Sascha
20.08.2001, 20:54
VW erwägt Bau eines Werks in Amerika
Hamburg (Reuters) - Der Volkswagen-Konzern erwägt für den Fall einer anhaltenden Aufwertung des Euro zum Dollar den Bau eines zusätzlichen Werks in Amerika. "Wenn sich der Dollar dauerhaft abschwächt, bräuchten wir im Nafta-Raum ein weiteres Werk", sagte VW-Vorstandschef Ferdinand Piech der "Financial Times Deutschland". Dies könnte auch zu Produktionsverlagerungen aus Europa führen. Analysten bezeichneten die Überlegungen Piechs als logische Konsequenz aus der aktuellen Währungsentwicklung. Am Montag notierte der Kurs des Euro mit zeitweise über 92 US-Cent nur leicht unter seinem jüngsten Fünf-Monatshoch. VW hatte seinen Gewinn in der Vergangenheit auch wegen des starken Dollar steigern können und peilt im laufenden Jahr einen weiteren Rekordüberschuss an.
Piech sagte in dem am Montag veröffentlichten Interview weiter, kurzfristig könnten freie Kapazitäten in Südamerika genutzt und von dort Autos nach Nordamerika geliefert werden. Dadurch könnten Exporte aus Europa teilweise ersetzt werden. VW produziert in der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta in einem Werk in Puebla in Mexiko. Dort waren am Wochenende Tausende Arbeitnehmer in Streik getreten, um ihrer Forderung nach kräftigen Lohnerhöhungen Nachdruck zu verleihen. Zur Nafta gehören die USA, Kanada und Mexiko.
Analysten bezeichneten Piechs Überlegungen für ein neues Werk auf dem amerikanischen Kontinent als sinnvoll. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte: "Ich würde das begrüßen." Robert Pottmann von MM Warburg sagte, wenn sich die Aufwertung als dauerhaft erweisen sollte, könnte Volkswagen durch Produktionsverlagerungen Kosten sparen. Für eine Übergangszeit könne VW Überkapazitäten in seinem Werk in Brasilien nutzen und nach Nordamerika liefern.
Der VW-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 657.000 Fahrzeuge nach Nordamerika (korrekt) und dürfte diese Zahl nach Einschätzung von Pieper im laufenden Jahr auf 680.000 steigern. Dies würde bei einem Gesamtabsatz von 5,2 Millionen Fahrzeugen einem Anteil von 13 Prozent entsprechen. Durch den hohen Dollarkurs hatte VW seinen Gewinn erheblich steigern können. Im vergangenen Jahr belief sich der Währungsgewinn abzüglich der Kosten zur Kursabsicherung nach Konzernangaben auf rund eine halbe Milliarde Euro. Die "FTD" zitierte Analystenschätzungen, wonach VW im vergangenen Jahr sogar einen Währungsgewinn von 1,4 Milliarden Mark (korrekt) erzielt haben soll.
Kurzfristig dürfte Piechs Bekräftigung der Ertragsziele von VW von Börsianern allerdings mit größerer Aufmerksamkeit registriert worden sein, als die grundsätzlichen Überlegungen für ein neues Werk in den USA. Pieper sagte, er werte Piechs Aussage positiv, wonach der VW-Chef trotz der schwachen Automobilkonjunktur in Europa an seinem Ziel festhalte, 2001 einen Rekordgewinn einzufahren.
Piech machte ferner deutlich, dass er keine eigene Gruppe für die Luxusmarken des Autokonzerns plant. Eine Zusammenfassung der Luxus-Produkte in einer Gruppe, vergleichbar der Premier Automotive Group von Ford, werde es nicht geben. Im Juni hatte Piech in einem Zeitungsinterview noch den Eindruck entstehen lassen, er plane im Rahmen einer neuen Führungsstruktur neben jeweils eigenen Gruppen für die Massenprodukte und die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns auch eine eigene Organisation für Luxusfahrzeuge.
