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Kassen rechnen mit höheren Beiträgen
Der Verband der Ersatzkassen rechnet damit, dass die Krankenkassenbeiträge auf über 14 Prozent ansteigen.
Das sei spätestens zum Jahreswechsel der Fall sagte der Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbandes Herbert Rebscher der Welt .
Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 13,53 Prozent des Bruttoeinkommens.
Dies würde bedeuten, dass die Arbeitgeber und Versicherten gemeinsam weit mehr als fünf Milliarden Mark an Beiträgen zusätzlich aufzubringen hätten, so Rebscher weiter.
Schmidt wollte Mindestbeitragssatz von 12,5 Prozent
Der Druck auf die großen Krankenkassen zur Beitragserhöhung habe sich durch die Entscheidung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erhöht, auf die Einführung eines Mindestbeitrags zu verzichten.
Schmidt war auf Druck der Grünen von der Einführung eines Mindestbeitrags für gesetzliche Krankenkassen abgerückt.
Das Gesundheitsministerium hatte die gesetzlichen Krankenkassen ab 2002 für drei Jahre auf einen Mindestbeitragssatz von 12,5 Prozent des Bruttoeinkommens verpflichten wollen.
Dies hätte Beitragserhöhungen für rund 3,6 Millionen Versicherte vor allem von Betriebskrankenkassen (BKK) bedeutet.
Mit dem zusätzlichen Geld sollten die betroffenen Kassen Versorgungsprogramme für chronisch Kranke finanzieren.
Die Grünen hatten dagegen argumentiert, der Mindestbeitrag gefährde den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. In der SPD waren für den Fall eines Verzichts Beitragserhöhungen bei den großen Kassen befürchtet worden, die durch den Mindestbeitrag entlastet werden sollten.
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http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/deutschland/politik/14479&datei=index.php
Was da wohl noch auf uns zukommen wird!?!?! Es gibt mittlerweile vernünftige Gedanken zur Senkung der Kosten (z.B. Schwarzliste, weniger zugelassene Kassenärzte u.ä.).
Sascha
Wenn ich dann noch so an die Leute denke, die zu fünf verschiedenen Ärzten tuckern, gleiche Diagnos, verschiedene Medikamente und unterm Strich wollen die nur Unterhaltung in Ihrer Einsamkeit, da frage ich mich langsam wirklich nachdem Sinn des ganzen :confused:. Wie wäre es mal mit einem Bonussystem, das man 20% der Beiträge wiederkriegt, wenn man das Jahr mal nicht beim Arzt war? Wäre doch eine schöne Belohnung, damit man nicht wegen jeder Kleinigkeit los rennt :(. Natürlich gibt es dann auch die Kehrseite, also Menschen, die aus Geiz mit einer Lungenentzündung nicht losgehen, aber sowas gibt es auch heute schon bei den hohen Zuzahlungen die ein Patient machen muss. Ich glaube, bei einigen Medikamenten müssen die Kassen sowieso schon keinen Pfennig mehr dazubezahlen, und wenn die Apotheken dann mal von Ihrern hohen Profiten von bis zu 100% runterkommen würden :eek:. Naja, vielleicht ändert die Story von DocMorris.com das ganze ja ein wenig, die ersten Krankenkassen finden die Idee ja nicht schlecht, da es wirklich hilft, Kosten zu sparen und gut organisiert und geschult sind die ja auch beim Doc :)!
Matze
Na, daß ausländische Anbieter die Medikamente zu einem geringeren Preis verkaufen können, liegt nicht nur an den deutschen Apotheken. Da gibt es noch mehr Punkte, z.B. Preispolitik der Pharmakonzerne, Hochpreisland Deutschland usw. Es fließen eine Menge Aspekte mit ein. Ich möchte den Kassen auch gar nicht die Schuld zuschieben. Dabei muß man nämlich auch bedenken, daß die AOK z.B. sehr viel alte Patienten hat (also im Schnitt mehr als z.B. die BKK).
