PDA

Vollständige Version anzeigen : Henkel kommt aus dem Tritt


Patrick
04.07.2001, 16:03
'FTD': Henkel steht unmittelbar vor Verkauf seiner Chemiesparte Cognis

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Henkel-Konzern steht nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD, Mittwochausgabe) unmittelbar vor dem Verkauf seiner Chemiesparte Cognis. Der Käufer werde "in kurzer Frist" bekannt gegeben, meldet das Blatt unter Berufung auf Bankenkreise. Als möglicher Preis seien in der Branche bislang immer Summen von rund 3 Mrd. Euro genannt worden.
Mit dem Verkauf trenne sich Henkel von einer Keimzelle des Konzerns, der im Quartal von Januar bis März 2001 auf einen Gesamtumsatz von 3,3 Mrd. Euro gekommen sei. Die Chemiesparte Cognis mache mehr als 20% des Umsatzes und operativen Gewinns aus, schreibt die "FTD". Henkel-Chef Ulrich Lehner wolle den Erlös aus dem Verkauf in sein Markengeschäft stecken./rw/av

Patrick
04.07.2001, 17:07
ANALYSE: JP Morgan hält Kauf der Henkel-Aktie für verfrüht - 'Marketperformer'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Ansicht der Analysten von JP Morgan ist es für einen Kauf der Henkel-Aktie noch zu früh. Das schreiben die Experten in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Gleichzeitig nahm JP Morgen Zeitungsberichte über einen möglichen Verkauf der Chemietochter Cognis an Schroeder Ventures für 2,5 Mrd. Euro zum Anlass, die Einstufung der Henkel-Aktie mit "Marketperformer" zu bestätigen.
Das Rating "Market Performer" kann auch für Aktien vergeben werden, die mehr als 10% unter ihrem fairen Wert gehandelt werden, wenn anzunehmen ist, dass dieser Abschlag von dauerhafter Natur ist. Basierend auf den jüngsten Angaben des Henkel-Vorstandes, erwartet JP Morgan einen Abschluss des Cognis-Verkaufs bis Ende des Jahres.
Falls die Düsseldorfer tatsächlich Cognis für 2,5 Mrd. Euro verkaufen sollten, lägen sie über den Schätzungen der Experten. Diese hatten mit einem Erlös von lediglich 2,28 Mrd. Euro gerechnet. Falls das Geschäft tatsächlich über die Bühne gehen sollte, könnte der Gewinn je Aktie im Jahr 2002 von 5,18 Euro auf 4,72 Euro sinken, schreiben die Analysten./ms/hi/af
--------------------------------------------------
Der Kaufpreis dürfte bei ca. 1,95 Milliarden US $ (2,3 Milliarden Euro) liegen.
Schreibt zumindest die ftd....

KA111
12.11.2001, 15:22
Meinung von Andreas Stowasser


Henkel kommt aus dem Tritt


Keine gute Nachricht für die Aktionäre des Konsumchemie-Konzerns Henkel: Das dritte Quartal 2001 ist schlechter verlaufen als erwartet. Die Konjunkturflaute trifft das Unternehmen heftig: Der operative Gewinn ging im Jahresvergleich um 10,7 Prozent auf 216 Millionen Euro zurück, was deutlich unter der Konsensusprognose von Analysten liegt. Nicht genug damit: Henkel spricht eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr aus. Die Aktie wird nachgeben. Andreas Stowasser


Der Henkel-Motor stottert: Nicht nur, dass der operative Geschäftsverlauf enttäuschend ist, auch bei den Einmalerträgen muss der Konzern den Gürtel enger schnallen.

Der Verkauf der Spezialchemie-Tochter Cognis wird 100 Millionen Euro weniger in die Kassen spülen als geplant. Eine Investorengemeinschaft aus Schroder Ventures und Goldman Sachs Capital Partners wird jetzt nur 2,5 Milliarden Euro auf den Tisch blättern. Bis jetzt hatte Henkel einen Preis von 2,6 Milliarden Euro anvisiert.

Zumindest soll der Verkauf über die Bühne gehen: Die Investorengemeinschaft hatte sich ein Rücktrittsrecht einräumen lassen. Dies ließ Spekulationen über ein Platzen des Deals aufkommen. Ende November soll der Verkauf nun endlich in trockenen Tüchern sein, allerdings zu einem für Henkel nicht gerade berauschenden Preis.

Schlechter Ausblick

Nicht nur das enttäuscht: Henkel spricht eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr aus. Der Betriebsgewinn soll um etwa fünf bis sieben Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Jahresüberschuss und Ergebnis je Aktie sollen leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Bislang sollten die Ertragsgrößen mindestens auf Vorjahresniveau liegen.

Zudem sollen in den kommenden zwei Jahren 3000 Stellen abgebaut werden. Hierfür werden im laufenden Jahr Rückstellungen von 300 Millionen Euro gebildet. Das kommende Jahr soll ein Umsatzplus von acht Prozent und einen Ergebniszuwachs zwischen fünf und sieben Prozent bringen, wenn die Konjunktur mitspielt. Kein begeisternder Ausblick.

Sparten mit unterschiedlicher Entwicklung

Rückschläge musste insbesondere das Klebstoffgeschäft hinnehmen: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) im dritten Quartal 2001 brach im Jahresvergleich um 42,9 Prozent ein. Hier sind auch die Perspektiven für das Gesamtjahr trübe. Der Absatz leidet unter anderem unter der schwachen Baukonjunktur. Auch die Sparte Hygiene /Oberflächentechnik ist von der flauen Weltwirtschaft betroffen. Die Autoindustrie ist in der Flaute, was Henkel deutlich zu spüren bekommt: Das EBIT ging um 17,1 Prozent zurück.

Die Wachs- und Reinigungsmittel sind hingegen weniger konjunktursensitiv: Das EBIT schrumpfte nur um 3,2 Prozent. Hier profitiert Henkel von seinen starken Marken wie Persil und Spee. Die Kosmetik- und Körperpflege hat sich gut behauptet: Das EBIT wuchs um 12,9 Prozent. Ausgerechnet die zum Verkauf anstehende Sparte Cognis zeigt sich am Stärksten: Ein Plus von 26,4 Prozent beim EBIT steht zu Buche.

Die Henkel-Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2002 von derzeit 18 nicht gerade billig, zudem werden die Gewinnprognosen für das kommende Jahr nach dem Quartalsbericht wahrscheinlich gesenkt werden.


Die Henkel-Story ist um ein unerfreuliches Kapitel reicher. Sowohl die Entwicklung des operativen Geschäfts als auch der geringer als erwartete Verkaufspreis für Cognis werden die Anleger enttäuschen. Das wird die Aktie kurzfristig belasten. Der Ausblick ist ebenfalls enttäuschend. Das Unternehmen wird Mühe haben, das Vertrauen der Anleger zurückzuerobern.

Sharper. de

http://217.110.116.61/servlet/com.financial.quotes.meteorquery?type=meteor_chart&ric=HNKG_p.DE&startDate=2001.08.12&mimeType=image/gif&count=1&interval=D&candleWidth=3
KA:)