Ralph
06.03.2001, 09:19
Ab sofort gibt es hier in diesem Forum die sog. „TRADERS CORNER“. In dieser „Ecke“ sollen turnusmässig neue Ansätze und Betrachtungen für den kurzfristig orientierten Anleger gegeben werden.
Los geht es heute, mit einem Artikel zu „Stoppkursen und deren Einhaltung“
Kauf‘ wenn Du musst, aber halte Deine Stopps ein
Jede® kann sich eine Aktie zum Kauf aussuchen und damit in einem breit angelegten Bullenmarkt angemessenen Erfolg haben. Viele Fachzeitschriften oder Zeitungen überwachen regelmässig Amateur-Investmentclubs oder junge Anleger, die so überzeugend profitiert haben, dass es schwerfällt, gegen diese Behauptung vernünftig und plausibel zu argumentieren. Schaut mal in den Buchhandlungen in die Bücherregale, unter der Rubrik „Aktien und Geldanlage“. Es gibt Unmengen von Büchern, darüber wie man Aktien kaufen sollte. „Kaufen“ ist was die Leute wirklich in Wallung bringt.
Sie alle haben diese Hoffnungen für die ausgewählte Aktien(n), ja man kann sogar Erwartung sagen, für den Bund, den man da eingegangen ist.
„Kaufen“ ist in Ordnung, solange man umsichtig mit dem Risiko umgeht, das man mit dem Kauf von Aktien oder Optionen übernimmt.
Es sit offensichtlich, dass der Aktienmarkt an einer kritischen und entscheidenden Kreuzung angekommen ist. Der DOW 30 und der S&P500 stehen auf der Kippe, will heissen sie könnten dem NASDAQ in einen grundsätzlichen Bärenmarkt folgen. Der NASDAQ hat gewaltige Verluste wegsecken müssen. Jedoch in dem sich zuletzt beschleunigt habenden Absturz fragen die Leute weiterhin „Ist dies oder das JETZT ein „Kauf“ ?“.
Investoren, die den Markt nur periphär betrachten (können), weil sie tagsüber nicht die Möglichkeit haben, wollen meistens etwas „kaufen“. Schliesslich scheinen die momentane Preisschilder an einigen der „Heissen Namen“ wie solche in einem Schlussverkauf auszusehen.
Dies soll auch nicht bestritten werden. In der Tat gibt es einige ermutigende Zeichen für eine Zwischenrallye. Der Verkaufsdruck scheint nachzulassen und viele Novizen sind drauf und dran ihr schwerverdientes Geld in den Markt zu werfen um den vielzitierten „Boden“ zu erwischen oder wenigstens den Fehler zu machen, den Einstandskurs in einem „Loser“, den man hält, zu verringern.
Hey, wenn CISCO letztes jahr bei $80 gut ausgesehen hat, dann sollten sie bei $25 aber allemal ein Schnäppchen sein ..... fein, .... ja, hol‘ es Dir !
Es ist aber unbedingt notwendig, dass die kleineren Investoren nicht die Schläge des Marktes abbekommen, wenn die nächste Welle der „Grossen Abgaben“ über sie zusammenbricht.
Money Management ist der Erfolgsschlüssel für kleinere Investoren und Trader
Bei vielen Marktteilnehmern ist es so, dass die Objektivität schlagartig verloren geht, sobald der Kauf einmal getätigt wurde. Der Käufer denkt/hofft, dass gerade jetzt die Aktie explodieren müsse, weil er jetzt drin ist.
Der Kauf sollte vollkommen „leblos“ behandelt werden. Falls die Aktie nicht das macht, was man von ihr erwartet –ob sie hoch geht, oder im Falle von Shorts/Puts nach unten geht, sollte sie verkauft (oder gecovert) werden. Jeder sollte seinen angemessenen Stop-Loss-Punkt haben. Man kann darüber argumentieren „wie tief oder wie hoch (bei Puts/Shorts) ?“, aber vom Kurs her betrachtet, sagt einem ein Verlust von 15% dass etwas nicht stimmt.
Bei einigen Technologiewerten sind 10-15% Intraday-Schwankung gar nichts. Schaut mal auf Verisign, Checkpoint oder Portal Software. Dies sind Trading-Aktien. Und sicherlich jetzt kein „schreiender Kauf“.
