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Vollständige Version anzeigen : US-Aktienmarkt und Nasdaq - Marktanalyse


Eliska
12.05.2001, 17:28
US-Aktienmarkt ---

Der Dow Jones industrial average nimmt nach dem steilen Anstieg seit Anfang April 2001 (zuletzt +15 % Wertzuwachs) und dem Wochenverlaufshoch bei 10995 deutlich "Gas" weg.

Zuletzt notierte der Index bei 10805 Punkten um 1,3 % unter Vorwochenniveau. Über der flachen 200-Tage-Linie, die bei 10620 Unterstützung bietet, sollte die angestrebte Mission über die 11000-Marke und damit quer durch die Widerstandszone zwischen 10980 und 11290 gehen. Damit wäre der seit Januar 2000 bestehende Abwärtstrendkanal zwischen 10750 und 9610 nachhaltig überschritten.

Zuvor war und ist eine Konsolidierung auf dem erreichten hohem Niveau notwendig, bevor der Anstieg fortgesetzt werden kann.
Andernfalls fällt der Index wieder in den genannten Abwärtstrendkanal und die "alte" Unterstützungszone zwischen 10500 und 10300 zurück.
Eventuell muß auch noch das offene Gap (Kurslücke) vom 18.04.2001 bei 10226/10219 geschlossen werden. Einige Marktindikatoren geben weiterhin negative Signale, befinden sich aber bereits in Extrempositionen.

Wie schwierig sich die Orientierungsfindung für die Börse gestaltet, sieht man exemplarisch an der Kursentwicklung der Cisco-Aktie
(weltgrößter Netzwerkausstatter).
Vor Bekanntgabe der Quartalszahlen kletterte die Notierung aufgrund positiver Analystenerwartungen,
nachher belasteten die gemeldeten Verluste und die markant sinkenden Umsätze infolge der Konjunkturschwäche einschließlich der trüben
Aussichten für den weiteren Jahresverlauf.

Wir schauen gemeinsam mit dem Dow Jones positiv in die Zukunft. Positionen können um 10500 Dow-
Jones-Punkte sukzessive eingegangen werden.

Die letzten US-Konjunkturindikatoren geben, im Gegensatz zu denen der Vorwoche, nunmehr wieder Hoffnung auf konjunkturelle Erholungstendenzen, lassen damit aber Leitzinssenkungserwartungen schwinden.
Für die bevorstehende FOMC-Sitzung der US-Notenbank am 15. Mai wurde bislang eine fünfte Senkung um bis zu 50 Basispunkte für möglich gehalten.

Das US-Konjunkturpflänzchen braucht auf alle Fälle noch viel Pflege.
Sollte die erhoffte Wirtschaftserholung einsetzen, wird sie wohl langsamer als allgemein erwartet verlaufen.


Eine der wichtigen Unbekannten bleibt das "Verbrauchervertrauen/Sparverhalten" im Hinblick auf die negativen Vermögenseffekte infolge der Aktienbaisse und der US-Arbeitsmarktlage.

Eine mögliche Denkkette dabei lautet:
"Konsumzurückhaltung wirkt sich negativ auf die Unternehmenserlöse aus. Diese reagieren mit Kosteneinsparungen, insbesondere Stellenabbau, was über den Arbeitsmarkt die Stimmung der Verbraucher
belastet". Der Markt sucht weiter nach konkreten Mosaiksteinen einer konjunkturellen Verbesserung im weiteren Jahresverlauf - durch die wechselnden Interpretationen der Wirtschaftsindikatoren läßt sich
allerdings noch kein deutliches Zukunftsbild erkennen.


Nasdaq ---

In eigener Sache bitten wir um Ihr Verständnis, daß wir uns urlaubsbedingt bis Ende Mai unter dieser Rubrik nur kurz auf die technische Betrachtung konzentrieren werden.

Der US-Wachtumsmarkt erreichte zuletzt ein Niveau von 2111 Punkten nach dem Verlaufstief (2104) und lag damit im Wochenvergleich 3,7 % im Minus. Das Wochenverlaufshoch wurde zuvor mit 2215 erreicht.

Nach einem kräftigen Anstieg ist die Nasdaq nun am langfristigen Abwärtstrend vom September 2000 bei derzeit 2260 angelangt. Eine Konsoliderung um 10 % wäre normal und notwendig, bevor das mittelfristige
Ziel um 2900 (200-Tage-Linie) erreichbar wird. Einige Marktindikatoren geben negative Signale. Auf kurze Sicht sehen wir den Index seitwärts zwischen der Widerstandszone 2250/2400 und der Unterstützungszone 2060/1960.

Seit Jahresbeginn 2001 warten einige offene Gaps (Kurslücken) auf Schließung: 16. Februar bei 2457/2536, 10. April bei 1757/1771 und 18. April bei 1941/1995. Daraus definieren sich unsere Konsolidierungs- und Erholungs-Zielzonen.

Der Technologiesektor hat sich insgesamt noch nicht aus seinem Formtief erholen können. Die Kursverluste bei schlechten Quartalsmeldungen reichen zuletzt aber bei weiter nicht mehr an die Einbrüche heran, die noch zum Jahresanfang "üblich"waren.

Mit Käufen sollte bis nach der Konsolidierung gewartet werden.

Quelle: SchmidtBank-Research

KA111
12.05.2001, 17:54
Interessant, Eliska. Danke.

Konsolidierung, na klar, Gaps werden meist irgendwann häufig punktgenau geschlossen. Die Gretchenfrage für die Nasdaq: Was denn wohl zuerst- die gaps unten oder die oben?

Ich selbst tippe

in den nächsten Wochen auf den Schluß der Gaps unten- oder wenigstens des oberen von beiden genannten. Diese Aktion allerdings könnte sich dann bereits als Bildung eines alles entscheidenden " höheren " Lows herausstellen. Die Folge , dann geldmengenbedingt trotz äußerst -- im Tech-Bereich --- knackig-hoher KGVs deutlicher Move nach oben, der Monate lang anhalten könnte.

Das reichlich vorhandene und an der Seitenlinie wartende Investorengeld brennt nach den teilweise schmerzhaften letzten 14 Monaten bei den Laß-mich-Auch-Noch-Mits in den Taschen. Institutionelle und Privatanleger sind unter emotionalem Performance-Druck. Damit spreche ich einen psychologischen Faktor an.

Tippen ist für mich =Nicht-Wissen, aber aus heutiger Sicht für eher wahrscheinlich halten.

Gruß
KA111:)