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Sascha
22.06.2001, 14:31
Geschäftsklima trübt sich unerwartet deutlich ein

Der Ifo-Index ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen.

ddeutsche.de/rtr) - Das viel beachtete deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklima-Index, signalisiert damit Analysten zufolge Rezessionsgefahren für die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone.

Auf Basis unserer Daten für die kommenden zwei bis drei Monate sieht es nicht so aus, als ob wir in diesem Zeitraum die Talsohle erreichen werden, sagte der Ifo-Volkswirt Gernot Nerb am Freitag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

An den Aktienmärkten lösten die unerwartet schwachen Daten zunächst Hoffnung auf Zinssenkungen und damit Kursgewinne aus. Später gab der Dax [ 5910.19 PKT -0.27% ] seine Gewinne jedoch wieder ab.

Händler erklärten, der Druck auf die EZB, die Zinsen zu senken, werde nun wieder zunehmen.

Analysten lagen falsch

Der Ifo-Geschäftsklima-Index für Westdeutschland sei auf 90,9 (Vormonat 92,5) Punkten gefallen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut in München mit.

Analysten hatten nur einen Rückgang auf 91,7 Punkte prognostiziert.

Der Index der Geschäftsbeurteilungen in Westdeutschland sank den Angaben zufolge auf 86,9 von revidiert 88,4 (88,5) Zählern im April. Der Index der Geschäftserwartungen für die alten Bundesländer fiel auf 95,0 von 96,6 Zählern im Vormonat. Für Ostdeutschland verbesserte sich der Geschäftsklima-Index dagegen auf 104,7 von 102,8 Punkten im April.

"Kein gutes Signal"

Die Frage, ob Deutschland vor einer Rezession stehe, wollte der Ifo-Volkswirt Nerb aber vor der Präsentation neuer Ifo-Prognosen am kommenden Dienstag nicht beantworten.

Nach Nerbs Einschätzung ist vor allem der erneute Rückgang des Erwartungsindexes enttäuschend. Das ist kein gutes Signal für eine nahende Erholung, fügte er hinzu.

Experten erschreckt

Analysten äußerten sich in ersten Reaktion erschreckt und enttäuscht über den deutlichen Rückgang.

Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte: Es zeigt, dass das BIP im zweiten Quartal niedriger liegen könnte als erwartet, und dass Deutschland am Rand einer Rezession steht. Der Rückgang in den Erwartungen signalisiert, dass keine Trendwende in Sicht ist und dass sich die Abkühlung bis zum Ende des Jahres fortsetzen wird.

Uwe Angenendt, Chefvolkswirt der BHF sagte, der Index deute darauf hin, dass beim Ifo-Index auch in der nächsten Zeit keine Besserung zu erwarten sei.

Zugleich bestätigt der Index die Einschätzung, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dieses Jahres auf Null oder darunter fallen könnte.

Euro verliert nur leicht

Am deutschen Aktienmarkt zogen die Kurse kurzzeitig an. Händler führten die Aufwärtsbewegung auf Zinssenkungsfantasien zurück, die nach den Wirtschaftsdaten aufgekommen seien. Später überwog dann wieder die Angst, eine Rezession könnte die Unternehmensgewinne anfressen.

So langsam müsse die EZB aufpassen, dass die Konjunktur hier nicht so ganz absäuft, sagte ein Händler. Der Euro gab dagegen kurz nach den Daten rund einen viertel US-Cent nach und fiel auf Kurse knapp über 85 US-Cent.

gefunden in:
http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/wirtschaft/aktuell/14232&datei=index.php

Na, dann wollen wir mal hoffen, daß wir hier keine "amerikanischen Verhältnisse" bekommen. Aber nachdem die Kurse runtergingen, hat man ja auch mit einer wirtschaftlichen Flaute gerechnet.

Sascha