Eliska
31.08.2001, 19:33
Wer unter Druck steht, hat mehr Zahnbett-Entzündung und vernachlässigt die Mundhygiene häufiger als nicht gestresste Menschen.
Psychologen und Zahnmediziner wissen, dass Stress nächtliches Zähneknirschen verursachen kann. Doch auch bei der Entstehung von Zahnbettentzüdung (Parodontitis, früher auch Parodontose genannt) soll Stress eine entscheidende Rolle spielen.
Ein Einblick in die Zusammenhänge zwischen Stress und Parodontitis ist nun einem Team aus Psychologen, Zahnärzten und Hygienikern der Universität Düsseldorf gelungen. Sie schauten in die Münder von Studenten, die sich im Prüfungsstress befanden.
Stress und Immunsystem
Dabei stellten die Forscher fest, dass sich das Zahnfleisch der Prüflinge häufiger entzündete, als bei Kontrollpersonen, die im Untersuchungszeitraum keiner besonderen Belastung ausgesetzt waren.
Im Speichel der Gestressten fanden sich geringere Konzentrationen von Immunglobulin A, das eine schützende Wirkung auf Zahnfleisch und Zähne hat.
Dafür war der Immunparameter Interleukin-1ß erhöht. Dieser gilt bei den Fachleuten als Hauptursache für die Knochenzerstörung, wie sie im Falle einer schweren Paradontitis auftreten kann.
Stress und Zähneputzen
Ein weiteres Phänomen, dass sich in Zeiten großer Belastung einstellte:
Die Gestressten vernachlässigten häufiger die Mundhygiene.
Sechs Wochen nach einer professionellen Zahnreinigung waren bei den Prüflingen nur mehr 10 Prozent der Zahnflächen ohne Zahnbelag, in der Kontrollgruppe waren es immerhin noch 20 Prozent.
Vor allem die Zahninnenseiten der Gestressten kamen zu selten in Kontakt mit der Zahnbürste: Nur noch fünf Prozent konnten als "plaque-frei" bezeichnet werden.
Parodontitis weit verbreitet
Rund 15 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung des Zahnfleisches. Bei etwa 40 Prozent sind immerhin leichte parodontale Schädigungen nachzuweisen.
Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches, die durch Bakterien des Zahnbelages ausgelöst wird.
Im Unterschied zur normalen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist bei einer Parodontitis aber auch der Kieferknochen befallen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Lockerung der Zähne und zu Zahnverlust.
Primärer Grund für die Entwicklung dieser Krankheit ist mangelhafte Mundhygiene in Kombination mit einer geschwächten Immunabwehr oder besonders aggressiven Keimen.
Parodontitis ist weiter verbreitet als Karies und die häufigste Ursache für Zahnverlust.Quelle: surfmed
Säure lässt den Zahnschmelz schwinden
Hinweise mehren sich, dass die Zähne durch Softdrinks, Alkohol und säurehaltige Speisen regelrecht weggeätzt werden.
Eine neue Studie zeigt, dass bereits Teenager davon betroffen sind.
Seit den Fünfzigerjahren hat sich der Konsum von so genannten Softdrinks – vom Orangensaft bis zum Cola – um mehr als das Achtfache gesteigert.
Grund genug für britische Wissenschaftler, Trink- und Ernährungsgewohnheiten von Jugendlichen zu untersuchen und die Auswirkungen auf die Zahngesundheit zu überprüfen. In die an der Universität Birmingham durchgeführte Studie wurden 418 Schüler im Alter von 14 Jahren aufgenommen.
Die Ergebnisse sind nun im British Dental Journal erschienen.
Zahnschmelz weggeätzt
Nur bei knapp der Hälfte der Schüler war es gut um die Zähne bestellt.
Bei 51 Prozent fand die Forschergruppe um Studienleiterin Linda Shaw eine Verminderung des Zahnschmelzes.
Bei einem Prozent war die härteste Substanz im menschlichen Körper stellenweise kaum noch vorhanden.
"Bei einigen war der Zahn bis auf den Nerv weggeätzt", sagt Shaw.
Jungen wiesen etwas schlechtere Zähne als Mädchen auf.
Ursache für den Verlust des Zahnschmelzes waren säurehaltige Getränke und Speisen, aber auch Vitamin C-Tabletten.
Sauer Trinken
Orangensaft, Cola und andere Softdrinks waren die beliebtesten Durstlöscher.
Vier von fünf Teenagern tranken diese säurehaltigen Getränke bis zu siebenmal pro Woche.
Ein Viertel kam bei Cola oder anderen kohlensäurehaltigen Getränken auf mehr als 22 Gläser pro Woche.
Auch isotonische Getränke standen hoch im Kurs.
Je höher der Säure-Konsum, desto deutlicher waren die Auswirkungen auf die Zähne.
