Die Wahlen stehen vor der Tür. Wie würdet ihr den weiteren Verlauf der Börse sehen, wenn Bush die Wahl gewinnen würde????
;)
Astral
(bei MM zu besuch)
Hallo Leute,
jeder, der sich ein Bild über den Ausgang der US-Wahlen im November machen will und damit verbunden, die Reaktion der Aktienmärkte auf das Ergebnis, dem sei empfohlen, nachfolgenden Kommentar von meiner Seite zu lesen.
Präsidenten und Aktienmärkte
Wie werden sich die möglichen Präsidenten George Bush (Republikaner) oder Al Gore (Demokrat) auf den Aktienmarkt und die Wirtschaft auswirken ?
A) Ist es denn überhaupt wichtig, welcher der beiden das Rennen macht ?
Die Beantwortung dieser Frage erfolgt durch eine Einschätzung des mögliches Einflusses und seiner Auswirkung, der jeweils vertretenen Politiksichtweise der beiden Kandidaten. Dies dürfte sehr teilweise sehr gedankenanregend sein, vor allem im Hinblick auf die doch sehr bedachte und vorsichtige Regierungsarbeit eines Bill Clintons.
M.E. wird die Präsidentenwahl grundlegende Änderungen und Konsequenzen für die Richtung der US-Wirtschaft nach sich ziehen.
B) Kann ein Präsident die Wirtschaft grundlegend beeinflussen ?
Zuallererst glaube ich nicht, dass eine Regierung wirtschaftliche Wohlstand schaffen kann. Denn dies ist letztlich die Arbeit von hunderttausenden kleiner und grosser Firmen, die der Nachfrage des Verbrauchers entsprechen. Eine Regierung kann solche Unternehmen entweder behindern oder unterstützen. Die Rolle einer Regierung in den Märkten sollte auf folgende Aufgaben begrenzt sein
- Vorgabe der Spielregeln (Legislative)
- Betrug und Korruption bekämpfen (Exekutive)
- Schiedsrichter und Jury zu sein (Jurisdiktion).
Aber eine Regierung kann -so sicher wie das Amen in der Kirche. auch wirtschaftliche Probleme und Katastrophen verursachen ! Sie ist in der Lage jeden Wirtschaftszyklus in eine Rezession oder noch schlimmer, in eine Depression umzukehren. Sie kann ds Wachstum abwürgen. Als eine starke Machtquelle kann sie Wenige gegenüber Vielen begünstigen. Korruption wäre dann "the name of the game.
Aber eine Regierungsarbeit kann auch ein Klima schaffen, in dem Arbeiter und Entrepreneure gleicherseits prosperieren können.
Lasst uns jetzt mal in die Details gehen, inwieweit ein Bush oder Gore die Wirtschaft verschiedenartig beeinflussen würden. Hierbei fange ich mit einem der wichtigsten zukünftigen Themen überhaupt an. Denn bei diesem gehen die Ansichten der beiden Kontrahenten grundlegend auseinander ! ..... die Steuerpolitik.
Vereinfacht kann man es auf den Punkt bringen, dass ein Bush für den Aktienmarkt besser wäre, während ein Gore dem Bondmarkt auf die Sprünge helfen würde.
1) Die Steuerpolitik eines Al Gore und die Auswirkungen !
Die Steuerpolitik (hier i.w. die Einkommenssteuer), die ein Al Gore propagiert ist eigentlich nicht anderes als reine Politik, die kaum Aussicht hat -weder im Senat, noch im Kongress- jemals verwirklicht zu werden .... die Chancen dafür sind relativ dünn.
Mit einem US-Präsidenten Al Gore werden die USA genau die Anzahl von Einkommenssteuersenkungen sehen, die sie in den letzten sechs Jahren erlebt haben .... nämlich KEINE.
So war es in den letzten sechs Jahren: Clinton hat seine Vorschläge (die teilweise dramatisch gewesen wären) an den Kongress geschickt, dieser hat seine reduzierten Vorschläge zurückgeschickt und Clinton hat sein Veto eingelegt.
Mit einem Präsidenten Gore wird sich darin nichts ändern, ausser vielleicht noch mehr rhetorisches Geplänkel. Wo man vermutlich einen Kompromiss erreichen könnte, dürfte im Gesundheitsbereich sein ... hierbei geht es um die Verschreibung von Medikamenten.
Zur Zeit erwirtschaften die USA noch gewisse Budgetüberschüsse. Dies dürfte auch so weitergehen, sollten die USA nicht in eine Rezession abdriften (meine Ansicht dazu kennt Ihr). Die Regierung wird weiterhin Regierungsanleihen zurückkaufen und damit für niedrigere Zinsen sorgen. Halter von langlaufenden Regierungsanleihen dürften daran -teilweise dramatisch- profitieren, da die Zinsen am langen Ende m.E. leicht bis auf unter 4% fallen könnten, selbst wenn die Zinsen für Unternehmensanleihen auf relativ hohem Level verbleiben dürften.
