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artistin
09.07.2001, 16:08
Kommt die Wende? Nein!

Marktkommentar: (tradewire.de) - Ganze 7.2% verlor die Technologiebörse Nasdaq in der vergangenen Woche und baut damit den Gesamtverlust im bisher abgelaufenen Börsenjahr auf 18.9% aus. Nicht wesentlich besser sehen der S&P 500-Index (-9.8%) und der Dow Jones Industrials (-5%) aus. Kommt also mit der Veröffentlichung der Ergebnisse vieler grosser amerikanischer Konzerne ab dieser Woche die Wende?

Nein.

Unternehmen wie Doubleclick (DCLK, 912287, ), (Zahlen am Dienstag), Motorola (MOT, 853936, )
(Mittwoch), Yahoo! (YHOO, 900103, ) (Mittwoch) und Rambus (RMBS, 906870, ) (Donnerstag)
werden ohnehin genug Probleme haben, die bereits stark nach unten revidierten Quartalszahlen zu erreichen.
Vielleicht hilft hier und da der eine oder andere bilanzkosmetische Trick, die Ergebnisse um einen Cent zu
übertreffen. Aber Bitte! liebe Leser, Sie werden sich davon ja wohl nicht mehr täuschen lassen!

Die amerikanische Wirtschaft (und nicht nur die) steckt in einer schweren Krise. Was Sie an dieser Stelle bereits vor Monaten lesen konnten, gilt nach Ablauf des halben Jahres umso mehr und mittlerweile traut sich auch der eine oder andere US-Analyst, darüber offen zu sprechen (ohne dass er hinterher seinen Job wegen fehlendem Patriotisnmus verlieren könnte). Doch was hilft es? Für Sie als Trader war es wichtig eine solche Lage frühzeitig zu erkennen. Jetzt gilt es: Augen auf und nach den wirklichen Gewinnern dieser Krise geschaut! Bei der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse wird das eine oder andere Unternehmen auch mit guten Zahlen - sprich Gewinnen und auf ein gesundes Mass reduzierten Kosten - glänzen können. Wenn zudem noch eine Stabilisierung der Geschäfte oder sogar ein Zuwachs zu verzeichnen ist - zugegriffen! Denn dies werden die Unternehmen sein, auf die sich jetzt verstärkt Anleger, Fondsmanager und Investoren stürzen. Für den kurzfristigen Trader bieten sich hier ungeahnte Chancen.

Weiterhin wichtig - und dies auch mit der Gefahr, dass wir uns an dieser Stelle wiederholen - bleibt das Anspringen der Umsätze und Geschäfte der grossen amerikanischen Unternehmen. Das ist zur Zeit eher unwahrscheinlich.
Doch hier sollte verstärkt nach Ansätzen der Besserung geschaut werden, denn nur dies ist ein wahrer und früher Trendwende-Indikator und nicht die x-te Zinssenkung der mittlerweile machtlosen US-Notenbank (FED).

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Hat jemand Erfahrung mit tradewire.de? Bin durch einen Artikel im Handelsblatt drauf aufmerksam geworden.

grüsse
artistin

artistin
09.07.2001, 16:20
Und noch ein Kommentar.....

Der weiße Rabe

Von Jens Ehrhardt ( derzeit Dauergast in Presse und TV... )

Das Zinsniveau in den USA befindet sich nach dem nun mittlerweile sechsten Zinsschritt der US-Notenbank zwar bei 3,75 Prozent.
Dennoch reißen die schlechten Wirtschaftsmeldungen in der dominierenden Volkswirtschaft nicht ab: Bereits im Mai wurden zum achten Mal rückläufige US-Industrieproduktionszahlen gemeldet, die längste Folge seit der Rezession 1982. Ebenso ging die US-Kapazitätsauslastung auf ein neues Tief von 77,4 Prozent zurück und damit auf das niedrigste Niveau seit 1983. Dennoch ist es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, von einem Versagen der Geldpolitik der US-Notenbank zu sprechen. Denn die Erfahrung zeigt, dass eine Zinssenkungspolitik sich frühestens neun Monate später auf die Konjunktur auswirkt. Somit kann bestenfalls im vierten Quartal von einer Belebung der Wirtschaft ausgegangen werden.

Auch die Tatsache, dass erfahrungsgemäß in Zeiten starker Zinssenkungen die Börsen nicht fallen, hat sich auch diesmal wieder bestätigt, allerdings unter dem Gesichtspunkt, dass Kursverluste sich im Wesentlichen auf den Technologiesektor beschränkten. Mit knapp 10.600 Punkten notiert der Dow Jones nur gering unter seinem Stand zum Jahresbeginn von 11.000 Zählern. Nach der starken Zinssenkungsphase - Greenspan hat sich vorsorglich durch den letzten moderaten Zinsschritt weitere zinspolitische Maßnahmen vorbehalten - könnten sich, wie es auch in Japan zu beobachten war, die Börsen in einer zweiten Abwärtsphase auf neue Tiefstände zubewegen. Sorge bereitet auch nach wie vor der Faktor, dass sich niedrigere Zinsen und höhere Liquidität nicht in steigende Aktienkursen auswirken muss - weder zum Ende dieses Jahres noch im Verlauf des nächsten Jahres ("Japan-Syndrom"). Denn in den USA bestehen erhebliche strukturelle Ungleichgewichte innerhalb der Wirtschaft.

