Vollständige Version anzeigen : Billigflieger im Aufwind. Neu: Strecken und Preise
Aus der FTD vom 30.4.2001
Ryanair greift Konkurrenten in Deutschland an
Die Billig-Fluggesellschaft Ryanair will ihr Angebot in Deutschland ausweiten. Zwei weitere Flughäfen sollen angeflogen werden.
Financial Times Deutschland
Wie ich heute hörte, kostet bei Ryanair beispielsweise der Flug Lübeck-London und zurück 82 DM. Sagenhaft.:) Wenn Deutsche BinnenFlüge in das Programm aufgenommen werden, wird Die Bahn das kalte Grausen kriegen. Darauf freue ich mich schon heute.:D
Gruß
KA111:D
das ist wohl richtig, allerdings nicht nur die bahn, hier könnt ihr euch mal über die preise informieren ;)
nicht vergessen nachher wieer den mund zuzumachen :p
foxy
http://www.bookryanair.com/tf/cgi-bin/search.cgi?lang=DE
Merci, vielmals, für den link, Foxi:)
KA:D
Wooohhh,
von Frankfurt nach London 33 DM
Wahnsinn!
Hi,
ist eigentlich schon jemand mit der Gesellschaft geflogen?
Gert
Mr. KnowItAll
17.05.2001, 23:24
x
Ryanair
Auf der Strecke Frankfurt-London ist Ryanair unschlagbar billig: 58 DM hin und zurück. Teuer ist nur die Aktie.
Financial Times Deutschland
artistin
05.11.2001, 23:07
uppss... da hätte ich besser hier rein geschrieben statt im airline-thread in europa.... :)
vielleicht kann man dort aber den artikel ergänzen... passt so gut...
Ha.... Ryanair heute der absolute Überflieger, bis jetzt 12,3% im Plus nach deutlich höheren Gewinnausweisen als erwartet... :) :)
Und noch ein Billigflieger ist spannend....
http://cdchart.innovative-software.com/informer2/cdcharttcl?symm=EZJ.ISE&hist=4&dbrushwidth=1&charttype=1&gd1=38&gd2=100&benchmark=&infos=3&indtype1=0&indtype2=0&volumen=2
wegen niedrigen Volumens in D der Chart aus der Heimat... (in Pence)
grüsse
artistin :)
Hi,
vieleicht können wir dann das nächste Treffen in London machen, wenn die so günstig sind!!
Gerti im Aufwind :D
artistin
05.11.2001, 23:21
danke KA... eigentlich dachte ich umgekehrt... dein Artikel nach drüben... :)
Gert, jo, wir treffen uns in FFM und jetten für derzeit 63 mal schnell an die themse... hihi... witzige Vorstellung...
Hotels kosten halt a bisserl mehr als in FFM :D :D
artistin :)
Hi, Arti, ist ebenfalls geschehen! Du wolltest mich doch nicht gar .....? :D
artistin
05.11.2001, 23:56
ohhh, erst gucken, arti.... :D
sorry, daß ich es nicht gleich gecheckt habe... :)
SWR3 Börsenman vom 07.11.2001
Sabena pleite - Ryan Air ins Musterdepot
Die belgische Airline Sabena ist pleite. 2 Mrd. Euro Schulden, Verluste im laufenden Geschäft und kein Investor in Sicht. 12.000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe und überhaupt Belgiens Rolle im internationalen Luftverkehr.
