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Vollständige Version anzeigen : Informationsthread: Was waren die auslösenden Faktoren 1929


Silke
20.03.2001, 17:24
Zur eigenen Meinungsfindung hab ich mal ein bißchen im Netz gekramt:

Die Weltwirtschaftskrise 1929

Nach den 1.Weltkrieg ergab sich eine neue weltwirtschaftliche Situation:

Deutschland musste Reparationen an Frankreich und Großbritannien zahlen, welche wiederum Kriegsschulden an die USA hatten; die USA waren die einzigen, die finanziell und wirtschaftlich gesehen gestärkt aus dem 1.Weltkriegs herausgingen.



Die neue weltwirtschaftliche Situation:

1. England konnte nicht weiter seine weltwirtschaftliche Führungsrolle aus dem 19.Jahrhundert beibehalten, d.h. niemand leitete und kontrollierte mehr das weltwirtschaftliche Geschehen, und vergab die nötigen antizyklischen Kredite.

2. Der Goldstandart wurde von einigen Ländern nicht konsequent eingehalten.

3. Hohe Arbeitslosenzahlen in ganz Europa, besonders jedoch in der Weimarer Republik

4. Neue Produktionsstrukturen: Von der Montanindustrie zur Chemie und Elektrotechnik

5. USA wird zum „Gläubigerstaat“ (vgl. Geschichtsbuch S.244)

6. Deutschland reagiert auf die neue wirtschaftliche Situation falsch, und versucht Zahlungsbilanzdefizite anstatt durch Anpassung mit Kreditaufnahme von den USA zu kompensieren.



Ausgangslage und Verlauf der Krise in den USA:

Private Banken sammeln sehr viel finanzielle Macht, über die und den sich daraus ergebenden Pflichten sie sich zum größten Teil nicht bewußt sind; sie reagierten auf die momentane wirtschaftliche Situation allein nach ihren Interessen, d.h. wenn sie selbst viel Geld zur Verfügung haben (meist zu Zeiten konjunkturellem Aufschwungs) vergeben sie günstige Kredite; wenn sie kein Geld haben verlangen sie einen hohen Zinssatz.

So investieren viele Privatleute mit günstigen Bankkrediten in der Hoffnung auf hohe Spekulationsgewinne in die momentan boomende Börse; viele Aktiengesellschaften haben sich jedoch auch verschuldet, spekulieren selbst mit den Auf- und Verkäufen anderer Firmen, sind selbst nicht ihrer Kursentwicklung entsprechend produktiv aktiv und sind an der Börse stark überbewertet. Der Dow-Jones-Index stieg innerhalb von drei Jahren auf das fast Vierfache! Am „Schwarzen Freitag“, dem 25. Oktober 1929 begannen die Aktienwerte unkontrolliert zu fallen; Panikverkäufe lösten weitere Kursstürze aus.



Ursachen und Auswirkungen in Deutschland:

Durch die Spekulationen in Amerika floß ab 1928 merklich weniger Kapital nach Deutschland, was einen leichten Konjunkturabschwung verursachte. Ab 1929 kam noch weniger finanzielle Unterstützung, da die USA mit ihren eigenen finanziellen Fehlentwicklungen zu kämpfen hatten. Die während der 20er Jahre ohnehin schon hohe Arbeitslosenrate (vgl. Buch S.242) stieg rapide an, so daß das finanzielle Gleichgewicht der 1927 in Deutschland gegründeten Arbeitslosenversicherung nicht mehr stimmten. Dies hatte eine Regierungskrise und das Zerbrechen der Koalition zur Folge: Brüning (Zentrum) bildete ein neues Kabinett ohne parlamentarische Mehrheit, daß und nur auf das Vertrauen Hindenburgs basierend regierte.

Als trotz finanzieller Unterstützung der Alliierten 1931 zwei deutsche Banken Konkurs anmelden mußten, kündigten weitere private amerikanische Kreditgeber ihre Darlehen, was die Krise um ein weiteres verschlimmerte.

Zusammenfassend ist anzumerken, daß der Börsencrash 1929 nicht die Ursache, sondern der Auslöser der Weltwirtschaftskrise war; die zum damaligen Zeitpunkt kaum vermeidbaren Ursachen entstanden von den Finanzkräften unerkannt im Verlauf der 20er Jahre.

quelle: pausenhof.de

Silke
20.03.2001, 17:32
und hier mal die Dimensionen im Einzelnen....krass ...meine Güte :( !!!

Vor siebzig Jahren:
Der Börsencrash von 1929


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Donnerstag, 24. Oktober 1929
(schwarzer Donnerstag)

Vorsorglich hatte die Polizei die Straßen um den Finanzdistrikt an der Wall Street abgesperrt. Nervöse und überarbeitete Wertpapierhändler – sie hatten die Nacht durchgearbeitet, um den Rückstand der Verkaufswelle des Vortages aufzuholen – fingen ihre Arbeit frühzeitig an. Nachdem um zehn Uhr der Eröffnungsgong das Geschehen einleitete, wechselten in der ersten halben Stunde 1,6 Millionen Aktien ihren Besitzer. Der Trend war noch ungewiss. Doch dann setzte plötzlich eine hektische Verkaufswelle ein. »Um halb zwölf hatte sich der Markt einer blinden, schrankenlosen Furcht ergeben. Hysterische Wertpapierhändler nahmen Zuflucht zu nackter Gewalt und stießen und boxten Kollegen aus dem Weg, um in dem zunehmenden Chaos ein paar Handvoll Papiere an den Mann bringen zu können. Die Talfahrt der Börse nahm kein Ende. Mehrmals brach der Handel wegen Überbelastung zusammen und musste unterbrochen werden. Bis ein Uhr Mittags hatten sich 11,25 Milliarden Dollar in Luft aufgelöst. Nachmittags stieg der Kurs wieder etwas: Eine Gruppe von einflussreichen Bankiers hatte einen Pool gebildet und auf dem Markt interveniert. Sie glaubten so den Kursrutsch stoppen zu können, was ihnen auch teilweise gelang. Der Freitag verlief ruhig – alle waren erschöpft. Am Montag gab es nochmals eine wuchtige Talfahrt, die erhoffte »konzertierte Unterstützungsaktion« der Bankiers blieb diesmal aus. Monetäre Buchungswerte von 14 Milliarden Dollars – fast dreimal soviel wie der Wert des in den USA umlaufenden Geldes – verschwanden in einem schwarzen Loch. (1. Anmerkungen finden Sie in der Printausgabe)

Dann kam Dienstag der 29. Oktober (schwarzer Dienstag). Bis zum Mittag waren 8350000 Aktien abgestoßen worden. Tausende von Menschen waren ruiniert. Witwen, die ihre geringen Ersparnisse eingesetzt hatten, Millionäre die nun hoch verschuldet waren. Die Zeit der Depression begann.