"Dies hat bleibende Folgen – ist der Zahnschmelz einmal weg, wächst er auch nicht mehr nach", sagt Shaw.
Saurer Alkohol
Rund zwanzig Prozent der Schüler griffen regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Dabei nahm Bier die Spitzenposition ein.
Etwa drei Prozent gaben an, zwischen acht und 21 mal pro Woche dem Gerstensaft zuzusprechen.
Eine kleinere Zahl konsumierte den auf den britischen Inseln beliebten Apfelwein – Cidre – oder Wein.
Auch diese Säurebomben ließen den Zahn dahin schmelzen.
"Wir haben einen eindeutigen Zusammenhang gefunden, dass Alkoholkonsum zu Zahnverfall führt", sagt Studienleiterin Linda Shaw.
Auffällig war, dass vor allem männliche Jugendliche zu isotonischen Sportgetränken und Bier griffen.
Sauer Essen
Von den sauren Nahrungsmitteln waren Äpfel am beliebesten, gefolgt von Orangen, Bananen und Weintrauben.
Wiederum zeigten sich bei jenen die deutlichsten Zahnprobleme, die am meisten von den Früchten aßen.
"Gefährdet sind auch die an sich gesund lebenden Vegetarier", sagt Shaw. Denn auch bei ihnen fanden die Forscher weniger Zahnsubstanz.
Doch auch bei jenen, die kein Obst aßen, wurden die Forscher fündig.
Säuren in Ketchup oder Jogurt griffen bei ihnen die Zähne an.
Erstaunlicherweise sind Zähne gegen Salatdressings und Essig relativ widerstandsfähig.
Dies dürfte auch der Grund für die besseren Zähne der Mädchen sein, denn diese essen lieber und mehr Salat als Jungs.
Die Lösung der Zahnprobleme
"Auch wenn es relativ unoriginell klingt – das einzige, das hilft, ist zweimal pro Tag Zähne zu putzen. Dabei ist es relativ egal, ob man zuvor einen Apfel gegessen oder ein Bier getrunken hat", sagt Zahnspezialist Peter Städtler von der Universitäts-Zahnklinik in Graz.
Nachteilig für die Zähne ist oftmaliges trinken kleiner Mengen von zucker- und säurehaltigen Getränken. "Das ist für Kariesbakterien optimal, zudem ist ständig Säure im Mund, die den Zahnschmelz zusätzlich schädigt", sagt Städtler.
Quelle: surfmed
Psychologen und Zahnmediziner wissen, dass Stress nächtliches Zähneknirschen verursachen kann. Doch auch bei der Entstehung von Zahnbettentzüdung (Parodontitis, früher auch Parodontose genannt) soll Stress eine entscheidende Rolle spielen.
Ein Einblick in die Zusammenhänge zwischen Stress und Parodontitis ist nun einem Team aus Psychologen, Zahnärzten und Hygienikern der Universität Düsseldorf gelungen. Sie schauten in die Münder von Studenten, die sich im Prüfungsstress befanden.
Stress und Immunsystem
Dabei stellten die Forscher fest, dass sich das Zahnfleisch der Prüflinge häufiger entzündete, als bei Kontrollpersonen, die im Untersuchungszeitraum keiner besonderen Belastung ausgesetzt waren.
Im Speichel der Gestressten fanden sich geringere Konzentrationen von Immunglobulin A, das eine schützende Wirkung auf Zahnfleisch und Zähne hat.
Dafür war der Immunparameter Interleukin-1ß erhöht. Dieser gilt bei den Fachleuten als Hauptursache für die Knochenzerstörung, wie sie im Falle einer schweren Paradontitis auftreten kann.
Stress und Zähneputzen
Ein weiteres Phänomen, dass sich in Zeiten großer Belastung einstellte:
Die Gestressten vernachlässigten häufiger die Mundhygiene.
Sechs Wochen nach einer professionellen Zahnreinigung waren bei den Prüflingen nur mehr 10 Prozent der Zahnflächen ohne Zahnbelag, in der Kontrollgruppe waren es immerhin noch 20 Prozent.
Vor allem die Zahninnenseiten der Gestressten kamen zu selten in Kontakt mit der Zahnbürste: Nur noch fünf Prozent konnten als "plaque-frei" bezeichnet werden.
Parodontitis weit verbreitet
Rund 15 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung des Zahnfleisches. Bei etwa 40 Prozent sind immerhin leichte parodontale Schädigungen nachzuweisen.
Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches, die durch Bakterien des Zahnbelages ausgelöst wird.
Im Unterschied zur normalen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist bei einer Parodontitis aber auch der Kieferknochen befallen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Lockerung der Zähne und zu Zahnverlust.
