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Vollständige Version anzeigen : Uns Verbraucher kann`s ja Recht sein!


Gert
26.03.2001, 19:15
ftd.de, Mo, 26.3.2001, 13:45, aktualisiert: Mo, 26.3.2001, 17:25

Wal-Mart zieht Einzelhandel in neuen Preiskampf

Wal-Mart hat mit einer Preissenkung für 1000 Artikel eine neue Runde im Kampf Konkurrenz der Supermärkte eingeläutet. Die Kampagne stößt bei den Einzelhandelsverbänden auf heftige Kritik.


Financial Times Deutschland

Sascha
27.03.2001, 08:58
Dumpingpreise im Supermarkt gehen in neue Runde

(sueddeutsche.de/ap) - Wal-Mart setzt weiter auf den Preiskampf im Supermarkt: Der US-Handelskonzern teilte am Montag am deutschen Firmensitz Wuppertal mit, für mehr als 1.000 Artikel seien jetzt auf Dauer die Preise gesenkt worden.

Dies sei ein weiterer Schritt der Kampagne Preise im Rückwärtsgang, mit der das US-Unternehmen nun zum dritten Mal seit Januar 2000 die Branche aufmischt. Konkurrenten reagierten zunächst gelassen.

Konkurrenz gelassen

Wir möchten dazu beitragen, die Lebenshaltungskosten unserer Kunden weiter zu senken, sagte der Geschäftsführer von Wal-Mart in Deutschland, Volker Barth. Wal-Mart unterhält in Deutschland insgesamt 94 Märkte. In den USA gibt es 1.736 Wal-Mart-Märkte, 888 so genannte Supercenter und andere Geschäfte des Konzerns.

Der Handels-Konzern Metro nahm die Nachricht gelassen auf: Wir bleiben ganz entspannt und ruhig, sagte Sprecher Albrecht von Truchseß in Düsseldorf. Man macht Märkte nicht allein über Preiskampf. Wichtiger seien Kundenbindung, Dienstleistung und Service. Wir entwickeln unsere Preise ungeachtet des Verhaltens der Wettbewerber, betonte der Sprecher.

Die Metro lehne eine reine Fixierung auf den Preis ab. Die Real-Märkte als die direkten Wal-Mart-Konkurrenten im Metro-Konzern seien trotz des zweimaligen Preiskriegs im vergangenen Jahr auf einem guten Weg, was die Unternehmenspolitik der Metro bestätige.

Die Einzelhandelskette Edeka reagierte ebenfalls mit Gelassenheit. Im Grunde genommen hat Wal-Mart seine Preise nur an das Edeka-Niveau angepasst, erklärte Unternehmenssprecher Joachim Brozio. So günstig wie das Warenhaus Wal-Mart sei Edeka mit 11.000 Geschäften im Lebensmittelbereich schon längst.

Brozio könne sich langfristig nicht vorstellen, dass die Preise für Lebensmittel noch weiter nach unten gehen, als sie jetzt schon sind. Ein Tengelmann-Sprecher nahm nicht Stellung.

Gewerkschaft mit Kritik

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE), Holger Wenzel, sagte: Mich wundert es in hohem Maße, dass den Herrschaften bei Wal-Mart nichts Besseres einfällt, als wieder auf die Preistube zu drücken.

Wenn es sich bei den Preissenkungen um relevante Produkte handle, könne man sich wohl darauf verlassen, dass auch die deutschen Wettbewerber darauf einsteigen und ebenfalls die Preise senken. Allenfalls wenn die Preissenkungen unterhalb des Einstandspreises reduziert würden - und somit das Kartellrecht zum Zuge komme - würde eine neue Preissenkungsrunde nicht zu erwarten.

Wenzel übte zugleich deutliche Kritik an Wal-Mart. Es stünde Wal-Mart wirklich besser an, den Auftritt außerhalb des Preises zu verbessern. Das gelte etwa für die Verfügbarkeit von Waren oder auch für den Service.

gefunden in:
http://www.sueddeutsche.de/cgi-bin/w/w-ttt.pl?id=4361&

Naja, leider wissen wir ja auch, daß Preiskämpfe immer ein Verdrängungswettbewerb beinhalten. Nach diesen Aktionen hofft das Unternehmen natürlich, seine Preise über normal nach oben korrigieren zu können. Aber wir haben ja noch den guten alten Aldi! :D Der wird das schon richten. ;)

Exor

Eliska
26.01.2002, 08:03
Teil 1

Mit großen Versprechungen betrat der Handelsriese den deutschen Markt. Nach vier Jahren Missmanagement und hohen Verlusten stehen die Amerikaner vor der Frage: Raus aus Deutschland oder bleiben?

Es war ein Riesenrummel. Schon morgens um fünf Uhr standen Ende November die ersten Kunden vor dem neuen Wal-Mart in Günthersdorf bei Leipzig. Um sechs Uhr stürmten sie dann den neuen Markt und plünderten vor allem die Regale mit dem billigen Rotkäppchen-Sekt.

