Sascha
05.03.2001, 07:22
WOCHENAUSBLICK: Zu Beginn der Fastenzeit gibt es
Schonkost für die Börsianer
-- Von Andreas Framke, dpa-AFX --
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach ziemlich verpatzten Karnevalstagen dampft in den Töpfen der meisten Börsianer zu Beginn der Fastenzeit allenfalls Schonkost. Im besten Fall sei in den nächsten Tagen mit einer Stabilisierung des Gesamtmarktes zu rechnen, heißt es aus den Frankfurter Bankentürmen. Seit Mitte letzter Woche hatten Jahres- und Allzeittiefs fast schon im Minutentakt den meteorologischen Frühlingsanfang in der Main-Metropole gründlich verhagelt. Auslöser für den unfreiwilligen Kniefall der deutschen Aktienmärkte war am Mittwoch ein neues Zwei-Jahres-Tief der US-Computerbörse NASDAQ gewesen, das jede Hoffnung auf steigende Kurse gründlich zunichte machte.
Der Deutsche Aktienindex DAX war dann am Freitag zwischenzeitlich sogar auf den tiefsten Stand seit Ende 1999 abgerutscht, hatte sich später jedoch wieder gefangen. Der labile "Dauerpatient" Neuer Markt liegt schon seit Aschermittwoch wegen akuten eines Schwächeanfalls wieder auf der Intensivstation. Optimisten hoffen nun allerdings auf eine technische Erholung. Nach Einschätzung von Experten der BfG-Bank sind sowohl DAX wie auch EuroStoxx 50 nämlich stark überverkauft. "Ein kurzfristiges Unterschreiten der Unterstützungsmarken ist nicht auszuschließen, sollte sich jedoch als Bärenfalle erweisen und den Beginn einer starken technischen Erholung nach sich ziehen".
Solch optimistische Töne lassen Hoffnung aufkeimen - wären da nicht Fed-Chef Alan Greenspan und die Furcht vor einer weiteren Abkühlung der US-Wirtschaft. Gewohnt nebulöse Andeutungen des
US-Notenbankers in der vergangenen Woche ließen schon vermuten, dass die Talsohle der Wirtschaft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch nicht erreicht ist, eine Rezession sich nach Meinung der Commerzbank aber "nicht abzeichnet". Ungewiss blieb zunächst freilich, ob die Fed bis zur nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 20. März abwarten wird, oder bereits vorher erneut an der Zinsschraube dreht. Einmal mehr warten die Märkte der Welt also auf Alan Greenspan, der am Dienstag (6.3.) seinen 75. Geburtstag feiert.
Auch daheim kündigt sich eine interessante Woche an: Im Euroland wird am Donnerstag das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal veröffentlicht. Auch die aktuellen Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für den Januar dürften auf dem Parkett Interesse finden. Zwei Tage zuvor gibt die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit die Arbeitslosenstatistik für den Monat Februar bekannt, am Mittwoch informiert das Statistische Bundesamt in Wiesbaden über die Auftragslage der deutschen Wirtschaft im Januar.
"Großkampftag" für die meisten Börsianer ist jedoch der Dienstag: Mit dem Leverkusener Bayer-Konzern und dem Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC) legen gleich zwei DAX-30 Werte ihre Jahresergebnis vor. Bei FMC rechnen Experten mit einem deutlich gestiegenen Jahresüberschuss zwischen 206 und 214 Mio. (1999: 170 Mio. USD) USD. Bayer hatte bei der Bekanntgabe der Neunmonats-Zahlen im vergangenen Herbst bei Umsatz und Betriebsergebnis ein Wachstum von wenigstens zehn Prozent angekündigt und wird sich nun an seinen eigenen Prognosen messen lassen müssen.
Bereits weitgehend bekannt sind die ebenfalls in dieser Woche zur offiziellen Verkündung durch die Vorstände anstehenden Zahlen von adidas-Salomon , Kamps , Puma , Internationalmedia und
der zuletzt arg gebeutelten Jenaer Softwareschmiede Intershop . Gespannt sind Analysten und
Investmentbanker im Frankfurter Westend dagegen vor allem darauf, wie Intershop-Gründer und Firmenchef Stephan Schambach auf die von Aktionären in den USA eingereichte Klage gegen sein Unternehmen reagieren wird.
