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Eliska
07.08.2001, 09:04
Mit einem Klick durchsuchen Sie mehr als 150.000 Jobangebote der wichtigsten Stellenbörsen sowie spezielle Jobseiten der unten aufgeführten Unternehmen. Geben Sie einfach Ihre Suchbegriffe und weitere Wünsche an. Danach müssen Sie nur auf den "Suchen"-Button klicken. Ihre persönlichen Treffer werden dann angezeigt

http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/strucid/PAGE_200014/pageid/PAGE_202177/bmc/cn_hnavi/bmc/cn_bild!page_202177/bmc/cn_stjob/statisch/indexn.html/bmc/cn_internbanner!0!0ss/SH/0/depot/0/index.html

KA111
07.08.2001, 10:23
Praktisch und effizient:). Gleich 150K Jobs auf einen Streich.:)

Gruß
KA111:)

Eliska
09.08.2001, 17:24
Der Manager-Lounge-Chef Peter Bachsleitner spricht im FTD-Interview über die Schwächen von Jobbörsen im Internet. Nur mit professioneller Beratung könnten Nutzer von den Angeboten profitieren.

Peter Bachsleitner will vor allem die Elite bei den Mid-Careers ansprechen.

Zuerst sind Online-Jobvermittlungen wie Pilze aus dem Boden geschossen, jetzt machen sie reihenweise wieder zu. Hat Recruiting im Internet überhaupt eine Zukunft

Bachsleitner: Zurzeit gibt es zu viele Anbieter und zudem Lernbedarf bei allen Beteiligten: bei Anbietern, Jobsuchenden und potenziellen Arbeitgebern. Da sind Pleiten oder Fusionen nicht zu vermeiden. Jetzt gilt es vor allem, aus den Fehlern der Anfangszeit zu lernen.

Welche Fehler waren das?

Bachsleitner: Es ist unsinnig, Jobsuchende ihre Profile selbst erstellen zu lassen. Dadurch entstand in der Vergangenheit ein Datenpool, der ständig aktualisiert werden musste. Recruiting-Manager in den Unternehmen haben so keine Chance, schnell die passenden Kandidaten zu finden. Viele Ergebnisse sind veraltet oder stimmen nicht mit dem Gesuchten überein. Überdies ist es wichtig, dass Jobsucher die Kontrolle darüber haben, wer ihre Daten einsehen kann. Schließlich gilt es in vielen Fällen zu vermeiden, dass der eigene Chef entdeckt, dass man sich nach einer Alternative umsieht.

Sollen Jobsucher deshalb einen Bogen um Online-Stellenbörsen machen?

Bachsleitner: Keinesfalls. Sie sollten sich aber genau überlegen, wo und wie sie sich präsentieren. Hilfreich ist es, wenn sie erfahrene Berater beim Abfassen des Profils und der Klassifizierung nach Suchkriterien zu Rate ziehen. Auch bei der Bewerbung im Internet zählt der erste Eindruck: Je besser die Kriterien zugeordnet sind, desto größer sind die Chancen.

Sie bieten solch einen Service an?

Bachsleitner: Bei unserer Manager-Lounge helfen Personalexperten und Berater bei den Profilen. So stellen wir sicher, dass etwa die Suche nach einem "Leiter Marketing im Bereich Fast Moving Consumer Goods" keine reinen Vertriebsleute oder Produktmanager aus dem Investitionsgüterbereich liefert. Außerdem wird im Profil außer Angaben zu Mobilität und Sprachkenntnissen die grundsätzliche Veränderungsbereitschaft der Person vermerkt. So wissen beide Seiten schnell, ob sich eine Kontaktaufnahme lohnt. Das erspart den Betroffenen unnütze Gespräche.

Diese Betreuung steht allen Interessenten zur Verfügung?

Bachsleitner: Wir nehmen nur Personen auf, die gewisse Kriterien erfüllen. Dazu gehören ein Einkommen ab 150.000 DM sowie ein überdurchschnittlicher Werdegang. Zusätzlich erhalten aufgenommene Mitglieder für einen Jahresbeitrag von 250 Euro weitere Dienstleistungen, unter anderem die Möglichkeit, ihr persönliches Erfolgsnetzwerk in Online Communities und bei diversen Veranstaltungen auszubauen.

