PDA

Vollständige Version anzeigen : Allianz lüftet den Brautschleier


Sascha
31.05.2001, 13:41
Allianz lüftet den Brautschleier

Die Allianz hat am Tag der Bilanzpressekonferenz lange erwartete Details zur geplanten Ehe mit der Dresdner Bank genannt.

Mit Milliardenversprechen in die Ehe (sueddeutsche.de )

(sueddeutsche.de/rtr) - Die Allianz und die Dresdner Bank erwarten durch die Bündelung ihrer Vertriebsstrukturen und der Vermögensverwaltung Kosten- und Ertragssynergien in Milliardenhöhe.

Wegen der schwachen Quartalszahlen der Dresdner Bank werde der Ergebnisbeitrag des Geldinstituts aber geringer ausfallen als zunächst angenommen, sagte Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz.

Erwartetes Gewinnplus gekürzt

Die Allianz rechne nun durch die Übernahme nach Goodwill-Abschreibungen mit einem zusätzlichen Gewinnplus von zwei Prozent statt der bisher angekündigten 13 Prozent.

Im ersten Quartal steigerte der Versicherer seine Beitragseinnahmen um sechs Prozent auf 20,6 Milliarden Euro und erzielte einen Überschuss von 705 Millionen Euro.

„Wir wollen 2002 im ersten vollen Jahr als gemeinsame Gruppe zusätzliche Erträge erwirtschaften und neue Produkte auf den Markt bringen, sagte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle.

Neue Strukturen innerhalb von drei Jahren

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollten alle neuen Strukturen umgesetzt sein. In den nächsten vier Jahren wollen die beiden Institute, die sich zu dem weltweit sechstgrößten Finanzkonzern zusammenschließen wollen, Synergien von insgesamt 2,24 Milliarden Euro erzielen.

Nach 2006 würden jährlich 1,08 Milliarden Euro Synergien veranschlagt. Sämtliche Synergiezahlen seien vor Steuern und nach

Restrukturierungsaufwand gerechnet.
Allerdings werde die Dresdner Bank weniger zum Gewinn der neuen Gruppe beitragen als bisher angenommen, sagte Achleitner.

Vor Goodwill-Abschreibungen rechne der Konzern noch mit einem zusätzlichen Gewinnwachstum von sieben statt 26 Prozent. Die bei der Ankündigung der Übernahme Anfang April präsentierten Zahlen hätten nur auf Analystenschätzungen beruht. Es ist aber immer noch bemerkenswert, dass wir im ersten Jahr einen positiven Ergebnisbeitrag erwarten, sagte der Finanzchef.

Analysten und Investoren hatten nach der Ankündigung der Übernahme der drittgrößten deutschen Bank durch die Allianz zwei Monate auf Details zu Wachstums- und Synergiepotenzialen warten müssen.

Ralph Dibbern von MM. Warburg beurteilte die erwarteten Synergien vorsichtig optimistisch. Auf den ersten Blick sieht das gut aus, aber wir brauchen mehr Details, wie genau das umgesetzt werden soll.

"Ertragssynergien schwer zu schätzen"

Ein anderer Analyst warnte davor, dass Ertragssynergien schwerer zu schätzen seien als Kostensynergien: Es bleibt abzuwarten, ob diese Zahlen wirklich erreicht werden. Die Erfahrung etwa bei der bayerischen Bankenfusion hat gezeigt, dass man bei solchen Vorhersagen auch daneben liegen kann und sich dann auf Kosteneinsparungen konzentriert. Das Übernahmeangebot an die Dresdner-Aktionären beginnt am 31. Mai und endet voraussichtlich am 13. Juli. Darin bietet die Allianz den Aktionären der Dresdner Bank für je zehn eigene Aktien ein Papier der Allianz und 200 Euro in bar.

Dresdner Bank Vorstandssprecher Bernd Fahrholz bezeichnete das Angebot erneut als angemessen und fair. Der Zusammenschluss sei ein vielversprechender Weg, um auch weiterhin in der ersten Liga der Banken in Europa mitzuspielen. Gerade unsere Kunden gehören auch zu den Gewinnern dieses Zusammenschlusses, weil sie in Zukunft alle Bank- und Versicherungsprodukte aus einer Hand erhalten, sagte Fahrholz.

Vertriebsform "Cross-Selling"

Bis 2006 will die Allianz rund 630 Millionen Euro Ertragssynergien aus dem Banken- und Versicherungsvertrieb erzielen. Dabei setzt sie auf das so genannte Cross-Selling mit der Dresdner Bank: In den Bankfilialen sollen mehr Versicherungsprodukte angeboten und in den Allianz-Agenturen das Bankwissen gestärkt werden.

Dazu würden rund 1.000 Experten der Allianz als Bankreferenten für den Verkauf von Versicherungsprodukten in den Dresdner-Filialen eingesetzt. Über die Allianz-Agenturen werden den Angaben zufolge künftig auch einfache Bankprodukte angeboten. Unter der Marke Advance wollen die beiden Institute die Allianz Finanzplaner und die frühere Dresdner Vermögensberatung verschmelzen. Gemeinsam mit der zur Dresdner gehörenden Direktbank Advance Bank soll der Kunde Finanzplanung und Management aus einer Hand erhalten. In der Vermögensverwaltung wird die neue Allianz Dresdner Asset Management (ADAM) mehr als 1.000 Milliarden Euro verwalten und weltweit Zugang zu 50 Millionen Kunden haben. Damit gehört ADAM zu den weltweit fünf größten Vermögensverwaltern.

Erstmals Quartalszahlen

Neben dem Wachstumsschub, der durch die Firmenehe mit der Dresdner Bank erwartet wird, sieht sich die Allianz aber auch als das bislang alleinstehende Institut auf dem Weg profitablen Wachstums. Bei der erstmaligen Vorlage der Quartalszahlen gab Deutschlands größte Versicherung bekannt, dass die Beitragseinnahmen um sechs Prozent im ersten Jahresviertel um sechs Prozent gewachsen seien. Damit wurden die mehrheitlichen Erwartungen der Analysten übertroffen.

Die Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 7,9 Prozent auf 13 Milliarden Euro, die Lebens- und Krankenversicherung um drei Prozent auf 7,8 Milliarden Euro.

Das verwaltete Vermögen stieg zum 31. März um rund sechs Prozent auf 757 Milliarden Euro. Die Allianz bestätigte außerdem ihre Prognose, wonach sie 2001 ein Beitragswachstum von fünf Prozent auf mehr als 72 Milliarden Euro und ein Ergebnisplus von rund 13 Prozent erwartet.

gefunden in:
http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/wirtschaft/aktuell/11783&datei=index.php

"Na, dann machen wir es eben selbst" dachten sich die Allianzer und schlucken mal eben die Dresdner.... War ja auch schon lange abzusehen. ;)

Exor