Gert
16.10.2000, 21:44
Qualcomm mit neuer Riesenchance in China
Der zweitgrößte chinesische Mobilfunkbetreiber, China Unicom, hat heute eine
entscheidende Wende in den Beziehungen zum US-Mobilfunkausrüster Qualcomm (Nasdaq:
QCOM) bekannt gegeben. So werde das Unternehmen nun doch
den von Qualcomm entwickelten und patentierten CDMA-Mobilfunkstandard in bestimmten
Netzen verwenden. Noch im Juni hat Unicom dies öffentlich
abgelehnt und damit zum Kurseinbruch der Qualcomm-Aktie beigetragen. Dass
der Kurs sich heute weiterhin deutlich erholt, ist Qualcomms
geänderter Strategie in China zu verdanken, die zunehmend auf
die Lobbyarbeit bei den Zulieferern anstelle der Betreiberfirmen setzt.
Zuletzt war das Unternehmen damit in seinem Hauptabsatzmarkt Süd-Korea
erfolgreich, wo die Regierung die Einführung zumindest eines CDMA-Netzes
auch gegen die Wirtschaft durchsetzen will.
CDMA oder Code Division Multiple Access bezeichnet eine Übertragungsmethode,
bei der Datenpakete auf verschiedenen Frequenzbereichen versendet werden, um
anschließend wieder verknüpft zu werden. Diese Übertragungsmethode sorgt für
eine effiziente Ausnutzung der Übertragungsfrequenzen. Derzeit wird in China
der europäische Standard GSM von den Betreibern eingesetzt. Der
"Global Standard for Mobile Communication" ist der weltweit am
weitesten verbreitete und ermöglicht dadurch ein grenzübergreifendes Telefonieren mit
ein und demselben Gerät. Seit Jahren versucht Qualcomm nun,
durch intensive Lobbyarbeit, die Mobilfunkbetreiber sowie die Regierung des
Landes zur Einführung ihres Standards zu bewegen. Sowohl was
aktuelle Standards angeht, als auch bei Standards der dritten
Generation (3G), in Form von cdma2000, war dies erfolglos.
Bis jetzt.
Denn seit einiger Zeit fährt Qualcomm eine andere
Strategie und versucht sein Glück nicht mehr vorwiegend bei
den Betreibern, sondern bei den Zulieferern von CDMA-Equipment. Das
Unternehmen vergibt Lizenzen, die zur Produktion von CDMA-Baugruppen und
Chipsätzen berechtigen. Die betreffenden Firmen, die bei Einführung eines
anderen Standards um ihre Produktion fürchten müssen, bedrängen die
jeweiligen Regierungen. In Süd-Korea ist dies durch Lobbyisten des
Elektronikriesen und Herstellers von CDMA-Teilen, Samsung, bereits gelungen. Entgegen
dem Willen der führenden Mobilfunkbetreiber wird die Regierung dafür
sorgen, dass eine der zur Versteigerung stehenden 3G-Lizenzen auf
Qualcomms Technologie beruht. In China trägt diese Strategie nun
auch Früchte. Qualcomm hat mit etwa einem Dutzend Elektronikfirmen
Lizenzverträge geschlossen. Heute hat das Unternehmen mit dem chinesischen
Telekommunikationsausrüster ZTE Corporation den Prototyp eines CDMA-Handys vorgestellt. Zusätzlicher
Druck kommt von Seiten der chinesischen Regierung, die den
USA die Einsetzung einer amerikanischen Technologie zugesagt haben, um
Unterstützung bei der Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO) zu
erhalten.
Dies alles führt nun überraschend zu China Unicoms Drehung
um 180 Grad. Die derzeitigen GSM-Netze werden natürlich nicht
ersetzt, es werden Unicom allerdings weitere Testnetze, die mit
dem amerikanischen Standard arbeiten, übertragen und nun auch ausgebaut.
Diese Netze werden nach Aussagen des Vorsitzenden von Unicoms
Mobilfunkeinheit Zhang Fan "nicht sehr klein sein", auch wenn
die Zahl der Nutzer im vornherein festgelegt werden muss.
Sollte sich Qualcomms Technologie als geeignet für den chinesischen
Markt erweisen, bestehen erneute Chancen für die Einführung von
cdma2000 als 3G-Standard für schnurlose Internetnutzung bei hohen Übertragungsraten.
Derzeit konkurrieren neben cdma2000 noch der europäische W-CDMA und
TD-SCDMA, der von chinesischen Wissenschaftlern und der deutschen Siemens
AG entwickelt wird um die Einsetzung in 3G-Netze.