Wie es dazu kam
Amerika hatte während den Zwanzigerjahre einen einmaligen Boom erlebt. Von 1919 bis 1929 hatte sich die industrielle Produktion fast verdoppelt. Knappe fünf Millionen Autos wurden 1929 in Detroit gebaut. Neue Fernstraßen, Wolkenkratzer, moderne Wohnsiedlungen in den Vorstädten, Elektrizitätswerke etc. – alles war von einer Wachstumswelle ergriffen. Leider auch die Arbeitslosigkeit, denn die Produktivitätszunahme kam eher durch die Anwendung von Maschinen und weniger durch den Einsatz der Arbeitskräfte zustande. Im Sommer 1921 begann eine mehrjährige Börsenhausse, die nur von kleinen Rückschlägen unterbrochen wurde. Das Federal Reserve Board versorgte die Wirtschaft großzügig mit Geld – bis sie 1928 den Rediskontsatz anhob, weil ihr die Spekulationswelle nicht mehr geheuer war. Doch es war zu spät und traf vor allem die verschuldeten Farmer und Kleingewerbe. Gegen Ende 1928 kam der Motor ins Stottern, die Kurse wurden labiler, und am 26. März 1929 kam der erste massive Kurseinbruch, der zu einem ersten Jahrestief führte und allen einen Schrecken in die Glieder fahren ließ. Nun begann ein Gesundbeten des Marktes. Politiker, angesehene Industrielle, Bankiers, alle versuchten Optimismus zu verbreiten und auf die gesunden Fundamentaldaten des Marktes hinzuweisen. Es gelang weitgehend, bis am 3. September, als der Dow-Jones-Index seinen bis dahin absoluten Höhepunkt erreichte. Am 6. September veröffentlichte die New York Times ein düstere Prophezeiung von einem Wirschaftswissenschaftler und Hellseher aus Massachusetts mit Namen Roger Babson. Er sagt nun schon zum dritten Jahr einen Zusammenbruch der Börse voraus und beschrieb sehr genau alles dasjenige, was in den folgenden Wochen auch tatsächlich passieren würde. Seine Prophezeiung erfüllte sich selbst. Die Menschen gerieten in Panik und die Kurse stürzten. Nun begann ein Auf und Ab mit immer neuen Verkaufswellen, bis dann Ende Oktober jene schwarze Woche kam, die alles bisher Bekannte übertraf. Die Kurse hörten erst am 13. November auf zu fallen. Die Gesamtverluste aller amerikanischer Börsen belief sich auf annähernd 50 Milliarden Dollar.

Die Folgen
In immer neuen Erklärungen versuchte der damalige amerikanische Präsident Herbert Hoover seinen Landsleuten Mut zu machen: »Ich bin überzeugt, dass wir nunmehr das Schlimmste überstanden haben und uns mit vereinten Bemühungen bald erholen werden …« (1. Mai 1930). Doch das Schlimmste sollte erst noch kommen.

Das Land rutschte immer tiefer in die Rezession. Die Preise für Rohstoffe fielen, viele Farmer konnten ihre Schulden nicht zurückbezahlen und waren Bankrott. Die Zahl der Arbeitslosen nahm zu. Familien von Arbeitern ohne Einkommen wurden in den Armenküchen notdürftig abgespeist. Die Regierung verknappte das Geld. Die Krise ergriff die gesamte Weltwirtschaft. In Großbritannien stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2 Millionen, in Deutschland (das dazu noch immer unter dem Joch des unseligen Vertrags von Versailles litt) war es besonders schlimm: 6 Millionen Menschen waren ohne Arbeit und im Jahre 1932 waren es gar 40 % aller Erwerbsfähigen. Die Vorschläge der braunen Demagogen, das von den Alliierten aufgebürdete Joch endlich abzustreifen, und dem internationalen Kapital Paroli zu bieten, traf zunehmend auf offene Ohren. Ohne die Ereignisse an der Wall Street mit ihren katastrophalen Folgen wäre Hitler mit Sicherheit nicht an die Macht gekommen.

Bernhard Steiner
geistesleben.com

Silke
20.03.2001, 17:44
Was geschah 1987 wirklich?



Allen, die mit der Börse und Kursen zu tun hatten, ist der Börsencrash vom 19. Oktober 1987, der schwarze Montag, ein Begriff, vielen sogar noch persönlich in Erinnerung. Was geschah damals wirklich? Waren die Ereignisse damals nur durch Fakten zu begründen oder waren die auslösenden Momente eher in der Psychologie der Massen zu finden?

Zunächst ist die grundsätzliche Ansicht der Massen zu berücksichtigen, Geld werde in einem Crash vernichtet, indem es aus der Aktie herausdriftet und irgendwo verschwindet. Dieser Glaube, Geld sei im Crash 1987 vernichtet worden, ist massepsychologisch falsch. Sieht man den Wertpapiermarkt als Ganzes, so ist nur eines richtig:

Geld fließt im Markt, ohne dass es neu geschaffen oder zerstört wird. Geld kann nur von den Investoren aus dem Markt genommen werden, indem sie zum Beispiel in einem Crash möglichst viele Aktien an andere verkaufen, welche die Papiere halten oder wieder andere Käufer finden. Der Verkäufer akzeptiert daher jeden Preis gebotenen Preis. Dabei ist Psychologie im Spiel, und die Marktteilnehmer schaffen oder vernichten Wohlstand, nicht aber umlaufendes Geld. Der Preisverfall im Crash ist geradezu notwendig, damit gewährleistet ist, dass auch ein Käufer für jeden Verkäufer die Eckpunkte der Werte stellen. Nur so kann der Gesamtmarkt weiter funktionieren.

Der psychologische Countdown beginnt dann, wenn die Massen in ihren Papieren den persönlichen Wohlstand hochrechnen und, in Träumen verschlungen, die Lombardkredite vergessen. Sam Walten, der bei einem Privatvermögen von 8,3 Mrd. Dollar am Crash-Tag 600 Mio. Dollar verloren hatte, tat dies damals lächelnd mit den Worten ab: "Ich habe Papier besessen, und ich besitze immer noch Papier. Ich werde es auch nicht verkaufen, denn diese 600 Millionen machen mir gar nichts aus. Ich war der reichste Mann der Welt und ich werde der reichste bleiben." Er blieb, vor allem auch durch den dann erfolgenden Anstieg des Dow Jones der reichste Mann der Welt mit seiner Wal-Mart-Gruppe. Er sah die Papiere genau als das, was sie in Wirklichkeit sind: Rechnerische Einheiten, welche nur dann Geld vernichten, wenn man tätig wird. Wenige Jahre danach waren aus 600 Mio. Dollar Buchverlusten mehrere Milliarden Gewinn geworden, weil die Psychologie insoweit berücksichtigt wurde, als Wohlstand auf dem Papier von Menschen in den persönlichen Entscheidungen vernichtet oder gebildet wird.

Psychologie ist nahezu mit 90 Prozent Auslöser aller Entscheidungen im Leben wie auch an der Börse. Es ist eben eine traurige Wahrheit für diejenigen, welche im Crash den Wohlstand auf Papier in Cash verwandeln und dabei auch jemanden finden müssen, der daran glaubt, dass sein Bargeld in Wohlstand auf Papier mehr erbringt.

Dieses Nullsummenspiel ist in Krisenzeiten immer vorab erkennbar. Schon gegen Ende August 1987 zeigte sich die labile Tendenz. Schon damals hatte die auf Krediten aufgebaute fünfjährige Hausse mit der maßlosen Fusionitis-Welle in den anglo-amerikanischen Ländern mit mehr als 40 Mrd. Dollar nie gekannte Höhen erreicht. Heute lächeln wir darüber. Aber seien wir sicher, die US-Defizite sind heute auch höher. Ein erneutes Erwachen wird, wenn es geschieht, in einigen Jahren nur potenziert gegenüber 1987 auftreten.

Man spürte schon im August 1987, wie Politiker in undifferenzierten Durchhalteparolen verdummend den Leuten die heile Welt demonstrierten. Bis August 1987 hatten die USA, unter dem damaligen Finanzminister Baker versiert in der internationalen Vernebelungstaktik, den Dollar mutwillig fallen lassen. Die anderen Nationen bezahlten die erstrebenswerten Fortschritte der USA. Insoweit internationale Psychologie vom feinsten.

