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Vollständige Version anzeigen : Aluminiumpreise ziehen gewaltig an!


Gert
12.04.2001, 21:15
Der Aluminiumpreis könnte in den kommenden Wochen deutlich anziehen. Grund ist die Energiekrise in Kalifornien. Dort ist der Strom mittlerweile so knapp, dass die Aluminiumhersteller aufgefordert werden, ihre energieintensive Produktion zu drosseln oder gar auf Null zurückzufahren. Davon dürften unter anderem europäische Aluminiumproduzenten profitieren. Der deutsche Hersteller Alcan ist in den vergangenen Tagen schon von 42€ auf über 47€ gestiegen.

Die Stromknappheit treibt in den USA mittlerweile skurrile Blüten. Der staatliche Energieversorger Bonneville Power Administration fordert jetzt von den Alu-Produzenten sogar, ihre Werke in Kalifornien für zwei Jahre dichtzumachen. Dafür wolle man Ausgleichszahlungen an die Mitarbeiter leisten. Bonneville ist es ein Dorn im Auge, dass kalifornische Alu-Schmelzer den Strom, den sie sehr preiswert beziehen, auf dem Markt wesentlich teurer wieder anbieten, statt ihn für den Eigenbedarf zu nutzen. Auch deshal! b hat beispielsweise Alcoa, weltweit größter Aluminium-Produzent, kürzlich ein hervorragendes Ergebnis geliefert, obwohl die Aluminium-Preise seit Jahren sinken.

Wie ernst die Lage ist, zeigt eine Vereinbarung zwischen dem Bundesstaat Kalifornien und dem Stromlieferanten SoCal Edison. Demnach kauft der Staat kurzerhand sämtliche Überlandleitungen von SoCal, immerhin knapp 20.000 Kilometer, für 2,8 Mrd.$ auf. Damit wird die Liberalisierung zwar ad absurdum geführt, doch der Stromversorger hat so wieder Geld, um ausstehende Rechnungen zu begleichen. Man könnte das Geschäft auch als ein indirektes Notprogramm bezeichnen.

Der Preis, der für den Handel zahlen muss, ist indes nicht nur für die Regierung hoch. SoCal Edison hat sich im Gegenzug verpflichtet, zehn Jahre lang niedrigpreisigen Strom zu liefern.

Die Problematik verschärft sich ! unterdessen von Tag zu Tag. Im bevorstehenden kalifornischen Sommer wird kaum jemand bereit sein, seine Klimaanlage nicht laufen zu lassen. An der Westküste werden es über kurz oder lang erneut die Lichter ausgehen.

Quelle: WO

Gert