Sascha
Kassen stellen Finanzausgleich-Reform in Frage
Berlin (Reuters) - Nach dem Verzicht des Bundesgesundheitsministeriums auf einen Mindestbeitrag für Krankenversicherungen haben mehrere Kassen die Reform des Kassen-Finanzausgleichs in Frage gestellt. Sprecher von Barmer und Techniker Krankenkasse sagten am Montag, die Akzeptanz für den Kompromiss sei geschwunden, mit dem die Kassenbeiträge langfristig stabilisiert werden sollen. Auch die Verbände von Innungskrankenkassen (IKK) und Ersatzkassen warnten vor steigenden Beitragssätzen. Die Kassen forderten Alternativvorschläge des Ministeriums. Das Ministerium, das sich dem Druck der Grünen gebeugt hatte, kündigte an, verbliebene Teile der Reform könnten vorgezogen werden.
Eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) sagte: "Wenn aus dem Gesamtpaket Dinge gestrichen werden, sinkt die Akzeptanz für das gesamte Paket." Die TK lehne die übrigen Reformschritte ab, die am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden sollen. Dazu zählen unter anderem die Einrichtung von Versorgungsprogrammen für chronisch Kranke ab 2003 und die ab 2006 geplante Aufteilung besonders hoher Behandlungskosten unter allen Kassen (Risikopool). Eine Sprecherin der Barmer sagte: "Der Kompromiss ist vom Tisch, das ist schade." Es müsse nun eine andere Lösung geben. Der Druck auf die Beitragssätze sei nun sehr groß.
Der IKK-Vorstandsvorsitzende Gernot Kiefer forderte wie Barmer und TK, das Ministerium müsse nun Alternativvorschläge vorlegen, die die Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Kassen schnell ausglichen. Kiefer sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Entscheidung Schmidts werde Beitragserhöhungen bei vielen Kassen zur Folge haben. "Die Beitragssatzspreizung wird weiter auseinander gehen." Die übrigen Teile der geplanten Reform des Finanzausgleichs zwischen den Kassen reichten nicht aus, um dies zu verhindern. Für die Versorgungsprogramme für chronisch Kranke fehle nun Geld. Die übrigen Teile der geplanten Reform des Finanzausgleichs der Krankenkassen griffen nicht sofort.
Der Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbandes, Herbert Rebscher, sagte der Zeitung "Die Welt", der Druck auf die Beitragssätze steige. Es sei zu erwarten, dass der durchschnittliche Beitragssatz der Krankenkassen von 13,53 Prozent des Bruttoeinkommens bis spätestens zum Ende des Jahres auf rund 14 Prozent angehoben werde. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte: "Wir glauben nicht, dass die Beiträge explodieren, sondern dass man das im Griff halten kann."
Eine Ministeriumssprecherin wies den Protest der Kassen zurück. Weil der Mindestbeitrag nur Beiwerk der Reform gewesen sei und die Grünen so massiv dagegen protestiert hätten, habe sich das Ministerium nicht gegen eine Streichung sperren wollen. Im Ministerium hieß es, möglich sei, die Einführung der Versorgungsprogramme für chronisch Kranke vorzuziehen. Auch über einen früheren Zeitpunkt für den Risikopool könne nachgedacht werden.
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen schlossen sich dem Protest der anderen Kassen nicht an. "Der Wegfall des Mindestbeitrags ist kein Grund, den Kompromiss zu verlassen", sagte ein AOK-Sprecher. Die BKK begrüßten die Entscheidung.
Das Gesundheitsministerium hatte die gesetzlichen Krankenkassen auf einen Mindestbeitragssatz von 12,5 Prozent des Bruttoeinkommens verpflichten wollen. Dies hätte Beitragserhöhungen für rund 3,6 Millionen Versicherte vor allem von Betriebskrankenkassen (BKK) bedeutet. Mit dem zusätzlichen Geld sollten Versorgungsprogramme für chronisch Kranke finanzieren werden. Dies sollte Teil der Reform des Risikostrukturausgleiches sein, mit dem die Krankenkassen unterschiedliche Belastungen durch ihre Versichertenstrukturen ausgleichen. Die großen Kassen werfen den BKK vor, mit geringem Serviceangebot vor allem junge und gesunde Mitglieder zu versichern und dadurch besonders niedrige Ausgaben und Beitragssätze zu erreichen.