Der deutsche Finanzminister Stoltenberg goss in den Tagen vor dem Crash 1987 noch in höchst unqualifizierter Weise Öl ins Feuer, indem er die Quellensteuer einführte. Die Folge waren Abwanderungen in Milliardenhöhe ins Ausland. Und Herr Stoltenberg vertrat gleichzeitig die Anhebung des deutschen Zinssatzes, worauf sich der amerikanische Finanzminister James Baker in einer Fernsehsendung des NBC zu der psychologisch gefährlichen Äußerung verstieg: "Wenn das so weitergeht, werde ich mich dagegen wehren, notfalls unter Inkaufnahme eines schwächeren Dollarkurses." Diese unüberlegten Worte verunsicherten die Märkte nun dadurch, dass die USA ihre Zinsen in die Höhe schraubten, teilweise bis zu elf Prozent. Dagegen stand die zehnprozentige Quellensteuer von Herrn Stoltenberg und damals gleichzeitig die sich verschärfende Irankrise. Altmeister André Kostolany kommentierten damals, er werde erst wieder deutsche Aktien kaufen, wenn Herr Stoltenberg abgelöst sei. Man sieht es gab auch vernünftige Börsianer. Ich spielte am 19.10.1987 Golf in Ottawa und hatte vor der Abreise in Voraussicht der Psychologie und Politik fast alles verkauft.

Börsengurus wie der Amerikaner Bob Prechter, Anhänger der Elliot-Wave-Theorie und damaliges Wunderkind unter Amerikas Aktienanalysten, sagte eine Woche vor dem Crash:" Erst bei einem Dow-Jones-Indexstand von 3600 Punkten ist das vorläufige Ende der Fahnenstange." Wie arg er danebenlag, dürfte er am 19. Oktober 1987 bemerkt haben. Prechter sagte damals als Antwort auf seinen psychologischen Rattenfänger-Schwachsinn: "I want to analyse things objectively" und zog sich dann auf eine Farm im mittleren Westen zurück. Das war´s - eine Episode aus dem Leben eines verhätschelten Gurus, der vielen anständigen Börsianern den Wohlstand vernichtete. Aber solche Börsengurus beeinflussten 1987 in erheblichem Maße die Börsianer. Die psychologischen Signale der Rezession waren lange vorher erkennbar. Die langfristigen Zinsen in den USA überschritten kurz vor dem 19. Oktober 1987 die zehn Prozent Marke und Deutschland versucht die Schere zu schließen. Ein Unterfangen, was damals dazu führte, dass Politiker mit blanken Nerven Schuldzuweisungen in den Zeitungen lancierten. Heute weiß man, es musste mutwillige geschehen sein; denn so arrogant und dumm konnten die hoch bezahlten Herren nicht gewesen sein (Anm. des Webmaster: oder vielleicht doch?).

Zurück zu den Börsengurus. So tat sich vor dem Börsencrash 1987 der berühmte Schwarzseher P.C.M. aus der Schweiz hervor. Er erzählte damals, dass im Falle eines Crashs die Weltwirtschaft total in sich zusammenbrechen würde. Nach dem Crash milderte er seine Aussage ab, meldete allerdings wegen Fehlspekulation mit Aktien in Zürich Konkurs an. Warum ein Weltuntergangsprophet überhaupt Aktien kaufte, wunderte damals fast jeden. Aber diese Leute brachten Pep in den Abwärtsstrudel. Man glaubte ihnen, weil die Medien ihre irrationalen Aussagen eben gut fanden. Aber wie ist es denn heute?

Einen weiteren Fall in der psychologischen Crash-Prophetie 1987 stellte Herr Roland Leuschel in Persona dar. Alle seine nicht eingetroffenen Crashprognosen sind Legende und wie vielen Shorties er Haus und Hof gekostet hat, ist nur zu vermuten. Am 6. November 1987 erklärte Leuschel in typischer Crashlaune: "Gold wird bald 600 Dollar kosten." Machen wir es einfach: Gold ist bis heute nie mehr auf 600 Dollar gewesen. Herr Leuschel hat damals in dieser absoluten Crash-Prophetie viel dazu beigetragen, dass die Psychologie der Einzelanleger gebündelt wurde. Wie gesagt, man glaubte ihm. Heute verzehrt er sich möglicherweise darin, weil man ihm nicht mehr glaubt.

Was geschah technisch und psychologisch nach dem 19. Oktober 1987? Manche Kommentatoren verstiegen sich zu der Behauptung, dass man die Geschichte der Börse einmal einteilen werde in den Zeitraum vor und nach dem 19. Oktober 1987. Der Dow verlor damals 508 Punkte. Mit zwei Millionen gehandelten Aktien pro Minute war das Umsatzvolumen an der New Yorker Börse doppelt so hoch wie sonst. In der Krisenzeit 1987 verdienten die Broker dagegen gutes Geld. Zwei Brokerfirmen wurden zwar durch eigene Fehlspekulationen geschlossen, aber in Krisenzeiten verdienen die Experten am Slippage nicht schlecht.

Wie ging es also weiter in der Psychologie des Jahres 1987? Die Kaspereien fanden nicht sofort ein Ende. Die britische Regierung hat damals die Anteile an British Petroleum, den sie noch hielt, für 7,25 Milliarden englische Pfund verkauft und diese gewaltige Summe wurde vorab von den englischen Großbanken garantiert. Leider erwies sich die gewaltige Emission in dieser Crash-Lage als Flop. Die Aktien notierten weit unter dem von den Banken garantierten Wert. Und was sagt uns dieser Sachverhalt aus 1987? Die englischen Banken waren nach dem Crash zusätzlich in irrer Liquidität geschwächt, d.h. sie mussten sich Gelder beschaffen, um diese Liquiditätsschwäche auszugleichen. Deshalb warfen die englischen Banken und ausländische Anteilseigner der BP-Emission deutsche Standardwerte Waschkörbeweise auf den Markt, was noch zusätzlich zum Crash für längere Zeit einen Druck auf deutsche Aktien ausübte. Wenn man damals alle deutschen Blue Chips im Kurs verfolgte, so war zu bemerken, dass sie etwa drei Wochen nach dem großen Crash so niedrig waren wie nie zuvor, aber alle Zeitungsmeldungen dem total entgegenliefen. Wieso war dies möglich? Eine korrekte Börse rechnet am gleichen Tage ab. Dies war eben in Deutschland 1987 als einem der wenigen Länder der Fall. Man holte sich die Liquidität also dort, wo es am einfachsten war.

Nach dem Crash traten Meinungen und Schuldzuweisungen in den Medien auf, die Computerprogramme seien schuld. Heute wissen wir, dies stimmt nicht. Die Computer machen die Dinge etwas schneller, sie machen sie aber nicht unbedingt schlechter. Man kann so argumentieren, sie brächten nur eine gewisse Geschwindigkeit in die Börsenaktionen, in Aktionen, die auch ohne Computer stattfinden würden, d.h. ein Crash, der vor der Tür steht, kommt auf jeden Fall. Er wird nur in der Geschwindigkeit im zeitlichen Ablauf durch die Computerprogramme verstärkt. Es war daher völlig falsch zu sagen, die Computerprogramme seien allem schuld. Schuld war das Geldverdienen ohne Arbeit, was sich von 1982 bis 1987 kontinuierlich fortgesetzt hatte. Damals spekulierten sich große Firmen wie VW - die Fälle sind noch heute bekannt - mehr Geld zusammen, als sie durch ihre Produktion einnahmen. Als diese terminlich gebundenen Computerprogramme 1987 schief liefen, entstanden Verluste, die im VW-Fall eine halbe Milliarde ausmachten.

