PDA

Vollständige Version anzeigen : Geschichten aus dem Leben eines Schwerverbrechers


Christian
07.02.2001, 15:54
....so kann sich das Blatt wenden http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif http://www.stock-channel.net/Board/smilies/biggrin.gif:

Häftling macht Millionen

Aus seiner Zelle heraus hat ein Schwerverbrecher in den USA seit 1998 ganz legal mindestens acht Millionen Dollar an der Börse verdient. Sein Startkapital waren 500.000 Dollar Schmerzengeld. In den Gefängnissen dieser Welt saß und sitzt so mancher Millionär, doch Michael Mathie dürfte der erste Häftling sein, der durch die Gitterstäbe hindurch legal ein Vermögen verdient hat. Er handelt mit Aktien. Eigentlich ist es den Insassen des Hochsicherheitsgefängnisses in Elmira (US-Bundesstaat New York) verboten, ein Geschäft zu betreiben. Aber Mathie fand eine Lücke im Gesetzestext und nutzte sie. Die Verfassung gesteht Häftlingen zu, Telefongespräche zu führen und über alles zu reden, was nicht illegal ist. So greift der 33-Jährige täglich zum Hörer des Münzfernsprechers der Haftanstalt, ruft seinen Vater an und sagt ihm, welche Wertpapiere zu kaufen und abzustoßen sind. "Weil die Transaktionen draußen stattfinden, können wir sie nicht kontrollieren", erklärte der Sprecher der Gefängnisbehörde, Jim Flatau, der "New York Times". Die Aufseher nennen Mathie, der wegen Totschlags bis zu 30 Jahre absitzen muss, nun nur noch "unseren Anstaltsmillionär". Mit einem geschätzten Verdienst innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre von acht Millionen Dollar (rund 18,7 Millionen Mark) und einem Einkommen vor Steuern von fast 900.000 Dollar (1,9 Millionen Mark) im Jahr 1999, scheint dieser Titel berechtigt.

Die Geschäftstüchtigkeit des Insassen mit der Nummer 90T1282 hat auch diesseits der Mauern herumgesprochen. Robert Gangi, Sprecher einer Hilfsorganisation für Gefängnisinsassen, findet Mathies Aktiendeals äußert ungewöhnlich: "Die meisten Häftlinge sind arm und können die Börse nicht von einem Fußball unterscheiden." Bei aller Annerkennung Mathie ist alles andere als ein Unschuldslamm. Er hatte bei seinem Prozess 1989 gestanden, gemeinsam mit drei Komplizen einen Mann angegriffen, geschlagen und gewürgt zu haben. Das Opfer starb an den Verletzungen.

Während seiner Haftzeit wurde Mathie dann aber selbst Opfer von Verbrechern. Er wurde nachweislich mehrmals im Gefängnis vergewaltigt und bekam dafür von einem Gericht 500.000 Dollar (seinerzeit rund 1,03 Millionen Mark) Schmerzensgeld zugesprochen. Mit diesem Geld startete Mathie seine ungewöhnliche Börsenkarriere

...wie war das vom Tellerwäscher...... http://www.stock-channel.net/Board/smilies/wink.gif

Gruß Chris

Matze
07.02.2001, 16:35
Super Sache, scheisse bauen, einsperrn lassen, Miete und Verpflegungsparen und dann noch Millionär werden, das haut schon hin!!!

Matze

Patrick
07.02.2001, 16:57
womit wir wieder beim thema wären....

Warum bekommt dieser Häftling 500.000 US$ (!!!) Schmerzensgeld? Den er umgebracht erhält ja auch kein Schmerzensgeld?

Naja, der Typ wird sich nun die besten Anwälte leisten können und zumindest eine Haftverkürzung durchbekommen...

Gruß
Patrick

Matze
07.02.2001, 17:24
Aber ich frage mich, warum er das nicht von vornherein alles aus dem Knast macht und die Hälfte abgeben muss!!!

Was soll's, ami-gesetze, die verstehe wer will,ich nicht http://www.stock-channel.net/Board/smilies/shakehead.gif!

Matze

Sascha
08.02.2001, 08:34
Die Hälfte???? Alles!!!! Und dann noch mal zur Strafe von Bill Gates gepoppt!!!! Der Mann ist ein Schwerverbrecher und darf keine Chance zur Vermögensbildung bekommen (Schwerverbrecher = das Inkaufnehmen der Tötung Dritter). Ich glaube, dieser Mann (von einem Menschen kann man ja nicht mehr reden; das sagt ja schon das Wort Schwerverbrecher) hat genug Schaden angerichtet, daß die offene Rechnung, die er zu begleichen hat, höher ist als seine bis dahin getätigten Einkünfte, tststs.

Exor

Joerg
08.02.2001, 10:18
Hi Exor,
Du meinst einmal Schwerverbrecher immer Schwerverbrecher?

Ich weiß nicht so recht. Findest Du, daß es an der Börse immer mit rechten Dingen zugeht. Was ist mit den ganzen Selbsttötungsdelikten, die aufgrund von kriminellen Machenschaften an der Börse vorgenommen wurden. Kann sich dieses business und die dahinter sich verbergende Gesellschaftsform so frei sprechen von einer Mitschuld an solchen Geschehnissen?

Ok, nicht, dass es falsch verstanden wird. Zwischen Tötung und Selbsttötung besteht noch ein himmelweiter Unterschied. Gleichwohl kann man einem Menschen schon das Recht zugestehen, Wandlungen zu vollziehen ...

Vielleicht macht er ja etwas sehr Sinnvolles mit seinem Geld,
but, who knows ...

Joerg

Sascha
08.02.2001, 10:30
Neeeee, was ich meine ist die Vorteilnahme während des gesellschaftlichen "Bußegangs". Während der Strafabsitzung darf sowas unter keinen Umständen geschehen. Einfache Geister können auf der verquerten Idee kommen, daß sich (wie auch immer) sowas lohnt?!?!?! Ich hoffe, mein Gedankengang kommt richtig rüber http://www.stock-channel.net/Board/smilies/rolleyes.gif

Exor