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Vollständige Version anzeigen : DM/Euro-Anleihen seit den 70-igern lukrativer als Aktien. Ausblick.


Eliska
28.08.2001, 09:39
Kaum jemand weiß es.
Aber mit deutschen Renten hat man seit Anfang der 70er Jahre bis heute mehr Geld verdient als mit dem Dax.

Das ist vor allem deshalb der Fall, weil der Dax über die gesamten - von Stagflation geprägten - 70er Jahre nicht von der Stelle gekommen ist, während Anleihen immerhin fette Kupons abgeworfen haben.

Seit den frühen 80er Jahren hat der Dax deutlich besser abgeschnitten als Renten - und hatte zwischenzeitlich die Nase vorne. Aber seit Februar 2000 sind die deutschen Standardaktien um knapp 30 Prozent gefallen, während Anleihen eine Rendite von knapp elf Prozent eingebracht haben.

Bonds mögen einen bei einer Rendite von rund 4,9 Prozent auf zehnjährige Bundesanleihen nicht gerade von Hocker reißen. Aber in einer inflationsfreien Welt ist das gar nicht so schlecht. Sie bleiben attraktiv und gehören in jedes ausgewogene Portefeuille.

Die Güterpreise purzeln auf breiter Front, und in vielen Branchen laufen Geschäfte nur noch mit Nachlässen. Die Rohstoffpreise sind seit November 2000 um 17 Prozent gesunken.
Auch der Euro hat sich stabilisiert.
Die deutschen Importpreise sind im Oktober 2000 mit gut 13 Prozent gestiegen, zuletzt mit 1,7 Prozent.
Mit jedem flauen Monat wird der ohnehin starke Wettbewerb härter.

Von Seiten der Lohn- und Fiskalpolitik sind größere Störfeuer nicht auszumachen.
Und die EZB achtet mit Argusaugen auf die Preise.
Zu Recht erwarten Banken, dass die Inflation nächstes Jahr auf deutlich unter zwei Prozent fällt.
Nicht auszuschließen, dass es weiter runter geht.
Dann muss man Bonds haben.

© 2001 Financial Times Deutschland

KA111
28.08.2001, 10:37
Interessant, Eliska:)! Es kommt wie immer auf die Auswahl des Vergleichszeitraums an:D Mit der Nummer kann man alles beweisen oder widerlegen.:D

Gegen eine weitere Zins-Runter-Bewegung der EURO-Bonds steht derzeit die etwas aus dem Ruder gelaufene Geldmenge im Euro-Raum. Da müßte der Dollar schon - bezw. ein breiterer ausländischer Kapitalzustrom aus dem USD-Raum schon helfen. Oder der DAX taucht auf 3800 ab.:D Den Kapitalstrom aus dem Ausland sehe ich auch bei einer signifikanten Renaissance des Euro nicht. Die EZB ist an allem schuld mit ihrem Stabilitäts-Ge-Hege.

Hier was aus der NZZ. War das Lieblingsjournal unseres weißt schon.

Euro-Rentenmärkte mit Blick auf Geldmengenentwicklung
Frankfurt, 28. Aug (Reuters) - Im Mittelpunkt der europäischen Rentenmärkte stehen am Dienstag Händlern zufolge die Zahlen zur Entwicklung der Geldmenge in der Euro-Zone im Juli. Analysten rechnen damit, dass das Wachstum der Geldmenge M3 im Juli wegen Sondereffekte mit 6,1 Prozent erneut weit über dem EZB-Referenzsatz von 4,5 Prozent liegen wird. Dennoch erwarten die Experten in einer Reuters-Umfrage mehrheitlich eine Leitzinssenkung beim Ratstreffen der europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Am Nachmittag wird sich der Blick der Anleger ferner auf die US-Märkte richten, wenn der Index des Verbrauchervertrauens für August bekannt gegeben wird. Händler rechnen mit einer leichten Aufhellung der Stimmung und etwas nachgebenden Rentenkursen.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future war am Montag elf Ticks höher bei 108,58 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Bobl-Future hatte eine Stelle auf 106,75 Zähler zugelegt. Am kurzen Ende hatte der Schatz-Future einen Tick auf 103,26 Punkte abgegeben. Die US-Anleihen hatten den Handel am Montag kaum verändert verlassen und verzeichneten am Dienstag im asiatischen Handel nur geringfügige Zuwächse. Der richtungweisende zehnjährige US-Bond notierte bei 100-18/32 Zählern (Rendite 4,926 Prozent) nach einem Schlusskurs von 100-16/32 Zählern. Die 30-jährigen Staatsanleihen stiegen einen Tick auf 98-23/32 und rentierten mit 5,462 Prozent.

Die Geldmengenentwicklung ist ein bedeutender Indikator für die künftige Zinspolitik der EZB, die als oberstes Ziel ein stabiles Preisniveau anstrebt. Obwohl das Wachstum der Geldmenge M3 im Juli den Prognosen zufolge weit über dem Referenzwert der EZB lag, erwarten Experten dennoch eine Zinssenkung beim Ratstreffen der EZB am Donnerstag. Noch sei M3 unter dem Einfluss von Faktoren wie kurzfristig in Geldmarktinstrumente geparkte Gelder, sagten Experten. Deshalb würden die Zahlen die EZB nicht an einer Senkung der Leitzinsen hindern.

Um 16 Uhr MESZ wird das private Institut für Wirtschaftsforschung Conference Board seinen Index zum US-Verbrauchervertrauen im August bekannt geben. Experten rechnen damit, dass der Index etwas höher ausfallen wird als in den Vormonaten. "Ein leichter Anstieg wird (am Rentenmarkt) nicht viel bewirken", sagte Gerald Lucas, Rentenstratege bei Merrill Lynch. Allerdings könnte ein deutlicher Anstieg des Index für Druck sorgen, zumal der Handel sehr dünn und die Kurse entsprechend volatil reagierten. Der Index des Conference Board gilt als wichtiger Hinweis dafür, ob die US-Wirtschaft in eine Rezession hineinläuft oder zur Erholung ansetzt.

Liebe Grüße
KA:)