Das optimistische Public-Relations-Getue wurde also ungewollt von Auslands- wie Inlandsentscheidungen ad absurdum geführt. Die Aktien fielen weiter. So wurden Anfang November 1987 Zwangsexekutionen Not leidender Depots in aller Welt durchgeführt. Dies wurde damals nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert. In Deutschland wurden genau am 10. November 1987 von der größten deutschen Bank in allen Filialen gleichzeitig Zwangsexekutionen durchgeführt. Diese damals recht eigenartige Kundenbetreuung trug nicht zum guten Ruf der Banken bei, versetzte aber am 10.11.87 den Aktienmärkten einen besonderen Kick nach unten. Die so genannten starken Hände kauften, denn sie kannten den Verkaufstermin. Sie vernichteten - wie schon gesagt - nicht Geld, sondern Wohlstand.

Die psychologischen Aspekte der Crash-Börse von 1987 waren so komplex, dass sie schon lange vor dem 19. Oktober 1987 spürbar waren. Der eigentliche schwarze Montag war der Medienkick, mit dem man die Auflagenzahlen erhöhen konnte. Die Vor-Crash-Zeit wie auch die Nach-Crash-Zeit spülte viele "Nincompoops" (Schwachköpfe), so englische Zeitungen, an die Oberfläche, die dazu beitrugen, dass ein ganz normaler korrektiver Vorgang zum Weltereignis hochstilisiert wurde. Sie trugen vorher psychologisch zum Kaufwahn bei und verhinderten nach dem Crash die beruhigende Glättung zur Korrektur. Alles im Leben und auch an der Börse verläuft in stochastisch berechenbaren Bahnen, alles ist erkennbar. Die Massen machenden Trend. Der Crash vom 19. Oktober 1987 war eine ganz normale Börsenbegebenheit, technisch und psychologisch voraussehbar.











(von: Dr. Graf von Schweinitz; aus: Technical Investor, Ausgabe Juni/Juli 2000 --- www.technical-investor.de)

Ralph
20.03.2001, 19:08
Wenn man die Wirtschaftsdaten und die Reaktion der Aktienmärkte auf diese in der jüngsten Zeit betrachtet, dann wird immer wieder der Vergleich mit 1929 gezogen. Ob dies richtig war, wird man erst später sagen können. Aber wie war es denn wirklich in den 1920ern ? Eine nähere Beleuchtung dessen soll nachfolgend versucht werden.

Was wir aus den Zwanzigern lernen können

Die Wirtschaft in den USA sah damals fast genauso aus wie heute. Aber es gibt entscheidende Unterschiede.

Die Parallelen zwischen den 1920ern und heute sind sowohl faszinierend als auch beunruhigend, denn die damalige nachfolgende „Depression“ war eine globale und soziale Bedrohung. 1933 erreichte die Arbeitslosigkeit in den USA einen Rekordstand von 25% der amerikanischen Arbeitnehmerschaft. Die Arbeitslosigkeit verharrte auch in den Jahren danach -zwischen 1931 und 1940- auf zweistelligen Raten; erst die gewaltigen Ausgaben für Kriegsgüter während des 2. Weltkrieges konnten hier eine Besserung herbeiführen. Die „Grosse Depression“ war so erschreckend, weil sie so extrem „widerstandsfähig“ gegen Kontramassnahmen war.

Kaum jemand heute glaubt, dass dies wieder geschehen könnte. Es ist die Erinnerung an das Damalige, was heute zählt. Die Regierungen heute reagieren schneller auf ökonomische Schwäche. Die kürzlichen Aktionen der FED sind Beweis dafür. Und die FED wird weiter die Zinsen senken müssen.
Ähnlich die Chancen, dass der Kongress eine Steuersenkungspaket verabschieden wird, erhöhen sich mit fortschreitender Zeit. Niedrigere Zinsen und Steuern würden einer wackelnden Wirtschaft neues Leben einhauchen können. Aber Zinssenkungen und Steuersenkungen sind „grobe Waffen“. Die Leute werden ihre Ausgabenneigung zurückschrauben, sobald sie für sich die Gefahr des Arbeitsplatzverlustes sehen. Hinzukommen die Unternehmen, die ihre Investitionstätigkeit zurückfahren, sobald die Gewinne zurückgehen, Leerzeiten und mangelnde Kapazitätsauslastung zunehmen.

Ein Boom endet sehr oft schlimm, weil Leute und Unternehmen -unwissend oder überoptimistisch- sich übernehmen. Entweder haben sie zuviel ausgegeben oder sich zu hoch verschuldet.

Und genau hier ist es, wo die Parallelen mit den 1920ern beunruhigend werden. Betrachten wir einmal die Ähnlichkeiten.

Das Feiern der Technologie ist beiden Perioden gemein

In den 1920ern haben Autos, Radios und Haushaltsgeräte (Kühlschränke, Staubsauger etc.) das Leben der Leute stärker verändert, als es Internet und Mobiltelefon heute tun. Von 1919 bis 1929 hat sich die Zahl der Fahrzeuge in den USA verdreifacht, auf 23 Millionen. Der Strassenbau boomte. Was das Radio betraf, so gab es bis Herbst 1920 keine Radioübertragungen für die Öffentlichkeit. Aber bis zum Frühjahr 1922 wollte jeder ein Radio haben. Bis 1929 gaben die Amerikaner fast ein Prozent des nationalen Einkommens (GDP) für Radio aus; das wären heute $100 Mrd.

Leute damals, wie auch heute sind total auf den Aktienmarkt fixiert

Investoren in den späten 1920ern waren eines grenzenlosen Optimismusses und einer überbordenden Hoffnung. Im späten Jahr 1928 hatten nur 3% der Amerikaner Aktien; bis 1930 -selbst nach dem Aktiencrash- waren es schon 10%. In unseren heutigen Zeit sind Aktien quasi demokratisiert worden. Von 1989 bis 1998 stieg der Anteil der Haushalte mit Aktienbesitz von 32 auf 52% (sowohl Direktanlagen als auch Aktienfonds).


Jede Ära war von gewaltigen Kreditbelastungen der Verbraucher gekennzeichnet

Die 1920ern kann man sicherlich als die Zeit bezeichnen, in der die moderne Finanzierung von Ausgaben jedweder Art ihren Anfang nahm. In den 1920ern verzeichnete vor allem das sogenannte „Installment Lending“ (= Kredite, die durch Autos oder Haushaltsgeräte gesichert waren) ein explosionsartiges Wachstum. Bis 1929 hatten ungefähr 15% der Haushalte ein Auto über diese Art Finanzierung erworben. Der Anstieg der Verschuldung der privaten Haushalte heute ist zwar weniger spektakulär, aber dafür ein weiterverbreitetes Phänomen. Von 1995 bis 1999 ist die Verschuldung um 34% auf ungefähr $6.2 Billionen (inklusive $4.8 Billionen Hypothekendarlehen) gestiegen.