Details der neuen Führungsstruktur will Piech nach eigenen Worten noch in diesem Jahr bekannt geben und damit seinem Nachfolger den Weg ebnen, der im nächsten Jahr das Steuer bei VW übernehmen soll. Erwartet wird, dass der ehemalige BMW-Vorstandschef und heutige Chef der VW-Tochter Seat, Bernd Pischetsrieder, Piech im April 2002 ablöst.
gefunden in:
http://www.reuters.de/news_article.jhtml?type=economicsnews&StoryID=169604
Na, da schaue ich aber doch ein wenig skeptisch... Allerdings hat VW ja auch gezeigt, daß sie mit Geld auch umgehen können. :D:D
Hamburg (Reuters) - Der Volkswagen-Konzern erwägt für den Fall einer anhaltenden Aufwertung des Euro zum Dollar den Bau eines zusätzlichen Werks in Amerika. "Wenn sich der Dollar dauerhaft abschwächt, bräuchten wir im Nafta-Raum ein weiteres Werk", sagte VW-Vorstandschef Ferdinand Piech der "Financial Times Deutschland". Dies könnte auch zu Produktionsverlagerungen aus Europa führen. Analysten bezeichneten die Überlegungen Piechs als logische Konsequenz aus der aktuellen Währungsentwicklung. Am Montag notierte der Kurs des Euro mit zeitweise über 92 US-Cent nur leicht unter seinem jüngsten Fünf-Monatshoch. VW hatte seinen Gewinn in der Vergangenheit auch wegen des starken Dollar steigern können und peilt im laufenden Jahr einen weiteren Rekordüberschuss an.
Piech sagte in dem am Montag veröffentlichten Interview weiter, kurzfristig könnten freie Kapazitäten in Südamerika genutzt und von dort Autos nach Nordamerika geliefert werden. Dadurch könnten Exporte aus Europa teilweise ersetzt werden. VW produziert in der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta in einem Werk in Puebla in Mexiko. Dort waren am Wochenende Tausende Arbeitnehmer in Streik getreten, um ihrer Forderung nach kräftigen Lohnerhöhungen Nachdruck zu verleihen. Zur Nafta gehören die USA, Kanada und Mexiko.
Analysten bezeichneten Piechs Überlegungen für ein neues Werk auf dem amerikanischen Kontinent als sinnvoll. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte: "Ich würde das begrüßen." Robert Pottmann von MM Warburg sagte, wenn sich die Aufwertung als dauerhaft erweisen sollte, könnte Volkswagen durch Produktionsverlagerungen Kosten sparen. Für eine Übergangszeit könne VW Überkapazitäten in seinem Werk in Brasilien nutzen und nach Nordamerika liefern.
Der VW-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 657.000 Fahrzeuge nach Nordamerika (korrekt) und dürfte diese Zahl nach Einschätzung von Pieper im laufenden Jahr auf 680.000 steigern. Dies würde bei einem Gesamtabsatz von 5,2 Millionen Fahrzeugen einem Anteil von 13 Prozent entsprechen. Durch den hohen Dollarkurs hatte VW seinen Gewinn erheblich steigern können. Im vergangenen Jahr belief sich der Währungsgewinn abzüglich der Kosten zur Kursabsicherung nach Konzernangaben auf rund eine halbe Milliarde Euro. Die "FTD" zitierte Analystenschätzungen, wonach VW im vergangenen Jahr sogar einen Währungsgewinn von 1,4 Milliarden Mark (korrekt) erzielt haben soll.
Kurzfristig dürfte Piechs Bekräftigung der Ertragsziele von VW von Börsianern allerdings mit größerer Aufmerksamkeit registriert worden sein, als die grundsätzlichen Überlegungen für ein neues Werk in den USA. Pieper sagte, er werte Piechs Aussage positiv, wonach der VW-Chef trotz der schwachen Automobilkonjunktur in Europa an seinem Ziel festhalte, 2001 einen Rekordgewinn einzufahren.
Piech machte ferner deutlich, dass er keine eigene Gruppe für die Luxusmarken des Autokonzerns plant. Eine Zusammenfassung der Luxus-Produkte in einer Gruppe, vergleichbar der Premier Automotive Group von Ford, werde es nicht geben. Im Juni hatte Piech in einem Zeitungsinterview noch den Eindruck entstehen lassen, er plane im Rahmen einer neuen Führungsstruktur neben jeweils eigenen Gruppen für die Massenprodukte und die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns auch eine eigene Organisation für Luxusfahrzeuge.
Details der neuen Führungsstruktur will Piech nach eigenen Worten noch in diesem Jahr bekannt geben und damit seinem Nachfolger den Weg ebnen, der im nächsten Jahr das Steuer bei VW übernehmen soll. Erwartet wird, dass der ehemalige BMW-Vorstandschef und heutige Chef der VW-Tochter Seat, Bernd Pischetsrieder, Piech im April 2002 ablöst.
gefunden in:
http://www.reuters.de/news_article.jhtml?type=economicsnews&StoryID=169604
Na, da schaue ich aber doch ein wenig skeptisch... Allerdings hat VW ja auch gezeigt, daß sie mit Geld auch umgehen können. :D:D