PDA

Vollständige Version anzeigen : Wer glaubt noch, dass ......


Ralph
15.01.2001, 17:52
..... ein mittelfristig- oder langfristig denkender Aktionär an der Börse erfolgreich sein kann ?

Oder kann etwa nur noch der "abgebrühte" Zocker zu einem ordentlichen Vermögen kommen ?

Die extrem hohe Volatilität, augelöst durch extremes Day-Trading (nicht nur von Privaten, sondern zunehmend auch durch Institutionelle) und das "Unbedingt-Übertrieben-Reagieren-Müssen" auf jede Nachricht, lassen in mir den Verdacht hochkommen, dass die Börse immer mehr einem "Casino" gleicht" .... entweder "hopp" oder "topp" ! http://www.stock-channel.net/Board/smilies/frown.gif

Der "normale" Anleger ist der Gearschte (sorry für den Ausdruck), denn fundamentales Research scheint nicht mehr zu zählen ..... nur der Chart und das Volumen (gepaart mit einem schnellen Internet-Zugang und einem fixen Broker) scheinen heute eher der Garant für gute Gewinne zu sein, als vernünftiges Research !

Mein Eindruck verstärkt sich noch, wenn man sieht, dass das "Casino Börse" jetzt wieder durch die amerikanischen Zinssenkungen extrem angeheizt werden wird ! ..... Werte, die trotz Korrektur noch heillos überbewertet sind, werden dadurch noch weiter angetrieben .... ein Dow (stark überbewertet) wird vielleicht noch weiter steigen !

Das Risiko in Aktien wird überproportional zunehmen, denn die Schere "Fundamentale Bewertung und Aktienpreis" wird immer weiter auseinandergetrieben ! ... und dies trotz Korrektur, die eigentlich keine ist/war.

Wenn es vielen auch nicht schmecken mag, so muss ich trotzdem den Vergleich mit 1929 bringen (auch wenn er in vielen Belangen nicht passt, in dem nachfolgenden passt er aber 100pro !)

Der Crash von 1929 wurde ausgelöst durch starke ZinsSENKUNGEN in stark steigende Märkte .... heute (in 2001) könnten wir gleiches erleben .... ein NAS (immer noch bei KGV 100), ein Dow (zu 80% absurd bewertet), ein NYSE (fast auf ATH) werden durch Zinssenkungen in immer neue Höhen getrieben, die fundamental NICHT mehr gerechtfertigt sind ! .... im Prinzip sehen wir auch heute stark sinkende Zinsen in steigenden Märkte.

Für viele bleibt da nur eine Wahl ..... entweder mitmachen (und evtl. Haus und Hof riskieren) oder sich dem Aktienmarkt fernhalten. Eine vernünftige Anlage in Aktien ist m.E. auf Jahre hinaus NICHT mehr möglich ! http://www.stock-channel.net/Board/smilies/frown.gif ..... schade !

Was meint Ihr ?

Ralph

<IMG SRC="http://bullstocks.little-oaks.net/ubb/uploads/FunTrader/Liebe_Kuh.gif" border=0>

<font size=1>[Dieser Beitrag wurde von Ralph am 15.01.2001 editiert.]</font>

Joerg
15.01.2001, 23:08
Hi Ralph,
Du weiß ja, wie ich es da halte: Immonbilien sind m.E. die Basis aller Wertanlagen. Was dann so über bleibt, sollte man gerne verzocken können, wenn man die Nerven dazu hat.

Ich denke ebenso, dass es wenig Spaß macht, momentan mittel-bis langfristig zu denken. Aber für kürzere Zocks findet man schon Gelegenheiten ...

Ich bin auf jeden Fall seit wenigen Börsentagen wieder mit einem Teil im Markt.

Liebe Grüsse
Joerg

Matze
15.01.2001, 23:26
Ich kann als nichtinvestierter gut lachen sozusagen, aber so manchmal ärgere ich mich, das ich keine Kohle zum Zocken übrig habe.
Was wird es denn nun geben? Bärenmarkt oder eine Zinsralley? Welcome in at Zocker's Palace http://www.stock-channel.net/Board/smilies/smilewinkgrin.gif!
Auf jedenfall würde ich niemals im moment investieren, wenn ich nicht binnen 30 min. verkaufen könnte, also wie du schreibst, einen schnellen Zugang und -broker vorrausgesetzt hätte -&gt;Damenwalzer zur Zeit?