Es gibt gleichermassen Vertrauen in die Fähigkeiten der FED

Der Glaube heutzutage, dass FED-Chef Alan Greenspan quasi jede Klippe umschiffen kann, hat einen Vorgänger. Die FED wurde 1913 gegründet, mit dem Ziel die Inflation unter Kontrolle zu bringen und Bankzusammenbrüche zu verhindern. Trotz zwei relativ milder Rezessionen, schien der Wohlstand der 1920er die Hoffnung auf mehr Stabilität zu rechtfertigen.
Damals wie heute, FED-Politik und Produktivitätswachstum (durch Technologie) arbeiteten zusammen, um dem Optimismus in neue Höhen zu verhelfen. Der Optimismus der 1920er erwies sich allerdings als Boomerang. Aktien waren überbewertet. Nach dem Crash 1929 gingen die privaten Ausgaben bis 1930 um fast 7% zurück. Eine bedeutende Rolle hierbei spielten die Schulden der Privathaushalte. Verbraucher mit den o.g. angesprochenen „Ratenkrediten“ befürchteten, dass ein Nichtbedienen der Kredite zu einem Zurückfordern der Gerätschaften und Autos führen würde; so wurden andere Ausgaben beschnitten, um diese monatlichen Raten leisten zu können.

Glücklicherweise gibt es ein paar Unterschiede von damals zu heute. Zum einen sind die Regierungen heute grösser. Dies schafft möglichen Raum für Steuersenkungen als auch Erhöhung der Staatsausgaben. Genauso wichtig ist die Tatsache, dass die Welt nicht mehr am sog. „Goldstandard“ hängt. Dieser wurde damals eingeführt, um die Papierwährungen durch Goldreserven abzusichern. Leider war dieser Standard sehr instabil. Die USA und Frankreich akkumulierten den grössten Teil des Welt-Goldes (55% bis 1929), weil die damaligen Wechselkurs unrealistisch waren und die Handelsströme konträr verliefen. Ohne reichlich Gold konnten andere Länder in ihren Volkswirtschaften nicht expandieren.

Als die „Depression“ dann einsetzte, machten Befürchtungen, wonach man sich vom Goldstandard lösen wolle, die ganze Sache noch schlimmer. Die Länder versuchten ihre Goldvorräte zu schützen und zu stützen. Die Zinsen wurden auf einem zu hohen Niveau belassen, um Spekulanten davon abzuhalten, ihre Investments in Gold umzutauschen. Ausserdem wurde zu wenig Papiergeld in Umlauf gegeben, um Banken vor panischen Anlegern, die ihre Ersparnisse sicher wollten, zu schützen. Die Todesspirale bei den Banken nahm ihren Anfang nach oben, während Ausgaben und globaler Handel den Weg nach unten nahmen. Die „Depression“ nahm globale Züge an, und erhielt zusätzliche Nahrung durch weniger Handel und tieferen Pessimissmus.

Erst als die Länder den Goldstandard aufgaben (Grossbritannien 1931, USA 1933 und Frankreich 1936) begann die „Depression“ langsam abzuflauen.

Obwohl dies alles recht vereinfacht dargestellt ist, erscheint der Konsens als gute Nachricht. Der „Mechanismus“ (Gold-Standard), der die „Depression“ auf ihrer Reise um die Welt beförderte, ist verschwunden. Wenn es keinen „modernen Gegenpart“ zu diesem „Mechanismus“ gibt, dann sollte der Rückgang der amerikanischen Wirtschaft jetzt, keine destruktive Kettenreaktion in Form von „weniger Handel“, „Investitionen“ und „Verbauchervertrauen“ auslösen. Unglücklicherweise ist dies immer noch ein grosses Wenn.

© 2001 www.stock-channel.net

Ralph

Ralph
20.03.2001, 19:10
Der Global-Bericht

Es hat gerade erst angefangen
Im Augenblick "wiederverflüssigt" Greenspans FED das US-Finanzsystem mit halsbrecherischer Geschwindigkeit. Man kann es daran erkennen, wie die Geldmenge M3 der USA in nur drei Wochen um 112 Milliarden Dollar zugenommen hat!

Das Investment Company-Institut berichtete über den gleichen Zeitraum, die US-Geldmarkt-Fonds berichten von einem Anstieg an Vermögensanlagen von 67,6 Milliarden Dollar, dem größten Zufluß an Geld in den letzten drei Jahren. Von Trim Tabs kam ein Bericht heraus, daß 15 Milliarden Dollar in Equity Funds (deutsch?) geflossen seien.

Es fängt immer mit den Währungen an:
Global betrachtet sollte man vor allem ein Auge auf die Währungen halten. Oft brechen sie die Trends und wenden in die andere Richtung, lange bevor die Aktienmärkte folgen. Der US-Dollar ist seit November 2000 um 17% gegen den Euro gefallen. Die einzige Währung, gegen die der Dollar nicht gefallen ist, ist der Yen.

Als nächstes folgt die Reaktion der Aktienmärkte. Die Firmenchefs in den USA sehen nun die Importe (außer dem Öl) teurer werden. Deswegen müssen sie, um die höheren Kosten bezahlen zu können, versuchen die Preise anzuheben und versuchen, massive Kosteneinsparungen durchzubringen, um schnell Geld zu sparen.

Und dies alles wird unvermeidlich in einen Gewinneinbruch führen.

Der Vorgang ist bereits im Gange, aber bis jetzt hat die Jubeltruppe der Wall Street es geschafft, die meisten Leute (vor allem Amerikaner) in den US-Märkten zu halten. Die Europäer sehen ihre Währung sich erholen und schauen gespannt auf die Aussichten der zukünftigen US-Gewinne, aber sehen keine. Sie haben angefangen, sich aus dem US-Aktienmarkt herauszukaufen, aber nicht in besonders großer Zahl - bis jetzt.

Würdigen, wem es gebührt:
The Privateer wird selbstverständlich Mr. Greenspan würdigen - dafür, der Hauptgrund für die größte Kreditexpansion der Geschichte zu sein. Die Tatsachen: Seit Anfang 1995 bis Ende Juni 2000 hat das US-Finanzsystem seine Schulden um 4,15 Billionen Dollar vergrößert. Die Schulden der US-Firmen und -Konsumenten stiegen um 4,75 Billionen Dollar. Insgesamt hat der "private" Sektor der US-Wirtschaft seine Schulden in fünfeinhalb Jahren um 8,9 Billionen Dollar vermehrt.

8,9 Billionen Dollar, das sind fast 9 Millionen Millionen Dollar. Die US-Bundesregierung gibt finanzierte Schulden von etwa 5,7 Billionen Dollar zu, angehäuft über einen Zeitraum von etwa 210 Jahren. Jetzt können Sie sehen, woher die Inflation wirklich kommt. Die US-Aktienmärkte sind bereits gefallen. Der Dollar ist der nächste.

Der Status der US-Märkte:
Damals im März 2000 entsprach der Wert der US-Aktienmärkte etwa 181% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA. Zum Vergleich, 1990 entsprach der Wert 60% des BIP. Das Verhältnis der Werte der Aktienmärkte zum US-BIP hat sich innerhalb eines Jahrzehnts also verdreifacht. Es ist dieser große Wert-Überschwang, den Mr. Greenspan nun zu halten versucht.

Der Wiltshire Index, der breiteste der USA, ist um 20% gefallen. Denken Sie nebenbei mal an die Situation der ausländischen Investoren (vor allem der Europäer). Die haben gerade einen Doppeltreffer einstecken müssen. Der Dollar ist gegen ihre Währungen, den Euro gefallen, und dann ist zusätzlich auch noch der Wiltshire-Index um 20% gefallen. Wenn Sie ein amerikanischer Investor sind, sollten Sie länger darüber nachdenken. Sie können versichert sein, daß all diese ausländischen Investoren nun bereit sind, in jede Rally zu verkaufen.

