Sascha
26.06.2001, 12:55
Allzeittief am Neuen Markt
Im Vorfeld der Zinsentscheidung der Fed geben die deutschen Börsen weiter nach. Der Nemax All Share fällt auf immer neue Tiefststände.
Hamburg - Nach einer schwachen Eröffnung gaben die Kurse am Frankfurter Aktienmarkt weiter nach. Der Dax rutschte bis 12 Uhr auf 5810 Punkte, ein Minus von 1,6 Prozent. Düster sah es am Neuen Markt aus. Nach der Kurserosion vom Vortag ging die Talfahrt weiter und drückte den Nemax 50 um 2,6 Prozent auf 1324 Punkte. Der marktbreite Nemax All Share notierte am Mittag mit minus 2,4 Prozent und 1432 Zählern auf Allzeittief.
Die Verkaufsstimmung wurde in Erwartung einer Zinsentscheidung der US-Notenbank weiter angeheizt. Die Währungshüter um Alan Greenspan kommen heute zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen und werden am Mittwoch voraussichtlich eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozent bekannt geben. Zudem stehen für die heutige Börsensitzung wieder wichtige Konjunkturdaten aus den USA an.
Vor allem am Neuen Markt macht sich Händlern zufolge "Misstrauen" breit. Trotz guter Vorgaben von der New Yorker Nasdaq ging es weiter Abwärts. Vor Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten und des Zinsentscheids werde sich daran voraussichtlich nichts ändern, sagte Marktbeobachter.
Unter starkem Druck waren erneut die Aktien von Aixtron. Die Papiere verloren bei hohen Umsätzen 3,3 Prozent auf 27,95 Euro. Der frühere Börsenliebling wurde noch immer von der Verkaufsempfehlung des Bankhauses Julius Bär belastet. Gegen den Abwärtstrend legten dagegen die Aktien von Morphosys kräftig zu und führten die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Das Papier gewann über sechs Prozent auf 44 Euro. Das Biotechnologie-Unternehmen hat vor einem US-Gericht einen Etappensieg in einem Patentstreit gegen den Konkurrenten Cambridge Antibody Technology errungen: Die Klage auf Verletzung des US-Patents "Winter II" am Bezirksgericht von San Diego ist laut Morphosys abgewiesen worden. Das "Winter II"-Patent betrifft Antikörper-Bibliotheken und Methoden zu deren Herstellung.
Die Titel von LPKF Laser & Electronics waren mit einem Kursabschlag von 35,4 Prozent auf 6,33 Euro größter Verlierer im Nemax All Share. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung bekannt gegeben, seine Umsatzziele im laufenden Geschäftsjahr nicht zu erreichen. Grund sei unter anderem ein Rückgang der Auftragseingänge. Auch das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde sich unterdurchschnittlich entwickeln. Trotz der ungünstigen Lage rechne der Konzern aber insgesamt mit einem positiven Jahresergebnis, hieß es.
Post-Aktie einziger Gewinner im Dax
Die Aktie der Deutschen Post war am Vormittag der einzige Gewinner im Dax. Mit einem leichten Kursaufschlag von 0,3 Prozent auf 18,24 Euro stemmte sich die "Aktie Gelb" gegen den Markttrend.
Die Verliererliste präsentierte sich dagegen lebhafter: Ganz unten notierte SAP. Die Aktie verlor 3,4 Prozent auf 159,97 Euro, obwohl SAP-Chef Hasso Plattner seine optimistischen Prognosen bestätigte. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal Europe" hält Plattner trotz der Serie heruntergeschraubter Prognosen von Technologieunternehmen an seinem Ziel fest, mit seinem Unternehmen in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 20 Prozent zu erzielen.
Auch die anderen Technologiewerte notierten schwach: Die Aktien von Epcos (minus 2,5 Prozent auf 63,25 Euro), Siemens (minus zwei Prozent auf 71,14 Euro) und Infineon (minus zwei Prozent auf 28,84 Euro) verloren kräftig.
