Eliska
31.08.2001, 15:30
Viele Unternehmen auf Nachwuchssuche wenden sich gezielt an Studentinnen.
Beim Vorstellungsgespräch entscheidet sich die berufliche Zukunft in der Regel innerhalb weniger Minuten. Doch in einigen Unternehmen nimmt man sich für das erste Kennenlernen mehr Zeit:
In Recruiting-Workshops treffen die Bewerber über mehrere Tage Führungskräfte und Personalchefs. Manche Unternehmen setzen die Workshops gezielt zur Gewinnung ihres weiblichen Führungsnachwuchses ein.
Suche nach Talenten
DaimlerChrysler in Sindelfingen veranstaltete im Juli dieses Jahres zum ersten Mal einen "Recruiting-Workshop nur für Frauen". Eingeladen wurden 50 Hochschulabsolventinnen und Berufseinsteigerinnen mit technischem oder kaufmännischem Schwerpunkt.
Dass man sich dabei speziell an Frauen gewandt habe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Sylvia Reck, die Leiterin des Personalmarketings: "Wir wollen Talente entdecken und uns ihnen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren."
Hinter dem Engagement für Frauen in Führungspositionen steht nach Reck das so genannte Diversity-Prinzip: "Wir wollen in unserem Unternehmen alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten wissen, und dazu gehört natürlich auch ein größerer Anteil Frauen."
Zur Zeit arbeiten innerhalb des Konzerns in Deutschland rund zwölf Prozent Frauen und nur fünf bis sechs in Führungspositionen.
Langeweile vermeiden
Auch bei der Ford-Werke AG in Köln fördern unterschiedliche Programme den Einstieg von Frauen in das Unternehmen.
"Wir versuchen durch Informationsprojekte in Schulen, schon junge Mädchen für einen technischen Beruf zu begeistern und vergeben auch Stipendien an Maschinenbaustudentinnen", erklärt Astrid Wagner von Ford.
"Sowohl unsere Mitarbeiterinnen im technischen Bereich als auch im Marketing haben sich zu Foren zusammen geschlossen. Auch sie informieren junge Frauen über Einstiegsmöglichkeiten und geben direkte Hilfestellungen, zum Beispiel für die eigene Präsentation bei einer Bewerbung.
"Wie bei DaimlerChrysler liegt auch für Ford der Zweck der Aktivitäten im Diversity-Ansatz:
eterogene Teams, nicht nur Mitarbeiter beider Geschlechter, sondern auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, seien kreativer.
So ließe sich die Langeweile von völlig gleichförmigen Gruppen vermeiden.
Außerdem würde besonders den Frauen eine positive Wirkung auf das Betriebsklima zugesprochen: "So genannte 'soft skills', zum Beispiel die Fähigkeit, gut mit Menschen umgehen zu können und eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sind für den Ablauf im Unternehmen wertvoll", erläutert Wagner.
Stärken zeigen
In diese Rolle könnten sich Frauen aber auch gedrängt sehen, meint Nathali Klingen, Diplompsychologin aus München:
"Nicht jede Frau möchte automatisch wegen ihres Geschlechts neben dem Job gleich auch noch für die Atmosphäre unter den Kollegen zuständig sein."
Zu einem Recruiting-Workshop ausschließlich Frauen einzuladen, hält jedoch auch die Arbeits- und Organisationspsychologin für sinnvoll. Ohne die Anwesenheit und vielleicht auch Dominanz von Männern, könne es Frauen leichter fallen, sich und die eigenen Stärken zu zeigen.
(sueddeutsche.de/dpa)
Beim Vorstellungsgespräch entscheidet sich die berufliche Zukunft in der Regel innerhalb weniger Minuten. Doch in einigen Unternehmen nimmt man sich für das erste Kennenlernen mehr Zeit:
In Recruiting-Workshops treffen die Bewerber über mehrere Tage Führungskräfte und Personalchefs. Manche Unternehmen setzen die Workshops gezielt zur Gewinnung ihres weiblichen Führungsnachwuchses ein.
Suche nach Talenten
DaimlerChrysler in Sindelfingen veranstaltete im Juli dieses Jahres zum ersten Mal einen "Recruiting-Workshop nur für Frauen". Eingeladen wurden 50 Hochschulabsolventinnen und Berufseinsteigerinnen mit technischem oder kaufmännischem Schwerpunkt.
Dass man sich dabei speziell an Frauen gewandt habe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Sylvia Reck, die Leiterin des Personalmarketings: "Wir wollen Talente entdecken und uns ihnen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren."
Hinter dem Engagement für Frauen in Führungspositionen steht nach Reck das so genannte Diversity-Prinzip: "Wir wollen in unserem Unternehmen alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten wissen, und dazu gehört natürlich auch ein größerer Anteil Frauen."
Zur Zeit arbeiten innerhalb des Konzerns in Deutschland rund zwölf Prozent Frauen und nur fünf bis sechs in Führungspositionen.
Langeweile vermeiden
Auch bei der Ford-Werke AG in Köln fördern unterschiedliche Programme den Einstieg von Frauen in das Unternehmen.
"Wir versuchen durch Informationsprojekte in Schulen, schon junge Mädchen für einen technischen Beruf zu begeistern und vergeben auch Stipendien an Maschinenbaustudentinnen", erklärt Astrid Wagner von Ford.
"Sowohl unsere Mitarbeiterinnen im technischen Bereich als auch im Marketing haben sich zu Foren zusammen geschlossen. Auch sie informieren junge Frauen über Einstiegsmöglichkeiten und geben direkte Hilfestellungen, zum Beispiel für die eigene Präsentation bei einer Bewerbung.
"Wie bei DaimlerChrysler liegt auch für Ford der Zweck der Aktivitäten im Diversity-Ansatz:
eterogene Teams, nicht nur Mitarbeiter beider Geschlechter, sondern auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, seien kreativer.
So ließe sich die Langeweile von völlig gleichförmigen Gruppen vermeiden.
Außerdem würde besonders den Frauen eine positive Wirkung auf das Betriebsklima zugesprochen: "So genannte 'soft skills', zum Beispiel die Fähigkeit, gut mit Menschen umgehen zu können und eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sind für den Ablauf im Unternehmen wertvoll", erläutert Wagner.
Stärken zeigen
In diese Rolle könnten sich Frauen aber auch gedrängt sehen, meint Nathali Klingen, Diplompsychologin aus München:
"Nicht jede Frau möchte automatisch wegen ihres Geschlechts neben dem Job gleich auch noch für die Atmosphäre unter den Kollegen zuständig sein."
Zu einem Recruiting-Workshop ausschließlich Frauen einzuladen, hält jedoch auch die Arbeits- und Organisationspsychologin für sinnvoll. Ohne die Anwesenheit und vielleicht auch Dominanz von Männern, könne es Frauen leichter fallen, sich und die eigenen Stärken zu zeigen.
(sueddeutsche.de/dpa)