Das bedeutet, daß Greenspans "Wiederverflüssigung"-Anstoß, viele Amerikaner entweder dazu ködern wird, wieder in die US-Märkte zu kommen, oder (warscheinlicher) ihre Portfolios aufzustocken, aber diese Amerikaner diese Amerikaner werden Aktien kaufen, die die Ausländer dringend verkaufen wollen. Sobald dieser erste Austausch von ausländischer Hand in die amerikanische vorbei ist, stehen die US-Aktienmärkte bereit für ihren nächsten Abschwung.

Je härter Greenspan seine "Wiederverflüssigung" vorantreibt, desto einfacher macht er es für ausländische Besitzer von US-Aktien, diese an die Amerikaner zu geben. Das können sie ohne die US-Aktienmärkte negativ zu beeinträchtigen. Das hat zwei Auswirkungen. Erstens: Wenn ausländische Besitzer ihre Aktien ausverkaufen, erwägen sie auch ernsthaft den Ausverkauf des US-Dollar.

Je nach Umfang, wie das geschieht, wird es die Währung der USA unter Druck setzen und zu dem sowieso schon vorhandenen Abwärts-Momentum beitragen. Zweitens: Wenn ein neuerliche Nachfrage nach Aktien durch Amerikaner mit dem Angebot der Ausländer zusammentrifft, werden die US-Märkte sich nicht sonderlich erholen. Wenn das passiert, wird der Punkt erreicht werden, wo amerikanische Anleger die Geduld verlieren und ausverkaufen. Manche werden es tun, die meisten aber nicht. Die geschichtliche Erfahrung zeigt, daß der private Anleger seine Papiere bis zum bitteren Ende hält.

Behalten Sie das im Sinn. Ein Aktienmarkt-Wert von 181% des BIP ist nicht blos "ungewöhnlich", es ist beispiellos. Ein Rückschwung auf die Werte von 1990 (60% des BIP) wäre nicht vergleichbar mit einem "Soft Landing" (die Rezession von 1990 war recht milde) oder sogar einer "Harten Landung", sondern es wäre ein Crash. Um auf dieses Verhältnis zu kommen, müßten die US-Aktienmärkte um 66% von ihrem Stand im März 2000 fallen. Selbst der Nasdaq ist noch nicht so weit gefallen. Und der Dow hat sich so gut wie gar nicht gerührt.

Hinter den US-Schulden steckt Geld
Zwischen 1995 und Ende 2000 hat die FED die Geldmenge M3 der USA um 55% aufgepumpt! Das ist, was "Inflation" ist. Es war schon immer ein monetäres Ereignis, und wird es auch immer sein. Preisbewegungen, auch die der Aktien, sind sicherlich ein Ergebnis der Inflation, aber es ist die Wirkung der Inflation auf Werte, welche meist die gefährlichste ist. Wenn eine Anlage im Wert steigt, steigt auch der potentielle Betrag, mit dem die Anlage beliehen werden kann. Anlagewertsteigerung ermöglicht, daß Geld mit viel schnellerer und rücksichtsloserer Geschwindigkeit geliehen wird, als es blos fallende Zinsen bewirken.

Diese Inflationswirkung auf die Sicherheiten bereitet den Boden für mehr Kredite. Wenn, wie es der Fall in weiten Teilen der USA ist, die Immobilienpreise schnell steigen, ist das ein Anstieg an Sicherheiten. Hausbesitzer entscheiden sich gewöhnlich einen Teil ihrer gewachsenen Sicherheiten zu "verflüssigen", indem sie ihre Hypotheken refinanzieren. Dann haben sie mehr Geld zum Ausgeben. Seit Jahren nun ging dieses Geld in Verbrauchsgüter - und Aktien.

In zehn Jahren hat sich das Verhältnis des Wertes der US-Aktienmärkte zum US-BIP verdreifacht. Seit Mitte 1995 sind die Schulden von Firmen und Verbrauchern um fast 9 Billionen Dollar angewachsen, und die US-Geldmenge M3 um 55%. Das Ergebnis ist ein riesiger Anstieg in Schulden, eigene und ausländische. Eine Kreditexpansion ist eine Schuldenexpansion.

Der US-Dollar und die Schulden:
Greenspan steckt in der Grube, die er selbst gegraben hat. Wenn er wieder die Zinsen senkt, damit die riesigen internen Schulden leichter zu ertragen sind, riskiert er den Dollar. Wenn nicht, riskiert er den Schuldencrash.

Achten Sie auf die US-Banken:
Das US-Bankenwesen ist eine Kopie des japanischen Bankenwesen, etwa um 1989/90. Die Japaner benutzen dieselben Methoden, um dasselbe zu erschaffen - eine Bubble. Die japanischen Immobilienpreise sind explodiert und der japanische Aktienmarkt ist abgehoben. In der zweiten Hälfte von 1989 hob die Bank of Japan die Zinsen und wartete. Lange brauchte sie nicht warten. Die riesige Überbewertung von Land und Aktien ging weiter bis Ende 1989, während sich die Wirtschaft abkühlte. 1990 brachen die Werte ein und der Rutsch war nicht mehr aufzuhalten.

Ralph

foxy
20.03.2001, 22:07
hallo ihr zwei,
ich habe hier noch einen link, da könnt ihr ähnliches lesen, nimmt euch ein bischen zeit und vor allen dingen setzt euch hin.selbst wenn übertrieben negativ dargestellt, beeindruckend in jedem fall :eek:
viel spaß ... :confused:

foxy

http://www.eic-ag.com/investor_frame.htm

KA111
28.03.2001, 12:22
Ich bin da eben noch auf einen Artikel zu derThematik gestoßen.




J A N U A R Y 1 9 8 7




Will the stock market crash? History may not repeat itself, argues the author of The Great Crash, but the dynamics of speculation are remorselessly constant, and they, along with other ominous indicators, give no comfort to optimism

by John Kenneth Galbraith


Senator Couzens: Did Goldman, Sachs and Company organize the Goldman Sachs Trading Corportation?
Mr. Sachs: Yes, sir.
Senator Couzens: And it sold its stock to the public?
Mr. Sachs: A portion of it. The firms invested originally in ten per cent of the entire issue for the sum of ten million dollars.
Senator Couzens: And the other ninety per cent was sold to the public?
Mr. Sachs: Yes, sir.
Senator Couzens: And what is the price of the stock now?
Mr. Sachs: Approximately one and three quarters.
-- from the Senate Hearings of Stock Exchange Practices, 1932



IN March of 1929 Paul M. Warburg, a founding parent of the Federal Reserve System and an immensely prestigious banker in his time, called attention to the current orgy, as he said, of "unrestrained speculation" in the stock market and added that were it not brought to an end, there would be a disastrous collapse. His warning was badly received. It was made clear that he did not appreciate the new era in economic well- being that the market was so admirably reflecting; he was said by one exceptionally articulate critic to be "sandbagging American prosperity." Less eloquent commentators voiced the thought that he was probably short in the market.

There was a decidedly more sympathetic response somewhat later that year to the still remembered observation of Professor Irving Fisher, of Yale, one of the most diversely innovative scholars of his time. Fisher said, "Stock prices have reached what looks like a permanently high plateau." Fisher was, in fact, long in the market and by some estimates lost between eight and ten million dollars in the almost immediately ensuing crash.

There is here a lesson about the larger constant as regards financial aberration and its consequences. There is a compelling vested interest in euphoria, even, or perhaps especially, when it verges, as in 1929, on insanity. Anyone who speaks or writes on current tendencies in financial markets should feel duly warned. There are, however, some controlling rules in these matters, which are ignored at no slight cost. Among those suffering most will be those who regard all current warnings with the greatest contempt.

The first rule -- and our first parallel with 1929 -- has to do with the stock market itself and, as it may somewhat formally be called, the dynamics of speculation.