Kann man von den Beiträgen leben?

Bachsleitner: Der Beitrag soll Testpiloten abschrecken. Unsere Website ist für die Gesellschafter nur dann attraktiv, wenn genügend Kandidaten vermittelt werden. Dann erhalten wir je nach Umfang der erbrachten Leistung mindestens zehn Prozent eines Jahresgehalts als Provision.

Darf jedes Unternehmen bei Ihnen herumstöbern?

Bachsleitner: Unternehmen müssen Corporate Member sein. Für Konzerne kostet Das Jahresabonnement 24.000 DM. Bei weniger als 500 Mitarbeitern reicht der halbe Beitrag.

Von Rolf Diekhof

© 2001 Financial Times Deutschland, Do, 9.8.2001

Eliska
08.12.2001, 20:44
Talentmarketing - Hilfe zur Selbsthilfe

Walter Bens und Franz Egle von der Bundesanstalt für Arbeit schulen ihre Berater-Kollegen in kreativen Bewerbungsstrategien Von Corinna Klünsch

(SZ vom 8.12.2001) Frust im Job – das war schon für viele Menschen Anlass, Rat beim Arbeitsamt zu suchen.
Wohin aber wendet sich ein gefrusteter Arbeitsberater? Walter Bens hatte eines Tages genug von typischen Reaktionen auf seinen Beruf. Von den Sprüchen, wie sie auch Arbeitslose kennen, zum Beispiel: „Sie werden ja fürs Nichtstun vom Staat bezahlt.“ So erkundigte er sich bei der privaten Konkurrenz des Arbeitsamtes. Doch er bewarb sich nicht etwa um eine neue Stelle als Headhunter: „Ich wollte einfach wissen, was die Privaten besser machen, und ließ mir moderne Bewerbungsmethoden zeigen.“

Das Ergebnis seiner Forschung ist die so genannte „Strategie der beruflichen Selbstvermarktung“.
Rund 700 Menschen hat der temperamentvolle Querdenker mit dieser Methode beruflich wieder in den Sattel geholfen.


Erfolgreiche Kombination

Dazu gehört zum Beispiel Ekatarina Palewa, die nach ihrem Ingenieurstudium in der Ukraine und der Übersiedlung nach Deutschland sieben Jahre lang arbeitslos war – trotz einer Umschulung zur Reisekauffrau. Bis sie mit der Bens-Methode eine Bewerbungsaktion startete. Drei Wochen später hatte sie einen Job als technische Übersetzerin und betreute russische Firmenkunden auf Deutschlandbesuch.
Wie war das zugegangen?
„Mein Studium galt hier nichts, und Russisch-Kenntnisse allein sind relativ nutzlos“, erklärt Ekatarina Palewa. „Aber mit der Kombination von beidem war ich plötzlich für Firmen interessant. Da ist bloß zuvor kein Berater drauf gekommen. Und ich selbst habe auch nur in festgefahrenen Kategorien gedacht.“


„Man muss Arbeitgebern ein individuelles Stärkenprofil anstatt einer Berufsbezeichnung anbieten“, sagt Bens.
Das erfordert Kreativität und eine neue Denkhaltung: „Niemand erzählt beim ersten Rendezvous seiner Herzensdame, dass er nachts schnarcht. Aber wenn man Menschen fragt, was sie beruflich gut können, listen viele nur ihre Defizite auf.“

Bens und Egle unterscheiden Stärken nach Talenten, Fertigkeiten und Wissen: „Talente sind angeborene Begabungen. Fertigkeiten wie der Umgang mit dem Computer werden erlernt. Und Wissen umfasst neben Fachlichem auch Insiderkenntnisse über Branchen.“


Differenziertes Profil

Doch von Arbeitsämtern werden nicht Talente vermittelt, sondern 800 nach Kennziffern sortierte Berufe, von A wie Arzt bis Z wie Zimmermann.