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http://www.reuters.de/news_article.jhtml?type=topnews&StoryID=86463
Bürger sollen für ihre Gesundheit mehr zahlen
Die rot-grüne Bundesregierung plant eine radikale Gesundheitsreform: Die Bürger sollen sich stärker an den Kosten beteiligen und auch Einschränkungen bei der Versorgung hinnehmen.
(SZ vom 27.06.01) Das geht aus einem Strategiepapier des Bundeskanzleramts hervor, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Geplant ist, ein System von Wahl- und Pflichtleistungen einzuführen, das Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bisher ablehnt. Nach der AOK Hessen erhöhte auch die AOK Baden-Württemberg den Beitrag.
Das Papier des Kanzleramts sieht unter anderem vor, eine Art Grundversicherung für die Bürger einzurichten, ähnlich wie in der Schweiz. Dabei würden den Versicherten einzelne Leistungen der heutigen Krankenversicherung vorenthalten. Diese müssten über private Zusatzversicherungen abgesichert werden.
Die Kassen erhielten mehr Macht und die freie Arztwahl wird eingeschränkt, heißt es. So könnten die Kassen Leistungen mit einzelnen Ärzten und Krankenhäusern direkt vereinbaren. Ähnliche Vereinbarungen seien auch mit Pharmaherstellern denkbar, um die Preise für Medikamente zu senken. Insgesamt seien Kosteneinsparungen von 30 bis 35 Prozent möglich.
Sorge um die Kassenbeiträge
Das Papier lässt vorerst offen, welche Leistungen aus dem Katalog der Krankenkassen gestrichen werden sollten. Allerdings müssten die Maßnahmen gewichtig sein, heißt es zur Begründung: Eine notwendige Kostenentlastung kann nicht erreicht werden, wenn nur Bagatellleistungen und medizinisch nicht notwendige Leistungen ausgesteuert werden.
So würden die Beiträge etwa nur um zwei Prozentpunkte sinken, wenn die Patienten künftig selbst die Kosten für Heil- und Hilfsmittel, wie Krücken oder Krankengymnastik, übernähmen. Ein völliger Wegfall dieser Kassenleistung sei aber unrealistisch.
Deshalb müssten Wahlleistungen auch für andere Versorgungsbereiche angeboten werden. Bisher hat Ministerin Schmidt ein System von Wahl- und Pflichtleistungen immer abgelehnt. Eine Reduzierung der gesetzlichen Versicherung auf eine Grundversorgung wird es mit mir nicht geben, sagte sie erst kürzlich.
Hintergrund für den Reformdruck ist ein starker Anstieg der Kassenbeiträge in der Zukunft. So könnten die Beiträge bis 2040 von derzeit 13,4 Prozent auf 31 Prozent klettern, erwartet das Kanzleramt und zählt verschiedene Gründe auf: So wächst der Anteil der Rentner stark; diese zahlen aber nur geringe Beiträge und verursachen hohe Kosten. Außerdem müsse der Subventionsbedarf von einer sinkenden Zahl von Erwerbstätigen getragen werden.
Im vergangenen Jahr subventionierten die jungen Mitglieder der Krankenversicherung die Rentner mit gut 60 Milliarden Mark.
Unterdessen will auch die AOK Baden-Württemberg ihrem Beitrag für Anfang Juli von 13,5 auf 14,2 Prozent erhöhen. Betroffen sind davon drei Millionen Mitglieder. Die AOK Baden-Württemberg macht dafür den Finanzausgleich unter den Kassen sowie die Sparpläne der Regierung verantwortlich.
Zuvor hatte bereits die AOK Hessen den Beitrag um einen Prozentpunkt auf 14,8 Prozent erhöht. Weitere Kassen wollen in den nächsten Monaten ebenfalls ihre Beiträge anheben. Die Regierung will trotz der steigenden Beiträge an dem Ziel festhalten, die Lohnnebenkosten unter 40 Prozent zu drücken.
Die Krankenversicherungsbeiträge machen uns Sorgen, sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck. Er hoffe aber, mit den Gesetzen, die in den nächsten Wochen auf den Weg gebracht würden, die Ausgaben im Gesundheitswesen zu dämpfen. Struck wies auf die erste Lesung des Gesetzes zum Finanzausgleich zwischen den Kassen in der nächsten Woche hin. Davon würden vor allem die ärmeren Kassen profitieren.