Der Konkurs ist auf den ersten Blick eine Folge der Terroranschläge vom 11. September: Einbruch bei den Passagierzahlen, hohe Kosten, hohe Verluste. Als erste europäische Gesellschaft geht im Oktober in die Knie. Sie kann eine versprochene Kapitalspritze für die Sabena in Höhe von 136 Mio. Euro nicht mehr zahlen. Also wird auch Sabena zahlungsunfähig. So die aktuelle Kettenreaktion. Doch die Terroranschläge haben die Krise der Luftfahrtgesellschaften nicht verursacht, sondern nur verschärft. Sabena zum Beispiel hat seit ihrer Gründung im Jahre 1925 nur in zwei Jahren überhaupt Gewinn gemacht und wurde bis jetzt nur aus Gründen des Nationalprestiges am Leben gehalten. Aber auch große Airlines haben Probleme: Gerade meldet British Airways (WKN: 872391) einen dramatischen Gewinneinbruch, und Lufthansa (WKN: 823212) hat Flugzeuge stillgelegt. Ursache sind die hohen Kosten u.a. für Vielfliegerprogramme, aufwendige Buchungssysteme und Verpflegung an Bord.
Schlanke Konkurrenten machen etablierten Airlines vor, dass es auch anders geht: zum Beispiel die irische RyanAir (WKN: 907191) – ein spartanischer Billigerflieger, der selbst in der gegenwärtigen Terrorkrise ein Gewinnwachstum von 30% meldet. Die BörsenMan-Redaktion nimmt RyanAir deshalb ins Musterdepot auf - als spannende Alternative zu Lufthansa und Co.
Mehr Börse: www.boersenman.de
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Mr. KnowItAll
27.11.2001, 00:29
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Hoffentlich bekomme ich als alter Kunde Freiflüge:D
Gruß
KA:)
artistin
30.11.2001, 00:31
Schade nur, daß Hahn nicht in der Nähe von MUC ist.....
grüsse
artistin (frequent traveller) :)
Mr. KnowItAll
30.11.2001, 00:35
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artistin
30.11.2001, 00:46
ach ja, der Ort des Eröffnungsspieles... :)
Die Traurigkeit hält sich in Grenzen, GO fliegt zur Zeit für DM 105, ist auch nicht schlecht... wenn der Nebel sich auflöst... :D
grüsse
artistin :)
Aus der FTD vom 4.1.2002
Aldi des Luftverkehrs
Von Christian Baulig, Lautzenhausen
Der irische Billigflieger Ryanair baut den ehemaligen US-Airforce-Stützpunkt Hahn zum Drehkreuz aus. Nun erwacht der Hunsrück.
Financial Times Deutschland
Der Streit zwischen dem Billig-Flieger Ryanair und der Deutschen Lufthansa spitzt sich weiter zu. Nachdem Michael O’Leary, Chef der irischen Airline, der deutschen Fluggesellschaft mehrmals „schmutzige Tricks“ im Kampf um Marktanteile vorgeworfen hat, droht ihm nun ein Ordnungsgeld. Am 22. Januar wird sich die Wettbewerbskammer des Landgerichts Köln mit der Sache beschäftigen. Sollte die Kammer Ryanair für schuldig befinden, droht eine Strafe von 255.000 Euro.
Der Streit zwischen beiden Airlines findet seinen Ursprung in der Ankündigung O’Learys, den Flughafen Hahn (60 Kilometer von Frankfurt entfernt) als drittes europäisches Drehkreuz seines Unternehmens auszubauen. Künftig sollen täglich 30 Flüge von dort aus in zehn europäische Städte starten. Als Starttermin nannte O’Leary den 14. Februar. 1,5 Millionen neue Passagiere soll die Investition in den Standort im Hunsrück in den ersten zwölf Monaten bringen. Dafür sollen rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Den Lufthansa-Verantwortlichen stieß das natürlich übel auf. Schließlich kam die Investitions-Offensive gerade zu einer Zeit, als man in der Konzern-Zentrale in Frankfurt von einem operativen Verlust sprach und darüber nachdachte, Tausende von Arbeitsplätzen zu streichen. Dass die Retourkutsche der Lufthansa nicht lange auf sich warten lässt, war schon damals klar. Ein Angriffspunkt gegen den „Aldi der Lüfte“ war auch schnell gefunden. Schließlich warb O’Leary – ganz seiner Art entsprechend – dass Ryanair künftig auch in Frankfurt stark präsent sein wird. „Hahn ist aber nicht Frankfurt“, stellte die Lufthansa klar. Der Kranich zog also vor das Landgericht und bekam Recht. Ryanair darf dem Urteil zufolge nun nicht mehr mit den Zielflughäfen Frankfurt und Hamburg werben. Die Iren müssen, erklärten die Richter, nun vielmehr deutlich machen, dass tatsächlich Hahn und Lübeck angeflogen werden.