Es gibt Zeiten, da muss man zur Idee zurückkehren, weshalb man mal eine Aktie primär gekauft hat, um zu bewerten, wie sich diese im Vergleich mit den eigenen Erwartungen geschlagen hat.
Hat man gekauft, weil man gute Geschäftszahlen erwartet hat ?
Konnte diesen „guten“ Geschäftszahlen nicht für die erwartete Bewegung sorgen ?
Ist sie nicht so stark gefallen, wie man aufgrund der „schlechten“ Zahlen eigentlich hätte befürchten müssen ?
Wenn der Markt eine Rallye hinlegt, strauchelt die eigene Aktie japsend hinterher ? „Schlafmützen“ sind „Loser“ ! Ein Profit bleibt nicht auf dieser Position sitzen und sagt sich „Hey, einen Tag schaue ich mir das noch an“.
Sehr oft kostet einen die Verzögerung zwischen „Fragen und Suchen nach dem Warum“ viel Geld. Es macht keinen Sinn, dazusitzen und Trübsal zu blasen, über eine Aktie, die sich nicht wie erwartet verhält. Es ist doch nichts persönliches ! .... man hat Unrecht gehabt ! .... na und ! ..... jeder in diesem Geschäft liegt die meiste Zeit daneben.
Sagen wir mal, dass bei einer Aktie, der persönlich gewählte Stop-Loss-Kurs richtig gewählt wurde. Bei einem Absturz hat dieser prägnant gegriffen und Schlimmeres verhindert. Nachdemman herausgespült wurde, muss man hilflos mit ansehen, wie genau dieselbe Aktie einen Rally hinlegt und genau das tut, was man eigentlich vorher von ihr erwartet hat.
Ich gebe zu, das ist total entnervend und im höchsten Grade ärgerlich. Der Amateur ist total niedergeschlagen und schimpft auf die „Grossen“, die einen „bestohlen“ haben und dabei reich werden ..... und er steht hilflos daneben.
Macht ein Profi das gleiche ? ...... ganz sicher nicht !
Ein Profi sieht die veränderte Situation als neue Gelegenheit.
Ein Reversal zeigt an, dass die Verkäufer abgeräumt haben und jetzt der Start für den Anstieg zum nächsten Level gegeben wurde. Jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass es jetzt auf fast jedem Niveau sehr viele Verkäufer geben wird .... und dies vermutlich für eine längere Zeit.
Es gibt gewaltige Widerstände auf dem Weg nach oben. Ausserdem gibt es Millionen von Leuten, die beten „Bitte lieber Gott, lass‘ CISCO auf $70 steigen und ich werde nie wieder einen Cent investieren“. Ja, es wird lange dauern, bis man wieder Höchsstände sehen wird. Ja, aber es gibt viele Chancen, wie immer.
Egal wer sie benutzt, Stopp-Loss-Order sollten IMMER benutzt werden, um einen halbwegs wirksamen Schutz vor sich ausweitenden Verlsuten in diesem höchstvolatilen Markt zu haben. Vielleicht ist der Boden schon erreicht; ich zweifele dies noch an, aber ein Stopp wird es einem erlauben, einen noch besseren Einstieg zu bekommen, wenn der so begehrte Aktienmarkt dem Boden näher kommt.
Geht die Aktie in die gwünschte Richtung ..... grossartig. Setzt den Stopp nach oben ! Ein Stopp-Loss-Order sollte knapp unterhalb des niedrigsten Preises der vorangegangen Unterstützung gestzt werden. Im allgemeinen kann dieses „Niedrigere Tief“ als DER Preis betrachtet werden, an dem der Mrkt sagt, etwas ist nicht in Ordnung.
Der wirkungsvolle Gebrauch von sog. „Protective Stops-Loss Orders“ erfordert primär den vernünfigen Kaufzeitpunkt. Diesen Aktien sollte man nicht hinterherjagen. Sie dürften wohl nicht in astronomische Sphären in kürzester Zeit vordringen. Schaut auf das Volumen ! Rallies mit schwachem Volumen ..... Hmmmm !
Dies ist ein Tradermarkt .... die Gewinne heute sind morgen evtl. schon Vergangenheit. Trends werden vermutlich sehr kurz und sehr volatil sein. Wohlplazierte Stopps sind der einzige Weg sein Kapital in dieser Umgebung zu schützen.
