Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon hat angekündigt, am kommenden Montag ausführlich zu der geplanten Kapitalerhöhung Stellung zu nehmen, die nachhaltig den derzeitigen Aktienkurs des Unternehmen belastet. Vorstandschef Ulrich Schumacher und Finanzvorstand Peter Fischl werden sich den Fragen von Journalisten stellen, um durch gezielte Aufklärung den Druck vom Infineon-Papier zu nehmen. Die Spekulationen der vergangenen Tage um das Ausmaß der Kapitalerhöhung haben die Aktie auf einen neuen Tiefststand zurückgeworfen.
Infineon konkretisiert Kapitalerhöhung, Angebot von bis zu 60 Millionen Aktien ohne Bezugsrecht
München - 2. Juli 2001 - Nachdem die Infineon Technologies AG Anfang Juni bei der
US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eine
Registrierungserklärung für die Kapitalerhöhung eingereicht hat, konkretisierte das
Unternehmen jetzt die Planung. Es werden bis zu 60 Millionen neue Namensaktien
unter Ausschluß des Bezugsrechts der Altaktionäre aus dem genehmigtem Kapital
platziert. Das Angebot beinhaltet eine Mehrzuteilungsoption von bis zu ca. 7,8 Millionen
Aktien. Auf der Grundlage des Xetra-Schlusskurses von vergangenem Freitag ergibt
sich ein Platzierungsvolumen von bis zu rund 1,7 Milliarden Euro.
Im Rahmen dieser Transaktion werden aus dem Besitz von Altaktionären keine Aktien
verkauft. Bei voller Ausnutzung der Mehrzuteilungsoption wird der direkte und indirekte
Anteilsbesitz von Siemens (ohne Siemens Pension Trust e.V.) von derzeit rund
56 Prozent auf rund 51 Prozent sinken.
Die Aktien werden institutionellen und privaten Anlegern in Deutschland und in den
USA im Rahmen eines öffentlichen Angebots sowie internationalen Investoren im
Rahmen einer Privatplatzierung angeboten.
Die Erlöse aus der Aktienemission sollen für Investitionen von Infineon eingesetzt
werden und die finanzielle Flexibilität für mögliche Unternehmensakquisitionen
erhöhen. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die Erlöse für die Rückführung von
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und als Betriebskapital sowie für weitere
unternehmerische Zwecke zu verwenden.
,,Mit den Erlösen werden wir unseren technologischen Vorsprung sichern, z. B.
durch Investitionen in unsere führende 300mm-Technologie. Von den erwarteten
Kostenvorteilen werden wir künftig profitieren," sagte Dr. Ulrich Schumacher,
Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG.
-Für
Auf der Roadshow, die bis zum 12. Juli dauern soll, werden institutionelle Investoren in
Deutschland, Europa und den USA angesprochen. Der Zuteilungspreis und die
Zuteilung der neuen Aktien werden voraussichtlich am 12. Juli nach Handelsschluss
der New York Stock Exchange festgelegt und am 13. Juli bekanntgegeben. Die
Handelsaufnahme der Aktien aus der Platzierung soll ebenfalls am 13. Juli erfolgen.
Die Aktien von Infineon werden im Amtlichen Handel der Frankfurter Börse sowie als
American Depository Shares (ADS) an der New York Stock Exchange (NYSE) notiert.
Neben Goldman Sachs als Global Coordinator und Bookrunner besteht das
Konsortium aus den folgenden Banken: Morgan Stanley und Schroder Salomon Smith
Barney als Senior Co-Lead Manager sowie Commerzbank, HypoVereinsbank und
Lehman Brothers als Co-Lead Manager. Darüber hinaus befinden sich Consors Capital
und die DAB bank in der Verkaufsgruppe.
Im Rahmen einer Marktschutzvereinbarung hat Infineon zugesichert, keine weiteren
Aktien innerhalb einer 90-Tage-Frist nach Handelsaufnahme an den Markt zu bringen.
Die Siemens AG, Siemens Nederland N.V. und der Siemens Pension Trust e.V. haben
Infineon jeweils für ihren Aktienbestand bestätigt, dass sie nicht beabsichtigen,
innerhalb von 90 Tagen ab dem Tag der Aufnahme des Handels und der Einbeziehung
der neuen Aktien in die Notierung, Infineon-Aktien aus ihrem Bestand direkt oder
indirekt im Kapitalmarkt zu veräußern.
Über Infineon
Infineon Technologies AG, München, bietet Halbleiter- und Systemlösungen für
Anwendungen in der drahtgebundenen und mobilen Kommunikation, für
Sicherheitssysteme und Chipkarten, für die Automobil- und Industrieelektronik, sowie
Speicherbauelemente. Infineon ist weltweit tätig und steuert seine Aktivitäten in den
USA aus San Jose, Kalifornien, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in
Japan aus Tokio. Mit weltweit rund 29.000 Mitarbeitern erzielte Infineon im
Geschäftsjahr 2000 (Ende September) einen Umsatz von 7,28 Milliarden Euro. Das
DAX-Unternehmen ist in Frankfurt und New York (NYSE) unter dem Symbol ,,IFX"
notiert. Weitere Informationen unter www.infineon.com.