Gesundheitlich angeschlagen geht dann noch Ende der Woche der Neue Markt in sein fünftes Lebensjahr. Zum vierten Wiegenfest steht am Samstag freilich statt einer üppigen Torte - wie sollte es in diesen Tagen auch anders sein - Schonkost auf dem Menüplan des Sorgenkindes. Seit seinem Höhenflug vor fast genau einem Jahr fesseln hartnäckige Kinderkrankheiten den "Dauerpatienten" ans Bett. Aktuellstes Symptom des anhaltenden Siechtums: Der NEMAX 50 unterschritt die psychologisch wichtige 2000er-Unterstützungslinie in der vergangenen Woche geradezu mühelos
gefunden in: http://www.comdirect.de/
Schonkost für die Börsianer
-- Von Andreas Framke, dpa-AFX --
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach ziemlich verpatzten Karnevalstagen dampft in den Töpfen der meisten Börsianer zu Beginn der Fastenzeit allenfalls Schonkost. Im besten Fall sei in den nächsten Tagen mit einer Stabilisierung des Gesamtmarktes zu rechnen, heißt es aus den Frankfurter Bankentürmen. Seit Mitte letzter Woche hatten Jahres- und Allzeittiefs fast schon im Minutentakt den meteorologischen Frühlingsanfang in der Main-Metropole gründlich verhagelt. Auslöser für den unfreiwilligen Kniefall der deutschen Aktienmärkte war am Mittwoch ein neues Zwei-Jahres-Tief der US-Computerbörse NASDAQ gewesen, das jede Hoffnung auf steigende Kurse gründlich zunichte machte.
Der Deutsche Aktienindex DAX war dann am Freitag zwischenzeitlich sogar auf den tiefsten Stand seit Ende 1999 abgerutscht, hatte sich später jedoch wieder gefangen. Der labile "Dauerpatient" Neuer Markt liegt schon seit Aschermittwoch wegen akuten eines Schwächeanfalls wieder auf der Intensivstation. Optimisten hoffen nun allerdings auf eine technische Erholung. Nach Einschätzung von Experten der BfG-Bank sind sowohl DAX wie auch EuroStoxx 50 nämlich stark überverkauft. "Ein kurzfristiges Unterschreiten der Unterstützungsmarken ist nicht auszuschließen, sollte sich jedoch als Bärenfalle erweisen und den Beginn einer starken technischen Erholung nach sich ziehen".
Solch optimistische Töne lassen Hoffnung aufkeimen - wären da nicht Fed-Chef Alan Greenspan und die Furcht vor einer weiteren Abkühlung der US-Wirtschaft. Gewohnt nebulöse Andeutungen des
US-Notenbankers in der vergangenen Woche ließen schon vermuten, dass die Talsohle der Wirtschaft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch nicht erreicht ist, eine Rezession sich nach Meinung der Commerzbank aber "nicht abzeichnet". Ungewiss blieb zunächst freilich, ob die Fed bis zur nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 20. März abwarten wird, oder bereits vorher erneut an der Zinsschraube dreht. Einmal mehr warten die Märkte der Welt also auf Alan Greenspan, der am Dienstag (6.3.) seinen 75. Geburtstag feiert.
Auch daheim kündigt sich eine interessante Woche an: Im Euroland wird am Donnerstag das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal veröffentlicht. Auch die aktuellen Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für den Januar dürften auf dem Parkett Interesse finden. Zwei Tage zuvor gibt die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit die Arbeitslosenstatistik für den Monat Februar bekannt, am Mittwoch informiert das Statistische Bundesamt in Wiesbaden über die Auftragslage der deutschen Wirtschaft im Januar.
"Großkampftag" für die meisten Börsianer ist jedoch der Dienstag: Mit dem Leverkusener Bayer-Konzern und dem Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC) legen gleich zwei DAX-30 Werte ihre Jahresergebnis vor. Bei FMC rechnen Experten mit einem deutlich gestiegenen Jahresüberschuss zwischen 206 und 214 Mio. (1999: 170 Mio. USD) USD. Bayer hatte bei der Bekanntgabe der Neunmonats-Zahlen im vergangenen Herbst bei Umsatz und Betriebsergebnis ein Wachstum von wenigstens zehn Prozent angekündigt und wird sich nun an seinen eigenen Prognosen messen lassen müssen.
Bereits weitgehend bekannt sind die ebenfalls in dieser Woche zur offiziellen Verkündung durch die Vorstände anstehenden Zahlen von adidas-Salomon , Kamps , Puma , Internationalmedia und
der zuletzt arg gebeutelten Jenaer Softwareschmiede Intershop . Gespannt sind Analysten und
Investmentbanker im Frankfurter Westend dagegen vor allem darauf, wie Intershop-Gründer und Firmenchef Stephan Schambach auf die von Aktionären in den USA eingereichte Klage gegen sein Unternehmen reagieren wird.
Gesundheitlich angeschlagen geht dann noch Ende der Woche der Neue Markt in sein fünftes Lebensjahr. Zum vierten Wiegenfest steht am Samstag freilich statt einer üppigen Torte - wie sollte es in diesen Tagen auch anders sein - Schonkost auf dem Menüplan des Sorgenkindes. Seit seinem Höhenflug vor fast genau einem Jahr fesseln hartnäckige Kinderkrankheiten den "Dauerpatienten" ans Bett. Aktuellstes Symptom des anhaltenden Siechtums: Der NEMAX 50 unterschritt die psychologisch wichtige 2000er-Unterstützungslinie in der vergangenen Woche geradezu mühelos
gefunden in: http://www.comdirect.de/