Das professionelle Ziel ist es zuallererst nicht in Etwas mit sich ausweitenden Verlusten gefangen zu sein. So sollte man es auch selbst halten.
Good luck
Ralph
Los geht es heute, mit einem Artikel zu „Stoppkursen und deren Einhaltung“
Kauf‘ wenn Du musst, aber halte Deine Stopps ein
Jede® kann sich eine Aktie zum Kauf aussuchen und damit in einem breit angelegten Bullenmarkt angemessenen Erfolg haben. Viele Fachzeitschriften oder Zeitungen überwachen regelmässig Amateur-Investmentclubs oder junge Anleger, die so überzeugend profitiert haben, dass es schwerfällt, gegen diese Behauptung vernünftig und plausibel zu argumentieren. Schaut mal in den Buchhandlungen in die Bücherregale, unter der Rubrik „Aktien und Geldanlage“. Es gibt Unmengen von Büchern, darüber wie man Aktien kaufen sollte. „Kaufen“ ist was die Leute wirklich in Wallung bringt.
Sie alle haben diese Hoffnungen für die ausgewählte Aktien(n), ja man kann sogar Erwartung sagen, für den Bund, den man da eingegangen ist.
„Kaufen“ ist in Ordnung, solange man umsichtig mit dem Risiko umgeht, das man mit dem Kauf von Aktien oder Optionen übernimmt.
Es sit offensichtlich, dass der Aktienmarkt an einer kritischen und entscheidenden Kreuzung angekommen ist. Der DOW 30 und der S&P500 stehen auf der Kippe, will heissen sie könnten dem NASDAQ in einen grundsätzlichen Bärenmarkt folgen. Der NASDAQ hat gewaltige Verluste wegsecken müssen. Jedoch in dem sich zuletzt beschleunigt habenden Absturz fragen die Leute weiterhin „Ist dies oder das JETZT ein „Kauf“ ?“.
Investoren, die den Markt nur periphär betrachten (können), weil sie tagsüber nicht die Möglichkeit haben, wollen meistens etwas „kaufen“. Schliesslich scheinen die momentane Preisschilder an einigen der „Heissen Namen“ wie solche in einem Schlussverkauf auszusehen.
Dies soll auch nicht bestritten werden. In der Tat gibt es einige ermutigende Zeichen für eine Zwischenrallye. Der Verkaufsdruck scheint nachzulassen und viele Novizen sind drauf und dran ihr schwerverdientes Geld in den Markt zu werfen um den vielzitierten „Boden“ zu erwischen oder wenigstens den Fehler zu machen, den Einstandskurs in einem „Loser“, den man hält, zu verringern.
Hey, wenn CISCO letztes jahr bei $80 gut ausgesehen hat, dann sollten sie bei $25 aber allemal ein Schnäppchen sein ..... fein, .... ja, hol‘ es Dir !
Es ist aber unbedingt notwendig, dass die kleineren Investoren nicht die Schläge des Marktes abbekommen, wenn die nächste Welle der „Grossen Abgaben“ über sie zusammenbricht.
Money Management ist der Erfolgsschlüssel für kleinere Investoren und Trader
Bei vielen Marktteilnehmern ist es so, dass die Objektivität schlagartig verloren geht, sobald der Kauf einmal getätigt wurde. Der Käufer denkt/hofft, dass gerade jetzt die Aktie explodieren müsse, weil er jetzt drin ist.
Der Kauf sollte vollkommen „leblos“ behandelt werden. Falls die Aktie nicht das macht, was man von ihr erwartet –ob sie hoch geht, oder im Falle von Shorts/Puts nach unten geht, sollte sie verkauft (oder gecovert) werden. Jeder sollte seinen angemessenen Stop-Loss-Punkt haben. Man kann darüber argumentieren „wie tief oder wie hoch (bei Puts/Shorts) ?“, aber vom Kurs her betrachtet, sagt einem ein Verlust von 15% dass etwas nicht stimmt.
Bei einigen Technologiewerten sind 10-15% Intraday-Schwankung gar nichts. Schaut mal auf Verisign, Checkpoint oder Portal Software. Dies sind Trading-Aktien. Und sicherlich jetzt kein „schreiender Kauf“.
Es gibt Zeiten, da muss man zur Idee zurückkehren, weshalb man mal eine Aktie primär gekauft hat, um zu bewerten, wie sich diese im Vergleich mit den eigenen Erwartungen geschlagen hat.