„Wenn das so wäre, dürfte die Lufthansa Heathrow nicht als London und Newark nicht als New York bezeichnen“, konterte O’Leary und kündigte gleichzeitig an, gegen das Urteil vorzugehen. Der Lufthansa schwor er einen erbitterten Preiskampf und warf ihr im gleichen Atemzug die „schmutzigen Tricks“ vor, die ihn jetzt teuer zu stehen kommen könnten. Denn kurz nach der ersten Äußerung dieser Art erwirkte die Lufthansa eine einstweilige Verfügung, die es O’Leary untersagte, der Kranich-Linie übel nachzureden. O’Leary zeigte sich indes – wieder einmal – unbelehrbar. Das „Enfant Terrible“ der Luftfahrt-Branche konnte es nicht lassen und will den Feldzug gegen die Großen der Branche unbeirrt fortführen.
Und zumindest damit war der Ire bislang sehr erfolgreich. Seine Strategie ist dabei eigentlich recht einfach und - zum Ärger der Branchen-Größen - auch noch effektiv. Ryanair schlägt niemals seine Zelte auf großen Flughäfen auf, sondern weicht auf kleinere Airports im Umland aus. Das spart Kosten, weil die Gebühren an den kleineren Flughäfen weitaus geringer sind. Neben dem Gebührenfaktor kommt den Billig-Fluglinien zudem die geringe Verkehrsdichte zu Gute. Von der Landung bis zum erneuten Start vergehen nur 25 Minuten, statt der üblichen Stunde. Das erlaubt Extraflüge auf vielen Strecken.
Auf der anderen Seite spart Ryanair durch nicht vorhandenen Service. So wartet man auf einem Ryanair-Flug vergeblich auf den obligatorischen Tomatensaft oder die druckfrische Tageszeitung. Nur gegen Aufpreis gibt es Saft und sonstige Erfrischungsgetränke. Kaffee gibt es überhaupt nicht, ebenso wenig Erdnüsse.
Geflogen wird zudem ausschließlich in den engen Maschinen des Typs Boeing 737, die auf wenig Raum 130 bis 189 Passagiere befördern können. Die Rechnung ist dabei einfach: Ein Standard-Flugzeugtyp erleichtert die Wartung und entlastet dadurc! h die Kasse. Gespart wird zudem bei den Ticketverkäufen. Während sich die etablierten Fluglinien über hohe Provisionen der Verkaufsagenturen ärgern, verkaufen die Iren 90 Prozent ihrer Tickets im Internet und per Telefon.
Vor allem das ärgert die Großen. Allerdings ist es angesichts der völlig unterschiedlichen Komfort-Leistungen wohl nicht nötig, einen Kleinkrieg gegen den unbequemen Wettbewerber anzuzetteln. Die potenten Geschäftskunden – die Vielflieger – wird der „Aldi der Lüfte“ der Lufthansa nicht streitig machen können. So dürfte ein möglicher Erfolg des Kranichs eventuell negative Folgen haben. Denn der einzige, der von dieser Airline-Posse wirklich profitiert, ist O’Leary mit seiner kleinen, armen Fluggesellschaft, die sich das Wohl des Kunden auf die Fahnen geschrieben hat und den Geldbeutel des kleinen Mannes entlasten will. Denn: Auch die Bekleidungskette C&A hat mit ihrer jüngsten Rabattaktion zur Euro-Einführung zwar den Unmut des Gesetzgebers und der Konkurrenz auf sich gezogen. Die Kunden hat’s hingegen sehr gefreut. Und von denen lebt die Wirtschaft nun einmal.