Any long-continued increase in stock prices, such as preceded the 1929 crash and such as we experienced at least until last September, brings a change in the purposes of the participants in the market. Initially the motivating force is from institutions and individuals who buy securities (and bid up prices) because of some underlying circumstance, actual or imagined, that is judged to affect values: The economy as a whole is improving. Inflation as a threat is pending or perhaps receding. The tax prospect seems favorable. Or, mercifully, a business-oriented Administration has come to power in Washington. Most of all, in a time when common-stock dividends are largely a fixed dole to stockholders, interest rates are thought likely to decline. This calls for a compensating increase in the value of stocks if they are to earn only the new going return. On such matters virtually all comment concerning the market, informed and often otherwise, centers.

But as a stock-market boom continues (the same can be true as regards a boom in real estate or even art), there is increasing participation by institutions and people who are attracted by the thought that they can take an upward ride with the prices and get out before the eventual fall. This participation, needless to say, drives up prices. And the prices so achieved no longer have any relation to underlying circumstance. Justifying causes for the increases will, also needless to say, be cited by the sadly vulnerable financial analysts and commentators and, alas, the often vulnerable business press. This will persuade yet other innocents to come in for the loss that awaits all so persuaded.

For the loss will come. The market at this stage is inherently unstable. At some point something -- no one can ever know when or quite what -- will trigger a decision by some to get out. The initial fall will persuade others that the time has come, and then yet others, and then the greater fall will come. Once the purely speculative component has been built into the structure, the eventual result is, to repeat, inevitable.

There will previously have been moments of unease from which there was recovery. These are symptoms of the eventual collapse. In 1928 and through the winter, spring, and summer of 1929 the stock market divorced itself from all underlying reality in the manner just cited. Justification was, of course, asserted: the unique and enduring quality of Coolidge and Hoover prosperity; the infinitely benign effects of the supply-side tax reductions of Secretary of the Treasury Andrew W. Mellon, who was held to be the greatest in that office since Alexander Hamilton; the high-tech future of RCA, the speculative favorite of the time, which so far had not paid a dividend.

But mostly speculators, amateur and otherwise, were getting on for the ride. In the spring of 1929 came the initial indication of instability -- a very sharp break in the market. Prices recovered, and in the summer months they rocketed up. There was another bad break in September and further uneasy movements. Then, at the end of October, came the compelling rush to get out and therewith the crash. No one knows what precipitated it. No one ever will. A few -- Bernard Baruch and, it has long been said, Joseph P. Kennedy -- got out first. Most went down with the mob; to an extraordinary degree, this is a game in which there are mainly losers.

The question now, in the winter of 1987, is whether the stock market is or has been repeating its history. There was, early last year, a period of very sharply appreciating prices following an earlier, slower ascent. Then, on September 11 and the days following, came a severe slump, the worst in any recent period. So far (as this is written) there has been no significant recovery. As to the further prospect, no one knows, despite the extreme willingness to say otherwise on the part of many who do not know. What is certain, however, is that once again there existed a speculative dynamic -- of people and institutions drawn by the market rise to the thought that it would go up more, that they could ride the rise and get out in time. Perhaps last September signaled the end; perhaps it was an episode in a continuing speculative rise with a worse drop yet to come. What we do know is that speculative episodes never come gently to an end. The wise, though for most the improbable, course is to assume the worst.

Another stock-market collapse would, however -- one judges -- be less traumatic in its larger effect than was the one in October of 1929. The Great Crash had a shattering effect on investment and consumer spending and eventually on production and employment, leading to the collapse of banks and business firms. Now there are safety nets, as they are called. Unemployment compensation, pensions, farm-income support, and much else would have a general cushioning effect, along with government fiscal support to the economy. There is insurance of bank deposits and the further certainty that any large corporation, if in danger, would be bailed out. Modern socialism, as I've elsewhere said, is when the corporate jets come down on National and Dulles airports.

A second, rather stronger parallel with 1929 is the present commitment to seemingly imaginative, currently lucrative, and eventually disastrous innovation in financial structures. Here the similarity is striking and involves the same elements as before. In the months and years prior to the 1929 crash there was a wondrous proliferation of holding companies and investment trusts. The common feature of both the holding companies and the trusts was that they conducted no practical operations; they existed to hold stock in other companies, and these companies frequently existed to hold stock in yet other companies. Pyramiding, it was called. The investment trust and the utility pyramid were the greatly admired marvels of the time. Samuel Insull brought together the utility companies of the Midwest in one vast holding- company complex, which he did not understand. Similarly, the Van Sweringen brothers built their vast railroad pyramid. But equally admired were the investment trusts, the formations of Goldman, Sachs and Company and the United Founders Corporation, and -- an exceptionally glowing example of the entrepreneurial spirit -- those of Harrison Williams, who assembled a combined holding-company and investment-trust system that was thought to have a market value by the summer of 1929 of around a billion dollars. There were scores of others.

The pyramids of Insull and the Varr Sweringens were a half dozen or more companies deep. The stock of the operating utility or railroad was held by a holding company. This company then sold bonds and preferred stock and common stock to the public, retaining for itself enough of the common stock for control. The exercise was then repeated -- a new company, more bonds and stock to the public, control still retained in a majority or minority holding of the stock of the new creation. And so forth up the line, until an insignificant investment in the common stock of the final company controlled the whole structure.

The investment trusts were similar, except that their ultimate function was not to operate a railroad or a utility but only to hold securities. In December of 1928 Goldman, Sachs and Company created the Goldman Sachs Trading Corporation. It sold securities to the public but retained enough common stock for control. The following July the trading corporation, in association with Harrison Williams, launched the Shenandoah Corporation. Securities were similarly sold to the public; a controlling interest remained with the trading corporation. Then Shenandoah, in the last days of the boom, created the Blue Ridge Corporation. Again preferred stock and common were sold to the public; the controlling wedge of common stock remained now with Shenandoah. Shenandoah, as before, was controlled by the trading corporation, and the trading corporation by Goldman Sachs. The stated purpose of these superior machinations was to bring the financial genius of the time to bear on investment in common stocks and to share the ensuing rewards with the public.

No institutions ever excited more admiration. The creators of the investment trusts were men of conceded as well as self-admitted genius, and were believed to have a strong instinct for the public interest. John J. Raskob, the chairman of the Democratic National Committee in those days, thought an investment trust might be created in which the toiling masses would invest from their weekly earnings. He outlined the proposal in a Ladies' Home Journal article titled "Everybody Ought to Be Rich."

In all these operations debt was incurred to purchase common stock that, in turn, provided full voting control. The debt was passive as to control; so was the preferred stock, which conferred no voting rights. The minority interests in the common stock sold to the public had no effect of power either. The remaining, retained investment in common stock exercised full authority over the whole structure. This was leverage. A marvelous thing. Leverage also meant that any increase in the earnings of the ultimate companies would flow back with geometric force to the originating company. That was because along the way the debt and preferred stock in the intermediate companies held by the public extracted only their fixed contractual share; any increase in revenue and value flowed through to the ultimate and controlling investment in common stock.

It was a grave problem, however, that in the event of failing earnings and values, leverage would work fully as powerfully in reverse. All income and value, and in practice more, would be absorbed by the outer debt and preferred shares; for the originating company there would remain literally -- very literally -- nothing. But of this in 1929 no one, or not many, thought; a rising market combined with the managerial and investment genius of the men who built these structures made any such concern seem irrelevant in the extreme.