Der war fast ausverkauft, als um neun Uhr die offizielle Eröffnungsparty begann. Die wichtigsten Wal-Mart-Manager stiegen auf die Bühne und überboten einander mit Lobhudeleien: great, super, toll. Am Schluss zollte John Menzer, Chef von Wal-Mart International, höchstes Lob: "Wal-Mart Germany did an incredible job."

Handelsexperten interpretieren das "incredible" freilich anders als der Wal-Mart-Mann. Es ist in der Tat unglaublich, was sich Wal-Mart seit dem Markteintritt vor vier Jahren in Deutschland geleistet hat. Der größte Handelskonzern der Welt (Jahresumsatz: 191 Milliarden Dollar) ließ kaum einen Fehler aus. Einfach unglaublich.


Wal-Marts Auftritt in Deutschland - ein Lehrstück für jede Business School: how not to enter a foreign market. Oder etwas prosaischer: wie ein Riese von einem Fettnäpfchen ins nächste trampelt.

Jetzt - nach vier Jahren Missmanagement und milliardenschweren Verlusten - steht das Unternehmen am strategischen Scheideweg: raus aus dem deutschen Markt oder drin bleiben?

Was war das für ein Getöse, als die Amerikaner Ende 1997 durch die Übernahme der 21 Wertkauf-Märkte ihren Markteintritt in Deutschland und damit auch in Europa verkündeten. Sie versprachen günstige Preise sowie freundlichen Service und taten so, als ob sie den Handel erfunden hätten.

Die Medien applaudierten dankbar. Endlich mischte mal jemand die müden deutschen Händler auf, die angeblich in ihrer Servicewüste dösten. Viele deutsche Handelsmanager zitterten vor dem US-Giganten, der dreimal so viel Gewinn macht wie der gesamte deutsche Lebensmittel-Einzelhandel.

Sturmerprobte Händler wie Rewe-Chef Hans Reischl (63) dagegen lehnten sich zurück und verkündeten: "Die werden sich schon ihre blutigen Nasen holen."

Der altersweise Reischl sollte Recht behalten. Wal-Mart unterschätzte den deutschen Markt, der der schwierigste, weil umkämpfteste in Europa ist. Nirgendwo sind die Renditen so dürftig wie hier.

Wolfgang Hirn


Teil 2 bis 5:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,176671,00.html

Eliska
10.06.2002, 07:42
Von Dr. Ruth Vierbuchen, Handelsblatt

Auf dem US-Markt hat Wal-Mart, der größte Handelskonzern der Welt, die Rolle des Preisbrechers. Hier zu Lande aber tun sich die Amerikaner schwer mit ihrem Erfolgsrezept.

DÜSSELDORF. Die Marktforschungsgesellschaft GfK in Nürnberg hat das Preisniveau von Wal-Mart im Vergleich zur Konkurrenz untersucht. Demnach liegen die Wal-Mart-Preise in den USA fast immer unter denen konkurrierender Einkaufsstätten. Die Preisabschläge lägen zwischen 3 % bei Bier und 33 % bei Fertigkuchen, so die Forscher. Damit habe sich der Handelskonzern bei den US-Verbrauchern als Discounter fest etabliert.

Doch auf Deutschland konnte Wal-Mart dieses Erfolgsrezept nach Übernahme der Wertkauf- und Interspar-SB-Warenhäuser in den Jahren 1998 und 1999 nicht übertragen. Das liegt an der Besonderheit des hiesigen Marktes: Deutschland ist das Mutterland der Discounter. Die Preisaggressiven sind seit Gründung des ersten Aldi-Marktes vor gut 30 Jahren von Sieg zu Sieg geeilt und spielen im Lebensmitteleinzelhandel nach den Zahlen des Bundesverbandes der Filialbetriebe und SB-Warenhäuser (BFS) eine maßgebliche Rolle. Sie haben den harten Preiswettbewerb geprägt.

Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass Wal-Mart mit seinen spektakulär aufgemachten Preisaktionen zwar für Furore sorge, die Preisführerschaft aber nicht erreichen konnte. Laut GfK lagen die Durchschnittspreise der über 90 Wal-Mart-Märkte zumeist über denen der Konkurrenz. Produkte von Wal-Mart seien zwischen 11 und 25 % teurer als die von Aldi, Lidl, Norma und Co.
„Das ist bei den preisbewussten deutschen Verbrauchern ein immenser Nachteil“, so die GfK.

Sascha
10.06.2002, 08:00
Na, das ist ja mal richtig was zum Lachen! :hihi Find ich schon lustig, dass sich gerade die Amis bei einer Preisführerschaft so schwer tun.