Autor: Robert Sopella (© wallstreet:online AG) 16:24 10.01.2002
artistin
27.01.2002, 17:06
ftd.de, Fr, 25.1.2002, 13:19
Merrill sieht Auftrag von Ryanair an Boeing positiv
Die Investmentbank Merrill Lynch hat den Auftrag über 100 Boeing-Maschinen der Ryanair als Zeichen für die Marktführerschaft der Iren unter den europäischen Billigfluggesellschaften gewertet. Die Anlageempfehlung "Buy" und die Gewinnprognosen blieben aber zurzeit unverändert, schreiben die Analysten am Freitag.
Financial Times Deutschland
artistin
27.01.2002, 20:25
Noch eine Einschätzung von telebörse online
Aktiencheck
RYANAIR
Stand: 24.01.2002
Mit 100 neuen Flugzeugen will Rynair vor allem den deutschen Markt erobern. Wegen der Billigpreise sind die Chancen gut.
Indem Ryanair heute bei Boeing 100 neue Flugzeuge für 9,1 Mrd. Dollar bestellte, die bis 2010 ausgeliefert werden sollen, machte Firmenboß Michael O’Leary deutlich, dass seine Ankündigung von Mitte Dezember 2001 keine Luftblase war.
Europas größte Niedrigpreisfluglinie will sich in den nächsten Jahren auf die Eroberung des deutschen Marktes konzentrieren. Ab 2003 wollen die Iren den Marktführer Lufthansa mit innerdeutschen Flügen mächtig unter Druck setzen, denn die Flugscheine sollen 80% billiger sein.
Die Lufthansa reagierte nervös. In Köln setzte der Kranich erst einmal das Verbot durch, dass Rynair eigene Flugangebote mit dem Abflugort Hahn im Hunsrück nicht mit Angeboten der Lufthansa vom Frankfurter Rhein-Main-Flughafen vergleichen dürfe. Doch dagegen hat Ryanair Berufung angekündigt.
Solche Niederlagen vor Gericht werden die Iren kaum stoppen. Während die etablierten Fluglinien unter den Sparzwängen und der Konjunkturschwäche ächzen, startet der Billigflieger erst richtig durch. Allein im Geschäftsjahr 2001 (Ende März) nutzten 7,4 Mio. Fluggäste die 52 Niedrigspreisverbindungen. Ergebnis: In der Kasse des Unternehmen liegen derzeit 700 Mio. Euro Cash. Kein Wunder, denn schon ab einer Auslastung von 50% fliegen die Maschinen profitabel.
Dennoch verläuft der Eroberungsfeldzug nicht reibungslos. Versuche von O’Leary, in Leipzig, Dresden, Erfurt oder Berlin-Schönefeld zu landen, sind bisher an den unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. Doch das muss ja nicht so bleiben. Schließlich gibt es in Deutschland noch zahlreiche Alternativen.
Seit unserer letzten Kauf-Empfehlung vom 13.11. 2001 hat der Kurs von 5,25 auf 6,60 Euro zugelegt. In der heutigen Entscheidung sehen wir einen weiteren Grund, in die Aktie einzusteigen. Das Potenzial ist offensichtlich noch nicht ausgeschöpft.
Horst Buchwald; 24.1.2002
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grüsse
arti :)
Mr. KnowItAll
31.01.2002, 19:29
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Na,
auch net schlecht, bis Friedrichshafen brauche ich von Stuttgart ca. 1,5 Std.