Ähnlich argumentierte die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Thea Dückert. Sie bekräftigte, die Regierung wolle die Lohnnebenkosten stabil halten. Trotz einer derzeitigen Abschwächung belegten alle Prognosen, dass sich die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt fortsetze.
Dieser Effekt müsse an die Bürger weitergegeben werden. Rot-Grün halte an dem Ziel fest, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von derzeit 6,5 Prozent im nächsten Jahr um 0,8 bis 1,0 Prozentpunkte zu senken. Dies würde Arbeitsplätze schaffen.
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http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/deutschland/politik/14714&datei=index.php
Nachtigal, ick hör Dir tapsen! Unglaublich, was da so durch das Hintertürchen rauskommt. Und den Zahlen glaube ich schon mal gar nicht! Die zerbomben noch mal so nebenbei das Gesundheitssystem. :o
Sascha
Neuer Ausgabenschub bei Arzneien - Höhere Kassenbeiträge drohen
Berlin (dpa) - Ein Anstieg der Kassenbeiträge auf breiter Front wird immer wahrscheinlicher. Nach dem von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) angekündigten Wegfall der Budgets schießen die Arzneiausgaben weiter in die Höhe. Dies berichtete das «Handelsblatt» (Dienstag) unter Berufung auf Zahlen der Apotheker. Danach schnellten die Arzneiausgaben im zweiten Quartal um 10,4 Prozent hoch - und damit noch stärker als im ersten Quartal mit 7,8 Prozent. Nach Union, FDP und Wirtschaft forderte auch die Arbeiterwohlfahrt eine «sofortige Gesundheitsreform ohne wahltaktische Verzögerung». Der Ausgabenschub bei Arzneien verschärft die Finanznöte der Kassen.
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http://www.neue-oz.de/information/pub_Politik/index.html?file=bdt508_2_8_3107_0731181243.txt
Ein heikles Thema.
Einerseits geht es um Gesundheit - und da ist jeder persönlich empfindlich.
Andererseits muß das aber auch bezahlt werden - und am Portemonnaie ist auch jeder empfindlich.
Da zeigt sich wieder einmal, wie schwierig es ist im volkswirtschaftlichen Rahmen mit den vorliegenden Statistikzahlen zu arbeiten. Die sind derart konsolidiert, daß es schwierig ist, damit eine angemessene Problemanalyse zu fahren.
Und wo man dann zu einem Ergebnis kommt, wird man immer wieder mit Härtefällen konfrontiert. Ergebnisse der gut gemeinten Aktion, die nicht wünchenswert erscheinen. Das hatten wir schon hundert Mal.
Die Alternative wäre z.B. eine individuelle Betrachtung pro Fall - was wahrscheinlich ob der Prüfungsaufwendigkeit auch wieder unbezahlbar wäre.
Eine andere Alternative wären Ausnahmeregelungen nach Bedürftigkeit - womit wir wieder beim Problem der Grenzziehung wären.
Und so weiter und so weiter.
Auch dieses Problem läßt sich nicht lösen, ohne irgendwen im Staate schlechter zu stellen als heute - womit wir wieder beim Problem wären, wen man denn nun schlechter stellen kann.
Wie man sieht, gibt es immer einen Grund gegen eine wie auch immer geartete Lösung zu sein - womit wir bei dem Problem wären, daß mit fortwährender Opposition eben gar keine Problemlösung zu erreichen ist.
Einziger Ausweg: Man leugnet schlicht die Existenz eines Problems. Womit dann natürlich auch kein Handlungsbedarf gesehen wird.
Hab ich mich klar ausgedrückt? Oder wie? Oder was? Und überhaupt. ;)
(Ich hab mal eine entsprechend funktionierende und strenge Kostenkontrolle bei den Kassen außen vor gelassen, denn das wäre mit Sicherheit das Erste, was ich bei defizitären Kassen durchführen würde, bevor ich an die anderen Maßnahmen gehe. Fraglich nur, ob diese Kostenkontrolle die Finanzprobleme komplett lösen würde. Falls nicht - siehe oben.)
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