Die Begründung findet man in der Tatsache, dass es Tausende von Fonds gibt, deren Statuten es erfordern ein hohes Mass an Regierungsanleihen zu halten. Da das Angebot an Regierunsanleihen zurückgehen dürfte (solange Budgetüberschüsse erwirtschaftet werden), werden diese Fonds gezwungen sein, fast jeden Preis zu zahlen, um an diese Anleihen zu kommen. Der Preis geht nach oben, die Zinsen nach unten !
Niedrige Zinsen werden für die Wirtschaft gut sein, als auch für die Gewinnsituation für die Unternehmen, was auch den Aktienmärkten dann helfen dürfte. Allerdings werden diese Auswirkungen erst in drei bis vier Jahren frühestens zu spüren sein.
2) Die Auswirkungen eines George Bush als Präsident !
Bush, auf der anderen Seite, wird vermutlich für teilweise drastische Senkungen der Einkommenssteuer eintreten. Hinzu kommt, dass -wenn er gewählt wird- beide Häuser des Kongresses evetuell in republikanischer Hand wäre. Da seine Vorschläge in dieser Hinsicht aber nicht so dramatisch sind, dürfte hier der Kongress wohl letztlich zustimmen und Steuersenkungen den Weg ebnen.
Man muss bedenken, dass der Anstieg der Ölpreis diesselbe Wirkung hat, wie Steuererhöhungen, sollten sie zu lange auf zu hohem Niveau verbleiben. So ein Zustand kann letztlich zu einer Rezession führen. Steuersenkungen von Bush könnten einer solchen Entwicklung positiv entgegentreten. Wenn ich Bush wäre, dann würde ich diese Absicht schnellstmöglichst auf den Weg bringen und in eine Gesetzesvorlage ummünzen.
Dies würde auch Alan Greenspan entgegenkommen, in seiner Absicht, ein Soft-Landing vorzubereiten und das Fundament für kontinuierlichen Aufschwung zu bereiten. Ein Grossteil der eingesparten Steuern würde in den Aktienmarkt fliessen, wodurch sich dann auch wieder ein besseres Bild für den Arbeitsmarkt schaffen liesse.
Bush will aber auch die Schulden der Regierung abbauen, wenn auch nicht so schnell wie ein Al Gore. Bush vertritt hier die Ansicht, die Schulden in dem Tempo zurückzuzahlen, wie es das Wirtschaftstempo zulässt. Dies würde letztlich auch zu niedrigeren Zinsen verhelfen und dürfte dieselben Auswirkungen haben, wie oben bei Al Gore erwähnt.
Langfristig gesehen dürfte die Politik der beiden Kandidaten positiv sowohl für den Aktien- als auch Bondmarkt sein. Die unmittelbare Wirkung wäre bei Bush vermutlich grösser.
C) Der Unterschied zwischen Bush und Gore ?
Viele Volkswirtschaftler sind mittlerweile sehr besorgt über die Möglichkeit einer Rezession in den USA im nächsten Jahr, aus einer Vielzahl von Gründen heraus. Eine Steuersenkung könnte eine solche verhindern, oder milder in ihrer Auswirkung ausfallen lassen. Für die Wähler, die nur an ihre Aktiendepots denken, steht die Wahl für Bush vermutlich schon fest. Die Präsidedntschaft eines Al Gore wäre für den Aktienmarkt nur dann ein Problem, wenn es zur Rezession oder eines Zeitraum geringen Wachtumes käme, da er sich dann vermutlich gegen deutliche Steuersenkungen aussprechen würde.
Wenn Al Gore gewinnt, dann bestehen mit Hebelinstrumenten auf langlaufende Regierungsanleihen, dramatische Gewinnaussichten.
Der nächste Unterschied ist die Sozialpolitik. Gore dürfte im Hinblick auf die Bekämpfung der langfrisitgen Probleme (wie wir sie hier in Deutschland ja auch haben) der Sozialversicherung wenig Neues zu bieten haben. ZWEI Arbeiter zur Finanzierung von Leistungen die EIN empfänger erhält, stellen Probleme dar, die schwierig zu lösen sein dürften.
Mit den momentanen Überschüssen der Sozialversicherung erfolgt die Rückzahlung der Staatsschulden, ohne für die zukünftigen Zahlungen aus der Sozialversicherung etwas "beiseite zu legen". ....... hier ist es nämlich, wo die amerikanischen Budgetüberschüsse herkommen.
Wenn diese Überschüsse in der Sozialversicherung dann abgebaut sind, dann dürften die Steuern erhöht, die Differenz aus dem Staatshaushalt geleistet, die Leistungen reduziert oder Geld gedruckt werden. dies wird vor allem dann Probleme bereiten, wenn die heutigen "Baby-Boomer" an ihre Pension
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