuell bei 5,1% stehen.
2. Die Angst vor einer harten Landung sitzt immer noch tief. Seit dem Zinsschritt der FED sind laufend neue Daten herausgekommen, die auf ein sehr langsames Wirtschaftswachstum hindeuten.Dazu gesellen sich weniger neue Arbeitsplätze im privaten Sektor und enorme Arbeitsplatzverlust in der herstellenden Industrie.
3. Die Holzpreise sind dramatisch gesunken.
4. Der Business Index der Zentralbank von Philadelphia rutschte auf den niedrigsten Stand seit Dez. 1990. Das bestätigt, daß die Aktivität in der herstellenden Industrie so kräftig wie seit der letzten Rezesion nicht mehr nachläßt.
Die guten Daten: Wohnungsbau scheint wieder an Fahrt zu gewinnen und das Hypotheken-Refinanzierungsgechäft läßt tendenziell Geld in die Taschen der Verbraucher fließen.
Die Aussichten
Zu rechnen ist ohne Zweifel im weiteren Jahresverlauf - wahrscheinlich bis Mitte des Jahres - mit dramatischen Gewinneinbrüchen bei den Unternehmen.
Positiv sieht er die Lösung von 3 der 4 E-Probleme im letzten Quartal
- der Euro erholt sich
- der Ölpreis wird vermutlich unter 30$ bleiben. Dabei sieht er einen politischen Kurswechsel im Irak, das zur Zeit nicht fördert. Er rechnet bereits für Frühjahr mit einer Änderung dieser Situation, was den Ölpreis weiter unter Druck bringen wird.
- die Wahlen sind gelaufen und er rechnet mit einem Umsetzen der Steuersenkungspläne, die (hoffentlich) auch von den Demokraten gestützt werden. Dies dürfte sich ausgesprochen positiv auf die Konjunktur auswirken, da die Amis ja Weltmeister im Konsumieren sind.
Die jüngste Zinssenkung sieht D. Alger als Beginn einer Reihe kräftiger Zinsschritte. Er erwartet sogar eine weitere Senkung um 100 Basispunkte. Folgen: -> die Konjunktur wird angekurbelt -> Auftrieb für den Aktienmarkt
Eine Untersuchung der Auswirkungen von Zinssenkungsserien auf den Aktienmarkt (7 seit 1994) hat ergeben, daß in jedem dieser Fälle der Aktienmarkt in den folgenden 12 Monaten zulegte. Die geringste Erholung war dabei 10,7%, die kräftigste 33,5% (Dez.74). Der Durchschnitt lag bei 20,6%
D. Alger glaubt weiterhin, wir stehen am Anfang eines kräftigen M&A-Booms. Gründe:
1. Niedrige und weiter sinkende Zinsen
2. Relativ niedrige KGVs (PE’s), besonders bei Small Caps und Mid Caps, dies in Verbindung mit der Erwartung, daß die Fed eine schwere Rezession nicht zulassen wird.
3. Änderung der amerikanischen Bilanzierungsvorschriften, wonach der Goodwill nicht mehr angegeben werden muß. Das ermöglicht sehr viel mehr Akquisitionen und erleichtert die Aufsplittung von Unternehmen (spin-offs).
4. Das Justizministerium wird sich sehr viel freundlicher geben als das unter der Clinton-Administration der Fall war. Jedenfalls ist es personell stark unterbelegt.
Den S&P 500 sieht er an einem „magischen Punkt“. Noch jedes Mal, wenn die Rendite auf den S&P bei 90% der Rendite auf den Long Bond landete, folgte eine spürbare Aufwärtsbewegung im Aktienmarkt. Im Moment liegt der bei 88%, was er sehr hoch und sehr bullish bewertet. Er denkt deshalb, daß uns ein hervorragendes Börsenjahr bevorsteht. Allerdings wird sich der Markt sehr volatil und zurückhaltend geben, solange wir nicht ein klares Bild von der weiteren konjunkturellen Entwicklung haben. Er denkt aber, schon Ende Januar dürfte erkannbar werden, dass sich die Wirtschaft bis Mitte des JAhres wieder berappelt, und das wird dem Aktienmarkt kräftigen Auftrieb verleihen..... Ende.....
Seine Antwort auf eine Frage nach den südostasiatischen Märkten will ich noch wiedergeben. Er rät zur Vorsicht, da die Unternehmen stark abhängig sind von Lieferungen in die USA und deshalb ein Rückgang bei schwächerer Konjunktur möglich ist.
Pers. Anmerkung: Ganz überzeugend fand ich den Vortrag nicht und man sollte nicht vergessen, daß er vor hunderten potentieller Fondskäufer sprach. Trüffelschwein war mit mir dort und vielleicht hat er noch irgendeine Ergänzung dazu. Vielleicht kann ich auch Kostolany4 noch zu einem Statemant bewegen... http://www.abt-edv.com/Board/smilies/biggrin.gif
grüsse
artistin http://www.abt-edv.com/Board/smilies/smile.gif