Gert
Die Platzhirsche im Fluggeschäft haben Konkurrenz bekommen / Preise sinken / Lufthansa beschimpft das Bundeskartellamt
Flora Wisdorff
Der Streit zwischen dem Bundeskartellamt und der Lufthansa nimmt kein Ende. "Wenn wir gezwungen werden, 134 statt 105 Euro zu verlangen, ist der Verbraucher das Opfer", polterte Lufthansa-Vorstand Jürgen Weber am Freitag. Der Grund: Am vergangenen Dienstag hatte ihm das Kartellamt verboten, zu ähnlichen Tiefpreisen wie Konkurrent Germania zu fliegen. Die Bundesregierung solle sich über die Rolle der Wettbewerbshüter Gedanken machen, forderte Weber. Das Kartellamt solle den Wettbewerb schützen "und ihn nicht verhindern". Den Präsidenten der Behörde, Ulf Böge, ficht das nicht an: Webers Kritik bewege sich "unterhalb der Gürtellinie".
Seit die Germania im November auf der Strecke Frankfurt-Berlin für 99 Euro pro Strecke fliegt, hat auch die Lufthansa ihre Preise heruntergeschraubt: Sie fliegt derzeit für 105 Euro one way. Zu billig, um die Kosten für Miles & More, Verpflegung und die höhere Flugfrequenz als bei Germania zu decken, findet Hans-Jürgen Ruppelt, zuständiger Abteilungsleiter vom Bundeskartellamt. Das Verhalten der Lufthansa sei daher wettbewerbsverdrängend, die Preise müssten um 35 Euro erhöht werden, urteilte das Amt in dieser Woche. Sonst werde die Germania schnell vom Markt verschwinden. Und dann werde die Lufthansa die Preise umgehend wieder nach oben schrauben. "Wenn die Lufthansa Germania von der Strecke verdrängt, schreckt das auch andere ab", sagt Ruppelt. Die Gesellschaft sieht das anders: "Wir werden unsere Passagiere nicht kampflos abgeben", sagt Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Die Airline habe lediglich ihre Preise angepasst.
Der Streit zwischen Kartellamt und Lufthansa ist symptomatisch für die neue Wettbewerbssituation der großen Fluggesellschaften. Seit der EU-Liberalisierung des Marktes in den 90er Jahren haben sie nicht mehr das Monopol, die Passagiere durch die Luft zu befördern. Ryanair, Buzz, Easyjet, Germania und Go heißen die Konkurrrenten, die die Großen seit ein paar Jahren verärgern: weil sie viel billiger fliegen, bringen sie sie in Bedrängnis.
Wie dieser Streit auch ausgeht, eines ist klar: Die Billigflieger sind im Kommen - und zwar auch in Deutschland. Ryanair hat seine Passagierzahlen im Januar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat um 50 Prozent gesteigert. Mitte Februar eröffnete der erfolgreichste Billigflieger auf dem deutschen Markt in Hahn im Hunsrück neben Lübeck und Friedrichshafen am Bodensee seine dritte deutsche Basis. Dem Unternehmen geht es gut: Jüngst bestellte die irische Billigflieger-Gesellschaft 100 Boeing-Maschinen für 6,5 Milliarden Euro, während die Großen wie Lufthansa oder British Airways auf Sparkurs sind. Die belgische Sabena ist bankrott, British Airways hat schon vor dem 11. September Jobs abgebaut, und die Lufthansa verzeichnete im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang von 13 Prozent bei den Passagierzahlen.
Das Erfolgsrezept der Billigflieger ist ihr niedriger Preis. Der ist deshalb so niedrig, weil alles etwas anders läuft. Es gibt keine Tickets oder Platzreservierungen, die Buchungen sind nur per Telefon oder Internet möglich. Essen und Getränke gibt es gegen Bezahlung und Vielfliegermeilen gar nicht. Nachteil: Die angesteuerten Flughäfen verlangen zwar weniger Gebühren, liegen dafür aber abseits der großen Städte. Zwar behauptet Ryanair, die Flugzeuge würden von "Frankfurt-Hahn" aus starten - in Wirklichkeit aber liegt Hahn im Hunsrück und ist 130 Kilometer von Frankfurt entfernt.