Weitere Gefahren lauern in den USA

Das wohl schwerwiegendste Problem stellt die sehr hohe US-Verschuldung dar, die trotz des wirtschaftlichen Stillstandes im ersten Quartal 2001 hochschnellte - denn ohne den in den USA angewandten, hedonistischen Preisindex würde das US-Wirtschaftswachstum wahrscheinlich bereits negativ ausfallen. Das offiziell angegebene, auf Jahresbasis gerechnete Wachstum der US-Konjunktur im ersten Quartal von gut einem Prozent wurde durch eine hohe Verschuldung erkauft. Zudem wies Greenspan auf die Gefahr der sich in Richtung Japan verschlechternden US-Bankbilanzen hin. Auch sind viele US-Unternehmen durch ebenfalls
verschlechterte Bilanzen gezwungen, die oft dringend benötigte Liquidität über die Ausgabe von Anleihen mit
hohen Coupons zu erhalten, anstatt wie bisher günstiges Eigenkapital über die Ausgabe neuer Aktien zu akquirieren.

Noch dazu fehlt in den mageren Zeiten den meisten Unternehmen die Liquidität zum Rückkauf eigener Aktien, durch welchen in den letzten Jahren eine oftmals nur optische Gewinnsteigerung erzielt wurde. Einerseits steigt die Geldmenge M1 (inklusive der Geldmarktfonds) mit einer aktuellen Jahresrate von 16,8 Prozent und schürt damit die Hoffnung der Investoren auf wieder höhere Kurse, andererseits lässt die Geldmengenausdehnung neue Inflationsschübe befürchten. Kurzfristig allerdings könnte es durchaus zu einer wenn auch kleineren Sommerrallye kommen, denn die Put/Call-Ratios liefern sowohl für die USA wie auch für Europa starke Kaufsignale. Auch die deutlich gestiegene Anzahl von limitierten Orders im Verhältnis zu unlimitierten verdeutlicht die extreme Vorsicht, mit der die privaten wie auch die institutionellen Marktteilnehmer derzeit agieren. Dies deutet meist auf günstige (Kauf-)Kurse hin.

"Weißer Rabe" Bilfinger&Berger

Nach wie vor sind es aber gerade Unternehmen aus dem Value-Bereich, die unter fundamentalen Gesichtspunkten über ein positives Chance/Risiko-Verhältnis verfügen. Diese Woche möchten wir auf Bilfinger&Berger (WKN 590900) aufmerksam machen, das als "weißer Rabe" der hiesigen Bauindustrie steigende Gewinne meldet - trotz einer weiterhin rückläufigen Baukonjunktur. Die Umstrukturierung hin zum Dienstleister rund um den Bau sowie das enorme Beteiligungsvermögen mit Anteilen an Buderus und der
Dresdner Bank in etwa der Höhe der derzeitigen Marktkapitalisierung sichern das Kursniveau hervorragend ab - und bieten zudem beträchtliche Fantasie.

Und hier der Werbeblock.... :D

Wer gegenüber Einzelwerten die Anlage in Fonds präferiert, dem können wir unsere international investierenden Fonds FMM (WKN 847811) und Astra (WKN 977700) empfehlen. Der Rentenfonds FI ALPHA Renten Global (WKN 974512), der überwiegend in internationale Anleihen investiert und der von mir beraten wird, eignet sich darüber hinaus als Anlagealternative für überwiegend risikoaverse Investoren, die zudem durch den maximal 20prozentigen Value-Aktien-Anteil am Steigerungspotenzial dieses Segments partizipieren können. In der Fonds-Statistik des Handelsblattes belegte dieser Fonds kürzlich den ersten Rang.

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grüsse
artistin

Kostolany4
10.07.2001, 08:33
http://pvcharts.quicken.com/bin/icenter.dll?GetChartGIF?symbols=SUNW+CSCO+JNPR+CIEN+JDSU+GLW+ORCL+SEBL&period=YTD&mavg=&X=470&Y=250&ShowNews=0&HiLo=-1&showdividends=0&charttype=HIST&Plot=LINE&Theme=CLASSIC&ShowVol=0&showsplits=1&amount=10000

Hallo artistin,

Für die o.g. "Perlen der Nasdaq" kann es jedenfalls noch keine Wende geben,
weil ein viel zu hohes Wachstum eingepreist ist und das Wachstum aber momentan
bestenfalls ein NULLWACHSTUM ist. Daher sind die hohen KGV's dieser Werte nicht
haltbar, unter keinen Umständen. Die o.g. Werte müssen daher MINIMUM noch 30-40%
runter und das läßt den ganzen Markt (Nasdaq) abrauchen.

Das große Disaster kommt wahrscheinlich im September in der Warning Season von Q3.

Jens Erhard empfiehlt in seinem neuesten Brief daher zurecht, sich in den Value-Aktien
und dem Mid Cap Segment zu engagieren.