Hat man gekauft, weil man gute Geschäftszahlen erwartet hat ?
Konnte diesen „guten“ Geschäftszahlen nicht für die erwartete Bewegung sorgen ?
Ist sie nicht so stark gefallen, wie man aufgrund der „schlechten“ Zahlen eigentlich hätte befürchten müssen ?
Wenn der Markt eine Rallye hinlegt, strauchelt die eigene Aktie japsend hinterher ? „Schlafmützen“ sind „Loser“ ! Ein Profit bleibt nicht auf dieser Position sitzen und sagt sich „Hey, einen Tag schaue ich mir das noch an“.
Sehr oft kostet einen die Verzögerung zwischen „Fragen und Suchen nach dem Warum“ viel Geld. Es macht keinen Sinn, dazusitzen und Trübsal zu blasen, über eine Aktie, die sich nicht wie erwartet verhält. Es ist doch nichts persönliches ! .... man hat Unrecht gehabt ! .... na und ! ..... jeder in diesem Geschäft liegt die meiste Zeit daneben.
Sagen wir mal, dass bei einer Aktie, der persönlich gewählte Stop-Loss-Kurs richtig gewählt wurde. Bei einem Absturz hat dieser prägnant gegriffen und Schlimmeres verhindert. Nachdemman herausgespült wurde, muss man hilflos mit ansehen, wie genau dieselbe Aktie einen Rally hinlegt und genau das tut, was man eigentlich vorher von ihr erwartet hat.
Ich gebe zu, das ist total entnervend und im höchsten Grade ärgerlich. Der Amateur ist total niedergeschlagen und schimpft auf die „Grossen“, die einen „bestohlen“ haben und dabei reich werden ..... und er steht hilflos daneben.
Macht ein Profi das gleiche ? ...... ganz sicher nicht !
Ein Profi sieht die veränderte Situation als neue Gelegenheit.
Ein Reversal zeigt an, dass die Verkäufer abgeräumt haben und jetzt der Start für den Anstieg zum nächsten Level gegeben wurde. Jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass es jetzt auf fast jedem Niveau sehr viele Verkäufer geben wird .... und dies vermutlich für eine längere Zeit.
Es gibt gewaltige Widerstände auf dem Weg nach oben. Ausserdem gibt es Millionen von Leuten, die beten „Bitte lieber Gott, lass‘ CISCO auf $70 steigen und ich werde nie wieder einen Cent investieren“. Ja, es wird lange dauern, bis man wieder Höchsstände sehen wird. Ja, aber es gibt viele Chancen, wie immer.
Egal wer sie benutzt, Stopp-Loss-Order sollten IMMER benutzt werden, um einen halbwegs wirksamen Schutz vor sich ausweitenden Verlsuten in diesem höchstvolatilen Markt zu haben. Vielleicht ist der Boden schon erreicht; ich zweifele dies noch an, aber ein Stopp wird es einem erlauben, einen noch besseren Einstieg zu bekommen, wenn der so begehrte Aktienmarkt dem Boden näher kommt.
Geht die Aktie in die gwünschte Richtung ..... grossartig. Setzt den Stopp nach oben ! Ein Stopp-Loss-Order sollte knapp unterhalb des niedrigsten Preises der vorangegangen Unterstützung gestzt werden. Im allgemeinen kann dieses „Niedrigere Tief“ als DER Preis betrachtet werden, an dem der Mrkt sagt, etwas ist nicht in Ordnung.
Der wirkungsvolle Gebrauch von sog. „Protective Stops-Loss Orders“ erfordert primär den vernünfigen Kaufzeitpunkt. Diesen Aktien sollte man nicht hinterherjagen. Sie dürften wohl nicht in astronomische Sphären in kürzester Zeit vordringen. Schaut auf das Volumen ! Rallies mit schwachem Volumen ..... Hmmmm !
Dies ist ein Tradermarkt .... die Gewinne heute sind morgen evtl. schon Vergangenheit. Trends werden vermutlich sehr kurz und sehr volatil sein. Wohlplazierte Stopps sind der einzige Weg sein Kapital in dieser Umgebung zu schützen.
Das professionelle Ziel ist es zuallererst nicht in Etwas mit sich ausweitenden Verlusten gefangen zu sein. So sollte man es auch selbst halten.
Good luck
Ralph