Vor allem die Strecke nach London ist in Deutschland von den preiswerten Fliegern besetzt. Ryanair fliegt von seinen drei Basen aus dort hin, Buzz von Berlin-Schönefeld, Frankfurt und Düsseldorf. Innerdeutsch macht momentan nur die Germania der Lufthansa als Billigflieger Konkurrenz. Andere kleine Fluggesellschaften wie zum Beispiel Augsburg Airlines lässt die Lufthansa geschickt in ihrem Auftrag fliegen - die kleinen Gesellschaften profitieren von den Lufthansa-Buchungen und werden als Konkurrenten nicht zu gefährlich.
Nach Recherchen des Bundeskartellamts hat die Lufthansa in Deutschland einen Marktanteil von 80 bis 85 Prozent. "Wenn sie davon etwas abgeben würde, könnte sie das verkraften", sagt Ruppelt. Er schätzt den potenziellen Markanteil der Billigflieger in Deutschland auf bis zu 25 Prozent.
Allerdings werden sich die billigeren Flieger Experten zufolge wohl eher auf den europäischen Strecken und weniger auf den innerdeutschen Verbindungen behaupten. "Auf dem deutschen Markt ist das schwieriger als in Großbritannien", sagt Uwe Weinreich, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank in München. Der Platzhirsch Lufthansa sei ein Hindernis, genauso wie die guten ICE-Verbindungen und die föderale Struktur in Deutschland. Anders als in England gebe es keine einzige große Stadt, die zentraler Anziehungspunkt sei.
Ryanair kündigt dennoch an, ab 2003 auch auf innerdeutschen Strecken operieren zu wollen. Zudem will die Gesellschaft im nächsten Jahr drei weitere deutsche Flughäfen ansteuern. Bis 2010 soll ein Viertel der bis dahin erwarteten 40 Millionen Ryanair-Passagiere deutsch sein. Buzz, Ryanair und Konsorten könnten der Lufthansa zwar einige Kunden abjagen, - grundsätzlich richten sich die Billigflieger aber an eine andere Klientel, sagt Weinreich. "Welcher Geschäftsreisende will schon ohne Vielfliegermeilen und eine Stunde von Frankfurt aus entfernt fliegen, damit er um 22 Uhr abends ankommt und in London-Stansted keinen Bus mehr kriegt?" Mögliche Kunden dieser Airlines seien Leute, die bis jetzt noch gar nicht fliegen, glaubt Weinreich. So sieht das auch Buzz-Marketingdirektor Matthew Walls: "Wir wollen vor allem die Leute dazu bringen, regelmäßig in ihrer Freizeit zu fliegen, die das bisher gar nicht in Betracht gezogen haben."
Vielleicht hat sich das Thema, zumindest innerdeutsch, bald erledigt. In etwa fünf Jahren, wenn das ICE-Netz ausgebaut sei, werde der Wettbewerb vor allem zwischen Flug und Zug stattfinden, glaubt Hans-Jürgen Ruppelt vom Bundeskartellamt.
Weitere Informationen:www.buzzaway.com, Tel: 01803/10 20 40, www.ryanair.com, Tel: 0190/47 20 72, www.lufthansa.de, Tel: 01803/80 38 03
Tagesspiegel
ftd.de, Di, 19.3.2002, 12:18, aktualisiert: Di, 19.3.2002, 16:24
Ryanair: Schluss mit ´Frankfurt´
Von Annette Entreß, Hamburg
Die irische Fluglinie Ryanair darf nicht mehr mit dem Namen "Frankfurt-Hahn" werben. Dies ist eine erneute Schlappe für die Billigkonkurrenz der Lufthansa.
Financial Times Deutschland
Die Billigflieger von A-Z - Strecken und Preise
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