Sascha

Eliska
10.06.2002, 17:00
Verrückte Preisnachlässe

Angesichts der Konsumflaute lockt der Einzelhandel die Kunden mit immer verrückteren Preisnachlässen in die Läden. Kaiser's drugstore (kd) offeriert den Verbrauchern bis zum Ende der Fußballweltmeisterschaft für jedes deutsche Tor drei Tage lang fünf Prozent Rabatt auf alle Adidas-Produkte. Karstadt bot "BILD"-Zeitungs-Lesern am Mittwoch einen Tag lang auf ein Produkt ihrer Wahl zehn Prozent Rabatt: Egal ob für einen Fernseher für 999 Euro oder ein T-Shirt für 10 Euro. Das gleiche tat zuvor der Kaffeeröster Tchibo.

Was die Kunden freut und in Scharen in die Läden treibt, ist für den Handel so etwas wie der letzte Strohhalm. Denn die Teuro-Debatte und die Angst vor Arbeitslosigkeit haben den Einzelhandel in eine der schwersten Krisen der letzten Jahrzehnte gestürzt. Allein bei Deutschlands größter Warenhauskette Karstadt brach der Umsatz im ersten Quartal um 8,1 Prozent ein. Konkurrent Kaufhof meldete ein Minus von über sechs Prozent. Die Rabatte sollen nun den Käuferstreik beenden.

Und der Kundenzuspruch scheint den rabattfreudigen Unternehmen Recht zu geben. "Bis jetzt war die Aktion ein voller Erfolg", berichtete am Mittwochmittag Karstadt-Sprecher Michael Scheibe. "Gekauft wird nicht die Unterhose für drei Euro, sondern der Fernseher oder Ähnliches, weil sich der Rabatt da mehr niederschlägt."

Innerhalb von nur zwölf Stunden hatte der Konzern die Rabattidee nach einem Anruf der "BILD"-Zeitung umgesetzt. "Das Konzept ist: lieber einmal mit einem Knalleffekt zehn Prozent Rabatt anzubieten, als das ganze Jahr über drei Prozent. Das bringt mehr und zeigt mehr Fantasie"; erklärt Scheibe die Motive des Unternehmens.

Karstadt und kd sind mit dem Erfolg zufrieden. Was er nicht sagt: die auf einen Tag befristete Aktion ist natürlich auch billiger als ein Dauerrabatt oder eine unbefristete Preissenkung. Und erst recht billiger als ein Preiskrieg, wie ihn sich der deutsche Lebensmitteleinzelhandel vor zwei Jahren leistete. Auch kd ist mehr als zufrieden. "Wir haben uns von der Aktion Öffentlichkeitswirkung versprochen. Und das 8 : 0 war besonders glücklich für uns", berichtete kd-Marketingmann Timm Kulke. Der dadurch zu Stande gekommene 40-prozentige Rabatt habe zu einem Käuferansturm und einem regelrechten Medienhype geführt.

"Ob sich das rechnet, muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden. Manchmal ist es nicht der Rabatt, sondern die damit verbundene Werbewirkung, die die Aktion für das Unternehmen interessant macht", urteilt Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Vorbild ist da der 20-prozentige Euro-Rabatt, den die Düsseldorfer Bekleidungskette C&A zum Jahresanfang eine Woche lang offerierte. Zwar verurteilte das Landgericht Düsseldorf das Unternehmen drei Monate später in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht zu einer Geldstrafe von einer Million Euro. Doch bescherte die Aktion dem Unternehmen auch eine ungeahnte Werbung: "Das hat bei den Kunden bewirkt, dass C&A als sehr preisgünstig ins Bewusstsein gerückt wurde und hilft uns jetzt, wo die Kunden sehr preissensibel sind. Wir sind mit dem ersten Quartal wirklich sehr zufrieden", erklärt C&A-Sprecher, Knut Brüggemann.

Doch ob auch die Nachahmer alle so profitieren, steht noch dahin. "Wenn alle mitmachen, kann die Wirkung verpuffen", meint HDE-Sprecher Pellengahr. Ist die Rabattflut wenigstens für die Konsumenten ein Grund zu uneingeschränkter Freude? Nicht unbedingt, meinen Verbraucherschützer. Wilhelm Lotze von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs etwa sieht den jüngsten Karstadt-Rabatt mit gerunzelter Stirn. "Für sehr glücklich halten wir das nicht", urteilt er. Denn letztlich werde der Kunde durch die Befristung des Preisnachlasses auf nur einen Tag unter einen erheblichen Entscheidungszwang gestellt. Noch deutlicher wird ein anderer Branchenbeobachter: "Das sind keine überlegten Käufe mehr, sondern Sturzkäufe. "

Von AP-Korrespondent Erich Reimann

NTV

Matze
10.06.2002, 17:55
Und alle heulen in dem gleichen Socken, aber wie sieht es denn mit dem Gewinn aus? Allein am Umsatz kann man das ja nicht festmachen :eek:, aber mir solchen Zahlen rücken die Herren und Damen nicht heraus zur Zeit..... :bad

Matze