-Für
Der Unvollständige Verkaufsprospekt ist von der Frankfurter Wertpapierbörse gebilligt worden. Er wird
bei der Frankfurter Wertpapierbörse, Zulassungsstelle, bei der Infineon Technologies AG, St.-Martin-Strasse
53, 81669 München oder bei Goldman Sachs & Co. oHG, Friedrich-Ebert-Anlage 49, 60308
Frankfurt zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Darüber hinaus ist der Verkaufsprospekt auf der
Website von Infineon einsehbar. Dies ist kein Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines
Angebots zum Kauf von Infineon-Aktien. Die Entscheidung für ein Investment in Infineon-Aktien sollte
allein auf der Grundlage des Unvollständigen Verkaufsprospekts erfolgen.
Infineon Kapitalerhöhung
Eckdaten zur Emission
Angebotsstruktur Öffentliches Angebot an private und institutionelle Investoren
in Deutschland und in den USA sowie eine Privatplatzierung
an internationale institutionelle Investoren außerhalb von
Deutschland und den USA.
Platzierungsvolumen und
Mehrzuteilungsoption Bis zu 60.000.000 neue Namensaktien und American
Depositary Shares (Verhältnis ADS/Aktie=1:1) einschließlich
einer Mehrzuteilungsoption von bis zu ca. 7.800.000 Aktien.
Emissionspreis Der Emissionspreis wird im Bookbuildingverfahren unter
Berücksichtigung des aktuellen Marktpreises am letzten Tag
der Bookbuilding-Phase festgelegt.
Bookbuilding * Mittwoch, 4. Juli, bis Donnerstag, 12. Juli 2001
Preisfestlegung* Donnerstag, 12. Juli 2001
Handelsaufnahme* Freitag, 13. Juli 2001
Börsenkürzel, WKN IFX, WKN: 623 100
Konsortium Goldman Sachs (Global Coordinator und Bookrunner);
Morgan Stanley und Salomon Smith Barney (Senior Co-Lead
Manager); Commerzbank, HypoVereinsbank und
Lehman Brothers (Co-Lead Manager). Verkaufgruppe:
Consors Capital, DAB bank
Lock-up 90 Tage
Für die Finanz- und Wirtschaftspresse
Informationsnummer INFXX200107.093 d
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Media Relations:
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guenter.gaugler@infineon.com
Infineon Technologies AG
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Matze
Bund plant 450-Mio-DM-Bürgschaft für Infineon-Werk in Dresden
DRESDEN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung will den Bau des weltweit ersten 300-Millimeter-Chipwerks in Dresden mit einer Bürgschaft von 450 Mio. DM (230,1 Mio. Euro) unterstützen. Infineon Finanzvorstand Peter Fischl bestätigte am Montag in München weitgehend einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Dafür seien noch Genehmigungen mehrerer Gremien bis hin zur EU notwendig, sagte die Dresdner Infineon-Sprecherin Birte Urban der dpa auf Anfrage. Wie aus Regierungskreisen in Berlin verlautete, beläuft sich das Bürgschaftsvolumen insgesamt auf 450 Mio. Euro, wovon der Bundesanteil bei reichlich der Hälfte liege.
Die Infineon Technologies SC 300 GmbH, an der auch die Leipziger Messe beteiligt ist, will bis Ende 2002 rund 1,1 Mrd. Euro in das neue Halbleiterwerk investieren und dort hochmoderne DRAM- Speicherbausteine herstellen. Damit sollen in Sachsen 1100 neue Arbeitsplätze entstehen. Außerdem erhofft sich der Freistaat, der das Projekt mit rund 180 Mio. DM Investitionszuschüssen fördert, weitere Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie.
Die Halbleiterfertigung auf Siliziumscheiben (Wafern) mit einem Durchmesser 300 Millimetern gilt als zukunftsweisend. Derzeit sind Wafer-Durchmesser von 200 Millimetern üblich. Bezogen auf diese Größe können auf den neuen Wafern etwa zweieinhalbmal so viel Chips untergebracht werden. Infineon hat nach eigener Darstellung mit der weltweit ersten Serienfertigung von 300-Millimeter-Scheiben einen Vorsprung von 12 bis 15 Monaten vor der Konkurrenz.
Die Fertigung in Dresden soll Ende 2001 beginnen und ein Jahr später die volle Kapazität erreicht haben. Dann können 6000 Siliziumscheiben pro Woche das Werk verlassen. Die Siemens-Tochter Infineon hat nach eigenen Angaben seit 1994 etwa 1,5 Mrd. Euro in ihren Dresdner Standort investiert. Darin sind nicht die Gelder für das neue Chipwerk enthalten. Momentan arbeiten mehr als 3300 Beschäftigte bei Infineon in Dresden./DP/cb/
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