Primärer Grund für die Entwicklung dieser Krankheit ist mangelhafte Mundhygiene in Kombination mit einer geschwächten Immunabwehr oder besonders aggressiven Keimen.
Parodontitis ist weiter verbreitet als Karies und die häufigste Ursache für Zahnverlust.Quelle: surfmed
Säure lässt den Zahnschmelz schwinden
Hinweise mehren sich, dass die Zähne durch Softdrinks, Alkohol und säurehaltige Speisen regelrecht weggeätzt werden.
Eine neue Studie zeigt, dass bereits Teenager davon betroffen sind.
Seit den Fünfzigerjahren hat sich der Konsum von so genannten Softdrinks – vom Orangensaft bis zum Cola – um mehr als das Achtfache gesteigert.
Grund genug für britische Wissenschaftler, Trink- und Ernährungsgewohnheiten von Jugendlichen zu untersuchen und die Auswirkungen auf die Zahngesundheit zu überprüfen. In die an der Universität Birmingham durchgeführte Studie wurden 418 Schüler im Alter von 14 Jahren aufgenommen.
Die Ergebnisse sind nun im British Dental Journal erschienen.
Zahnschmelz weggeätzt
Nur bei knapp der Hälfte der Schüler war es gut um die Zähne bestellt.
Bei 51 Prozent fand die Forschergruppe um Studienleiterin Linda Shaw eine Verminderung des Zahnschmelzes.
Bei einem Prozent war die härteste Substanz im menschlichen Körper stellenweise kaum noch vorhanden.
"Bei einigen war der Zahn bis auf den Nerv weggeätzt", sagt Shaw.
Jungen wiesen etwas schlechtere Zähne als Mädchen auf.
Ursache für den Verlust des Zahnschmelzes waren säurehaltige Getränke und Speisen, aber auch Vitamin C-Tabletten.
Sauer Trinken
Orangensaft, Cola und andere Softdrinks waren die beliebtesten Durstlöscher.
Vier von fünf Teenagern tranken diese säurehaltigen Getränke bis zu siebenmal pro Woche.
Ein Viertel kam bei Cola oder anderen kohlensäurehaltigen Getränken auf mehr als 22 Gläser pro Woche.
Auch isotonische Getränke standen hoch im Kurs.
Je höher der Säure-Konsum, desto deutlicher waren die Auswirkungen auf die Zähne.
"Dies hat bleibende Folgen – ist der Zahnschmelz einmal weg, wächst er auch nicht mehr nach", sagt Shaw.
Saurer Alkohol
Rund zwanzig Prozent der Schüler griffen regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Dabei nahm Bier die Spitzenposition ein.
Etwa drei Prozent gaben an, zwischen acht und 21 mal pro Woche dem Gerstensaft zuzusprechen.
Eine kleinere Zahl konsumierte den auf den britischen Inseln beliebten Apfelwein – Cidre – oder Wein.
Auch diese Säurebomben ließen den Zahn dahin schmelzen.
"Wir haben einen eindeutigen Zusammenhang gefunden, dass Alkoholkonsum zu Zahnverfall führt", sagt Studienleiterin Linda Shaw.
Auffällig war, dass vor allem männliche Jugendliche zu isotonischen Sportgetränken und Bier griffen.
Sauer Essen
Von den sauren Nahrungsmitteln waren Äpfel am beliebesten, gefolgt von Orangen, Bananen und Weintrauben.
Wiederum zeigten sich bei jenen die deutlichsten Zahnprobleme, die am meisten von den Früchten aßen.
"Gefährdet sind auch die an sich gesund lebenden Vegetarier", sagt Shaw. Denn auch bei ihnen fanden die Forscher weniger Zahnsubstanz.
Doch auch bei jenen, die kein Obst aßen, wurden die Forscher fündig.
Säuren in Ketchup oder Jogurt griffen bei ihnen die Zähne an.
Erstaunlicherweise sind Zähne gegen Salatdressings und Essig relativ widerstandsfähig.
Dies dürfte auch der Grund für die besseren Zähne der Mädchen sein, denn diese essen lieber und mehr Salat als Jungs.
Die Lösung der Zahnprobleme
"Auch wenn es relativ unoriginell klingt – das einzige, das hilft, ist zweimal pro Tag Zähne zu putzen. Dabei ist es relativ egal, ob man zuvor einen Apfel gegessen oder ein Bier getrunken hat", sagt Zahnspezialist Peter Städtler von der Universitäts-Zahnklinik in Graz.
Nachteilig für die Zähne ist oftmaliges trinken kleiner Mengen von zucker- und säurehaltigen Getränken. "Das ist für Kariesbakterien optimal, zudem ist ständig Säure im Mund, die den Zahnschmelz zusätzlich schädigt", sagt Städtler.
Quelle: surfmed