Gast_B
05.08.2001, 21:24
Wall Street – Gewinneinbruch auf breiter Front
Das US-Verlagshaus Dow Jones hat am Freitag eine Statistik veröffentlicht, die belegt, wie schlecht es den amerikanischen Unternehmen wirklich geht. Dow Jones & Company vertreibt unter anderem das Wall Street Journal sowie den Barron's. Daneben hat die Firma unter ihrem Namen verschiedene Börsen-Indizes entwickelt.
Im Dow Jones Global Market Index befinden sich 1.700 der größten US-Firmen, von denen bisher 1.138 ihre Ergebnisse für das zweite Quartal gemeldet haben. Basierend auf diesen Veröffentlichungen hat Dow Jones einen Gesamtgewinn nach Sonderfaktoren (inklusive Abschreibungen, Einmalkosten, etc.) von 32,4 Milliarden Dollar ermittelt, ein Einbruch um 67 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Der aktuelle Rückgang übertrifft den aus dem ersten Quartal (-46 Prozent) bei weitem und markiert das schlechteste Ergebnis seit Anfang der 90er Jahre, kurz nach dem Ende der letzten Rezession. Einer der Hauptgründe für die zum Teil horrenden Verluste der US-Firmen sind Wertberichtigungen für Zukäufe, so genannte Goodwill-Abschreibungen.
Technologie trägt Mitschuld
Der Bedarf an solchen Minderungen ist vor allem im Technologiesektor riesig. So belasten allein die Abschreibungen beim Internet-Unternehmen VeriSign [Nasdaq: VRSN] das Gesamtergebnis mit 11,2 Milliarden Dollar. Der Verlust resultiert hauptsächlich aus dem Kauf von Network Solutions, dessen Wert sich seit der Übernahme drastisch reduziert hat.
Nicht in die Studie eingeflossen ist hingegen der in der Geschichte der Wall Street einmalige Verlust von 39 Milliarden Dollar bei JDS Uniphase [Nasdaq: JDSU]. Der Hersteller von Komponenten für optische Computernetzwerke wird die Abschreibungen erst noch vornehmen.
Es sind aber nicht allein die Firmenwertabschreibungen, die die Bücher belasten. Die Firmen zahlen nun auch für ihr drastisches und manchmal unüberlegtes Wachstum der letzten zwei, drei Jahre. Kosten für die Abfindung von überflüssigen Mitarbeitern, Werksschließungen und andere Restrukturierungsmaßnahmen verschlingen nun Milliarden von Dollar.
Kein Wunder also, dass sich die Verluste im Technologiesektor im zweiten Quartal bisher auf annährend 42 Milliarden Dollar summieren, nach einem Gewinn von 9,4 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.
Standard & Poor's 500 nicht viel besser
Im marktbreiten Standard & Poor's 500 Index sieht die Lage nicht viel besser aus – auch wenn hier auf die Berücksichtigung von Sonderfaktoren verzichtet wurde. Dem Finanzdienst First Call/Thomson Financial zufolge beträgt der vorläufige Gewinneinbruch bei den Index-Mitgliedern im zweiten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres 17 Prozent. Auch in dieser Statistik markiert die Veränderung zum Vorjahr den höchsten Verlust seit zehn Jahren.
Besonders schlimm erwischte es Firmen aus dem Bereich chemische Grundstoffe, deren Gewinne gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 94 Prozent zusammenschmolzen. Die Werbebranche folgte mit einem dicken Minus von 79 Prozent auf Platz zwei, gefolgt vom Elektroniksektor (-77 Prozent).
Im krassen Gegensatz dazu explodierten die Gewinne im Gesundheitssektor um 428 Prozent. Der drastische Anstieg bei den Ölpreisen bescherte Bohrfirmen einen Gewinnanstieg um 239 Prozent (2.Platz). Diesen folgten die Ausrüster von Ölfeldern mit einem Zuwachs von 149 Prozent.
Noch haben zwar nicht alle Firmen aus dem S&P 500 ihre Zahlen veröffentlicht, dennoch werden sich kaum noch große Verschiebungen in den Ergebnissen ergeben. Außer die Nachzügler kommen alle aus den zuletzt genannten Sektoren.