Bens fordert hier ein Umdenken:
„Nicht was jemand ist, sondern was er tut, ist entscheidend.
Können Sie beraten, organisieren, verkaufen oder heilen?
Arbeiten Sie mit Menschen, Materialien oder Informationen?
Was haben Sie in Ihrem letzten Job gemacht und was tun Sie in der Freizeit?
Durch solche Fragen entsteht ein differenziertes Profil, das neue Chancen bietet.“

Wie etwa bei dem ehemaligen Koch Frank Damm, der nach einer Bens-Beratung sein Fachwissen nun nicht mehr am Kochtopf einbringt, sondern bei einem Einrichter von Großküchen. Dort ist er nun für Verkauf und Planung zuständig – zu einem wesentlich höheren Gehalt.


Perspektivenwechsel nötig

Auch bei der Profilierung durch gezielte Zusatzqualifikationen ist strategische Kreativität gefragt: „Ein Maurer könnte mit einer kaufmännischen Ausbildung Baumarktleiter werden. Oder mit einer Erzieherausbildung Arbeitstherapeut.
Dafür muss er keinen komplett neuen Beruf erlernen.

Mit modularen Qualifizierungen auf der Basis eines Stärkenprofils wäre manche Umschulung überflüssig“, sagt Bens.

In welcher Branche und Betriebsart, in welchem Aufgaben- oder Kundenbereich nutzen die persönlichen Talente und Fertigkeiten am meisten?

Mit dieser Frage findet man die passende Nische, die zum Profil passt wie der Schlüssel zum Schloss.

„Wichtig ist der Perspektivwechsel. Bei Kunden oder Lieferanten etwa hat man mitunter bessere Karten als beim Wettbewerber des Ex-Arbeitsgebers“, weiß Bens.


Eigeninitiative gefragt

Kernpunkt der Bens-Strategie ist neben dem Stärkenprofil die Eigeninitiative via „Zielgruppenkurzbewerbung“ (ZKB): „Nur etwa 40 Prozent aller freien Stellen werden überhaupt annonciert oder dem Arbeitsamt gemeldet.“

Neben Umfragen im Bekanntenkreis empfiehlt Bens Arbeitssuchenden daher die Versendung eines Serienbriefs zum Porto von 1,10 Mark, der das Stärkenprofil in vier Betreffzeilen auf den Punkt bringt:
„Die ZBK umfasst eine Seite Anschreiben, eine für den Lebenslauf plus eine Seite für etwaige Zusatzqualifikationen – das genügt.
Denn bei Interesse fordern Arbeitgeber die kompletten Bewerbungsunterlagen an oder laden gleich zum Vorstellungsgespräch.“

Die passenden Adressen für eine individuelle Datenbank, etwa mit Unternehmen einer bestimmten Branche im Umkreis von 50 Kilometern, findet man in Messekatalogen oder den Gelben Seiten.

Entscheidend für den Erfolg der ZKB ist nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit die Quantität: „Bei Berufsanfängern müssen es vielleicht 200 Briefe sein, bei erfahrenen Spezialisten nur 50.
Die Einladungsquote liegt nach meiner Erfahrung stets zwischen drei und zehn Prozent in rund drei Wochen.“


Selbstfindung angezeigt

Das Ausbildungsniveau des Arbeitsuchenden spielt bei der Selbstvermarktung im Grunde keine Rolle:
„Ich rate Kollegen, aus der Kartei etwa zwei Prozent Kandidaten auszusuchen und ihnen im Gruppenseminar die Strategie zu vermitteln.“

Eine Idee, die das Arbeitsamt München nun umsetzt – nach einer Schulung durch Bens und Egle.
Auch das Landesarbeitsamt Hessen ließ kürzlich rund 80 frisch eingestellte Vermittler in der neuen Methode trainieren.

Sein Rezept der kreativen Eigeninitiative hat Walter Bens übrigens gewissermaßen auch an sich selbst erprobt. Denn seine selbst entwickelte neue Tätigkeit – „Menschen zu zeigen, wie sie mit ihren Talenten und ihrem Wissen eigenständig eine neue Arbeit finden“ – das, so schwärmt er, sei für ihn persönlich „der Traumjob“.

Süddeutsche Zeitung

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