Die T-Aktie gab um 1,8 Prozent auf 24,17 Euro nach. Das Unternehmen hatte angekündigt, bis Ende 2002 ihre Schulden um 19 Milliarden Euro abzubauen. Das Unternehmen will mit dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörendem Vermögen, Immobilien und dem Börsengang von T-Mobil die Schulden zurückfahren und ihr Kreditrating von "A" erhalten, hatte die "Börsen-Zeitung" einen leitenden Angestellten der Telekom-Finanzabteilung zitiert.
Wieder unter Druck standen auch die Chemiewerte. Nach der BASF-Gewinnwarnung befürchten Händler nun eine ähnliche Bekanntmachung vom Rivalen Bayer, der heute zu einer Investorenkonferenz eingeladen hat. Die Aktien der beiden Unternehmen gaben jeweils rund ein Prozent ab.
Gemischte Vorgaben aus New York und Tokio
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat den Handel am Dienstag fester beendet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Gewinn von 82,35 Punkten oder 0,6 Prozent beim Stand von 12.978 Punkten aus dem Markt. Die zwischenzeitlich überschrittene Kursmarke von 13.000 Punkten konnte der Index jedoch nicht halten. Der breiter angelegte Topix legte um 4,55 Punkte oder 0,4 Prozent zu und schloss beim Stand von 1295 Zählern.
Der amerikanische Blue-Chip-Index Dow Jones fiel am Montag um ein Prozent zurück, auf 10.504 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 gab um 0,6 Prozent auf 1219 Zähler nach. Der Technologieindex Nasdaq kletterte jedoch um 0,8 Prozent auf 2051 Punkte.
Euro vor US-Zinsentscheidung fester
Der Euro hat fester tendiert. Gegen 10.30 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,8646 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8607 (Freitag: 0,8528) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2724 (2,2934) Mark.
gefunden in:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,141803,00.html
Der Boden ist da, wo die 0 steht!!!
Sascha
Im Vorfeld der Zinsentscheidung der Fed geben die deutschen Börsen weiter nach. Der Nemax All Share fällt auf immer neue Tiefststände.
Hamburg - Nach einer schwachen Eröffnung gaben die Kurse am Frankfurter Aktienmarkt weiter nach. Der Dax rutschte bis 12 Uhr auf 5810 Punkte, ein Minus von 1,6 Prozent. Düster sah es am Neuen Markt aus. Nach der Kurserosion vom Vortag ging die Talfahrt weiter und drückte den Nemax 50 um 2,6 Prozent auf 1324 Punkte. Der marktbreite Nemax All Share notierte am Mittag mit minus 2,4 Prozent und 1432 Zählern auf Allzeittief.
Die Verkaufsstimmung wurde in Erwartung einer Zinsentscheidung der US-Notenbank weiter angeheizt. Die Währungshüter um Alan Greenspan kommen heute zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen und werden am Mittwoch voraussichtlich eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozent bekannt geben. Zudem stehen für die heutige Börsensitzung wieder wichtige Konjunkturdaten aus den USA an.
Vor allem am Neuen Markt macht sich Händlern zufolge "Misstrauen" breit. Trotz guter Vorgaben von der New Yorker Nasdaq ging es weiter Abwärts. Vor Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten und des Zinsentscheids werde sich daran voraussichtlich nichts ändern, sagte Marktbeobachter.
Unter starkem Druck waren erneut die Aktien von Aixtron. Die Papiere verloren bei hohen Umsätzen 3,3 Prozent auf 27,95 Euro. Der frühere Börsenliebling wurde noch immer von der Verkaufsempfehlung des Bankhauses Julius Bär belastet. Gegen den Abwärtstrend legten dagegen die Aktien von Morphosys kräftig zu und führten die Gewinnerliste im Nemax 50 an. Das Papier gewann über sechs Prozent auf 44 Euro. Das Biotechnologie-Unternehmen hat vor einem US-Gericht einen Etappensieg in einem Patentstreit gegen den Konkurrenten Cambridge Antibody Technology errungen: Die Klage auf Verletzung des US-Patents "Winter II" am Bezirksgericht von San Diego ist laut Morphosys abgewiesen worden. Das "Winter II"-Patent betrifft Antikörper-Bibliotheken und Methoden zu deren Herstellung.
