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Vollständige Version anzeigen : BVI: "Fonds-Sparpläne ermöglichen Aufbau eines beachtlichen Vermögens"


Jesch
05.06.2001, 00:07
Regelmäßige Einzahlungen in Investmentfonds zahlten sich aus. Sparer, die in der Vergangenheit gleichmäßig in Aktienfonds anlegten, erzielten trotz der Kursrückgänge in den vergangenen Monaten beachtliche Jahresrenditen. Investment-Sparpläne mit Rentenfonds und Offenen Immobilienfonds rentierten sich für die Anleger bei deutlich geringeren Schwankungen. Dies zeigt die aktuelle Sparplan-Statistik des BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften e.V. zum 31. März 2001 für die Ansparzeiträume über zehn, 15, 20, 25, 30 und 35 Jahre.
"Aktienfonds-Sparpläne langfristig ertragsstark"

Die ermittelten Werte für Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland dokumentieren, dass regelmäßiges Sparen in Aktienfonds langfristig die Schwankungen an den Börsen glättet: "Durch die kontinuierliche Anlage kleinerer Beträge lässt sich ein beachtliches Vermögen aufbauen. In den betrachteten Zeiträumen verzeichneten diese Fonds durchschnittliche jährliche Zuwächse zwischen 10,8 (35 Jahre) und 13,1 Prozent (zehn Jahre). Ein monatlicher Sparbetrag von 50 Euro in den vergangenen 30 Jahren erbrachte zum 31. März 2001 ein durchschnittliches Depotvermögen von 127.761 Euro (bei einer eingezahlten Summe von 18.000 Euro unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags). Ein Anleger, der in diesem Zeitraum monatlich 200 Euro gespart hätte, wäre demzufolge heute DM-Millionär", rechnet der BVI vor.

"Zusätzliches Einkommen im Alter durch Auszahlplan"

Ein Auszahlplan ermöglicht dem Anleger nach BVI-Angaben, aus dem gesparten Vermögen von 127.761 Euro ein zusätzliches Einkommen im Alter zu beziehen: "Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalerhalt und einer angenommenen weiteren Wertentwicklung von sechs Prozent beträgt die mögliche monatliche Zusatzrente 619 Euro. Bei Kapitalverzehr über 20 Jahre erhält ein Anleger ein Einkommen von 900 Euro pro Monat."

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa wiesen ebenfalls zweistellige Ergebnisse auf. Je nach Ansparzeitraum wurden durchschnittliche jährliche Renditen im Schnitt zwischen zehn (35 Jahre) und 12,3 Prozent (zehn Jahre) erzielt. Aktienfonds mit internationalem Anlageschwerpunkt erreichten durchschnittliche Wertzuwächse zwischen 9,7 im 35-Jahres-Zeitraum und 12,1 Prozent im Zehn-Jahres-Bereich. Der BVI weist darauf hin, dass trotz zeitweilig auftretender Kurskorrekturen an den Kapitalmärkten Fonds mit Aktienanteilen besonders für einen langfristigen Kapitalaufbau und damit als zusätzlicher Baustein der Altersvorsorge geeignet seien. Der Cost-Average-Effekt führe dazu, dass der Sparer in Zeiten niedrigerer Kurse relativ mehr Anteile und in Phasen mit höherem Kursniveau relativ weniger An-teile erwerbe. Sparpläne, die in Branchenfonds mit Technologieaktien investierten, wiesen zum Quartalsultimo innerhalb der Branchenfonds die beste Performance auf. Ein Anleger, der monatlich einen Wert von 50 Euro sparte, verzeichnete bereits nach zehn Jahren ein Vermögen von im Schnitt 12.926 Euro (Summe der eingezahlten Beträge: 6.000 Euro). Dies ergibt einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 14,7 Prozent pro Jahr. Bei einem Anlagezeitraum von 15 Jahren rentierten diese Fonds mit jährlich 11,2 Prozent.

"Rentenfonds-Sparpläne mit guten Ergebnissen"

Für den zinsorientierten Anleger stellten Rentenfonds, die international investieren, die ertragreichere Rentenfondsvariante dar. Sie erreichten durchschnittliche jährliche Steigerungen zwischen 8,3 (30 Jahre) und 7,8 Prozent (zehn Jahre). Anleger, die monatlich 50 Euro in diesen Fonds ansparten, verzeichneten nach 20 Jahren ein Vermögen von im Mittel 28.705 Euro. Dies entsprach einem Plus von 8,0 Prozent pro Jahr. Die Renditen der Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Euro (deutsche Emittenten) lagen in der Bandbreite von 7,1 (30 Jahre) bis 5,7 Prozent (zehn Jahre).

"Gemischte Fonds kombinieren Aktien und Renten"

Bei den gemischten Fonds, die je nach Einschätzung der zukünftigen Börsenentwicklung ihren Schwerpunkt auf Dividenden- oder Rentenpapiere legen, verzeichneten Fonds-Sparpläne mit internationalem Anlageschwerpunkt nach BVI-Beobachtung die beste Wertentwicklung. Sie erwirtschafteten je nach Ansparzeitraum im Schnitt zwischen 11,2 (25 Jahre) bis 10,2 Prozent (zehn Jahre). Anleger, die regelmäßig in gemischte Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland investierten, erzielten demgegenüber durchschnittliche Wertzuwächse im Bereich von 8,4 (35 Jahre) und 10,1 Prozent (zehn Jahre).

"Offene Immobilienfonds weisen stabile Entwicklung vor"

"Offene Immobilienfonds dokumentierten erneut ihre wertstabile Entwicklung. Die Ergebnisse innerhalb einzelner Zeiträume wichen weit weniger voneinander ab, als beispielsweise die von Aktienfonds. Anleger erzielten mit dieser substanzwertorientierten Anlageform eine durchschnittliche jährliche Steigerung zwischen 5,8 (25 Jahre) und 4,2 Prozent (zehn Jahre). Da im Schnitt fast die Hälfte der Wertzuwächse steuerfrei blieb, wird diese Anlageform in der Nachsteuerbetrachtung für den Anleger noch attraktiver", so der BVI. Die deutschen Kapitalanlagegesellschaften verwalteten Ende März 2001 rund 5,1 Millionen Depots, die vermögenswirksame Leistungen in Aktienfonds anlegen. Damit hat sich die Anzahl dieser Depots in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Ihr Gesamtwert ist gleichzeitig von rund 7,7 Milliarden DM auf 9,4 Milliarden DM gewachsen, berichtet der BVI abschließend.