Matze

------------------
a little paranoia is a good thing

Trüffelschwein
16.01.2001, 00:38
Die hohe Volatilität und die übehöhte Bewertung betrifft ja keineswegs alle Aktien. Es gibt immer noch hinreichend viele Value-Aktien, die auch einem ausgesprochenen Langfrist-Anleger eine auskömmliche Performance ermöglichen. Von daher halte ich die pauschale Bewertung Börse = Casino nicht für gerechtfertigt.

Auch Immobilienbesitz schützt nicht immer vor Wertverlust. Z.B., wenn in der Nähe Negativ-Einrichtungen hinzukommen (Umgehungsstraße, Disco, ...) oder Nachfrage wegen Still-Legung eines großen Betriebes wegfällt. Darüber hinaus sollte man sich mal überlegen, welche langfristige Konsequenz unsere Bevölkerungsstruktur (inverse Alterspyramide) auf die künfige Nachfrage nach Immobilien haben könnte...

Ciao, Trüffelschwein

Gast_B
16.01.2001, 01:25
Ein Mittelding wird wohl das beste sein, wie so oft im Leben. Z.B. ein Teil in Immobilien, ein Teil in Rentenpapieren und ein Teil in Aktien oder Aktienfonds. Wobei man bei den Aktien einen wirklich langen Anlagehorizont haben sollte und auf eine ausreichende Streuung achten sollte.

Sobald man stattdessen die Aktienanlage zu stark übergewichtet, ist es schon wieder fast unmöglich, wirklich langfristig zu investieren. In dem Fall ist es eigentlich ein Muss, sich mit Stops abzusichern, um nicht in Jahren wie letztes Jahr den Großteil des Vermögens wegschmelzen zu sehen. Damit wäre man im letzten Jahr entweder größtenteils ausgestoppt worden und nichts wärs gewesen mit der Langfristanlage http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif Oder man hat halt die Verluste hingenommen, was ja auch nicht grad wünschenswert ist.

Also für mich käme eine Langfristanlage in Aktien nur in Frage, wenn ich die nächsten zehn Jahre nicht an das Geld ran will, und auch nur in so kleinem Rahmen, dass mich Verluste und hohe Schwankungen nicht jucken. Bei der Form der Anlage würde ich mich wahrscheinlich für Aktien-Fonds entscheiden, evtl. über einen Sparplan.

Ansonsten bleibe ich dabei, nur sehr kurzfristig zu zocken. Die Amis wollen Zocken (für mich ist die Börse mittlerweile auch nichts weiter als ein Casino) und ich passe mich dem halt an. Je nach Börsenlage halte ich vielleicht auch mal ein paar Wochen oder Monate. In dieser Börsenlage ists mir allerdings absolut nicht danach. Und ob die Bedingungen dafür sich in Bälde bessern, bezweifle ich eigentlich. Momentan gibt’s für mich nur Intraday-Trades, in absoluten Ausnahmefällen auch mal über eine Nacht.

Sehr schade, was aus der Börse geworden ist http://www.stock-channel.net/Board/smilies/frown.gif Der Spaßfaktor dabei ging (zumindest bei mir) jedenfalls bereits komplett flöten.

Grüße
Brigitte

Silke
16.01.2001, 08:24
Moin,

zur Zeit boomt das OS-Geschäft zumindest in D. Ich denk das kommt nicht von ungefähr. Denn wenn ich nur mal meine Anlegerstruktur zugrunde lege kann ich das schon nachvollziehen.

Vor zwei Jahren war ich noch tägl. mit 100% Kredit investiert. Letztes Jahr 2000 nicht einen Pfennig Kredit in Anspruch genommen. Dieses Jahr werde ich nach jetzigen Wissenstand und Wirtschaftssituation höchsten 50% investiert sein.

Priorität auf die schnelle Markt die ich Mittels OS am besten erreichen werde. Natürlich muß man sich da strickt an die Regeln halten, d.h. wenn ein OS nicht läuft nicht den Faktor Hoffen ins Spiel bringen sondern einen sofortigen cut spätestens am zweiten Handelstag!

Ob's die richtige Strategie ist - wird die Zukunft weisen.

schaun mer mal
MM