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Vollständige Version anzeigen : Analyse: Singapur ist besser als Japan !


Ralph
22.03.2001, 06:01
Da ich der Ansicht bin, dass sich die asiatischen Anrainer-Staaten in den letzten Jahren sukzessive von Japan abgekoppelt haben, was ihr wirtschaftliche Abhängigkeit anbelangt, so hängen sie zwar immer noch an den USA, aber es gibt trotzdem noch interessante Länder

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Singapur besser als Japan

Wie die Volkswirtschaftliche Abteilung der Bayerischen Landesbank berichtet, zähle der Stadtstaat Singapur mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von inzwischen rund 25.000 US-Dollar nicht nur im innerasiatischen Vergleich zu den wirtschaftlich stärksten Ländern. Um so erstaunlicher sei die gesamtwirtschaftliche Dynamik, die im vergangenen Jahr mit einem realen Bruttoinlandprodukt-Zuwachs von fast zehn Prozent (9,9 Prozent) eher an Veränderungsraten von Entwicklungsländern mit erheblichem Nachholbedarf, denn an hochentwickelte Industrieländer erinnere.

Zudem falle auf, dass sich das Wachstumstempo im Jahresverlauf sogar noch beschleunigt habe, so die Analysten der Bayerischen Landesbank. Mit plus elf Prozent sei im Schlussquartal der höchste Quartalszuwachs zu Buche gestanden. Zwar werde sich auch in Singapur das Wirtschaftswachstum, das 2000 von einer lebhaften Exportkonjunktur profitiert habe, spürbar abschwächen. Die Wachstumserwartungen seien in den vergangenen Monaten kontinuierlich nach unten geschraubt worden. Das Prognosespektrum reiche laut den Anlageexperten der Bayerischen Landesbank gegenwärtig von plus 4,5 bis plus sieben Prozent. Der Konsens liege bei plus 5,3 Prozent.

Gemessen an anderen Industrieländern und vor dem Hintergrund der weltweit nach-lassenden Expansionskräfte falle die Perspektive damit jedoch überdurchschnittlich gut aus. Allerdings profitiere die Jahresrate für 2001 auch von statistischen Effekten. Immerhin betrage der Wachstumsüberhang – gleichsam die Mitgift für das laufende Jahr – 3,7 Prozent.

Das gesamtwirtschaftlich positive Bild sei nach Meinung der bayerischen Landesbank auch an anderen ökonomischen Größen abzulesen: Eine Teuerungsrate von zwei Prozent (Januar 2001), eine Arbeitslosenquote von gerade einmal drei Prozent, Aktivsalden in der Leistungsbilanz von rund 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts, Überschüsse im Staatshaushalt (zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts), hohe Währungsreserven (rund 80 Milliarden US-Dollar) und zugleich niedrige Auslandsschulden (weniger als 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts).

Hinzu würden Standortvorteile wie die geografisch günstige Lage, die politische Stabilität, Rechtssicherheit und eine hochentwickelte Infrastruktur kommen, die auch künftig die Attraktivität Singapurs für ausländische Investoren sichern dürften. Alles in allem seien das Fundamentaldaten, die den Stadtstaat weniger anfällig gegen mögliche Krisen in der Region machen würden.

Dieser Befund liefere auch die Erklärung dafür, dass Singapur von der südostasiatischen Wirtschafts- und Währungskrise (1997/98) weit weniger betroffen gewesen sei als einige andere Staaten. So könne es auch nicht überraschen, dass Singapur an den internationalen Finanzmärkten inzwischen besser bewertet werde als die bisherige Nummer 1 in Asien Japan. Dieser „Führungswechsel“ sei allerdings nicht nur auf die günstige Entwicklung in Singapur, sondern auch auf den verschlechterten Finanzstatus Japans zurückzuführen. Im halbjährlich veröffentlichten Länder-Kredit-Rating des Institutional Investor habe das Land zuletzt (September 2000) unter 145 bewerteten Nationen auf Platz 13 und damit erstmals vor Japan (Rang 14) rangiert, so die Volkswirte der Bayerischen Landesbank.

Auch die Ratingagentur S&P stufe in ihrer aktuellen Liste von Anfang März Singapur besser ein als Japan. Während für langfristige japanische Staatsanleihen (in heimischer wie in fremder Währung) jeweils AA+ vergeben worden sei, seien entsprechende Singapur-Anleihen mit Tripple A bewertet worden.

Von der durch die guten Fundamentaldaten begründeten verbesserten Bonitätseinstufung dürfte auch die Währung profitieren. Bei aktuellen Wechselkursen von 1,76 S-Dollar/US-Dollar erwarte die Bayerische Landesbank auf Sicht von zwölf Monaten wieder Notierungen von unter 1,70 S-Dollar/US-Dollar. Lediglich die Zinsdifferenzen zugunsten der USA (im langfristigen Bereich von rund 1,3 Prozentpunkten) würden nach Einschätzung der Währungsexperten der Bayerischen Landesbank für den US-Dollar sprechen.

Quelle: Bayerische Landesbank vom 21.03.2001
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Ralph