Die
Qualcomm-Aktie macht nach den Nachrichten aus China einen Sprung
um 7,1 Prozent auf 74 7/8 Punkte
Quelle: WO
Gruß
Gert
Der zweitgrößte chinesische Mobilfunkbetreiber, China Unicom, hat heute eine
entscheidende Wende in den Beziehungen zum US-Mobilfunkausrüster Qualcomm (Nasdaq:
QCOM) bekannt gegeben. So werde das Unternehmen nun doch
den von Qualcomm entwickelten und patentierten CDMA-Mobilfunkstandard in bestimmten
Netzen verwenden. Noch im Juni hat Unicom dies öffentlich
abgelehnt und damit zum Kurseinbruch der Qualcomm-Aktie beigetragen. Dass
der Kurs sich heute weiterhin deutlich erholt, ist Qualcomms
geänderter Strategie in China zu verdanken, die zunehmend auf
die Lobbyarbeit bei den Zulieferern anstelle der Betreiberfirmen setzt.
Zuletzt war das Unternehmen damit in seinem Hauptabsatzmarkt Süd-Korea
erfolgreich, wo die Regierung die Einführung zumindest eines CDMA-Netzes
auch gegen die Wirtschaft durchsetzen will.
CDMA oder Code Division Multiple Access bezeichnet eine Übertragungsmethode,
bei der Datenpakete auf verschiedenen Frequenzbereichen versendet werden, um
anschließend wieder verknüpft zu werden. Diese Übertragungsmethode sorgt für
eine effiziente Ausnutzung der Übertragungsfrequenzen. Derzeit wird in China
der europäische Standard GSM von den Betreibern eingesetzt. Der
"Global Standard for Mobile Communication" ist der weltweit am
weitesten verbreitete und ermöglicht dadurch ein grenzübergreifendes Telefonieren mit
ein und demselben Gerät. Seit Jahren versucht Qualcomm nun,
durch intensive Lobbyarbeit, die Mobilfunkbetreiber sowie die Regierung des
Landes zur Einführung ihres Standards zu bewegen. Sowohl was
aktuelle Standards angeht, als auch bei Standards der dritten
Generation (3G), in Form von cdma2000, war dies erfolglos.
Bis jetzt.
Denn seit einiger Zeit fährt Qualcomm eine andere
Strategie und versucht sein Glück nicht mehr vorwiegend bei
den Betreibern, sondern bei den Zulieferern von CDMA-Equipment. Das
Unternehmen vergibt Lizenzen, die zur Produktion von CDMA-Baugruppen und
Chipsätzen berechtigen. Die betreffenden Firmen, die bei Einführung eines
anderen Standards um ihre Produktion fürchten müssen, bedrängen die
jeweiligen Regierungen. In Süd-Korea ist dies durch Lobbyisten des
Elektronikriesen und Herstellers von CDMA-Teilen, Samsung, bereits gelungen. Entgegen
dem Willen der führenden Mobilfunkbetreiber wird die Regierung dafür
sorgen, dass eine der zur Versteigerung stehenden 3G-Lizenzen auf
Qualcomms Technologie beruht. In China trägt diese Strategie nun
auch Früchte. Qualcomm hat mit etwa einem Dutzend Elektronikfirmen
Lizenzverträge geschlossen. Heute hat das Unternehmen mit dem chinesischen
Telekommunikationsausrüster ZTE Corporation den Prototyp eines CDMA-Handys vorgestellt. Zusätzlicher
Druck kommt von Seiten der chinesischen Regierung, die den
USA die Einsetzung einer amerikanischen Technologie zugesagt haben, um
Unterstützung bei der Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO) zu
erhalten.
Dies alles führt nun überraschend zu China Unicoms Drehung
um 180 Grad. Die derzeitigen GSM-Netze werden natürlich nicht
ersetzt, es werden Unicom allerdings weitere Testnetze, die mit
dem amerikanischen Standard arbeiten, übertragen und nun auch ausgebaut.
Diese Netze werden nach Aussagen des Vorsitzenden von Unicoms
Mobilfunkeinheit Zhang Fan "nicht sehr klein sein", auch wenn
die Zahl der Nutzer im vornherein festgelegt werden muss.
Sollte sich Qualcomms Technologie als geeignet für den chinesischen
Markt erweisen, bestehen erneute Chancen für die Einführung von
cdma2000 als 3G-Standard für schnurlose Internetnutzung bei hohen Übertragungsraten.
Derzeit konkurrieren neben cdma2000 noch der europäische W-CDMA und
TD-SCDMA, der von chinesischen Wissenschaftlern und der deutschen Siemens
AG entwickelt wird um die Einsetzung in 3G-Netze.
Die
Qualcomm-Aktie macht nach den Nachrichten aus China einen Sprung
um 7,1 Prozent auf 74 7/8 Punkte
Quelle: WO
Gruß
Gert