© 03.08.2001 www.stock-world.de (http://www.stock-world.de)
Das US-Verlagshaus Dow Jones hat am Freitag eine Statistik veröffentlicht, die belegt, wie schlecht es den amerikanischen Unternehmen wirklich geht. Dow Jones & Company vertreibt unter anderem das Wall Street Journal sowie den Barron's. Daneben hat die Firma unter ihrem Namen verschiedene Börsen-Indizes entwickelt.
Im Dow Jones Global Market Index befinden sich 1.700 der größten US-Firmen, von denen bisher 1.138 ihre Ergebnisse für das zweite Quartal gemeldet haben. Basierend auf diesen Veröffentlichungen hat Dow Jones einen Gesamtgewinn nach Sonderfaktoren (inklusive Abschreibungen, Einmalkosten, etc.) von 32,4 Milliarden Dollar ermittelt, ein Einbruch um 67 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Der aktuelle Rückgang übertrifft den aus dem ersten Quartal (-46 Prozent) bei weitem und markiert das schlechteste Ergebnis seit Anfang der 90er Jahre, kurz nach dem Ende der letzten Rezession. Einer der Hauptgründe für die zum Teil horrenden Verluste der US-Firmen sind Wertberichtigungen für Zukäufe, so genannte Goodwill-Abschreibungen.
Technologie trägt Mitschuld
Der Bedarf an solchen Minderungen ist vor allem im Technologiesektor riesig. So belasten allein die Abschreibungen beim Internet-Unternehmen VeriSign [Nasdaq: VRSN] das Gesamtergebnis mit 11,2 Milliarden Dollar. Der Verlust resultiert hauptsächlich aus dem Kauf von Network Solutions, dessen Wert sich seit der Übernahme drastisch reduziert hat.
Nicht in die Studie eingeflossen ist hingegen der in der Geschichte der Wall Street einmalige Verlust von 39 Milliarden Dollar bei JDS Uniphase [Nasdaq: JDSU]. Der Hersteller von Komponenten für optische Computernetzwerke wird die Abschreibungen erst noch vornehmen.
Es sind aber nicht allein die Firmenwertabschreibungen, die die Bücher belasten. Die Firmen zahlen nun auch für ihr drastisches und manchmal unüberlegtes Wachstum der letzten zwei, drei Jahre. Kosten für die Abfindung von überflüssigen Mitarbeitern, Werksschließungen und andere Restrukturierungsmaßnahmen verschlingen nun Milliarden von Dollar.
Kein Wunder also, dass sich die Verluste im Technologiesektor im zweiten Quartal bisher auf annährend 42 Milliarden Dollar summieren, nach einem Gewinn von 9,4 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.
Standard & Poor's 500 nicht viel besser
Im marktbreiten Standard & Poor's 500 Index sieht die Lage nicht viel besser aus – auch wenn hier auf die Berücksichtigung von Sonderfaktoren verzichtet wurde. Dem Finanzdienst First Call/Thomson Financial zufolge beträgt der vorläufige Gewinneinbruch bei den Index-Mitgliedern im zweiten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres 17 Prozent. Auch in dieser Statistik markiert die Veränderung zum Vorjahr den höchsten Verlust seit zehn Jahren.
Besonders schlimm erwischte es Firmen aus dem Bereich chemische Grundstoffe, deren Gewinne gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 94 Prozent zusammenschmolzen. Die Werbebranche folgte mit einem dicken Minus von 79 Prozent auf Platz zwei, gefolgt vom Elektroniksektor (-77 Prozent).
Im krassen Gegensatz dazu explodierten die Gewinne im Gesundheitssektor um 428 Prozent. Der drastische Anstieg bei den Ölpreisen bescherte Bohrfirmen einen Gewinnanstieg um 239 Prozent (2.Platz). Diesen folgten die Ausrüster von Ölfeldern mit einem Zuwachs von 149 Prozent.
Noch haben zwar nicht alle Firmen aus dem S&P 500 ihre Zahlen veröffentlicht, dennoch werden sich kaum noch große Verschiebungen in den Ergebnissen ergeben. Außer die Nachzügler kommen alle aus den zuletzt genannten Sektoren.
© 03.08.2001 www.stock-world.de (http://www.stock-world.de)