Here the parallel: after fifty-seven years investment trusts, called closed-end funds, are now coming back into fashion, although still, I would judge, in a rather modest way as compared with 1929. The more exciting parallel is in the rediscovery of leverage. Leverage is again working its wonders. Not in utility pyramids: these in their full 1929 manifestation are forbidden by law. And the great investment houses, to be sure, still raise capital for new and expanding enterprises. But that is not where the present interest and excitement lie. These lie in the wave of corporate takeovers, mergers, and acquisitions and the leveraged buy-outs. And in the bank loans and bond issues, not excluding the junk bonds, that are arranged to finance these operations.

The common feature of all these activities is the creation of debt. In 1985 alone some $139 billion dollars' worth of mergers and acquisitions was financed, much of it with new borrowing. More, it would appear, was so financed last year. Some $100 billion in admittedly perilous junk bonds (rarely has a name been more of a warning) was issued to more than adequately trusting investors. This debt has a first claim on earnings; in its intractable way, it will absorb all earnings (and claim more) at some astringent time in the future.

That time will come. Greatly admired for the energy and ingenuity it now and recently has displayed, this development (the mergers and their resulting debt), to be adequately but not unduly blunt, will eventually be regarded as no less insane than the utility and railroad pyramiding and the investment-trust explosion of the 1920s.

Ever since the Compagnie d'Occident of John Law (which was formed to search for the highly exiguous gold deposits of Louisiana); since the wonderful exfoliation of enterprises of the South Sea Bubble; since the outbreak of investment enthusiasm in Britain in the 1820s (a company "to drain the Red Sea with a view to recovering the treasure abandoned by the Egyptians after the crossing of the Jews"); and on down to the 1929 investment trusts, the offshore funds and Bernard Cornfeld, and yet on to Penn Square and the Latin American loans -- nothing has been more remarkable than the susceptibility of the investing public to financial illusion and the like-mindedness of the most reputable of bankers, investment bankers, brokers, and free-lance financial geniuses. Nor is the reason far to seek. Nothing so gives the illusion of intelligence as personal association with large sums of money.

It is, alas, an illusion. The mergers, acquisitions, takeovers, leveraged buy- outs, their presumed contribution to economic success and market values, and the burden of debt that they incur are the current form of that illusion. They will one day -- again, no one can say when -- be so recognized. A fall in earnings will render the debt burden insupportable. A minor literature will marvel at the earlier retreat from reality, as is now the case with the Penn Square fiasco and the loans to Latin America.

THE third parallel between present and past, which will be vividly and also painfully revealed, concerns one of the great constants of capitalism. That is its tendency to single out for the most ostentatious punishment those on whom it once seemed to lavish its greatest gifts.

In the years before the 1929 crash the system accorded fortune and prestige to a greatly featured croup of men -- to Arthur W. Cutten, M. J. Meehan, Bernard E. ("Sell'em Ben") Smith, and Harry F. Sinclair, all market operators of major distinction; also to Charles E. Mitchell, the head of the National City Bank as it then was, and Albert Wiggin, the head of the Chase National Bank, both deeply involved in the market on their own behalf; to Ivar Kreuger, the Match King, international financier (and sometime forger of government bonds); and to Richard Whitney, soon to become president of the New York Stock Exchange and its most uncompromising public defender.

All suffered a fearful fall after the crash. Called before a congressional committee, Cutten, Meehan, and Sinclair all had grave lapses of memory. Mitchell and Wiggin, the great bankers, were both sacked; Mitchell went through long and tedious proceedings for alleged income-tax evasion, and the large pension Wiggin had thoughtfully arranged for himself was revoked. Ivar Kreuger went out one day in Paris, bought a gun, and shot himself. Harry Sinclair eventually went to jail, and so, for embezzlement, did Richard Whitney. Whitney's passage into Sing Sing, in dignified, dark-vested attire, wearing, it has been said, the Porcellian pig of his Harvard club, was one of the more widely circulated news portraits of the time.

The young professionals now engaged in much-admired and no less publicized trading, merger takeover, buy-back, and other deals, as they are called, will one day, we can be sadly sure, suffer a broadly similar fate. Some will go to jail; some are already on the way, for vending, buying, and using inside information. Given the exceptionally oblique line between legitimate and much-praised financial knowledge and wrongfully obtained and much-condemned inside information, more are known to be at risk. But for most the more mundane prospect is unemployment and professional obloquy, and for some, personal insolvency. Expensive apartments will become available on the upper East Side of Manhattan; there will be property transfers in the Hamptons. David Stockman, said by the press to have a car sent out for him to Connecticut each morning by his employer, may end up taking the train.

S. C. Gwynne, a young onetime banker, tells in his excellent book Selling Money of his services in the late seventies and early eighties to the international division of Cleveland Trust, now AmeriTrust, a relatively conservative player on the world scene. He journeyed from Manila to Algiers and Riyadh in search of loans. It was a time of admiring reference to the recycling of funds on deposit from the OPEC countries to the capital-hungry lands. And he tells us that
by December 31, 1982, more than $200 million in loans would be in trouble in Mexico, Brazil, Venezuela, Poland, and the Philippines.... By 1984, thirteen of the seventeen officers who had staffed the [international] division in 1980 would be gone, and Ben Bailey, [the] deputy manager, and most of the members of the senior credit committee that approved the foreign loans would take early retirements.
The end for those in the present play will come when either recession or a tight- money crunch to arrest inflation makes the debt load they have so confidently created no longer tolerable. Then there will be threats of default and bankruptcy, a drastic contraction in operations, no bonuses, a trimming of pay and payrolls, and numerous very, very early retirements. And from many who did not themselves foresee the result, there will be a heavy-handed condemnation of the failure to see that this would be the result. For those who engage in trading operations at the investment houses the day of reckoning could be when the market goes down seemingly without limit. Then will be rediscovered the oldest rule of Wall Street: financial genius is before the fall.

THE final parallel with 1929 is a more general one; it has broadly to do with tax reduction and investment incentives. In the Coolidge years, as noted, Andrew Mellon reduced taxes on the affluent. The declared purpose was to stimulate the economy; more precise reference to saving, investment, and economic growth was for the future. The unannounced purpose was, as ever, to lessen the tax bite on the most bitten. By the summer of 1929 the economy was, nonetheless, stagnant -- even in slight recession. (To this, rather than to the built-in inevitabilities of speculation, some economists looking for deeper substance later attributed the crash.) There is every likelihood that a very large part of the enhanced personal revenues from the tax reduction simply went into the stock market, rather than into real capital formation or even improved consumer demand.

So again now. Funds have been flowing into the stock market to be absorbed by the deals aforementioned or the cost of making them. Some, perhaps much, of this money -- no one, to be sure, knows how much -- is from the supply-side tax reductions. Real capital spending is currently flat, even declining -- a depressing fact.

From the mergers, acquisitions, and buy-backs, it is now reasonably well agreed, comes no increase at all in industrial competence. The young men who serve in the great investment houses render no service to investment decisions, product innovation, production, automation, or labor relations in the companies whose securities they shuffle. They have no real concern with such matters. They do float some issues for new ventures or expanded operations; one concedes this while noting again how dismal is the present showing on real capital investment. Mostly their operations absorb savings into an inherently sterile activity.

History may not repeat itself, but some of its lessons are inescapable. One is that in the world of high and confident finance little is ever really new. The controlling fact is not the tendency to brilliant invention; the controlling fact is the shortness of the public memory, especially when it contends with a euphoric desire to forget.


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Copyright © 1987 by John Kenneth Galbraith. All rights reserved.
The Atlantic Monthly; January, 1987; The 1929 Parallel; Volume 259, No. 1; pages 62-66.

Gruß
KA111:)