Die Titel von LPKF Laser & Electronics waren mit einem Kursabschlag von 35,4 Prozent auf 6,33 Euro größter Verlierer im Nemax All Share. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung bekannt gegeben, seine Umsatzziele im laufenden Geschäftsjahr nicht zu erreichen. Grund sei unter anderem ein Rückgang der Auftragseingänge. Auch das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde sich unterdurchschnittlich entwickeln. Trotz der ungünstigen Lage rechne der Konzern aber insgesamt mit einem positiven Jahresergebnis, hieß es.
Post-Aktie einziger Gewinner im Dax
Die Aktie der Deutschen Post war am Vormittag der einzige Gewinner im Dax. Mit einem leichten Kursaufschlag von 0,3 Prozent auf 18,24 Euro stemmte sich die "Aktie Gelb" gegen den Markttrend.
Die Verliererliste präsentierte sich dagegen lebhafter: Ganz unten notierte SAP. Die Aktie verlor 3,4 Prozent auf 159,97 Euro, obwohl SAP-Chef Hasso Plattner seine optimistischen Prognosen bestätigte. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal Europe" hält Plattner trotz der Serie heruntergeschraubter Prognosen von Technologieunternehmen an seinem Ziel fest, mit seinem Unternehmen in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 20 Prozent zu erzielen.
Auch die anderen Technologiewerte notierten schwach: Die Aktien von Epcos (minus 2,5 Prozent auf 63,25 Euro), Siemens (minus zwei Prozent auf 71,14 Euro) und Infineon (minus zwei Prozent auf 28,84 Euro) verloren kräftig.
Die T-Aktie gab um 1,8 Prozent auf 24,17 Euro nach. Das Unternehmen hatte angekündigt, bis Ende 2002 ihre Schulden um 19 Milliarden Euro abzubauen. Das Unternehmen will mit dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörendem Vermögen, Immobilien und dem Börsengang von T-Mobil die Schulden zurückfahren und ihr Kreditrating von "A" erhalten, hatte die "Börsen-Zeitung" einen leitenden Angestellten der Telekom-Finanzabteilung zitiert.
Wieder unter Druck standen auch die Chemiewerte. Nach der BASF-Gewinnwarnung befürchten Händler nun eine ähnliche Bekanntmachung vom Rivalen Bayer, der heute zu einer Investorenkonferenz eingeladen hat. Die Aktien der beiden Unternehmen gaben jeweils rund ein Prozent ab.
Gemischte Vorgaben aus New York und Tokio
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat den Handel am Dienstag fester beendet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Gewinn von 82,35 Punkten oder 0,6 Prozent beim Stand von 12.978 Punkten aus dem Markt. Die zwischenzeitlich überschrittene Kursmarke von 13.000 Punkten konnte der Index jedoch nicht halten. Der breiter angelegte Topix legte um 4,55 Punkte oder 0,4 Prozent zu und schloss beim Stand von 1295 Zählern.
Der amerikanische Blue-Chip-Index Dow Jones fiel am Montag um ein Prozent zurück, auf 10.504 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 gab um 0,6 Prozent auf 1219 Zähler nach. Der Technologieindex Nasdaq kletterte jedoch um 0,8 Prozent auf 2051 Punkte.
Euro vor US-Zinsentscheidung fester
Der Euro hat fester tendiert. Gegen 10.30 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 0,8646 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8607 (Freitag: 0,8528) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2724 (2,2934) Mark.
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,141803,00.html
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Sascha